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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Ich bin mein Haus
Eingestellt am 13. 02. 2017 09:07


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MIO
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Zeit verstreicht im Unterboden meines Hauses


seine Wände erzittern dünnhäutig
bei jeder Erschütterung

verschlossene Fenster sehen
blind zu mir herüber

das Pendel der Standuhr, schlägt herzlos
im Takt der fliehenden Zeit

schläfrig liegt der schwarze Hund auf der Couch,
bereit zum Absprung,
lauernd auf ein Wort, eine Geste, einen Ort,
in dem der Abstand vom Gestern zum Heute verblasst
traumatisierte Gefühle aus dem Koma erwachen

Die Tür im Blick, möchte ich mich davonschleichen,
leise, auf Zehenspitzen, dann wird mir klar:
es wird wieder nicht gehen
Mein Haus, Segen und Fluch zugleich
Wände, Fenster, Couch, Uhr, meine welkende Hand, der schwarze Hund, selbst die Zeit bin ich

Behutsam öffne ich das Fenster, lasse Licht herein
setze mich auf die Couch,
streiche dem schlafenden Hund übers struppige Fell




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Tula
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2016

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Hallo Mio

mir gefällt dieses schon viel besser, in seinen einfachen Bildern, die dem tieferen gedanklichen Hintergrund dennoch nicht entgegenstehen. Hat allerdings nichts experimentelles.

Nur der Anfang (erste Strophe) will mich gar nicht ansprechen, er passt mit seinen (wie auch einige andere) bombastischen Metaphern nicht zum Rest des Gedichts (finde ich).

Hier ein Versuch einer Textarbeit:

Zeit verstreicht im Unterboden
Ich bin ein meines Hauses
gefüllt mit Erinnerung
die seine Wände erzittern wackeln dünnhäutig
bei jeder Erschütterung Erinnerung

verschlossene Fenster sehen
blind zu mir herüber

das Pendel der Standuhr schlägt ,
wie mein Herz schlägt es
herzlos im mit dem Takt der fliehenden Zeit

schläfrig liegt der schwarze Hund auf der Couch,
bereit zum Absprung,
dennoch lauernd auf ein Wort oder meine Hand Geste, einen Ort,
in dem der Abstand vom Gestern zum Heute verblasst
und traumatisierte Gefühle aus dem Koma erwachen


Ich habe die Tür im Blick,
möchte mich davonschleichen,
leise, auf Zehenspitzen, und weiß
dann wird mir klar:
es wird wieder nicht gehen
das Haus bin ich, Segen und Fluch zugleich
Wände, Fenster, Couch, Uhr, selbst die Zeit, meine welkende Hand und der schwarze Hund

Behutsam öffne ich die Fenster, lasse Licht herein
setzte mich auf die Couch
streiche dem schlafenden Hund übers struppige Fell


LG
Tula

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Tula
Routinierter Autor
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wobei die Wiederholungen von Hund und Zeit noch zu beheben sind ...
Tula

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