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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Ich ist ein A...
Eingestellt am 20. 02. 2017 18:11


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Kalkule
Nennt-sich-Schriftsteller
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Sie war richtig lustiger Dinge als es losging. Hatte sie sich zuvor noch eine Flasche Wei√üburgunder reingezogen, war w√§hrenddessen zum Spiegel geflitzt, zu gucken ob die Schminke sitzt, das offene Haar die freien Schultern bedeckte. Wieder ein Glas Wein und ein Zug von der brennenden Zigarette, die im Aschenbecher auf dem K√ľchentisch so vor sich hin qualmte. Da stand er schon, der Taxifahrer, ein netter junger Mann, ein bisschen prollig wirkend aber nett. Mag sein, dass er nicht wusste, wie viel Wein sie inzwischen getrunken hatte. Aber auch er befand sie f√ľr nett und vor allem fr√∂hlich bered, das war wichtig. W√§hrend sie so dahinfuhren durch die dunkle aber hell beleuchtete Nacht von dem biederen Steglitz nach dem neuen √∂stlichen, aber mittlerweile chaotischem Teil Berlins, Friedrichshain, sinnte sie dar√ľber nach, wie es kam, dass sie jetzt dorthin fuhr: zum besetzten Haus. Sie hatte K. getroffen in jener Nacht, in der es sie allein loszog. Im ‚ÄěWiener Blut‚Äú am Tresen sitzend hatte sie einen Rotwein bestellt, gar nicht damit rechnend Irgendjemanden zu treffen oder gar kennen zulernen. Da betrat K. die kleine dunkle Kneipe, deren r√∂tliche Beleuchtung an einen Puff erinnerte ‚Äď zumindest so wie man ihn sich vorstellte und die Gesichter sch√∂ner und geheimnisvoller erscheinen lie√ü. Sie kannten sich schon lange ‚Äď das hei√üt kannten: sie waren gemeinsam zur Schule gegangen bis zum Abi, wo er mit einem Durchschnitt von 3,9 gerade eben so bestanden, ganz stolz damit kokettierte. Wir, die wir besser waren befand er als spie√üige Langeweiler.
Nicht nur, dass er in dieser Kneipe erschien, sich sogar, mit einem knappen ‚ÄěHi‚Äú dem Barkeeper ein Bier bestellend, zu ihr setzte, damit h√§tte sie nie gerechnet. In der Schule hatten sie w√§hrend der 3 Oberstufenjahre kein Wort miteinander gesprochen. Falls sie zuf√§llig in den Pausen gezwungenerma√üen beieinander standen, wurde sie immer ganz nerv√∂s, ob des schweigsamen Rauchens, w√§hrenddessen keiner ein Wort von sich gab. Er war doch viel zu cool, sich mit einer Tussi wie sie es war abzugeben.




Nun stand er neben ihr. Baute sich einen Joint, trank sein Bier, dessen Schaum er sich hier und da von den Mundwinkeln mit dem R√ľcken seiner kr√§ftigen H√§nde wischte und sprach sogar mit ihr. Wor√ľber war unwichtig. Immerhin sprach er.
Sie lachten gar miteinander oder vielmehr kicherten. Ihr war als wären sie schon lange gute Freunde, die eben gemeinsam ausgingen, um zu saufen.
Draußen wurde es ganz langsam heller und so beschloss sie dem netten Abend keinen jähen Abbruch zu gönnen, wie es sonst der Fall war, kam man aus der Geborgenheit der dunklen Kneipe ins jähe Grell des angebrochenen Tages. Wie verschwiemelt und hässlich muss man dann ausgesehen haben.
So ging sie los ein Taxi zu suchen, das sie nach diesem so netten Abend zur√ľck brachte in die kleine einzimmrige Hinterhofwohnung des ach so b√ľrgerlichen Steglitz¬ī, wo sie allen Nachbarn ein Dorn im Auge war.
Er kam einfach mit, setzte sich neben sie ins Taxi. Sie wollte gar nicht wissen warum. Der Taxifahrer entlie√ü sie vor dem feinen Hotel, das neben dem √ľberm√§chtigen Hochhausklotz des Steglitzer Kreisel still und bescheiden wirkte. Der dickb√§uchige Portier in seinem knopfbesetzten Paradem√§ntelchen wollte die beiden aber nicht einlassen, obgleich sie bettelten und flehten, so dringend pinkeln zu m√ľssen. K. sich nicht um die Autorit√§t des m√§chtigen Knopfmannes scherend schritt links an ihm vorbei geradewegs zur Herrentoilette. Der aber packte ihn am Kragen, zerrte ihn zum gl√§sernen Ausgangsportal und stie√ü ihn zu Boden: ‚ÄěHaut ab ‚Äď besoffenes Pack !‚Äú √úber ihm thronte der diamantenglitzernde Kronleuchter, als er wieder Haltung einnahm.
Den Weg zu ihrer Wohnung hatten sie etwas wor√ľber sie gemeinsam lachten. Ihr fielen die Worte der Mutter ein : ‚Äě G., geh¬ī niemals mit einem fremden Mann mit !‚Äú Heute war sie es, die einen fremden Mann mitnahm. Zum ersten Mal erschien er ihr nicht als fremd.
Sie sa√üen in der K√ľche neben der Dusche an dem runden verschn√∂rkelten Holztisch, ein Erbst√ľck der Gro√ümutter, den sie wei√ü lackiert hatte und tranken hei√üen Espresso. Noch w√§hrend sie das T√§sschen anpustend kleine Schlucke schl√ľrfte, ergriff er ihren linken Fu√ü und streichelte ihn sanft. Zuerst die Sohlen, dann in den Zehenzwischenr√§umen und schlie√ülich k√ľsste er ihn. Dann k√ľssten sie sich. Und so kam es, dass sie miteinander im Bett landeten ‚Äď einem mit gr√§ulichem Stoff √ľberzogenen Ausziehsofa. Nie h√§tte sie gedacht, dass solch ein gleichg√ľltig wirkender Typ so leidenschaftlich sein k√∂nne.
Nach dem Erwachen schien es, als w√§re gar nichts gewesen, die Nacht zuvor. Der Kopf tat weh und die Augen brannten. Sie glaubte f√ľr einen Moment gl√ľcklich zu sein. Gl√ľcklich ‚Äď das gab es nur bei den Spie√üern: Family mit zwei Kindern und Einfamilienhaus.

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