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Leselupe.de > Kurzprosa
Ich bin tot, sie nicht
Eingestellt am 21. 10. 2007 19:48


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Franka
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Ich bin tot, sie nicht


Ich bin tot, wirklich tot, endlich, dabei ist dies nicht mein Verdienst, die haben nachgeholfen.
Die waren nicht immer hier, irgendwann sind sie eingezogen. Ich habe nichts davon mitbekommen, gefragt wurde ich vorher natürlich auch nicht. Seit wann werden Mieter gefragt, bin ja selber bloß einer, wenn auch in einem anderen, größeren Haus.
Fleißig waren sie, diese Neumieter, oder besser Untermieter, haben beständig für Nachwuchs gesorgt. Sterilisation war nicht das geeignete Gegenmittel.

Ich bin tot, “viel zu früh”, höre ich die sagen, nicht die, die mich auf dem Gewissen haben, sondern die, die jetzt hier stehen, auf mich herabsehen, Blüten streuen. Die anderen, die haben kein Gewissen, geht rein biologisch einfach nicht.
Zum Glück hat man mich nicht dem Feuer übergeben, die hätten sich sicher gefreut. Jeder Beweis ihrer Tat wäre vernichtet worden. So besteht vielleicht noch die Möglichkeit, auch, wenn es nur eine winzig kleine ist, dass sie gefunden, sie für diese Tat zur Rechenschaft gezogen werden.
Okay, mir ist damit nicht mehr geholfen, denn ich bin ja nun tot, aber vielleicht kann man weitere Morde verhindern.

Da liest doch tatsächlich einer Zeitung bei meiner Beisetzung!

Mensch, das da auf dem Foto, das bin ja ich. Der Unverschämte soll mal ein wenig näher kommen, damit ich die Schrift auch erkennen kann.
Der kommt doch tatsächlich. Wusste gar nicht, dass Tote noch Macht haben.
So, danke, reicht schon. Was, bloß ein einfacher Nachruf. Kein Wort von meinen Untermietern. Das wird sich rächen. Die werden keine Ruhe geben. Wenn man denen nicht das Handwerk legt, sind die Deutschen bald ausgerottet, was sage ich, ist die Menschheit bald von der Erdoberfläche getilgt. Der Virus in mir reicht dafür. Er hat bereits neue Untermieter gefunden.






Version vom 21. 10. 2007 19:48

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