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Leselupe.de > Gereimtes
Ich hab mir eine Frau gemacht
Eingestellt am 14. 10. 2004 11:52


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gareth
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Nachdem ich Jahre meines Lebens
nach einer Frau mit frohem Lachen
und Sinnlichkeit und diesen Sachen
so sehr gesucht, doch stets vergebens

hab ich nun einfach letzte Nacht
beendet alles vage Hoffen
und aus an sich bekannten Stoffen
mir meine eigene Frau gemacht

Ich formte sie aus weichem Ton,
gebrauchsbereit vom Großgebinde,
rasch ging´s und einfach, wie ich finde,
ein Hauch und da: sie lebte schon

Das Schwierigste war die Figur,
hier hieß es Maß und Ziel behalten,
der Rest war einfach zu gestalten,
da schlicht des Weibes Grundstruktur

Im Ganzen formte ich sie zart
und gab ihr einen schönen Mund,
was rund zu sein hat, schuf ich rund
und nichts an ihr ist spröd und hart

Damit sie auch ein wenig denkt
hab ich ihr Sachen aufgeschrieben,
die Männer in der Regel lieben
und tief in ihrem Kopf versenkt

So weiß genau sie, was sie will
und tut´s auch gern und freudevoll,
sie spricht, wenn sie was sagen soll,
wenn nicht, dann ist sie einfach still

Und liebt sie mich, entströmt ein Duft
betörend aus geheimen Quellen
den wohlbekannten warmen Stellen,
wie Blütenmeer und Frühlingsluft

So ist mein Glück nun ganz vollkommen,
mein Leben wird sich neu gestalten,
mein Geist sich groß und frei entfalten,
da alle Last von ihm genommen

Obgleich, mich deucht, heut früh am Morgen
schien's mir, als hätt sie ungefragt
ein liebes Wort zu mir gesagt,
ganz von allein. Das macht mir Sorgen

Oh, weichet, Zweifel, weicht von hinnen
in meiner Liebe wank ich nicht
solang sie nur nicht widerspricht,
ich denk, sie wird sich rasch besinnen

Sie ist auch eine kluge Frau.
Dass sie mein Werk ist, ahnt sie schon,
und wo der Topf steht mit dem Ton
das weiß sie ganz genau.

__________________
Wie hässlich ist ein schräges Treiben,
da lob ich mir mein träges Schreiben.

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Herr Müller
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Hallo gareth

Was soll ich sagen, perfekt! Die Frau gibt letztendlich hier doch den Ton an.
Aber ich denke mal, Frauen backen sich eher Männer.

Herr Müller
__________________
Wer das Wort sucht, wird den Reim ernten.

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gareth
Fast-Bestseller-Autor
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Ich weiß ja, Herr Müller, ich weiß ja,

dass es im richtigen Leben irgendwie anders ist *seufz* :o)

Aber, das mit dem Tonangeben, das ist an dieser Stelle besonders gut gesagt!

Liebe Grüße
gareth

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Vera-Lena
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Hallo gareth,

wenn's sein muss, wird ihr dann das süße Mündchen mit dem Ton zugestopft? Das Küssen macht dann aber auch nicht mehr so viel Spaß.
Mir hat es aber Spaß gemacht, deinen Text zu lesen. Der eigenwilligen und wirklich lebendigen Seite von ihr hast Du allerdings auch den allercharmantesten touch gegeben.
Ich denke mal, Du zählst auf die weiblichen Leser.

Die ganzen Klischeés hast Du geschickt umschifft.

Eine Frau wüßte aber auch, wie der Mann beschaffen sein sollte, wenn sie ihn sich zusammenbasteln könnte,nur keine Bange.

Liebe Grüße von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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gareth
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Viel schlimmer, Vera-Lena,

viel viel schlimmer.
Es wird nicht mit Mundstopfen gedroht, sondern unter dem Hiunweis auf den Tontopf mit einer erforderlichenfalls umgehend ausgeführten Neuschöpfung (nachdem man jetzt weiß, wie es geht!)

dafür entschuldigt sich :o)
gareth

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Vera-Lena
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Nur zu, gareth....

Da siehst Du mal, was für ein gutgläubiger Mensch ich bin. Aber Du hast natürlich Recht: Wenn schon, denn schon.

Ich finde das eigentlich nicht schlimmer. Hauptsache Schöpfung!

Im wahren Leben geht das langsamer auf dem Wege der Evolution, aber wenn man die Mittel hat...und die Fähigkeiten....Mal sehen was die Neuschöpfung sich an Widerborstigkeiten ausdenken wird. Die sind dann vielleicht nicht mehr so charmant.

LG
Vera-Lena
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