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Leselupe.de > Feste Formen
Idealisches Welterbe-Sonett
Eingestellt am 24. 07. 2008 11:44


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HerbertH
???
Registriert: May 2007

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Es heißt nicht Polis mehr, oh nein, nicht mehr,
Es geht um andre GrĂ¶ĂŸen, Dimensionen.
Obwohl wir alle reich in StÀdten wohnen,
Geht unsre Sorge weithin ĂŒbers Meer.
Wie kleinlich magst Du wegen Renten Dich
zerstreiten, wenn in andren Weltregionen
Der Hunger wĂŒtet, Aids, Gewaltschwadronen
In Blutgier morden? Bilder, widerlich,
BedrÀngen uns, doch unsre Augen bleiben
Geschlossen, meist gerichtet aufs Daneben,
Auf unsre kleinen Welten, unser Streben,
Bebildert flimmern tÀglich matte Scheiben.
Ergeben dĂŒrfen wir die HĂ€nde heben,
Gebete murmeln fĂŒr ein Weiterleben.

Version vom 24. 07. 2008 11:44
Version vom 24. 07. 2008 16:52
Version vom 24. 07. 2008 18:07

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HerbertH
???
Registriert: May 2007

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@JoteS

Werd mal bitte genauer, was soll denn da falsch sein. Jamben? 14 Zeilen? Reine Reime? Quintessenz in den letzten beiden Versen? FĂŒr mich klingt es, hĂ€ngt vielleicht davon ab, wer es wie liest . Welches Komma ist denn Deiner Meinung nach falsch?

Ich lerne gern hinzu ...

Beim fast musst Du ĂŒbrigens nur den Bezug auf alle lesen, so weit weg ist das nicht .

@Sta.tor

idealisch gibt es schon und war - bezogen auf das Welterbe - auch gemeint:

ide|a|lisch : einem Ideal entsprechend od. angenÀhert

LG

Herbert



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JoteS
Foren-Redakteur - tippende Inquisition
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Hallo Herbert

"Doch bunt, beflimmern tÀglich matte Scheiben"

"Geht uns're Sorge weiter, weit bis ĂŒbers Meer"

Hier hast Du einen sechshebigen Jabus statt des sonst verwendeten fĂŒnfhebigen eingebaut. Zwei Silben zuviel. Man kommt aus Takt und drum klingt's nicht. Klingt nicht? Kein Sonett.

Was das "fast" angeht: Ich muss gar nichts. Der Satz wurde fĂŒr den Reim verdreht und der Bezug ist unsauber. Schlecht formuliert nennt man das.

Noch (?!) bist Du ein wenig zu sehr von Dir ĂŒberzeugt, werter Kollege.

LG

JĂŒrgen
__________________
Oh lodernd Feuer! (Ustinov als Nero)

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HerbertH
???
Registriert: May 2007

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Lieber JĂŒrgen,

quote:
Noch (?!) bist Du ein wenig zu sehr von Dir ĂŒberzeugt, werter Kollege.

Das gebe ich gern zurĂŒck.

Ich wollte nur etwas genauer wissen, was Dich denn konkret gestört hatte. Denn - mit Verlaub gesagt - die etwas pauschale Art, in der Du das Gedicht abqualifiziert hast, hat mich schon gestört.

Ich bin durchaus fÀhig Kritik anzunehmen, was ich durch mein
quote:
Ich lerne gern hinzu ...
schon andeutete.

Kritik ja, Runterputzen nein.

Nun zu den sachlichen EinwÀnden:

Über den 6-Jambus habe ich auch nachgedacht, es wĂ€re sehr einfach, daraus

quote:
Geht uns're Sorge weit bis ĂŒbers Meer.

zu machen. Ich habe mich fĂŒr die Fassung im Gedicht entschieden, um eine Art Echoeffekt zum wiederholten nicht mehr der ersten Zeile zu erzielen. Auch passte fĂŒr mein SprachgefĂŒhl die 5er Lösung nicht so recht von der LĂ€nge.

Dass es immer gleiche Jambenzahl sein muss, ist das denn ein ehernes Gesetz des Sonettes?

Mich wĂŒrden hier auch weitere Meinungen interessieren.

Ich nehme an, dass Dich das Komma nach bunt stört? Auch hier habe vorher darĂŒber nachgedacht. Es mag sein, dass das Komma nicht ganz Dudenkonform ist (Anmerkung siehe unten). Warum habe ich es gesetzt? Mir ging es darum, eine gewisse Betonung des bunt zu erzielen, auf Kosten eines leichten Stockens des Textflusses.

Du schriebst:

quote:
Was das "fast" angeht: Ich muss gar nichts. Der Satz wurde fĂŒr den Reim verdreht und der Bezug ist unsauber. Schlecht formuliert nennt man das.

Wenn Dich das musst störte, gut, das war etwas harscher im Ton, das gebe ich zu, mich hatte da auch etwas gestört, siehe oben.

Mit dem fĂŒr den Reim verdreht und der Bezug ist unsauber bin ich nicht so recht einverstanden. Erstens ist die Wortstellung wegen der Jamben zustandegekommen, nicht wegen des Reimes . Und zweitens gehören mehrdeutige BezĂŒge zu den sprachlichen Mitteln gerade im Gedicht. Wenn Du es anders lesen willst, kannst Du auch den anderen Bezug nehmen und Dir zum Beispiel eine Anspielung auf die vielen Einwohner von VorstĂ€dten darunter vorstellen.

Schade, dass Dir mein Gedicht so wenig gefallen hat.

Viele GrĂŒĂŸe

Herbert


BeginnAnmerkung
Ginge es nach mir, wĂŒrden alle Kommaregeln durch die folgende ersetzt:

quote:
Ein Komma kann gesetzt werden, um SinnzusammenhÀnge zu verdeutlichen
EndAnmerkung







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HerbertH
???
Registriert: May 2007

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Um das Problem mit dem Komma zu entschÀrfen, habe ich jetzt durch Gedankenstriche abgesetzt.

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Hi HerbertH,

das Sonett hat in der Tat feste Strukturen. Dazu gehören durchgĂ€ngige Metren. Punkt fĂŒr JS. Außerdem haben wir in der Regel in den Endreimen wechselnde Kadenzen (mwwm wmmw mwm wmw). Punkt 2 fĂŒr JS.

Ad 2: Das Sonett ist ein dialogisches Lehrgedicht ungefÀhr in der Form:

Strophe 1 = These = 4 Verse
Strophe 2 = Antithese = 4 Verse
Strophe 3 = Synthese = 3/4 Verse
Strophe 4 = Moral von der Geschicht (letztes Verspaar) = 2/3 Verse

Wenn Du die Form einmal ansiehst: Punkt 3 - 6 fĂŒr JS.

Kurz: War wohl nix.

Nun ist das nicht so, als wĂ€re das geheim, und dieserhalb hĂ€tte man das nicht wissen können. Das ist spĂ€testens im Zeitalter des Internets kein Argument mehr, und es ist schließlich nicht so, als gĂ€be es in diesem Forum keine geradezu schulmĂ€ĂŸigen EintrĂ€ge, an denen man das hĂ€tte nicht ableiten können. Punkt 7 fĂŒr JS.

Ergebnis: 7:0 fĂŒr JS

Also ist vielleicht die Tonlage manchen kritischen Eintrags hier kritikfÀhig, aber nicht der Inhalt. Was ich damit sagen möchte: Wir sind hier durchaus nicht unter AnfÀngern, und Du hast selbst bereits mehr als bemerkenswerte EintrÀge hier eingestellt.

Sagen wir mal: 7:2 fĂŒr JS, fußballerisch immer noch ein Kantersieg.

Umso verwunderlicher ist es, daß gerade Dir das alles so deutlich klar gemacht werden muß. Aber das steht auf einem anderen Blatt.

Und nun bitte ich ernsthaft um sachliches und respektvolles Umgehen mit einander. Das aber beginnt mit der QualitĂ€t des Eintrags. Es gibt nĂ€mlich auch so etwas wie Respekt vor dem Leser, etwas, das hier immer wieder und immer dreister mit FĂŒĂŸen getreten wird.

Gruß W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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