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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ich lass mich nicht unterkriegen
Eingestellt am 31. 05. 2006 00:33


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Godjes
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Dec 2004

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Der letzte macht das Licht aus!
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Sie redet – endlich!
Immer wieder aber stĂŒrmten die Geschichten von damals auf sie ein. Sie schwieg lange Jahre, behielt alles Geschehene fĂŒr sich. Doch nun muss es heraus, Gott sei Dank. TrĂ€nen laufen ihr ĂŒber die Wangen als sie anfĂ€ngt zu erzĂ€hlen. Kalt und nass bahnen sie sich ihren Weg. Nur Stockend fĂ€ngt sie an zu berichten. Über und ĂŒber vor Wut auf sich selbst und ihre Peiniger denkt sie zurĂŒck. Doch mehr Schuld gab sie meist sich selbst. „Ach hĂ€tte ich bloß“ so sprach sie oft. Aber nein, nicht „hĂ€tte“ so heißt es nun ich „habe etwas getan oder nicht getan“. StĂ€ndig denkt sie ĂŒber das „Wenn und Aber“ ihrer Entscheidungen von Damals und Heute nach. Doch warum sich die Schuld fĂŒr Alles aufbĂŒrden, nein, wirklich sie trifft von allen am wenigsten Schuld. Sie lebte ihr Leben so gut es eben ging. Nur wollten andere ihr GlĂŒck ihr nehmen. Unter dem Motto „Lieb und brav sein, das hasse ich“ machten sie ihr das Leben schwer. Doch hört selbst, was sie berichtet, höret gut und lernet.
Nur eines noch: (Ihr Tagebuch ist voll davon) Sie spricht mit einem guten Menschen.

Ja Recht hast du, diese Klasse war grausam, damals. Von Anfang an fĂŒhlte ich mich mit diesen Leuten um mich herum unwohl. Sie sprachen fast nur ĂŒber Dinge, die mich nicht im Geringsten interessierten, mich beschĂ€ftigte so viel anderes in dieser Zeit. StĂ€ndig hatte ich irgendwelche Probleme, mit mir und anderen die ich mir wohl gemerkt oft selber machte. So zog ich mich immer wieder in meine Gedanken zurĂŒck, zurĂŒck in meine eigene kleine Welt voller TrĂ€ume. Dort war alles perfekt. Ich stellte mir vor weit weg zu sein oder mit vielen Freunden und Menschen, dich mich, und ich, sie mögen. Doch immer, wenn ich wieder aus meinen TrĂ€umen erwachte war ich allein und blieb allein. Ja gut, ich hatte Freunde ĂŒber kurz oder lang, aber jeder von ihnen fiel mir immer wieder in den RĂŒcken. Ich verzieh ihnen wieder und wieder doch wurde ich auch immer wieder enttĂ€uscht.
Auch Heute noch gebe ich mich gern so meinen Gedanken und erfundenen Geschichten hin.
- Ich weiß, dass alles was ich gerade sage, mag sich vielleicht blöd anhören. Ich kann und konnte mich immer besser in Briefen und Mails ausdrĂŒcken als in Sprache. Meine Gedanken kommen wie sie kommen und nur wenn ich sie aufschreibe kann ich sie sortieren. - Ja, ja ich weiß, ich weiß ich brauche mich fĂŒr nichts zu entschuldigen. Diesen, deinen Blick kenne ich. TrĂ€nen sind wie FlĂŒsse, die versiegen. Nur die Seele hĂ€lt ihren Verlauf, die GefĂŒhle und die Gedanken fĂŒr immer fest. Kommen diese aber wieder zum Vorschein, so fĂŒllen sich auch die FlĂŒsse wieder.

Ohne zu drĂ€ngen lĂ€sst er sie reden. Er weiß genau wie schwer es ihr fĂ€llt ihre hart aufgebaute Schale zu durchdringe und ihre GefĂŒhle zu zulassen. Sie selbst hat ja mal zu ihm gesagt, dass sie viele Gesichter habe, niemand ihr wahres Ich kenne und sie bald selbst nicht mehr weiß, wer sie nun wirklich ist. Doch was heißt schon Wirklichkeit. Aber fĂŒr diese Frage sind nicht wir sondern die Philosophie zustĂ€ndig.
Es macht ganz den Anschein, als ob sie sich fĂŒr irgendetwas zu rechtfertigen und entschuldigen versucht. Nur warum? – Auch ist es nicht zu ĂŒbersehen, dass sie die Gegenwart mehr bedrĂŒckt als ihre Vergangenheit. Warum fĂ€ngt sie dann gerade jetzt an von der Vergangenheit zu berichten, wenn es ihr jetzt so schlecht geht. Was ist mit ihr?

Wieder bricht sie in TrĂ€nen aus und behĂ€lt ihre Gedanken fĂŒr sich. Lange Zeit braucht sie um sich wieder zu beruhigen und um weiter zu reden. Er ist beeindruckt von ihrer strahlenden Persönlichkeit, die trotz ihrer momentanen Situation so hell erstrahlt, dass er sich schon fast geblendet fĂŒhlt. Er lĂ€sst ihr gerne die Zeit, nur um sie weiterhin betrachten zu dĂŒrfen, um ihren Augen vielleicht noch ein kleines Geheimnis zu entlocken, welches sie nicht preisgibt. Mit jeder Minute bannt sie ihn mehr in ihrem Blick.
Es scheint, als wĂŒrde eine kleine BerĂŒhrung oder nur einem Wort von ihm reichen und ihren Panzer zu zerbrechen. So, dass sie ihre GefĂŒhle offenbart. Doch das will er nicht. Sie selbst muss fĂŒr sich entscheiden, was zu tun zu sagen ist. Er muss sich zusammenreißen, verhindern, dass sie sich ihm wieder verschließt.

Einen Teil ihrer Geschichte kennt er. Er war ein Teil davon, zwei Jahre lang. Durch ErzĂ€hlungen von anderen ließ er sich berichten, was geschah. Aber was genau passierte, wie sie es empfand, das allein weiß nur sie zu berichten. DafĂŒr brauch es Geduld.

Als wĂŒrden sie ihre Gedanken lesen spricht sie mit neuem Mut: Ich weiß nicht, warum ich das alles jetzt sage, warum ich hier sitze, versuche mich zu erklĂ€ren. Ich habe niemandem etwas getan und sollte ich je jemanden verletzt haben so tut es mir leid. Es waren sie, denen ich meine Narben auf Seele und Körper zu verdanken habe. Einige davon mehr oder weniger tief. Es fing alles vielleicht ganz harmlos an mit Beschimpfungen und dummen SprĂŒchen. Doch so sensibel, wie ich immer schon war beschĂ€ftigte es mich NĂ€chte-, Tage- und Wochenlang. Ich wusste ja nicht, was ich ihnen getan haben sollte. Dabei brauchten sie einfach nur jemanden an dem sie sich abreagieren konnten, um ihre Wut auszulassen. - Nie aber habe ich gefragt warum gerade mich, ich habe es hingenommen. – Und damit hatten sie in mir das perfekte Ziel gefunden. Ich wĂ€hrte mich so gut wie nie. Erst an dem Tag nach meinem 15. Geburtstag wagte ich es gegen sie vor zu gehen. Doch vorher war es oft die Hölle auf Erden, wie es so schön heißt. Der einzige Grund fĂŒr mich jeden Morgen zur Schule zu gehen waren meine Lehrer. Hört sich komisch an ja, aber meine Lehrer gaben mir mehr, als andere mir hĂ€tten geben können. Mit Worten ist das nicht zu beschreiben. Oft kam ich als nervliches Wrack nach Hause. Meine Mutter sah es mir immer an, wenn etwas nicht stimmte, leugnen hatte eh keinen Sinn denn ich brach immer sofort in TrĂ€nen aus, sobald ich sie sah.
Aus diesem Grund fing ich dann auch irgendwann an mich von ihr abzuschotten. Ich wollte ihr nicht noch meine eigenen Probleme aufbĂŒrden. Sie hatte selbst genug davon. Mit diesem Schritt nahmen aber auch meine Probleme zu Hause zu. Ich stritt mit meinen Geschwistern und legte mich oft mit meinem Vater an, ohne einen Wirklichen Grund dafĂŒr zu haben. Ich hasste alle Menschen um mich herum, weil sie mir nicht halfen. Aber sie sollten sie auch. Sie wussten ja nicht was mit mir geschah.
So hin und her gerissen zwischen Schule und Familie wurde der Druck in mir immer grĂ¶ĂŸer. Ich wurde immer vorsichtiger. Musste auf alles aufpassen, was ich in der Schule, in der Klasse, sage. Als ich das einmal nicht tat drohte mir gleich ein Verweis, nur weil ein Klassenkamerad nicht richtig lauschen konnte und alle Fakten verdrehte. Scherze auf Kosten anderer durfte ich mir auch nicht mehr erlauben. Ich meine ich redete sowieso nie schlecht ĂŒber andere jedenfalls nie bewusst. Nur wie gesagt die Sprache fĂ€llt mir schwer. Mir fielen und fallen auch Heute oft einfache Wörter wie, „das Ding wo man drauf sitzen kann“ - der Stuhl, einfach nicht mehr ein. So das ich oft die erst besten Wörter von mir gebe, die mir dann einfallen. Deswegen heißen bei mir viele Wörter mit mehr als fĂŒnf Buchstaben „Dingsda“. Ich denke, dass liegt auch daran, dass ich Angst davor habe, mit anderen zu reden und durch meinen RĂŒckzug sowieso nur selten ĂŒberhaupt mit jemanden, als mit mir selbst, geredet habe. Selbst Heute stellt das noch ein großes Problem fĂŒr mich das, besonders, wenn ich nervös werde. Meist denke ich auch nicht wirklich ĂŒber das nach, was ich sagen will. Ich antworte einfach auf Fragen wie es gerade passt. Dadurch habe ich mir schon viele Probleme gemacht, daheim und in der Schule. Und wenn dann jedes Wort, welches ich von mir gab immer wieder auf die Goldwaage gelegt wird

Passierte mir aber doch mal wieder ein Missgeschick, so kam es in vielfachem Echo wieder zu mir zurĂŒck. Einmal ging es sogar soweit, dass sich die ganze Klasse gegen mich stellte und wirklich alle dabei zusahen, auch meine angeblichen Freunde, wie ich eine Backpfeife nach der andern fing. Nach der ersten schlug ich noch zurĂŒck, aus Reflex. Das Echo aber ließ ich ohne eine weitere Reaktion meinerseits geschehen. Denn danach war Schluss. Dabei merkte ich, dass es wohl besser wĂ€re still zu halten und sie nur machen lasse. Zu dieser Situation kam es auch nur durch ein MissverstĂ€ndnis. Angeblich hĂ€tte ich schlecht ĂŒber sie geredet und irgendetwas erfunden. Das auch nur durch ein unbedachtes Wort von mir. Aber das einzige was ich erfinde sind meine Geschichten. Ich begann schon zu hoffen, dass sich damit alles erledigt hĂ€tte, doch nix da. Schon Tage spĂ€ter wurde es wieder schlimmer. Sie ließen mich nicht in Ruhe, nie. - Ich weiß nicht, war es Neid oder einfach nur Langeweile, was sie dazu veranlasste? Wahrscheinlich beides.

Der Höhepunkt des Ganzen kam dann ein oder zwei Jahre spĂ€ter in der 9. Klasse an meinem 15. Geburtstag. Vielleicht auch aus Langeweile, wer weiß. Den ganzen Tag ließen sie mich in Ruhe, schon seit lĂ€ngerem eigentlich. Doch rechnete ich innerlich immer wieder mit einem RĂŒckschlag. Gerade an diesem Tag vielen mir alle vergangenen Grausamkeiten wieder ein. Doch ich war glĂŒcklich, es war schließlich mein Geburtstag. Bis jetzt habe ich jedenfalls noch niemanden kennen gelernt, der sich an diesem seinen Tag nicht irgendwie gefreut hĂ€tte. Nur sechs Stunden musste ich in der Schule bleiben und dann am spĂ€ten Nachmittag zum Abend hin wollten wir zum ersten Mal, zu meinem Ehrentag, schön Essen gehen. Nach der 5. Stunde, wir hatten Sport, zog ich mich wie immer in der Umkleide mit den anderen um. Ich merkte nicht einmal, wie sie mich alle samt still und heimlich oder auch ganz offensichtlich beobachteten. Als ich nach meiner Hose griff bemerkte ich an der hinteren Tasche einen rot bemalten Tampon hĂ€ngen. Ich wurde wĂŒtend, bekam ihn aber nicht so ohne weiteres ab, steckte ihn in die hintere Hosentasche und zog mich weiter an. Ich wollte mir nichts anmerken lassen. Ich wusste ja, womit das zusammenhĂ€ngt, aber das ist eine andere Geschichte und gehört hier wirklich nicht hin, obwohl ja irgendwie doch, aber nein, dass ist zu peinlich. Sie soll vielleicht ein andermal erzĂ€hlt werden. Jedenfalls, ich wollte nur schnell dort raus. Es kam mir schon fast vor, als wĂŒrde sich in mir alles zuschnĂŒren. Doch da bemerkte ich auch schon die nĂ€chste Schandtat. 
 Meine Schuhe waren von innen klatsch nass
. Um mir nichts anmerken zu lassen zog ich sie an. SpĂ€ter stellte ich mir dann immer wieder die Frage, warum ich da nicht einfach meine Turnschuhe wieder angezogen habe. So hĂ€tte ich vielleicht meine Schuhe retten können. Aber in diesem Moment konnte ich wirklich nicht mehr lange darĂŒber nachdenken, was nun zu tun wĂ€re. Den Tampon an meiner Schultasche riss ich nur noch ab, pfefferte ihn in die nĂ€chste Ecke und ging raus. Doch noch eine ganze Unterrichtsstunde musste ich mit denen in einem Raum verbringen und mit diesen nassen Dingern an meinen FĂŒĂŸen. Ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Doch in mir drinnen merkte ich, wie die TrĂ€nen kamen. Um mich herum nur Gekicher und GeschwĂ€tz. Ich riss mich zusammen, wollte nicht heulen, nicht vor ihnen. SpĂ€ter versuchte ich dann durch „Freundinnen“ aus meiner Klasse herauszubekommen, wer von meinen lieben Kampfgenossen denn nun daran beteiligt gewesen war. Sie alle waren dabei, keiner von ihnen griff ein.
Zu Hause wollte ich mir am liebsten alles ungeschehen machen, dachte die Schuhe trocknen ja wieder. Aber es ging nicht. Meine Mutter war auf Arbeit. Ich stellte die Schuhe unter die Heizung und hoffte sie wĂŒrden trocken sein, bevor sie nach Hause kommt. Dann wĂ€re alles okay, aber nein. Nichts wĂ€re dann okay, nie. Ich beschĂ€ftigte mich mit meinen Geschenken um mich irgendwie abzulenken. Las in einem Buch, machte Musik an.
Als ich mich dann soweit beruhigt hatte, klingelte aber das Telefon. Meine Mutter rief an um mir zu sagen, dass sie vielleicht etwas spĂ€ter kommt. Doch sogar ĂŒber das Telefon bekam sie mit, dass etwas nicht stimmte. Sie fragte und schon brach ich in TrĂ€nen aus und erzĂ€hlte ihr die ganze Geschichte in wenigen SĂ€tzen.
So schnell sie konnte kam sie nach Hause, nahm mich in den Arm und noch mal musste ich ihr alles berichten. Tja, am Abend gingen wir mit meinen Großeltern Essen. Es war eine Qual. Um mich herum machten alle Witze und freuten sich fĂŒr mich, nur mir war zum heulen zu Mute.

Starr blickt sie geradeaus bei diesen Worten, schaut ihn an oder nein, durch in hindurch. Es scheint, als wĂŒrde sie das alles gerade wieder und immer wieder vor sich sehen. Immer wieder die gleichen Bilder.

Am nÀchsten Morgen bestand meine Mutter aber darauf mit mir zu unserem Schuldirektor zu gehen. Die teuren Schuhe waren hin, durch das Wasser geweitet und hatten dicke WasserrÀnder. Ich hatte Angst davor. Jede Kleinigkeit musste ich ihm berichten. Es ging, aber es tat weh. Sah ich aber meine Mutter an, so kamen mir die TrÀnen. Er griff ein, sprach mit der Klasse.
Ich habe zwar nie Geld fĂŒr die Schuhe gesehen, aber die ließen mich endlich in Ruhe. Ich hatte es geschafft mich gegen sie zu wĂ€hren. Mit meinen KrĂ€ften war ich am Ende, hĂ€tte es wohl auch nicht mehr lĂ€nger ausgehalten.
Die Einzige, die mir immer wieder beistand war meine Deutschlehrerin. Sie erfuhr meist als Erste, was geschah bzw. geschehen war. Sie diskutierte dann immer mit der ganzen Klasse herum, wobei sie alles immer allgemein dar zu stellen versuchte, ohne ganz speziell auf mich aufmerksam zu machen. NatĂŒrlich wusste jeder, was gemeint war, doch machten sie mit. Nur ein Mal hat sie ein GesprĂ€ch direkt ĂŒber mich angefangen. Darin ging es darum, ob ich auch so „fair“ zu den anderen bin, wie sie zu mir oder ihnen je etwas getan habe. Im Gegenteil ich behandelte alle freundlich und war jederzeit bereit ihnen zu helfen. Wenn es auch nur ein Blatt Papier war, das sie brauchten sie bekamen es von mir. Meist fragten mich auch nur die Leute danach, die
. Na ja, das war kurz nach dem langen GesprĂ€ch ĂŒber den Sinn der nassen Schuhe.

Erst da habe ich gemerkt, dass es sich immer lohnt zu kĂ€mpfen. Um mir und den anderen dieses zu beweisen lernte ich einmal mehr als sonst und wurde die beste SchĂŒlerin des Jahrgangs. Die Gesichter meiner lieben Klassenkameraden, die mit entgegenblickten, als ich auf die BĂŒhne trat, waren Lohn genug fĂŒr alles Ertragene.

Ja vielleicht war es bei mir nicht so schlimm, wie bei anderen, doch grausam genug war es allemal. Das alles hat mich stark geprÀgt und vor allen Dingen verÀndert. Doch ohne das wÀre ich nicht wie ich bin und vielleicht auch Heute nicht hier.

Einige SchĂŒler ihrer Schule traf es hĂ€rter. Eine von ihnen verließ sogar die Schule kurz vor ihrem Abschluss, weil sie es nicht mehr lĂ€nger aushielt. Sie haben sie nie geschlagen, doch Worte können mehr anrichten, als tausend SchlĂ€ge.

Sie lebt ihr Leben nun so gut es eben geht, wenn auch fĂŒr sich allein. Doch hat sie immer noch Angst sich voll und ganz auf andere einzustellen, ihnen zu vertrauen. Das bleibt auch ihm nicht verborgen. Sie hat Probleme, das sieht er deutlich. Aber sie hat einen Schritt gemacht in die richtige Richtung, Was daraus wird liegt bei ihr. Sie hat sich ihm anvertraut, geöffnet, wenigstens ein wenig.
Um sich fĂŒr andere interessanter zu machen erfand sie Geschichten und erzĂ€hlte denen, die sie mochte LĂŒgen. Sie schottete sich von allen an und versuchte nichts, gar nichts dem Zufall zu ĂŒberlassen. Auch wenn es sich meist nur um kleine Dinge des Alltags handelte. Doch er weiß, das sind keine Geschichten, das ist die Wahrheit, die Wirklichkeit. Sie hat ihr Schneckenhaus verlassen und ist bereit sich dem Leben zu stellen. Auch wenn sie sich ab und zu noch in ihre Traumwelt flĂŒchtet. Und wer weiß vielleicht erfĂ€hrt er ja bald auch von der Gegenwart.

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