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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Ich und meine Eltern
Eingestellt am 28. 06. 2004 12:16


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THX
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jun 2004

Werke: 2
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Sehr geehrte Leser und Leserinnen,
Seit langem schon keimt in mir der Wunsch, in meinem stillen KĂ€mmerlein allein in der RĂŒckenlehne meines Sessels versinkend, wĂ€hrend hinter mir die Sonne scheint und mich wie ein Heiligenschweif umfĂ€ngt, in der Zeit, die mir noch verbleibt, meine Sicht der Dinge in Worte zu fassen, vor allem, was es mit dem Tod auf sich hat.
Jedoch liegt es mir fern, mich in philosophisches Kauderwelsch zu verstricken wie manch einer, dem die rechte Belehrtheit in eben diesen Dingen fehlt, der viel zu oft und zumeist aus LebensĂŒberdruss dazu geneigt ist, sobald er meint zu glauben, die GenialitĂ€t seines Geistes zum Ausdruck bringen zu mĂŒssen. Nein, meine lieben Leser und Leserinnen, es ist nicht meine Absicht, Ihren Intellekt in einem unverschĂ€mten Maße herauszufordern. Vielmehr möchte ich Ihnen etwas aus meinem Leben erzĂ€hlen, die Erfahrungen, die ich bisher gesammelt habe, und Ihnen dadurch einen Einblick verschaffen, wie der Tod letztendlich Teil meines Lebens geworden ist.
Allerdings, meine lieben Leser und Leserinnen, soll schon mal im Vorfeld gewarnt werden, dass die folgende Geschichte, die ich hier vorzutragen gedenke, auf einige von Ihnen möglicherweise allzu abgedroschen, wenn nicht gar melodramatisch wirken könnte, da ich mir eines Stils bediene, die man als trivial bezeichnen könnte. Wem derlei GefĂŒhlsduseleien nicht behagen mögen, sondern Sachlichkeit und ObjektivitĂ€t, dem empfehle ich, hier und jetzt mit dem Lesen aufzuhören und sich einem Sachbuch zuzuwenden, der sich desselbigen Themas bedient, nur mit dem Verzicht auf EmotionalitĂ€t und aus einem objektiven, distanzierten Standpunkt. Den Rest bitte ich fĂŒr meine Vermessenheit, Ihre viel zu kostbare Zeit in Anspruch zu nehmen, und fĂŒr meine aufgeblasene Sprache, die in der Tat nicht jedermanns Sache ist, hiermit um Verzeihung.
Ich hoffe, dass Sie, meine lieben Leser und Leserinnen, am Ende meines Vortrags keinerlei Groll gegen mich hegen und stattdessen ĂŒber gewisse Dinge nachdenken, sei es auch fĂŒr wenige Sekunden. Vielleicht werden Sie eine neue Einsicht erfahren und das Leben in einem völlig anderen Licht sehen. Aber das wĂ€re doch zuviel verlangt. Schließlich bedarf es mehr als nur die Lebensbeichte eines Jungspunds, um etwas zu bewegen. Man sollte froh sein, wenn dieser ĂŒberhaupt Zugang zu einem Publikum findet, das genug Geduld mit sich bringt, um dessen gedankliche ErgĂŒsse bis zum Schluss zu ertragen.
Doch genug jetzt! Meine lieben Leser und Leserinnen, kommen wir nun zu der Geschichte, die ich Ihnen erzÀhlen möchte. Sie beginnt am Tag, an dem ich erstmals dem Tod begegnet bin. Meine Mutter, eine Freundin meiner Mutter und mein Vater werden darin eine entscheidende Rolle spielen.

Ich bin sechs zu dem Zeitpunkt. Meine Mutter hat gerade den FrĂŒhstĂŒcktisch fĂŒr uns gedeckt. Es gibt frisches Brot vom BĂ€cker, Erdbeer-Marmelade, Honig, Aufschnitt, Kaffee und Milch. Überall riecht es nach Mutters Lieblingsblume: Weißer Oleander. Der Raum ist voll von ihnen.
Mein Vater setzt sich hin. Ich knabbere gerade an meiner Brotscheibe, niemand scheint meine Gegenwart zu beachten. Zu meiner Linken liegt Vaters Zeitung. 4. April 1986. Es ist ein sonniger Tag.
Mutter schaut aus dem Fenster. Sie lÀsst ihre Gedanken schweifen wie jeden Morgen.
Vater fragt, wie es ihr heute gehe. Sie sagt, dass alles in Ordnung sei. Keinerlei Beschwerden. Die Tropfen, die sie gegen die Schmerzen nimmt, scheinen zu wirken. Um ihre Mundwinkel zeichnet sich ein LĂ€cheln ab. >>Ich glaube, ich werde heute ein bisschen spazieren gehen<<, sagt sie.
>>Tu es<<, sagt Vater. >>Die frische Luft wird dir gut tun.<<
>>Okay
<<

Meine Mutter, liebe Leser und Leserinnen, war schon immer etwas schwermĂŒtig. Sie war einundzwanzig, als sie meinen Vater heiratete. Zuvor hatte man sie von klein an auf ein Leben als Hausfrau und Mutter vorbereitet, ihre Eltern hatten darauf bestanden. Sie waren sehr streng zu ihren vier Kindern gewesen, besonders zu ihr, weil sie die Ă€lteste war, und wenn sie versucht hatte, ihrem Schicksal zu entrinnen, so hatten die ZĂŒchtigungen der Eltern sie immer wieder eines Besseren belehrt.

Vater schlĂ€gt die Zeitung auf. >>Überanstrenge dich nicht<<, sagt er zu meiner Mutter.
Sie nippt an ihrer Kaffeetasse. Stille tritt ein. Alles, was man hört, ist, wie ich das Brot im Mund zerkaue.
Ich sage zu meinen Eltern, dass ich heute zuhause bleiben wolle. Mein Vater nickt, Mutter scheint es egal zu sein. Ich steige von meinem Stuhl hinunter. Es zieht mich ins Wohnzimmer, dort setze ich mich in den Sessel und schalte den Fernseher an.

Meine Eltern, liebe Leser und Leserinnen, sind an dem Tag seit zehn Jahren verheiratet. Wir leben in einem friedlichen Vorort, wo jeder jeden kennt. Das Haus, in das wir vor drei Jahren eingezogen sind, ist hĂŒbsch eingerichtet: Mutters Verdienst. Es hatte sie viele Monate gekostet, die richtigen Möbel zu finden. In zwei Jahren wird Vater sie gegen neue eintauschen. An den WohnzimmerwĂ€nden hĂ€ngen Bilder von uns, ErinnerungsstĂŒcke aus schöneren Zeiten, die lĂ€ngst vorbei sind. Auch sie werden in zwei Jahren verschwinden.
Mein Vater arbeitet in einer japanischen Autofabrik. Er ist fĂŒr die Inspektion der Maschinen und deren Wartung zustĂ€ndig. Von halb neun bis halb sechs ist er außer Haus, fĂŒnf Tage die Woche. Danach liegt er die meiste Zeit im Bett oder spielt mit seinen Freunden Poker. Er war sechzehn, als er meiner Mutter zum ersten Mal begegnete: Liebe auf den ersten Blick. FĂŒnf Jahre spĂ€ter hatte er ihr bei einem Besuch auf dem Eifelturm einen Antrag gemacht.

Meine Eltern verabschieden sich voneinander. Vater gibt Mutter einen zaghaften Kuss auf die Lippen, zu mir sagt er, ich solle den Tag nicht vor dem Fernseher verbringen, und geht. Ich merke, dass etwas fehlt. Doch was ist es, frage ich mich. Es macht mich auf jeden Fall traurig. Am liebsten hÀtte ich die Augen geschlossen und sie nie wieder geöffnet.
Ich schaue aus dem Fenster, hebe den Blick zum Himmel hin. Ein helles Blau erstreckt sich ĂŒber die Erdkugel. Dahinter verbirgt sich das Weltall, ein einziges Vakuum. Einmal habe ich mir vorgestellt, wie es wohl wĂ€re, darin zu schwimmen. Ich wĂŒrde nichts spĂŒren, nichts sehen und auch nichts hören, Stille und Frieden wĂŒrden meinen Körper umfangen und Jahrtausende ĂŒbers Land ziehen in einem einzigen Atemzug. Ich wĂ€re frei und mĂŒsste mir keine Gedanken machen.

Meine Mutter rĂ€umt den FrĂŒhstĂŒcktisch auf. Dabei fĂ€llt eine Tasse. Sie schlĂ€gt auf den Boden auf und zerschellt in kleine StĂŒcke. Mutter fĂ€hrt erschrocken zurĂŒck. Eine TrĂ€ne quellt aus ihrem rechten Auge. Sie wischt ihn sich mit einer raschen Handbewegung weg.
Als sie sich hinunterbeugt und die Scherben aufhebt, schneidet sie sich am Zeigefinger. Blut tropft aus der Wunde, es ist ein tiefer Schnitt.

Das Zerschellen der Tasse hat mich aufhorchen lassen. Ich renne in die KĂŒche und frage Mutter, was passiert sei. >>Nichts<<, sagt sie. Sie sitzt auf ihren Knien so, als wĂŒrde sie jemandem um Gnade anflehen.
Ich sehe die Spuren einer TrĂ€ne auf ihrer Wange und den Bluttropfen. >>Soll ich ein Pflaster holen<<, frage ich meine Mutter. >>Nein<<, sagt sie zu mir. Sie wolle es selber tun. Außerdem sei es nicht so schlimm, wie es aussĂ€he. Man habe fĂŒr eine Sekunde nicht aufgepasst. Es ist einfach so geschehen. Einfach so.
Ich richte meinen Blick auf den Boden. Er ist voller kleiner Scherben: Vaters Kaffeetasse, ein Souvenir aus New York, die zweite, die in dieser Woche zu Bruch gegangen ist. Mutter wird immer ungeschickter. Aber sie kann nichts dafĂŒr. Es sind die Medikamente, die sie jeden Tag einnimmt. Sie beeintrĂ€chtigen ihre motorischen FĂ€higkeiten.

Vor einem halben Jahr hatte Mutter ĂŒber schreckliche Übelkeit geklagt. Sie war zu vier verschiedenen Ärzten gegangen. Erst bei einer genaueren Untersuchung hatte man in ihrem Unterleib KrebsgeschwĂŒre entdeckt. Es sind nun zwei Wochen vergangen, seitdem man ihr die GebĂ€rmutter entfernen musste. Sie hat jeden Tag unertrĂ€gliche Schmerzen. Manchmal wacht sie mitten in der Nacht auf, schließt sich im Badezimmer ein und weint stundenlang um das, was sie verloren hat.

Ich gehe ins Wohnzimmer zurĂŒck. Im Fernseher lĂ€uft „Calimero“, meine Lieblingszeichentrickserie. Sie handelt von einem kleinen schwarzen KĂŒken, das eine Eierschale auf dem Kopf trĂ€gt. Mit seinen Freunden erlebt er in jeder Folge lustige Abenteuer.

In der Zwischenzeit hat Mutter die Scherben vom Boden aufgehoben. Jetzt ist der Abwasch an der Reihe. Danach wolle sie einkaufen gehen. Sie fragt, ob ich Lust habe, sie zu begleiten. Als Belohnung dĂŒrfe ich mir etwas SĂŒĂŸes beim BĂ€cker aussuchen. >>Okay<<, sage ich. Doch dazu wird es nicht kommen.

Um halb zehn erhalten wir Besuch von Mutters bester Freundin. Ihr Name lautet Madame Tullin. Sie hat sich vor zwei Jahren von ihrem Mann getrennt.
Ich hasse diese Frau. Denn jedes Mal, wenn sie zu uns kommt, wirft sie mir einen herablassenden Blick zu. Einmal hat sie mich ein unverschÀmtes, kleines Ding genannt. Es ist kein Wunder, warum sie selbst keine Kinder hat.
Madame Tullin verbringt viel Zeit mit meiner Mutter. Sie ziehen sich meistens ins Schlafzimmer zurĂŒck. Mich lassen sie allein im Garten spielen. Vater weiß nichts davon. Er wird es auch nie erfahren. Das habe ich meiner Mutter versprochen.

Ich werde gebeten, fĂŒr eine Weile raus zu gehen. Man wolle gerne unter sich sein. Mutter hat immer diesen Glanz in den Augen, wenn Madame Tullin uns einen Besuch abstattet. Es ist, als wĂŒrde sie durch ihre Gegenwart all ihre Sorgen vergessen.
Ich begebe mich in den Garten, meine Mutter und Madame Tullin ins Schlafzimmer. Zehn Minuten vergehen. Aus den zehn Minuten werden schließlich zwanzig.
In unserem Garten steht ein alter Baum. Wenn man bis zur Krone hochklettert, kann man die gesamte Nachbarschaft ĂŒberblicken. Ich brauche mich nur an drei, vier Äste zu schwingen, schon bin ich oben.

Madame Tullin und meine Mutter halten sich noch immer im Schlafzimmer auf. Sie bemerken mich nicht, obwohl Madame Tullin gelegentlich aus dem Fenster schaut, das BlÀtterwerk verhindert, dass ich von ihren argwöhnischen Augen entdeckt werde. Mutter sitzt auf der Bettkante, den Kopf ganz tief nach unten gebeugt. Ihr Gesicht wird von ihrem Haar bedeckt. Doch es sieht aus, als weine sie.
Madame Tullin dreht sich zu ihr um. Sie legte eine Hand auf ihre Wange, eine zĂ€rtliche BerĂŒhrung, die nicht unerwidert bleiben soll. Die Luft in dem Zimmer scheint zu knistern. Ich fĂŒhle eine wohltuende WĂ€rme in meinem Unterleib. Mit jedem Moment wird sie intensiver. Schweißperlen bilden sich auf meiner Stirn. Ich höre, wie mein Herz krĂ€ftig gegen meine Brust trommelt, unentwegt, schneller, immer schneller. Es ist das erste Mal, dass ich so etwas erlebe.
Mutter schlingt die Arme um Madame Tullin’s Taille. Sie schaut zu ihr auf. Ihre Blicke treffen sich. In ihrem spiegelt sich Verzweiflung wider.
Madame Tullin beugt sich zu meiner Mutter herunter. Beide schließen ihre Augen, fassen sich gegenseitig an den Haaren an.

Mutters Locken schimmern im Licht der Sonne. Sie sind blond und geschmeidig, aber nicht echt. Ihre richtigen sind ihr ausgefallen. Seitdem meine Mutter aus dem Krankenhaus raus ist, trĂ€gt sie eine PerĂŒcke. Als ich sie eines Morgens zufĂ€llig mit kahlem Kopf erwischte, habe ich lachen mĂŒssen. Mein Vater hat mir deshalb eine Ohrfeige gegeben.
Madame Tullin streichelt Mutters Wange. Ihre Lippen nÀhern sich den ihren.
Ich bekomme einen Schreck. In meiner Kehle drĂ€ngt sich ein Schrei auf. Doch ich halte ihn zurĂŒck. Etwas in mir drin sagt, ich solle still bleiben.

Madame Tullin wendet sich von Mutter ab. Sie muss sie regelrecht von ihr stoßen. FĂŒr eine sehr lange Zeit starren die beiden Frauen sich gegenseitig an. Eine unangenehme AtmosphĂ€re breitet sich im Schlafzimmer aus. Es ist, als wĂŒrde ein Schatten die Erde bedecken, sie in tiefe Dunkelheit stĂŒrzen und alles Leben in sich aufsaugen. Von Leidenschaft ist nun keine Spur mehr zu sehen. Sie ist erloschen. Einfach so. Von einer Sekunde auf die nĂ€chste.

Hass steigt in mir hoch. Ich spĂŒre, wie Madame Tullin immer mehr zur Bedrohung fĂŒr mich wird. Was denkt sie sich dabei, meine Mutter so zu behandeln. Sie ist eine Schlange, die alles, was ihr in die Quere kommt, verschlingt, ein gefrĂ€ĂŸiges UngetĂŒm, einzig auf sein eigenes Wohlbefinden bedacht.

Nach fĂŒnf Minuten verlĂ€sst Madame Tullin schweigend das Schlafzimmer. Sie geht hinaus, steigt in ihr Auto und fĂ€hrt los. Mutter lĂ€uft ihr nach. Doch es gelingt ihr nicht, sie zurĂŒckzuhalten. Es ist das letzte Mal, dass ich Madame Tullin sehe. Sie wird nach New York fliegen und sich dort niederlassen. Das Geld dafĂŒr hat sie sich von ihrem Ex-Mann besorgt. Er hat eine eigene Firma und ist froh, sie endlich los zu sein. Niemand wird Madame Tullin vermissen, besonders ich nicht.
Ihr Auto verschwindet in der Ferne. Mutter bleibt wie erstarrt auf der Straße stehen. FĂŒr eine sehr lange Zeit rĂŒhrt sie sich nicht vom Fleck. In ihren Augen sammeln sich TrĂ€nen.
Ich renne zu ihr hin, nehme ihre Hand und flehe sie an, wieder zurĂŒck ins Haus zu kommen. >>In Ordnung<<, sagt sie.
Es vergehen zwei Stunden. Mutter verbringt sie auf der Couch. Sie starrt in die Leere mit ein und demselben entgeisterten Ausdruck auf dem Gesicht. Es ist kaum mehr Leben darin zu finden. Was sich um sie herum abspielt, scheint sie nicht mehr zu interessieren. Madame Tullin, ihre beste Freundin hat sie verlassen. Ihr Abschiedkuss auf den Lippen ist noch ganz frisch. Es muss sich warm angefĂŒhlt haben, als sie sich berĂŒhrten, innig und voller Leidenschaft. Ihre Wangen sind noch immer ganz rot, die Erinnerungen so greifbar nah, man möchte fĂŒr immer in ihnen verweilen. Unendliches GlĂŒck ist ihr gerade eben widerfahren. Und doch hat man ihr an diesem Tag, in jenem einzigen Augenblick gleichzeitig alles Leben genommen. Madame Tullin, ihre beste Freundin, ist auf dem Weg nach New York, in ein Land viele tausende Meilen von ihr entfernt. Sie werden sich nie wieder sehen. Sie weiß es. Deshalb steht sie auf, geht ins Badezimmer und schließt sich ein.

Die nĂ€chsten Stunden ziehen schleppend an mir vorĂŒber. Ich hocke im Schneidesitz vor der BadezimmertĂŒr und warte darauf, dass Mutter endlich herauskommt, um das Abendessen zu machen. Doch sie wird es nicht tun.
Um sechs kehrt Vater von der Arbeit nach Hause zurĂŒck. Er fragt mich, was ich da tue. >>Auf Mutter warten<<, sage ich.
>>Wie lange ist sie schon da drin<<, fragt Vater.
>>Ich glaube seit sieben Stunden.<<
>>Und sie ist seitdem nicht mehr raus gekommen?<<
Ich schĂŒttle den Kopf.
Vaters Gesicht wird mit einem Mal blass. Er lĂ€sst seine Aktentasche fallen und rennt zur TĂŒr. Sein Klopfen bleibt unerwidert.
Ich gehe zur Seite, drĂŒcke meinen RĂŒcken an die Wand.
Vater beginnt nach Mutter zu rufen. Er bricht mit dem Gewicht seines Körpers die TĂŒr auf. Eine Flasche Reinigungsmittel fĂ€llt ihm vor die FĂŒĂŸe. Sie ist leer. Neben ihr liegt Mutters Hand.
Ich höre, wie mein Vater einen entsetzten Schrei ausstĂ¶ĂŸt. Er sinkt zu Boden, das Gesicht zu einer hĂ€sslichen Fratze verzerrt, es fĂ€llt mir schwer darin meinen Vater wieder zu erkennen. Seine Arme umklammern eine leblose HĂŒlle. Ich weiß, es ist meine Mutter. Ihr Mund ist voller Schaum. Sie atmet nicht mehr, trotzdem sieht sie aus, als wĂŒrde sie nur schlafen und in jedem Moment wieder aufwachen.
>>Hol Hilfe!<<, sagt mein Vater zu mir.
Doch es ist lĂ€ngst zu spĂ€t. Vater und ich sind uns darĂŒber im Klaren. Tief in unserem Innern wissen wir: Mutter ist tot. Man wird sie in drei Tagen in einem braunen Sarg der Erde ĂŒberlassen, in ihrem schönsten Kleid, und sie unter einem Berg Rosen begraben. An diesem Tag wird es regnen wie auch am Tag danach.

So bin ich zum ersten Mal dem Tod begegnet, meine lieben Leser und Leserinnen. Ich war sechs, als es passierte. Sicher werden Sie denken, dass ich durch das schreckliche Erlebnis von AlptrĂ€umen heimgesucht werde, in denen sich jener Tag, an dem meine Mutter mich verlassen hatte, immer und immer wieder aufs Neue wiederholt. TatsĂ€chlich liegen Sie mit Ihrer Vermutung nicht falsch. Manchmal wache ich mitten in der Nacht schweißgebadet oder mit TrĂ€nen in den Augen auf und glaube, ihre NĂ€he zu spĂŒren, manchmal schreie ich sogar und weiß danach nicht mehr, warum. Aber das kommt eher ganz selten vor. Trotzdem: Der Geist meiner Mutter ist bis heute noch allgegenwĂ€rtig und daran wird sich wohl kaum etwas Ă€ndern. Ich habe mich zwar im Laufe der Jahre an ihre stĂ€ndige NĂ€he gewöhnt und sie als Teil meines Lebens hingenommen, aber es erschreckt mich doch ein klein wenig, wenn mir zum Beispiel etwas Kaltes ĂŒber den RĂŒcken fĂ€hrt und ich mich wie aus einem Reflex heraus umdrehe in der Hoffnung, ihr Antlitz wieder zu sehen, das von Jahr zu Jahr immer blasser wird.

Mittlerweile sind seit ihrem Tod fĂŒnfzehn Jahre ĂŒbers Land gezogen, ich bin jetzt einundzwanzig und mache mir immer noch meine Gedanken ĂŒber die einzelnen Faktoren, die zu jener Tragödie gefĂŒhrt hatten, und frage mich, ob ich eine Schuld daran trage. Sie mĂŒssen nĂ€mlich bedenken, zu jenem Zeitpunkt war ich erst sechs, ein kleines, unwissendes Kind, fĂŒr das die Welt Geheimnisse birgt, die ĂŒber sein VerstĂ€ndnis hinausgehen: Eine riesengroße weiße FlĂ€che voller Wunder und zugleich unsĂ€glicher Schrecken. Aber wenn man dem Tod ins Gesicht sieht, sich traut, ihn als das anzuerkennen, was er wirklich ist - und zwar als etwas EndgĂŒltiges, das, was uns alle verbindet - verlieren die Dinge, die einem wundersam und Furcht erregend erscheinen, letzten Endes an Bedeutung,
Als meine Mutter Selbstmord begangen hatte, hatte man mir weiszumachen versucht, sie sei in den Himmel aufgestiegen, zu unserem Schöpfer, und von dort werde sie immer ein wachsames Auge auf mich werfen. Anfangs hatte ich es geglaubt. Der Schmerz, den ich damals verspĂŒrt hatte, hatte mir keine andere Wahl gelassen, als mich an jedem kleinen Zweig zu klammern, der mir hĂ€tte Trost spenden können – und was gibt es Tröstlicheres fĂŒr ein Kind, zu wissen, dass der Mensch, den es verloren hat, in irgendeiner Form weiter besteht?
Doch mir wurde nach einer Weile klar, wie der Glaube an ein Paradies, in dem wir uns eines Tages wieder sĂ€hen und unendlichen Frieden erfĂŒhren, Religion und deren schĂŒtzende HĂ€nde, Institutionen, in denen wir Beistand erhoffen, wie trĂŒgerisch sie sein können. Zu dieser Erkenntnis war ich zwei Monate nach Mutters Beerdigung gelangt.

Es ist Anfang Juni 1986. Ich trage ein weißes Kleid. Die Sonne brennt ĂŒber unseren Köpfen: 30 Grad. Man ist froh ein schattiges Fleckchen fĂŒr sich zu haben. Es ist zehn Uhr. Ich bin im Kindergarten. Ein neuer Junge ist in unsere Gruppe gekommen. Er ist ein halbes Jahr jĂŒnger als ich, aber genauso groß, trĂ€gt blaue kurze Hosen und ein weißes T-Shirt, auf dem ein Rennwagen abgedruckt ist. Wir spielen miteinander. Ich finde den Neuen interessant und möchte mich mit ihm anfreunden. In meiner mĂ€dchenhaften Vorstellung von Romantik wird er zu meiner allerersten Liebe – fĂŒr genau dreißig Minuten.
Er fragt mich, was meine Eltern so machen. Seine sind im Krankenhaus tĂ€tig, erzĂ€hlt er mir. Der Vater ist Arzt, er verrichtet schwierige Operationen am Herzen, die Mutter ist Oberkrankenschwester und wiegt fast 100kg. Sie wohnen in einem zweistöckigen Haus mit Swimmingpool und einem riesengroßen Garten. Zur ihrer Sicherheit haben sie eine Mauer um ihr GrundstĂŒck bauen lassen. Letztes Jahr habe man nĂ€mlich versucht, in ihr Haus einzubrechen, als sie in Hawaii im Urlaub waren, erzĂ€hlt er mir. Er hat mit seinen Eltern schon viele LĂ€nder bereist: China, Indien, Japan, Australien, Brasilien, Kenia und Ägypten. Seine LieblingssĂ€ngerin ist Tina Turner, die er mal live auf einem Konzert erleben durfte.
Ich sage, dass mein Vater darauf aufpasst, dass die Maschinen in seiner Fabrik einwandfrei funktionieren, und dass meine Mutter im Himmel sei, um von dort ĂŒber mich zu wachen.
Der Neue schaut mich zuerst ganz verdutzt an. Dann fÀngt er plötzlich an lauthals zu lachen. >>Es gibt keinen Himmel<<, sagt er.
Ich widerspreche ihm, indem ich mich auf die Bibel stĂŒtze.
>>Wenn so etwas wirklich gibt, wo, glaubst du, ist der Himmel<<, fragt der Neue.
>>Na, da oben<<, antworte ich. >>Hinter den Wolken.<<
>>Da ist nichts<<, sagt der Neue. >>Ich bin viele Male mit dem Flugzeug geflogen und ich habe noch nie Gott oder das Paradies gesehen. Das sind doch alles nur MĂ€rchen, damit wir immer brav bleiben.<<
Ich prĂŒgle auf ihn ein. Die KindergĂ€rtnerin eilt zu uns hin und zerrt mich von ihm weg. SpĂ€ter wird mein Vater mich ausschimpfen und sagen, dass MĂ€dchen sich nicht mit Jungs schlagen sollen, es gehöre sich nicht. Mutter wĂ€re zutiefst bestĂŒrzt, wenn aus mir ein freches Kind wird. In den nĂ€chsten Wochen werde ich mir Gedanken ĂŒber den Himmel machen und zu dem Schluss kommen, dass es ihn vielleicht nicht gibt.

Wenn man noch klein ist und ganz fest an etwas glaubt, um ihn spĂ€ter als LĂŒge zu entlarven, geht einem ein wichtiger Teil in seinem Leben verloren. Man beginnt sich zu fragen, ob nicht alles eine einzige große LĂŒge ist, und lĂ€uft Gefahr, dass seine wohl behĂŒtete Welt nach und nach in sich zusammenfĂ€llt.
Als ich an die Existenz eines Jenseits, wo die Verstorbenen ein friedliches Dasein fristen, und an die GlaubwĂŒrdigkeit der Erwachsenen zu zweifeln begann, war gleichzeitig eine zerstörerische Wut in mir erwacht, die zumeist auf meinen Vater gerichtet war und worunter der Mann, den ich eigentlich ĂŒber alles liebe, schrecklichen leiden musste, obwohl ihn keine Schuld trifft - nur war er nicht ehrlich zu mir. Das war auch der Grund, warum ich ihm viele Jahre lang den Zugang zu mir verweigert hatte und nicht imstande war, einem anderen Liebe zu schenken. Allzu gerne möchte ich die Zeit zurĂŒckschrauben und dem wĂŒtenden Kind, das ich damals war, ins Gewissen reden, damit ihm ein folgenschwerer Fehler erspart bleibt. Ich wĂŒnschte, ich wĂ€re fĂŒr meinen Vater eine gute Tochter gewesen. Ich wĂŒnschte, ich hĂ€tte ihm weniger Kummer bereit. Stattdessen habe ich dreizehn Jahre meines Lebens vergeudet. Dreizehn Jahre, die mir niemand zurĂŒckgeben kann. Dreizehn Jahre verschwendete Zeit. Aber das ist nichts im Vergleich dessen, zu der Tatsache, dass mein Vater bis zuletzt versucht hatte, mir eine glĂŒckliche Kindheit zu gewĂ€hrleisten, und wegen meiner Borniertheit an den Rand der Verzweiflung gebracht wurde - und von dort ging es weiter in einen dunklen Abgrund.

Ich bin vierzehn. Helmut Kohl ist fĂŒr eine weitere Amtsperiode zum Bundeskanzler gewĂ€hlt worden.
Es ist zehn vor elf. Ich bin mit meinen Hausaufgaben beschĂ€ftigt: Mathematik der siebten Klasse, einfache Bruchrechnung. Gleichzeitig schaue ich mir einen billigen Horrorfilm ĂŒber einen verhaltensgestörten Jungen an, der bei jeder Kleinigkeit ausrastet und die Menschen in seiner Umgebung nacheinander umbringt. Angeblich soll der Film auf einer wahren Geschichte basieren. Ob es nun wahr ist oder doch bloß reine Marktschreierei, interessiert mich nicht im Mindesten. Nachdem ich gehört habe, dass zwei ZwölfjĂ€hrige in England ein Kleinkind entfĂŒhrt und diesen spĂ€ter auf bestialische Weise getötet haben, wundert mich nichts mehr. Die Welt ist ein grausamer Ort. Je Ă€lter man wird, desto deutlicher wird einem diese Tatsache bewusst. Ich spĂŒre, wie ich auf das Ende meiner Kindheit zusteuere, aber es macht mir nichts aus. Jedem trifft dieses Schicksal eines Tages. Ich bin keine Ausnahme.
Vater kommt heim. Ich höre, wie er die TĂŒr aufschließt, und weiß an seinem schwerfĂ€lligen Gang, dass er die letzten beiden Stunden mal wieder in seiner Stammkneipe verbracht hat. Er ist betrunken. Seine Alkoholfahne ist bis in mein Zimmer zu riechen.
Ich gehe ins Wohnzimmer. Mein Vater hat sich auf die Couch fallen lassen. Er schlÀft. Sein Hemd stinkt nach Schnaps und Erbrochenem. Am nÀchsten Morgen wird er mit einem heftigen Kater aufwachen.
Am liebsten wĂŒrde ich ihm jetzt ein Kissen aufs Gesicht drĂŒcken wie der verhaltensgestörte Junge aus dem Horrorfilm. Doch mir fehlt der Mut dazu – wieder einmal. Ich hole eine Decke und hĂŒlle meinen Vater darin ein. Die Nacht kann manchmal sehr kalt sein.

Seit dem Tod meiner Mutter hatte mein Vater zu trinken angefangen. Jeden Abend nach Dienstschluss fuhr er in seine Stammkneipe, um dort den Frust zu ertrĂ€nken. Mit siebenunddreißig hatte er schon die Leber eines Alkoholkranken. Der Verlust seiner Frau, die er seit seinem sechzehnten Lebensjahr liebte, und die Abneigung der eigenen Tochter, die er tĂ€glich zu spĂŒren bekam, hatten dazu beigetragen, dass er den Boden unter den FĂŒĂŸen verlor. Trotzdem hatte er sich beharrlich an die Hoffnung geklammert, irgendwann wieder glĂŒcklich zu werden.
Ich erinnere mich, wie er in manchen NÀchten in TrÀnen ausgebrochen war. Er war dann immer nach oben in die Dachkammer gegangen und hatte in einer alten, verstaubten Truhe unsere Familienfotos herausgekramt. Sein stÀndiges Nachtwandeln hatte mich angewidert.
Als ich schließlich in die PubertĂ€t gekommen war und die Hormone bei mir verrĂŒckt gespielt hatten, hatte ich mich fast jeden Tag mit meinem Vater gestritten. Wir hatten uns angeschrieen, uns gegenseitig VorwĂŒrfe gemacht – schon wegen Nichtigkeiten waren wir uns an die Haare geraten. Mit achtzehn erkannte ich nach einer fĂŒrchterlichern Auseinandersetzung, die beinahe in eine SchlĂ€gerei ausgeartet wĂ€re, dass die derzeitigen Spannungen ein Zusammenleben mit meinem Vater unmöglich machten, und beschloss daher, mir eine eigene Wohnung zu suchen. Die fand ich auch mithilfe einer guten Schulfreundin, mit der ich spĂ€ter eine WG grĂŒndete. Mein Vater hatte am Tag meines Auszugs versucht, mich zum Bleiben zu bewegen. Doch alles war lĂ€ngst beschlossene Sache. Ich wollte mein Leben endlich selbst in die Hand nehmen und meine Vergangenheit hinter mich lassen.
In spĂ€testens zehn Monaten wĂŒrde ich aber meinen Entschluss bereuen.

Ich bin neunzehn und besuche die 12. Klasse. In einem Jahr werde ich Abitur machen. Meine beiden LeistungsfĂ€cher sind Englisch und Geschichte. Ob ich zu den PrĂŒfungen ĂŒberhaupt zugelassen werde, weiß ich nicht. Mein letztes Zeugnis zeigt, dass ich noch einiges tun muss. Man hat mich schon mehrmals zum Jahrgangsleiter gesandt, der mich immer wieder darum gebeten hat, regelmĂ€ĂŸig zum Unterricht zu erscheinen. Ich habe schon sechzig Fehlstunden. Das Halbjahr hat erst vor drei Monaten angefangen.
Es ist der 3. November. 8:30 Uhr. Ich hĂ€tte eigentlich jetzt Sport. Aber weil ich gestern bis Mitternacht in der Kneipe gekellnert habe, beschließe ich, die ersten beiden Stunden zu schwĂ€nzen. Mir ist egal, was der Jahrgangsleiter dann sagen wird. Ich mache mir nichts aus der Zukunft. Mich interessiert nur das Hier und Jetzt.
Vor zwei Tagen hat mein Vater mich besucht. Er schaut mindestens dreimal die Woche bei mir vorbei, um sich zu vergewissern, dass es mir auch gut geht.
Inzwischen streiten wir uns nicht mehr so oft. Ich habe mein Leben und er seins. Man muss sich damit abfinden – frĂŒher oder spĂ€ter. FĂŒr meinen Vater ist die plötzliche Einsamkeit, die ich bei ihm zuhause zurĂŒckgelassen habe, nach wie vor schwer zu ertragen, aber ich bin mir sicher, dass er sich daran gewöhnen wird. Jedenfalls ist es fĂŒr uns beide das Beste. Wir hĂ€tten uns sonst weiterhin unnötig wehgetan und das konnte und durfte ich nicht mehr zulassen – zu meinem und vor allem zu seinem Wohlergehen.

Um ganz ehrlich zu sein, meine lieben Leser und Leserinnen, habe ich nie aufgehört, meinen Vater zu lieben. Der Hass, mit dem ich ihm damals begegnet war, war Folge meines UnverstÀndnisses auf die Verlogenheit der Erwachsenen und die Art und Weise, wie sie mit dem Tod umgehen.
Mein Vater hatte nach Mutters Beerdigung alles, was ihn an sie erinnerte, weggeworfen, die Möbel, ihre Kleider, die gesamte Einrichtung, lediglich die Fotos hatte er behalten, sicher verwahrt in einer schweren Truhe, wofĂŒr nur er den SchlĂŒssel besaß. Man kann es ihm nicht verĂŒbeln. Ich hĂ€tte es vielleicht auch getan, obwohl ich insgeheim weiß, dass das der falsche Weg ist. Es ist mehr eine Flucht als eine Lösung. Um Frieden zu finden, sich mit seiner Vergangenheit ins Reine zu kommen und sie endgĂŒltig hinter sich zu lassen, muss man zuerst dem Tod ins Gesicht sehen, sich mit ihm auseinandersetzen, ihn als das anerkennen, was er ist, nĂ€mlich das absolute Ende, das uns immer an die VergĂ€nglichkeit allen Seins erinnert, und ihn letztendlich akzeptierten. Man braucht ihn nicht unbedingt zu lieben, nur lernen, ihn als Teil seines Lebens aufzufassen.
Jeder stirbt eines Tages, so sehr es einem auch schwer fĂ€llt, sich diese Tatsache stĂ€ndig vor Augen zu fĂŒhren, man kommt nicht drum rum. Aber wenn man dem Tod immer ins Gesicht sieht, sich seiner ewig wĂ€hrenden PrĂ€senz gewahr wird und ihn als solches hinnimmt, verliert man die Angst vor ihm und vermag hinter seiner gnadenlosen Fassade eine Schönheit zu entdecken, die das Leben kostbarer erscheinen lĂ€sst. Ich selber musste vor dieser Erkenntnis viel Leid ertragen. Dennoch bin ich froh, zu ihr gelangt zu sein. Letztendlich, meine lieben Leser und Leserinnen, zĂ€hlen nur die neuen Einsichten, die man durch einen Fehler gewinnt.

An jenem kalten Novembertag, ungefĂ€hr siebenundfĂŒnfzig Tage vor der Jahrtausendwende, sollte ich, ohne es zu ahnen, ein zweites Mal den Tod kennen lernen.

Der Winter steht vor der TĂŒr. Draußen weht ein eisiger Nordwest-Wind. Er reißt die restlichen BlĂ€tter von den Ästen der BĂ€ume und wirbelt sie auf den Straßen herum.
In zwei Tagen werde ich mit meinem Vater essen gehen. Ich habe freie Auswahl, die Rechnung geht auf ihn. Mir schwant italienisch vor. Griechisch wÀre auch nicht schlecht.
9 Uhr. Die erste große Pause fĂ€ngt bald an, im Anschluss: Die dritte Stunde.
Zeit zum Aufstehen, sage ich zu mir. Man wolle nicht gÀnzlich den Tag im Bett bleiben und die Schule schwÀnzen. Mir stehen zwei Stunden Mathematik bevor.
Ich gehe unter die Dusche, kleide mich ein, packe meine Sachen und begebe mich auf den Weg zur Schule. FrĂŒhstĂŒck lasse ich ausfallen.
Das Laub auf den Straßen glĂ€nzt golden. Es riecht nach Regenwasser und raschelt unter meinen FĂŒĂŸen, wenn ich darauf trete. Heute ist ein schöner Tag, etwas kalt fĂŒr meinen Geschmack, aber nichtsdestotrotz verheißungsvoll. Man möchte ihn am liebsten im Freien, an der frischen Luft verbringen.
Ich bin in fĂŒnfzehn Minuten auf dem Schulhof. Wir haben neben dem Haupteingang eine Raucherecke. Meine Clique und ich halten uns dort die meiste Zeit in den Pausen auf.
Nicolette, eine meiner besten Freundinnen seit dem Kindergarten, teilt mir mit, dass einige Lehrer nach mir gefragt hÀtten. Der Direktor wolle mich sehen, sagt sie. Man sei schon seit heute Morgen fieberhaft auf der Suche nach mir.
Ich frage nach dem Grund.
Nicolette und der Rest der Clique zucken mit den Achseln.
Bestimmt möchte der Direktor sich mit mir ĂŒber meine Fehlstunden unterhalten, denke ich.
Als die Pause zu Ende geht, begegne ich meinem Sportlehrer. Er verlangt von mir zu wissen, wo ich in den ersten Stunden gewesen sei. Das Sekretariat habe versucht, mich telefonisch zuhause zu erreichen. Ich erzĂ€hle ihm, man habe mir kĂŒrzlich die Leitung gekappt, weil ich die letzten drei Rechnungen nicht bezahlen konnte.
Mein Sportlehrer bringt mich in das BĂŒro des Direktors. Dessen SekretĂ€rin ist froh, dass man mich doch noch irgendwie finden konnte, gleichzeitig hat sie einen betroffenen Ausdruck auf dem Gesicht. Ich ahne Schlimmes.
Der Herr Direktor sitzt an seinem Schreibtisch. Er wirft mir einen forschen Blick zu und bittet mich, Platz zu nehmen.
>>Ich weiß, warum ich hier bin<<, sage ich zu ihm. >>Es sind meine Fehlstunden. Ich werde von der Schule fliegen, nicht wahr?<<
Der Direktor verzieht eine irritierte Miene. >>Nein<<, sagt er kopfschĂŒttelnd. Er rĂ€uspert sich. Sein gemĂ€ĂŸigter Tonfall jagt mir einen Schrecken ein. Ich habe ihn noch nie so erlebt, sonst ist er nĂ€mlich immer streng.
>>Es geht um Ihren Vater<<, sagt er schließlich.
Mich beschleicht eine fĂŒrchterliche Vorahnung. Ich glaube, plötzlich die Stimme meines Vaters zu hören, wie sie meinen Namen ruft und immer leiser und leiser wird, bis sie endgĂŒltig verstummt.
>>Was ist mit ihm<<, frage ich den Direktor. Aber eigentlich will ich nicht, dass er mir antwortet. Ich weiß, tief in mir drin: Meinem Vater ist etwas Schreckliches zugestoßen.

Am 3. November 1999 hatte mein Vater auf dem Weg zur Arbeit einen Schlaganfall erlitten, war von der Fahrbahn abgekommen und mit dem Auto gegen eine Straßenlaterne geprallt. Eine halbe Stunde spĂ€ter hatte sein Herz aufgehört zu schlagen. Alle Wiederbelebungsversuche waren gescheitert. Um 9:05 Uhr wurde er von den behandelnden Ärzten, die bis zuletzt um sein Leben gekĂ€mpft hatten, fĂŒr tot erklĂ€rt.
Mein Vater war an dem Tag fĂŒnfundvierzig. Noch ein Monat und er hĂ€tte seinen sechsundvierzigsten gefeiert.
Man erzÀhlte mir, dass er die ganze Zeit bewusstlos gewesen sei und deshalb nicht gelitten habe.

Obwohl man es mir abgeraten hat, habe ich darauf bestanden, ihn noch mal zu sehen.
Ich werde in einen kalten Operationsraum in der Notaufnahme gebracht. Mein Vater liegt dort, eingehĂŒllt in einem weißen Laken. Sein Mund ist zu einem zaghaften LĂ€cheln geformt. Es macht den Eindruck, als schlafe er nur.
Ich betrachte seinen Körper. Er hat seit Mutters Tod an Gewicht zugelegt, der einst vor Kraft trotzende Mann, der er einmal war, wirkt um etliche Jahre gealtert. Furchen haben sich in sein Gesicht gegraben. Das Haar ist strĂ€hnig, es fĂŒhlt sich wie Stroh an. Ich streichle ihm sanft ĂŒber die Wange, berĂŒhre seine Lippen, sie sind etwas blau angelaufen und ganz trocken. TrĂ€nen sammeln sich in meinen Augen, als ich merke, dass sein Körper noch immer ganz warm ist.
Irgendwas regt sich. Ich schrecke zurĂŒck, beruhige mich aber wieder. Es war bloß eine SinnestĂ€uschung, sage ich zu mir.
Mein Vater ist tot, nur noch ein StĂŒck Fleisch auf einem Operationstisch, umgeben von allerlei GerĂ€ten, die nach Desinfektionsmittel riechen. Er ist tot, fĂŒr immer weg.
Wie friedlich er doch da liegt so, als wĂŒrde er in einem sĂŒĂŸen Traum verweilen. Ich möchte meine Arme um ihn schlingen und ihm eine Decke sein. Aber ich traue mich nicht. Zu groß ist die Angst, ihn bei seinem Schlaf zu stören. Er soll in Ruhe gelassen werden, genauso bleiben wie er jetzt da liegt mit diesem friedlichen LĂ€cheln.
Ich lege meine HĂ€nde aufs Gesicht und fĂŒhle, wie es in ein TrĂ€nenmeer verschwindet. Mich beschleicht eine schreckliche Leere, die sich unentwegt in mir ausbreitet und mich langsam von innen verschlingt.
Mein Vater ist tot. Erst gestern hatte er mich gefragt, ob ich Lust hĂ€tte, mit ihm am kommenden Freitag zu Abend zu essen. Ich hatte mir nichts dabei gedacht und „ja“ gesagt. Wir wollten in ein Restaurant gehen und uns dort den Bauch voll schlagen. Er hatte mir mit einem LĂ€cheln versprochen, dass er alles selbst bezahlen möchte. Ich brĂ€uchte mir um die Rechnung keine Sorgen zu machen, das waren seine Worte gewesen.
Es ist niemand da, der mir sagt, dass mein Vater nun im Himmel sei zusammen mit meiner Mutter, auf Ewig vereint, und dass er von dort ĂŒber mich wachen wĂŒrde. Ich bin allein. Mir fehlen seine neunmalklugen RatschlĂ€ge, unsere stĂ€ndigen Streitereien, sein befreites Lachen, unsere hitzigen Diskussionsrunden wĂ€hrend des Essens, sein grausiger Gesang unter der Dusche – einfach alles, was mit mir und meinem Vater zu tun hatte.
Er hat mich verlassen wie damals meine Mutter, und wieder einmal hatte ich nicht die Gelegenheit gehabt, mich von dem Menschen, der eine wichtige Rolle in meinem Leben innehatte, zu verabschieden, ihm zu sagen, dass ich ihn ĂŒber alles liebe. Ich wĂŒnsche mir, mehr Zeit mit ihm verbracht zu haben, statt immerzu vor seiner NĂ€he ausgewichen zu sein.
Er ist an einem Ort, den ich nicht erreichen kann, und nun bin ich diejenige, die mit der Einsamkeit nicht fertig wird. Ich möchte, dass er die Augen öffnet und mich fest in seine Arme einschließt. Wieso habe ich mich frĂŒher vor seinen innigen Umarmungen gestrĂ€ubt, ihn jedes Mal weggestoßen, wenn er mir seine Liebe zeigen wollte? War sein Wunsch, dass ich ihn wieder als meinen Vater anerkenne, denn so verwerflich?
Ich hĂ€tte mich ihm mehr öffnen sollen. Vielleicht hĂ€tten wir uns dann wieder besser verstanden, jeder den anderen, und uns gegenzeitig um Vergebung gebeten, damit wir die Vergangenheit, die uns noch immer verfolgt hatte, endgĂŒltig abschließen konnten, um ganz von vorne anzufangen.

Nachdem mein Vater beerdigt wurde, bin ich noch ein Mal in unser altes Haus gegangen und habe auf der Dachkammer jene schwere Truhe aufgeschlossen, in der sich unsere Familienfotos befanden. Aber nicht auf einem einzigen der Fotos war mein Vater zu sehen, nur ich und meine Mutter. Er hatte nur die von uns aufbewahrt, nicht von sich.
Trotzdem bin ich nicht traurig darĂŒber. Denn immer, wenn ich mir die alten Familienfotos anschaue, weiß ich, dass das Abbild meines Vaters auf ihnen in irgendeiner Form vorhanden ist, und spĂŒre die Liebe, die er fĂŒr die beiden Personen auf den Fotos gehegt hatte, jene Momente, die er unbedingt festhalten wollte. Warum sonst hatte er sie in dieser Truhe eingeschlossen und sie wie einen kostbaren Schatz behandelt?

Ich weiß, dass es keinen Trost fĂŒr mich gibt.
Der Tod, meine lieben Leser und Leserinnen, hat mir alles genommen, die beiden wichtigsten Menschen in meinem Leben, und ich hatte nichts getan, um ihn daran zu hindern. Er hat sie an einen weit entfernten Ort gebracht, wo mir der Zutritt verwehrt wird, und mir eine tiefe Wunde in die Brust gerissen. Ich bin allein. Niemand ist da, an dessen Schulter ich mich anlehnen kann, bis auf diese unertrĂ€gliche Leere. Mir bleibt nichts anderes ĂŒbrig, als mich mit ihm auseinanderzusetzen.

Seit dem Tod meines Vaters sind inzwischen fast zwei Jahre vergangen. Ich habe in der Zeit versucht, nicht mehr so oft an ihn zu denken. Jede Erinnerung hatte fĂŒrchterlich geschmerzt. Aber wie sehr ich mich auch bemĂŒhte, es gelang mir nicht, ihn auf Dauer aus meinen Gedanken zu verbannen.
Schließlich habe ich es Leid gefunden, der Konfrontation der Tatsachen stĂ€ndig aus dem Weg zu gehen. Ich begriff, dass ich mich ihnen entgegen treten musste, andernfalls wĂŒrde ich niemals Frieden finden und sĂ€mtliche Freuden vergessen, die es auf der Welt gibt. Also tat ich das, was nötig war: Ich versuchte, das wahre Gesicht des Todes zu ergrĂŒnden, seine unzĂ€hligen Facetten, indem ich ihn schlicht und einfach in Frage stellte.
Was ist der Sinn hinter all dem Schmerz, den man durch ihn erleidet? Warum sterben Menschen, ohne dass es dafĂŒr einen ersichtlichen Grund zu geben scheint, und warum bringen uns deren Ableben dazu, das Leben in einem anderen Licht zu betrachten? Ich habe viel Zeit damit verbracht, wenigstens eine Antwort auf eine dieser Fragen zu finden.
Wenn eine Person, die man gekannt hat, plötzlich tot ist, verschwinden gleichzeitig die Barrieren, die ihn daran gehindert haben, offen ĂŒber jenen, der verblichen ist, zu sprechen. Man bringt seine unverhohlene Meinung gegenĂŒber der Person zur Sprache, lĂ€stert ĂŒber sie ab oder gibt seine wahren GefĂŒhle, die man fĂŒr ihn in all der Zeit gehegt hat, aber zum Zeigen außerstande war, in einem schmerzhaften Akt preis. Der Tod vermag die Lebenden zu sich selbst zu verhelfen. Er nimmt ihnen die Angst, sich vor allen zu offenbaren, veranlasst sie, endlich das kundzutun, was schon lange in ihnen geschlummert hat, und grĂ€bt ihr Innerstes aus ihnen heraus. Wenn sich zudem noch herausstellt, dass es sich bei dieser einen Person um jemanden handelt, den man geliebt hat, nötigt er sie, sich dieser Liebe zu erinnern. So Ă€hnlich war es bei meinem Vater.

Ich glaube kaum, dass wir uns so nahe gekommen wĂ€ren wie jetzt, wo er nicht mehr bei mir ist, zumindest nicht so schnell. Der Tod hatte alles beschleunigt. Er hatte mich dazu gebracht, mich intensiver mit meinem Vater zu beschĂ€ftigen, und mich an die Liebe erinnert, die ich die ganze Zeit vor ihm versteckt hatte. Ich erkannte, dass ich in den letzten Jahren mir selbst etwas vorgemacht hatte. Die Wut auf jenen Mann, der fĂŒr mein Leid verantwortlich zu sein schien, mein ganzer Hass, nichts von alldem ist wahr gewesen! In Wirklichkeit habe ich ihn geliebt, nur hatte ich die ganze Zeit Angst vor diese Liebe gehabt. Ich habe mich ihrer verschlossen, einen schlimmeren Fehler als diesen kann keiner machen.
Jemanden seinen Hass spĂŒren zu lassen, ist einfach, doch jemanden zu lieben, bedarf es viel Mut. Ich glaube, der Grund fĂŒr meine Angst damals geht auf jenen Vorfall zurĂŒck, am Tag, an dem meine Mutter fĂŒr immer von uns gegangen war.

Meine Mutter, meine lieben Leser und Leserinnen, war eine Frau, die sich nach Liebe verzehrt hatte. Nachdem sie aber zu der Erkenntnis gelangt war, dass sie diese Liebe in der Welt der Lebenden nicht finden wĂŒrde, hatte sie sich fĂŒr den Tod entschieden, ungeachtet des Leides, das sie damit hervorrufen wĂŒrde. Die Liebe hatte sie umgebracht, das zumindest hatte ich all die Jahre geglaubt. Aber ich hatte mich geirrt. Nicht die Liebe hatte sie umgebracht, sondern vielmehr das Unvermögen, Liebe zu nehmen und sie danach zurĂŒckzugeben und eine neue zu suchen, sobald diese eine Liebe verschwunden ist.
Es ist besser, sie erfahren zu haben und fĂŒr sie zu sterben, als sich vor ihr auf Ewig zu verschließen. Ich habe das viel zu spĂ€t verstanden und meinem Vater so viel Leid beschert. Es gibt nichts, was es wieder gut machen könnte. WĂ€re ich doch nur nicht so dickköpfig gewesen.

Mein Vater, meine lieben Leser und Leserinnen, hatte bis zuletzt nie die Hoffnung auf eine zweite Chance aufgegeben. Er hatte mich geliebt, auch wenn diese Liebe von mir unerwidert geblieben war. Ich hatte es ihm wirklich nicht leicht gemacht, dabei hatte ich mir nichts anderes als sein Wohlergehen gewĂŒnscht. Vielleicht hĂ€tte ich irgendwann, wenn die Spannungen zwischen uns vollends verschwunden wĂ€ren, ihm gesagt, wie viel er mir bedeutet, doch die Zeit hatte sich gegen mich verschworen.
Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, die Schmerzen und SchuldgefĂŒhle, die mich lange gequĂ€lt hatten, sind zwar immer noch da, aber ich habe gelernt, mit ihnen zu leben.
Ich bin mir nun ĂŒber meine wahren GefĂŒhle im Klaren, deutlicher als damals, deutlicher als jemals zuvor, dafĂŒr sollte ich dem Tod dankbar sein, denn ohne ihn wĂŒrde ich heute noch immer im Dunkeln tappen und meinen Vater unnötig wehtun.
Alles hat einen Sinn, meine lieben Leser und Leserinnen, das Leben eines jeden wie auch dessen Tod, man muss ihn nur anerkennen, dadurch wird einiges einfacher zu ertragen.
Das Dasein auf Erden ist fĂŒr uns alle befristet, der Tod einer nahe stehenden Person erinnert uns stets daran. Aber es gibt etwas, das ewig bestehen bleibt, und das ist die Liebe, die wir den Menschen schenken, die uns wichtig sind, in der Hoffnung, dass sie diese Liebe ĂŒber die gesamte Welt verstreuen und dass wir, die verblichen sind, durch unser Geschenk eine Form der Unsterblichkeit erlangen.

Ich habe keine Angst mehr vor dem Tod, weil ich jetzt genau weiß, was er wirklich ist, und habe ihn als solches akzeptiert. Eines Tages werden auch Sie, meine lieben Leser und Leserinnen, es verstehen – frĂŒher oder spĂ€ter. Jeder wird sich irgendwann auf der Suche nach Erlösung damit auseinandersetzen mĂŒssen, ob er es will oder nicht, davor die Augen zu verschließen, ist lediglich eine Verzögerung des Unausweichlichen, dabei wird alles danach viel leichter, die Augen werden einem geöffnet und er beginnt, langsam aber sicher zu verstehen.

Der Tod, meine lieben Leser und Leserinnen, ist dafĂŒr da, damit Leute wie ich das Leben zu lieben und zu schĂ€tzen lernen. Manchmal bedeutet sie auch einen Neuanfang


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Gandl

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Hi THX,
elf Seiten Tagebuch! ... Uff ...! Aber schon nach den ersten Zeilen, wusste ich, dass ich meine Mittagspause fĂŒr den Text „opfern“ werde ... – und ich wurde belohnt! Sehr sogar! Ein großartiger Text. Anfangs hielt ich ihn fĂŒr Fiction. SpĂ€ter dann hab ich ihn 1:1 als Tagebuch gelesen. Mit wachem Blick schilderst du Leben, und reflektierst das Gesehene klug.
Ich bin sehr gespannt auf das von dir Folgende.
Gruß
Gandl
P.S. und herzlich willkommen in der LeLu!

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THX
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UrsprĂŒnglich veröffentlicht von Gandl
Hi THX,
elf Seiten Tagebuch! ... Uff ...! Aber schon nach den ersten Zeilen, wusste ich, dass ich meine Mittagspause fĂŒr den Text „opfern“ werde ... – und ich wurde belohnt! Sehr sogar! Ein großartiger Text. Anfangs hielt ich ihn fĂŒr Fiction. SpĂ€ter dann hab ich ihn 1:1 als Tagebuch gelesen. Mit wachem Blick schilderst du Leben, und reflektierst das Gesehene klug.
Ich bin sehr gespannt auf das von dir Folgende.
Gruß
Gandl
P.S. und herzlich willkommen in der LeLu!



Danke fĂŒr das nette Lob.

Bei den elf Seiten handelt es sich um einen Auszug meines ErzĂ€hlbandes, das ich nach meinem RomandebĂŒt im Herbst 2005 bei dem Verlag, bei dem ich unter Vertrag stehe, veröffentlichen werde. Mein Verleger und ich wollen erst einmal sehen, wie sich mein Erstlingswerk verkauft, danach erfolgt die Veröffentlichung meines ErzĂ€hlbandes irgendwann im Jahr 2006.

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