Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92266
Momentan online:
62 Gäste und 0 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
Ich werde dich erkennen
Eingestellt am 15. 11. 2007 19:37


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
Kommentare: 10343
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Vera-Lena eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Ich werde dich erkennen.

Wie ein Duft
bist du mir zuhanden,
all meine um Wachheit
ringenden Zellen
durchstr├Âmst du,
hinterlegst
ein unausl├Âschliches Merkmal;

und kehrtest du ein
auf einem neu erbl├╝hten Stern,
m├╝sste ich grundst├╝rzend
dort dich wiederfinden,
um der Essenz willen,
die du in mich gelegt.







__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
Kommentare: 10343
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Vera-Lena eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Prosaiker,

vielleicht ist der Text nicht so leicht zu verstehen, wie ich dachte.
Jeder Mensch verstr├Âmt durch seine Individualit├Ąt einen unverwechselbaren Duft, der nur ihm zu eigen ist. Wenn er einen anderen Menschen liebt, hinterl├Ąsst er in dessen "Zellen" diesen Duft und auf diese Weise werden sich zwei Liebende immer wiederfinden, egal wo sie sein werden.

Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena



__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

Bearbeiten/Löschen    


Prosaiker
Guest
Registriert: Not Yet

quote:
Wenn er einen anderen Menschen liebt, hinterl├Ąsst er in dessen "Zellen" diesen Duft und auf diese Weise werden sich zwei Liebende immer wiederfinden, egal wo sie sein werden.

Naja, das ist Esoterik. Worauf ich hinaus wollte war folgendes: schon der Titel klingt wie eine Drohung. Daher mein Gedanke an S├╝skinds Grenouille, das olfaktorische Genie. Nach meinem Verst├Ąndnis geht es in deinem Gedicht weniger um Liebe als um Obsession:

quote:
Wie ein Duft
bist du mir zuhanden,
all meine um Wachheit
ringenden Zellen
durchstr├Âmst du,
hinterlegst
ein unausl├Âschliches Merkmal;

Das klingt nach Stigmatisierung, nach Verdinglichung des Gegen├╝bers, nach Fassbarmachung, nach einem ann├Ąhernd ohnm├Ąchtigen Willen zum Greifen-wollen. Vokabeln und Satzteile wie "zuhanden", "um Wachheit ringenden Zellen", "unausl├Âschliches Merkmal" erzeugen diesen Eindruck in mir. ├ähnlich geht es weiter in der zweiten Strophe:

quote:
und kehrtest du ein
auf einem neu erbl├╝hten Stern,
m├╝sste ich grundst├╝rzend
dort dich wiederfinden,
um der Essenz willen,
die du in mich gelegt.

"Grundst├╝rzend", ein sch├Ânes Wort, allerdings ein verzweifeltes. Der Eindruck von Zwang bekr├Ąftigt sich durch ein Wort wie "m├╝ssen" nat├╝rlich. Und die "Essenz (...), / die du in mich gelegt", klingt nach Brandmal, nicht nach Knutschfleck.

Wollen wir Essenzen befriedigen, oder Menschen?

Gr├╝├če,
Prosa.

Bearbeiten/Löschen    


Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
Kommentare: 10343
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Vera-Lena eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Prosaiker,

ich dachte mir schon, dass Du "Das Parfum" von S├╝skind meinst, allerdings kenne ich weder den Roman noch den Film.

Ich verstehe auch alle Deine gedanklichen Assoziationen, und ich finde das sehr interessant, welch unterschiedliches Denken W├Ârter ausl├Âsen k├Ânnen.

Du hast nat├╝rlich Recht, dass es mir hier um Esoterik geht. Von da aus betrachtet klingen nun alle W├Ârter anders, denke ich.

"Ich werde dich erkennen." Schon in der Bibel wird "und sie erkannten" einander" das Wort erkennen f├╝r "lieben" benutzt.

"zuhandensein" hei├čt einfach "wirksam sein". Die H├Ąnde sind ja die K├Ârperteile, die am meisten handeln, arbeiten, etwas bewirken.

Die "um Wachsamkeit ringenden Zellen" bedeutet hier f├╝r mich, dass es dem Menschen gar nicht immer so leicht f├Ąllt, einen anderen zu lieben, dass er ja vieles ├╝berwinden muss, wo es ihm M├╝he macht, den anderen so anzunehmen, wie er ist,denn wir sind nun mal keine Halbg├Âtter. Also wachsame Zellen bedeutet, dass der Mensch achtsam sein sollte, um die Liebe zu dem anderen aufrecht erhalten zu k├Ânnen.

Aber wenn das gelingt, und er wird wiedergeliebt, dann entsteht da etwas Unausl├Âschliches zwischen den Beiden, das so stark ist, dass sie sich geradezu bis auf den Grund ineinander hineinst├╝rzend, weil sie ja einander kennen, wiederfinden m├╝ssen.
Das "m├╝ssen" bezieht sich also auf auf eine Gestzm├Ą├čigkeit, die der Liebe innewohnt und ist hier als Trost und als ein Versprechen und nicht als Drohung gemeint.

Die "Essenz" aber ist das "Essentielle", also das Grundaroma dieses Duftes, welches die Liebe des anderen in das Lyri hinein gestr├Âmt hat, weil es das Lyri liebt.

So habe ich das also gemeint.

Danke f├╝r deine ausf├╝hrliche Auseinandersetzung mit diesem Text!

Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena



__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

Bearbeiten/Löschen    


Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

Werke: 1589
Kommentare: 9730
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Walther eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Vera-Lena,

da schreibt man Liebesgedichte, die wirklich ein kleines Kunstst├╝ck sind - und (fast) keine(r) merkt's.

Zum Gl├╝ck haben wir noch die, denen das Werk gewidmet ist - die wissen das selbst dann zu sch├Ątzen, wenn es einmal nicht so gelungen ist.

Mir ergeht es mit meiner November Rose Hier klicken ├Ąhnlich. An anderer Stelle von anderen Kennern als eines meiner Highlights gelobt, krebst es hier im Dunkel des Vergessen- und ├ťbersehenwerdens. So ist das mit Sprachkunstst├╝ckchen, sie sind eben dem Gefallen und der augenblicklichen Stimmungslage der LeserInnen unterworfen. Und allen rechtmachen, das klappt eh nie.

In diesem Sinne weiter frohes Dichten und Werken. Die Welt ist schlecht, wie wir wissen. Unsere Aufmerksamkeit f├╝reinander gelegentlich auch.

Lieber Gru├č W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Bearbeiten/Löschen    


Zeder
Administrator
Fast-Bestseller-Autor

Registriert: Nov 2001

Werke: 14
Kommentare: 3845
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Zeder eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Liebe Vera-Lena,

ich habe ein Verst├Ąndnisproblem:

Wenn der Duft "durchstr├Âmt", ist er ja schon_innerhalb_eines Gef├Ą├čes/Wesens/wie auch immer.

Du schreibst in der zweiten Strophe "und kehrtest du ein".

Dort ist er aber meinem Verst├Ąndnis nach bereits, wenn er "durchstr├Âmt"?

Viele Gr├╝├če von Zeder

Bearbeiten/Löschen    


5 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Ungereimtes Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!