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Leselupe.de > Gereimtes
Ich reime kühner
Eingestellt am 20. 11. 2007 13:16


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Walther
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Ich reime kühner


Die Worte giggeln wie die jungen Hühner,
Die Zeilen rasen wild von meinem Wahn:
Dem Ganzen fehlen Ordnung und ein Hahn.
Doch eins steht felsenfest: Ich reime kühner

Als je zuvor. Weil das nicht jeder kann,
Macht jetzt die Kunstwelt einen tiefen Diener.
Es jubeln Wiener, Kölner und Berliner:
Ich bin der Neue, bin der Dichter, wann

Hat es - wie aus dem Nichts emporgeschossen -
Derartig starke Strophen schon gehabt.
Da werden Freudentränen so vergossen,

Wie sich bei Lesungen am Sekt gelabt:
Zwölf Verse lang hab ich den Ruhm genossen,
Beim Träumen mich im letzten erst ertappt.

für ögyr
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 20. 11. 2007 13:16
Version vom 22. 11. 2007 12:21

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Bernd
Foren-Redakteur
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Hallo, Walter, es ist ein sehr schönes Sonett, und es ist besonders schön, weil es selbstbezüglich ist.

Zwischen der dritten und vierten Strophe fehlt ein Komma, denke ich.

Da werden Freudentränen reich vergossen,

Wie sich bei Lesungen am Sekt gelabt:

Ohne dieses habe ich lange gebraucht, um die Struktur und damit den Sinn dieses Satzes zu erkennen.

Grüße von Bernd
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Walther
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Hallo Bernd,

das Komma muß da zwar m.E. eigentlich nicht hin, aber zur Gliederung des Satzes hätte es in der Tat ein hilfreiche Funktion. Also machen wir es einfach rein.

Für Dein Lob natürlich lieber Dank. Ich meine, es geht nichts über ein ordentliches Sichselbstaufdieschippenehmen. Das tut niemandem weh, und jeder kann sich, wenn er möchte, erkannt fühlen. Der Spaß auf eigene Kosten ist immer noch der verträglichste.

Schön, daß Du dieses Sonett doch noch "gefunden" hast. Ich dachte schon, keiner bemerkt es und seinen kleinen bösen Hintersinn.

Lieber Gruß W.


__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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erbsenrot
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Hallo Walther,

ich finde dein Gedicht richtig gut. Selbstironie gefällt mir und die Überschätzung des dichterischen Könnens ist gut für eine Karikatur derselben geeignet (hmmm ... ich hoffe, das war jetzt gutes Deutsch ?)

Was mir aufgefallen ist und ein wenig in der Reimmelodie gestört hat ist:

quote:
Hat es - wie aus dem Nichts emporgeschossen -
Derartig starke Strophen schon gehabt.
Da werden Freudentränen so vergossen,

Wie sich bei Lesungen am Sekt gelabt:
Zwölf Verse lang hab ich den Ruhm genossen,
Beim Träumen mich im letzten erst ertappt.

also:
aaaabt
aaaabt
apppppt

Nicht sauer sein ... ich teile dir nur mein Gefühl mit

Liebe Grüße
erbsenrot


__________________
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Walther
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Hallo Erbsenrot,

in der Tat ein kleines Manköchen, das sich aber durch den ganzen Reimsalat zieht.

Beispiele:

(1) -ühner auf -iener
(2) - ahn auf -ann

Dein Beispiel kann landmannschaftlich auch so gelesen werden:

- abt
- aabt
- apt

Dann passt es wieder in die oben bereits genannten kleineren Schlampereien.

Ich wäre jetzt am liebsten so frei und würde aus den Sonetten an Orpheus und/oder den Shakespear Sonnets einige Schlambambessche rauspulen und hier in die Lupe donnern, sagend: Sehet her, die waren auch gelegentlich über den Niederungen des exakten Reimbildes stehend. Das laß' ich aber, wäre eh bloß eitel und ätschebätsch.

Nun kann man drüber streiten, ob das - die restlichen Schmankerln negierend, die eingebaut sind - wirklich dem Textstückchen Abbruch tut. Aber gut, wer immer moniert, muß sich selbstens Monita anhören. Das sei hiermit geschehen. (Jawoll, zur Brust genommen, internalisiert etc etc.).

Und dann in gnadenloser Selbstüberschätzung und weidlich bekannter Dichterarroganz bemerkt: Das bleibt jetzt aber so und Punkt und aus! Oder so ähnlich ...

In diesem Sinne grüßend

der W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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erbsenrot
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Von mir aus kannst du es ruhig so lassen ... ich heiße zwar erbsenrot, aber bin keine Erbsenzählerin

Liebe Grüße
und nimm die Dichterarroganz ruhig weiter auf die Schippe
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