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Leselupe.de > Humor und Satire
Ich bin krank (Alles Lüge)
Eingestellt am 25. 02. 2003 06:39


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TheRealCure
Wird mal Schriftsteller
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Ich bin krank (Alles Lüge)

Ich bin krank (Alles Lüge)

Ich fühle mich Scheiße. Entweder habe ich die Pest, Krebs (z.B. einen Gehirntumor im Hals) oder eine schlimme Erkältung (Halsschmerzen und Heiserkeit) oder ich bin verliebt. Auf jeden Fall brauche ich jede Menge Büchsen Medizin und welche zum Rauchen. Heute ist nicht mein Tag, heute habe ich Pech. Und noch was. Man weiss, die im Krankenhaus, also diese Ärzte, die lügen. Die machen so ein CT (Computertomografie) für 1.400 EUR von deinem Kopf und sagen dir "Das da, das ist das Gehirn, sieht normal aus, alles OK", aber in Wirklichkeit ist der Brocken in deinem Kopf schon der Tumor, der dein ganzes verdammtes Gehirn komplett aufgefressen hat. Daher kommen die Kopfschmerzen und nicht von diesen grausigen Dingen, die dir dein Psychotherapeut weißmachen will, denn der lügt natürlich auch. Im Grunde belügen dich alle. Sie sagen, du sollst bei grün über die Strasse gehen. Sie haben Erfolg damit, weil deine Mutter dich belogen hat, als sie dir sagte, das sei grün. Alle Mütter lügen und vielleicht nur deswegen, weil sie es nicht besser wissen, denn ihre Mütter haben sie belogen. Die wiederum wurden schon von ihren Müttern in Farbangelegenheiten belogen. Vielleicht muss man bei rot gehen? Mein Gehirn pocht, wenn ich darüber nachdenke, ob ein Auto wohl wirklich Auto heißt und nicht Unterseeboot oder gar Untersehboot oder Pimmel. Vielleicht ist ein Pimmel in Wirklichkeit ein Untersehboot und ein Auto ist in Wirklichkeit eine Mandarine und eine Mandarine ist blau und blau ist grün und gelb ist rosa und oben ist unten. Was ist denn nun eigentlich die Wahrheit und ist Wahrheit nicht vielleicht in Wirklichkeit Lüge und Lüge ist froschfotzengrün statt lila? Mein Gehirn schmerzt. Die Schmerzen werden immer gewaltiger und nehmen mir jede Kraft zu denken. Ich will nicht glauben, dass ich mein ganzes Leben lang beim falschen Licht über die Strasse gegangen bin. Was hätte dann mein Leben für einen Sinn? Ist Sinn gelb oder rot oder grün? Meine Geburt zieht vor meinem Auge vorbei. Dann die Zeit im Kindergarten, nur Sekunden, denn ich war nur wenige Tage da, weil ich einem anderen Jungen eine Ampel über den Kopf schlug und ich ihn versuchte zu überzeugen, er müsse bei rot über die Ampel gehen, denn rot ist in Wirklichkeit grün und unsere Mütter und alle Kindergartenpussies belügen uns immer nur. Na ja, sie haben mich rausgeschmissen, diese unwissenden, lügenden Ignoranten. Dann die Schulzeit, nur ein paar Sekunden mehr. Das ganze Leben passt in eine Zigarettenschachtel und wahrscheinlich ist es nicht mal eine und der Marlboromann ist lesbisch, weil Frauen schwul und Männer lesbisch oder gar Männer Frauen und Frauen Männer sind. Mein Kopf tut weh. Ich glaube, das Geld für dieses CT hätte ich meiner Krankenkasse ersparen können. Mein Kopf zerplatzt, weil der Tumor raus will. Er will aus meinem Kopf und in die Welt ziehen, um weitere Menschen zu befallen, wenn Menschen nicht in Wirklichkeit die Tiere sind und lila oder blau wie schwarz und weiss ist. Am Ende aber stehen alle da, glauben mir wieder nicht und lachen. Ihr seid solche dummen Idioten. Ihr Unwissenden. Ihr werdet nie verstehen.

Ich habe gerade noch mal ein kleines bisschen an meinem Nachruf gearbeitet, aber so langsam wird das was. Wenn er fertig ist, dann werde ich ihn nochmal hier veröffentlichen und wenn es dann ernst ist, braucht ihr ihn nur noch verlesen. Na, ist das nicht einfach?

Nachruf

Er war ein guter Mensch, so sagen viele, besonders die unter uns, die ihn nicht wirklich kannten. Er war jemand, der Schwierigkeiten hatte, wenn es darum ging, ein einfaches Gespräch über die Lindenstraße oder das Wetter zu führen. Er hasste solche Gespräche und er hätte gerne viel öfter dafür von seinen großartigen Philosophien erzählt, die wir immer wieder in all seinen Werken wiederfinden konnten. Er mag nun von uns gegangen sein, aber seine Werke bleiben uns erhalten und in seinen Werken wird er weiter existieren, ja unsterblich sein. Er lässt ein paar trauernde Menschen zurück. Zwar nur eine oder zwei Hände voll, aber dafür ist deren Trauer mindestens so groß wie die von Millionen Menschen nach einem verlorenen Fußballländerspiel. Er hielt nichts von Religion, war ein Pazifist, liebte die Menschen und auch die Drogen. Sowohl die Menschen als auch die Drogen waren ihm ein Hilfsmittel zur Bewusstseinserweiterung. Er hörte gerne Reggaemusik, weil die so schön emotional ist. Er hörte gerne The Cure, weil keine andere Gruppe ihm ein so wundervolles Gefühl von Melancholie vermitteln konnte, und er hörte gerne Rammstein, weil er die Performance des Bösen im künstlerischen Sinne liebte. Er schrieb Texte, Gedichte, sogar ein ganzes Buch, aber er las auch die Bücher der anderen. De Sade, Bukowski, Nietzsche, Jim Morrison und viele andere mehr. Manche dieser Bücher verschwanden dann einfach in einem Regal, während andere für immer in seinem Kopf blieben. Sein Alkoholismus brachte ihn nun um, bevor er selbst Hand an sich legen konnte. Das letzte große Experiment war angebrochen und keiner von uns wird das streng wissenschaftliche Ergebnis jemals erfahren, bevor wir es jeder nicht selbst und persönlich nachgestellt haben. Aber einiges, liebe Freunde, haben wir von ihm gelernt. Depressionen sind der Schlüssel zu einer glücklichen Melancholie. Alkohol macht nicht nur besoffen sondern auch abhängig. Nicht alles, was man sich leisten kann, sollte man auch trinken. Drogen sind dazu da, dass man sie nimmt.
__________________
(c) Jürgen Erbe

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Michael Schmidt
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Hallo The Real Cure

Die letzten vier Sätze machen einen recht willkürlichen Eindruck. Beabsichtigt?

Und "villeicht" ist ein Flüchtigkeitsfehler?

Ansonsten habe ich mich köstlich amüsiert, gefällt mir echt gut.

Bis bald,
Michael
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TheRealCure
Wird mal Schriftsteller
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Ja, das war ein Flüchtigkeitsfehler, danke. Die letzten vier Sätze sind so willkürlich wie der ganze Rest. Der Eindruck kommt sicher daher, dass der Text aus einer Serie von Texten stammt. Ich laß mal hier was zurück:

Glück - Die letzten Seiten aus dem Tagebuch des Pech

10.10.2002

Heute war ich noch mal beim Arzt wegen der Ergebnisse von letzter Woche. Er hat mir erklärt, woher die unerträglichen Kopfschmerzen kommen. Er sagte mir, ich hätte einen Gehirntumor. Ich war natürlich heil froh, endlich die Ursache zu kennen, allerdings war die weitere Ausführung dann nicht besonders erfreulich. Der Tumor ist nicht operabel, weil er schon zu groß ist und fast das ganze Gehirn durchdrungen hat. Würde man ihn herausschneiden wollen, müsste man das ganze Gehirn entfernen. Ohne Gehirn ist man aber nicht mal mehr ein halber Mensch. Er sagte, ich hätte noch vier bis sechs Monate zu leben. Kann sich das einer vorstellen, was man fühlt, wenn man da beim Arzt sitzt und der einem so was sagt? Nein, kann sicher keiner, es sei denn, er saß schon mal beim Arzt und ihm wurde erzählt, er müsste in einem halben Jahr oder weniger sterben, weil sich so ein beschissener Gehirntumor im Kopf breit gemacht hat. Ich war völlig fertig mit der Welt. Mein Arzt meinte noch, dass ich psychologischen Beistand bekommen könnte, aber was soll ich mit einem Psychologen? Irgend wann habe ich mal gesagt, dass ich mit meiner Freundin in die Karibik fliegen würde, wenn ich nur noch fünf Monate zu leben hätte. Wie sollte ich aber den Flug bezahlen? Soll ich ihr das überhaupt erzählen oder besser nicht? Würde sie sich nicht unheimliche Sorgen machen? Vielleicht würde sie auch zur Krankenschwester mutieren? Ich lasse es lieber bleiben. Wie kann man die letzten Monate seines Lebens am besten nutzen? Mal so richtig auf den Putz hauen? Endlich Dinge machen, die man sich bis jetzt nie getraut hat? Selbst eine Verurteilung zum Tode durch den Strang wäre doch nichts weiter als lachhaft. Nichts hat mehr eine Bedeutung. Nein, ein paar Dinge bekommen jetzt erst so richtig eine Bedeutung. Mein Leben bekommt eine nie da gewesene Bedeutung. Wie das Ende wohl sein wird? Wird mein Schädel zerplatzen vom Druck des Tumors? Werden die Schmerzen mich zum Wahnsinn treiben? Ist es nicht vielleicht besser, ich mache vorher Schluss? Ich werde auf jeden Fall erst einmal zu meiner Freundin fahren und sie in den Arm nehmen. Ich werde sie in ein paar Monaten sehr, sehr traurig machen. Da soll sie wenigstens jetzt noch mal so richtig glücklich sein. Sie hat es verdient.

11.10.2002

Ich war gestern Abend bei ihr. Ich wollte, dass sie glücklich ist. Noch einmal richtig glücklich, bevor ich sie verlassen muss. Es kam alles ganz anders. Ich klingelte an ihrer Tür und sie machte auf. Sie war ziemlich erstaunt, weil sie mich nicht erwartet hatte. Sie hatte mich nicht nur nicht erwartet, nein, sie war nicht allein. Da war ein Kerl, ein anderer Kerl. Sie hatte sich nur einen Morgenmantel übergezogen und es war mir sofort klar, was das bedeutete. Ich Trottel hatte mir Gedanken darüber gemacht, ob ich ihr von meinem verdammten Tumor erzählen sollte oder nicht. Was war ich nur für ein Trottel? Ich hatte mal versprochen, mit ihr in die Karibik zu fliegen, aber mit einem Schlag hatte sich das auch erledigt. Eigentlich hatte sich ja nun alles erledigt. Mein Leben und sie. Wenigstens muss ich mir jetzt keine Gedanken mehr darüber machen, ob ich sie unglücklich machen würde, wenn ich gehe. Es interessiert sie einen Scheißdreck. Sie hat noch rumgestammelt, dass sie mit mir reden wollte, um mir alles zu erklären mit ihr und dem Kerl und was weiß ich nicht noch alles. Ich habe mich umgedreht und bin gegangen, habe mich in mein Auto gesetzt und bin zurück gefahren die ganze verdammte Strecke durch die kalte Nacht. Oktober. In sechs Monaten ist es April. Ist der April der richtige Monat zum Sterben? Wahrscheinlich ist kein Monat richtig. Der April bedeutet Frühling, Auferstehung, neu beginnendes Leben. Aber nicht für mich. Das Gras sprießt von neuem und ich beiße hinein. Ich werde mir ein paar tolle Sachen überlegen, die ich anstellen werde, bis es soweit ist. Mein Kopf tut weh. Mein Kopf tut noch mehr weh als sonst. Eigentlich wäre es doch das beste, schon jetzt zu sterben.

16.10.2002

Konnte ein paar Tage nichts schreiben, weil die Schmerzen zu groß waren und ich dachte, mir platzt der Kopf auseinander. Ich habe starke Medikamente bekommen und nun geht es etwas besser. Ich spüre, wie sich die Welt gegen mich aufbäumt. Alles bricht auseinander. Mein Leben läuft immer wieder in Bilderreihen vor mir ab. Mein Leben als kunterbunte Diashow. Kennt jemand diese Diashows über Urlaube von Freunden oder Nachbarn? Man sitzt da, der Hausherr labert einen voll, wie toll doch der Urlaub war und man langweilt sich zu Tode. Meist findet man die Dinge auf den Dias auch zum Kotzen. Wer will schon seinen ganzen Urlaub lang in der Sonne sitzen? So kommt es mir mit den Dias meines Lebens vor. Ich frage mich, was ich eigentlich mit meinem Leben angefangen habe. Ich frage mich und frage mich immer wieder. Am Ende komme ich immer zu dem selben Schluss: Nichts! Du armer Trottel hast ein Leben geschenkt bekommen und was hast du daraus gemacht? Nichts! Du hast einen riesigen Haufen Scheiße angehäuft in deinem Leben. Es war wertlos und wenn nun der Tumor deinen Kopf auseinander haut, dann ist das nur gerecht. Kann man in einem halben Jahr sein Leben noch herausreißen? Kann man Fehler wieder gut machen oder kann man nur sagen "Tut mir leid.". Wahrscheinlich kann man die allerwenigsten Fehler in seinem Leben jemals wieder gut machen. All die Dinge, die man den Leuten an den Kopf gehauen hat, weil man nicht zugeben wollte, dass man im Unrecht ist. All die Dinge, die man sich selbst weiß gemacht hat, nur damit alles schön sauber zusammen passt. Es musste halt alles passen. Wer will schon Probleme? Aber es hat niemals gepasst und die Dinge waren nur all zu oft ganz anders, als man sie gesehen hat. Und nun? Die Augen wurden geöffnet, aber es nutzt überhaupt nichts. Der Kopf wird zerplatzen. Ich überlege immer wieder, ob es anders wäre, wenn mein Schädel nicht in sechs Monaten zerbersten würde. Wäre es dann heute wirklich anders - mit geöffneten Augen? Kann man die Dinge nicht rückgängig machen, muss man mit ihnen leben. Kann man nicht mit ihnen leben, muss man eben sterben. Ich sollte überglücklich über meinen Tumor sein, denn nun kann ich die Dinge loswerden und mit geöffneten Augen in das Licht gehen.

17.10.2002

Ich habe beschlossen, nicht auf den Putz zu hauen. Irgend wie fehlt mir jede Lust. Ich sitze zuhause rum, bin einsam. Ich glaube, man sieht es mir an, dass ich diesen Tumor habe. Alle, die mich anschauen, sehen es auf meiner Stirn tätowiert: VORSICHT GEHIRNTUMOR! Der könnte ja gleich platzen und das Blut könnte auf ihre weißen Westen spritzen. Mir wäre das absolut egal, denn meine Weste ist schon lange nicht mehr weiß. Ich werde versuchen, ohne all die Medikamente auszukommen. Vielleicht dauert es dann nicht die ganzen langen sechs Monate.

Nachruf

Er war ein guter Mensch, so sagen viele, besonders die unter uns, die ihn nicht wirklich kannten. Er war jemand, der Schwierigkeiten hatte, wenn es darum ging, ein einfaches Gespräch über die Lindenstraße oder das Wetter zu führen. Er hasste solche Gespräche und er hätte gerne viel öfter dafür von seinen großartigen Philosophien erzählt, die wir immer wieder in all seinen Werken wiederfinden konnten. Er mag nun von uns gegangen sein, aber seine Werke bleiben uns erhalten und in seinen Werken wird er weiter existieren, ja unsterblich sein. Er lässt ein paar trauernde Menschen zurück. Zwar nur eine oder zwei Hände voll, aber dafür ist deren Trauer mindestens so groß wie die von Millionen Menschen nach einem verlorenen Fußballländerspiel. Er hielt nichts von Religion, war ein Pazifist, liebte die Menschen und auch die Drogen. Sowohl die Menschen als auch die Drogen waren ihm ein Hilfsmittel zur Bewusstseinserweiterung. Er hörte gerne Reggaemusik, weil die so schön emotional ist. Er hörte gerne The Cure, weil keine andere Gruppe ihm ein so wundervolles Gefühl von Melancholie vermitteln konnte, und er hörte gerne Rammstein, weil er die Performance des Bösen im künstlerischen Sinne liebte. Er schrieb Texte, Gedichte, sogar ein ganzes Buch, aber er las auch die Bücher der anderen. De Sade, Bukowski, Nietzsche, Jim Morrison und viele andere mehr. Manche dieser Bücher verschwanden dann einfach in einem Regal, während andere für immer in seinem Kopf blieben. Sein Alkoholismus brachte ihn nun um, bevor er selbst Hand an sich legen konnte. Das letzte große Experiment war angebrochen und keiner von uns wird das streng wissenschaftliche Ergebnis jemals erfahren, bevor wir es jeder nicht selbst und persönlich nachgestellt haben. Aber einiges, liebe Freunde, haben wir von ihm gelernt. Depressionen sind der Schlüssel zu einer glücklichen Melancholie. Alkohol macht nicht nur besoffen sondern auch abhängig. Nicht alles, was man sich leisten kann, sollte man auch trinken. Drogen sind dazu da, dass man sie nimmt.

[Die Belegschaft von ZOMTEC]

16.12.2002 (Von Gehirntumoren und dummen Ärzten)

Meine lieben Freunde (oder Freundinnen),
da stelle sich das einer mal vor. Vor ein paar Monaten war ich beim Arzt und habe ein CT machen lassen, weil ich immer diese furchtbaren Kopfschmerzen hatte. Was war das Ergebnis? Na ja, vielleicht habe ich das schon erzählt, aber das Ergebnis war auf jeden Fall:

"Tja, Herr Pech, Sie haben die Arschkarte gezogen - medizinisch gesehen. Sie haben einen inoperablen Gehirntumor und noch höchsten sechs Monate zu leben. Danach sind sie dann tot. BKK ZOMTEC stimmt doch noch, oder?"

Ich war geschockt und die Kopfschmerzen wurden schlagartig unerträglich. Ich bekam jede Menge Tabletten, von denen mir sogar die Sackhaare ausgefallen sind. Ich habe so vier Wochen verbracht, wollte in die Karibik zum sterben mit meiner Freundin, aber die blöde Tusse hat sich von mir getrennt. Das war übrigens noch, bevor mir die Sackhaare ausgefallen waren. Danach bin ich dann ins Krankenhaus zwecks Therapie. Die haben mich in ein künstliches Koma versetzt, was wie ein endloser LSD-Trip war. Kann ich nur jedem empfehlen. Sie haben mir dann nach drei Wochen doch noch die Schädelplatte runtergesägt, weil sie meinten, dass sie ja eh nichts mehr kaputt machen könnten. Bei der Gelegenheit ist ihnen dann endlich aufgefallen, dass das CT nicht in Ordnung war. Also der Chefarzt hatte damals ein neues Nokiahandy gekauft und während des CTs immer damit rumgespielt. Die magnetischen Wellen haben sich dann als Tumor auf den Bilder verewigt. Dumme Sache, was? Heute habe ich eine abnehmbare Schädeldecke und eine tadellose Intimrasur auf Kosten des Hauses. Wer will da jemals wieder behaupten, ich trüge meinen Namen zu Recht? Ich habe mein Nokiahandy gegen eines von Siemens eingetauscht. Sicher ist sicher.

17.12.2002

Ja, ich bin dem Tod von der Schippe gesprungen - in letzter Sekunde. Der Sensenmann schliff schon seine Sense, als ich vom Sterbebett sprang und schrie "Halt! Erst noch einmal Hackbraten in der ZOMTEC Kantine essen. Erst noch einmal ein Telefonat mit Sonja führen. Erst noch einmal die Sekretärin ..." Na ja, ihr wisst schon, Kaffee kochen lassen. Leider ist schon mein Nachruf durchgesickert, den ich natürlich hiermit widerrufe. Ab sofort heißt er also Widerruf anstatt Nachruf. Acht Wochen Koma wie ein LSD-Trip allererster Kajüte. Das gibt neue Kraft, jede Menge, das sag' ich euch. Nächste Woche gehe ich übrigens noch mal ins Krankenhaus. Da bekomme ich Blechklemmen. Je eine an jeder Seite des Kopfes, denn mir ist die Schädeldecke jetzt schon zweimal beim morgendlichen Kotzen ins Klo gefallen. Ich glaube, von denen könnte ich jetzt alles verlangen.
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Michael Schmidt
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Es gibt noch einige Geschichten aus der Reihe des "Pech" u.a. auf meiner HP.
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