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Leselupe.de > Kurzprosa
Im Dorf f ckt jeder jeden
Eingestellt am 08. 04. 2005 19:45


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nachtsicht
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"Warum ich eine halbe Stunde nackt auf dem Fu├čboden lag und nicht ans Telefon gegangen bin? Woher weisst du davon, ich bin allein, das Licht war aus. Nein, ich habe mich nicht "unsittlich ber├╝hrt", den Ausdruck hast du doch vom Michael Jackson Prozess. Musik geh├Ârt, mehr nicht. Ja ich weiss, das h├Ârt sich ungew├Âhnlich an, aber das ist ja wohl meine Sache, so wie es deine Sache ist, ob du mit deinem Bruder fickst. ├ťberrascht? Sowas spricht sich halt schnell rum hier. Im Dorf dreht sich eben alles um Schw├Ąnze und so. Was sagen denn deine Eltern dazu, oder machen die mit? Ahja, sie wissen es nicht .. Du meinst wohl NOCH nicht, ich f├╝hle mich doch immer so verpflichtet, der Wahrheit gegen├╝ber ... Oh, und schon wird der Junge aggressiv ... Na, wer wird denn da drohen, in so einer Position? Aber ich h├Ątte eine Idee, du k├Ânntest mir helfen, und ich k├Ânnte meine Mitteilungspflicht vergessen. Was hast du f├╝r eine Wahl, willst du dich wieder von deinem versoffenen Nazivater mit der Peitsche erziehen lassen, von mir aus gerne. Stimmt, ich bin ein Schwein, und deswegen kommst du jetzt bei mir vorbei, dusch dich vorher."

Fly legt auf, er freut sich auf das Treffen, wedelt sogar schon mit dem Schwanz. Das wird geil. Einen Sklaven hatte er lang nicht. K├╝hlschrank auf, Flasche Wodka raus. Gro├čer Schluck. Noch einer. Nein, er muss sich keinen Mut antrinken, das ist nur die Gewohnheit. Yeah, da kommt er. T├╝r auf. Hi. "Wir haben viel vor heute Abend." Fly dr├╝ckt ihm die Flasche in die Hand, ihn, das ist er, nennt man Jess im Dorf, weil das besser klingt als Ingo. Fly und Jess reichen die Flasche hin und her. "Jess, du ziehst dich jetzt aus, ich will deinen Arsch sehen." Den Befehlston hat er wirklich gut drauf, der kleine Goebbels. "H├Âr mal, k├Ânnen wir das nicht anders regeln?". Nein. Klamotten weg, der Kopf wird rot, der Penis bleibt klein. "Und jetzt: Hundestellung, los." Fly stellt sich hinter ihn, geht auf die Knie, Hose runter, rein damit und raus und am Ende Erleichterung seines Sacks und Jess` beklemmten Gem├╝ts. Flys Freundin steht nicht so auf von hinten. Ansonsten ist sie ein nettes M├Ądchen, er liebt sie sogar manchmal.

Beide sind wieder angezogen. Der Wodka steht auf dem Tisch, der Deckel ist weg. Jess will gehen. "Was hast du vor? Ich hab doch gesagt, dass ich deine Hilfe brauche, heut Abend. Komm her, nimm noch einen Schluck." Widerstand bringt nichts, am Ende ist man gearscht, erinnert sich Jess an Sophie Scholl. "Wir gehen dann los, dunkel ists schon, das ist gut, das wird gut." Fly glaubt, alles im Leben ausprobieren zu m├╝ssen. Freiheit heisst f├╝r ihn, Grenzen zu t├Âten. Alles langweilt. ├ťber seinem Bett wacht "TU ES! " in schwarzer Farbe. Daneben h├Ąngen gro├če Fotos von Frauen, die er niemals v├Âgeln wird. "Also, es geht darum: du kennst doch den Bauer, der seine Tiere nachts besucht. Heute bekommt er mal selbst einen Besuch." "Und dann?" "Nichts und dann, wir gehen jetzt los." Unterwegs raucht Jess seine gesamten franz├Âsischen Zigaretten, er zittert leicht. K├╝hl draussen. Felder und W├Ąlder, Fly will die Stra├če meiden und pfeift nun "Spiel mir das Lied vom Tod", das findet er irgendwie passend. Alles im Leben ausprobieren, Fly hat ein Messer dabei.

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bonanza
Guest
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gut geschrieben. aber ziemlich irre. die charaktere
wirken irreal. das d├╝rfen sie, aber in der k├╝rze bleiben
sie in der luft h├Ąngen. deine "kurzgeschichte" bleibt
ein fragment - als ob ich durch die fernsehprogramme
zappe. irgendwie unbefriedigend. unfertig.
la├č doch deine figuren noch ein paar seiten rumficken.
dann l├Ą├čt sich vielleicht mehr dazu sagen.

bon.

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Inu
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Hallo nachtsicht

Keine sympathische Geschichte, aber brilliant geschrieben, finde ich. Und mit 'Aha'Effekt.

LG
Inu

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Inu
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Hallo nachtsicht

Du hast mich in einer PM gefragt, warum ich Dir eine 8 gegeben habe. Denn Du hast, wie Du sagst, erst ganz wenig geschrieben ( gepostet) und bist bei diesem Text sehr unsicher.

Also mir gef├Ąllt Dein Stil, schreiben kannst Du! Ich hab jetzt nicht nach Rechtschreibfehlern gesucht oder so.

Mir gef├Ąllt der kalte Monolog, das Telefongespr├Ąch, am Anfang. Der Schluss, der ja angedeutet wird, ist auch durchaus glaubw├╝rdig. In dieser kurzen Geschichte hast Du eine ganze Lebenswahrheit beschrieben. Die negative Umgebung, der junge Typ in seiner Gemeinheit ist knapp und z├╝gig geschildert und so drastisch, als sei man hautnah dabei. Du verlangst f├╝r Deine(n) Darsteller keine Sympathien, l├Ąsst den Leser eher zu einem angewiderten aber doch irgendwie auch faszinierten Zuschauer werden.

Na ja, der Titel mit dem ausgelassenen 'i', ist rei├čerisch, der schrie nach Aufmerksamkeit, kann aber auch gleich schon gegen den Text einnehmen. Mich hat er zum Lesen animiert.


LG
Inu

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Nicolas
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Der Text erinnert mich an "Clockwork Orange" (ich kenne leider nur den Film), ich wei├č aber nicht, wo ich das konkret belegen sollte.
Der st├Ąrkste Augenblick ist f├╝r mich die Stelle wo das "Tu es" ├╝ber dem Bett prangt. Auch das "Spiel mir das Lied vom Tod" hat mir sehr gut gefallen.
Der Titel gef├Ąllt mir zwar ├╝berhaupt nicht, aber das liegt vermutlich daran, dass ich vom Lande komme.

Nicholas

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Stern
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Hallo nachtsicht,

ich finde das hier sehr gelungen, auch wenn der Inhalt mal wieder widerw├Ąrtig ist. Es ist gut gemacht, nach meiner Einsch├Ątzung. Diesmal ist auch nichts Moralisierendes dabei, ganz ohne offene oder verdeckte Wertungen beschreibst du die Situation. Beinahe bleibe ich unber├╝hrt, gleichzeitig doch irgendwie gefesselt. Empfinde die Szene zwar als widerw├Ąrtig, sehe die handelnden Personen dabei aber erstaunlich wertungsfrei. Weder tut mir Jesse tats├Ąchlich leid, noch bin ich versucht, Fly zu verurteilen. Sonderbar.

Herzliche Gr├╝├če,

Stern *

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