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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Im Feuer
Eingestellt am 06. 09. 2003 15:35


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Volker Hagelstein
Routinierter Autor
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Im Feuer
Ihr Parf├╝m war dicht und s├╝├č, aber es mischte sich ein bitterer Hauch darunter wie der schw├╝le Atem der Erde, wenn sie sich still und bebend unter der Mitttagssonne dem Horizont entgegenstreckte. Die Augen des Wolfs verfolgten mich, als w├Ąre ich ein gr├╝ner Punkt auf seinem Radarschirm. Zuckend hing ihm die lange Zunge aus dem Maul.
Ich l├Âste meine H├Ąnde von der Balustrade und machte einen unauff├Ąlligen Schritt nach links, so dass die wattierte Schulter ihres Jacketts meinen Oberarm nicht mehr ber├╝hrte.
„Ist es nicht eine Schande, so ein sch├Ânes Tier gefangen zu halten?“
„Sind wir nicht alle irgendwie gefangen?“ antwortete sie und verzog das Gesicht, als hielte sie mich f├╝r einen Schw├Ąchling. Ich wandte mich vom Gehege ab, lehnte mich mit dem R├╝cken gegen die st├Ąhlerne Absperrung und beobachtete eine Schulklasse auf dem Weg zur Voliere mit den tropischen Vogelarten.
Ihr Akzent hatte ├Âstlich geklungen, so m├╝hsam, wie ihr die Silben ├╝ber die Lippen kamen - kantig wie Abschl├Ąge von Bergkristall; doch war in der Sorgfalt ihrer Aussprache der Respekt vor der fremden Sprache herauszuh├Âren. Mit einer Wendung des Kopfes schaute ich zu ihr hin.
Noch immer betrachtete sie den Wolf hinter dem Zaun, der mit seinen Ohren spielte, als wollte er ihr Zeichen geben. Aus der Mitte des Geheges kam ein zweites Tier angetrabt, dr├Ąngte sich seitlich an ihn heran und biss ihm in die Lefzen. In einer verschlafen langsamen Reaktion schnappte der andere zur├╝ck. Ihre Pfoten hinterlie├čen kleeblattartige Abdr├╝cke im feuchten Sand. Zwei s├╝├če kleine Angeber.
Die Frau war nicht sehr gro├č, ihre zierliche Figur, die sich unter dem anthrazitfarbenen Hosenanzug abzeichnete, schien jedoch voller Kraft und Spannung.
„Wahrscheinlich haben Sie recht!“ Ich gab der Balustrade einen Klaps mit der Hand. „Aber f├╝r heute habe ich wenigstens frei!“
Ich freute mich, dass meine Bemerkung es schaffte, ein L├Ącheln auf ihrem Gesicht hervorzurufen, w├Ąhrend ihr Kopfsch├╝tteln die gro├čen, kreisf├Ârmigen Ohrringe in Bewegung setzte.
Ihr Gesicht gefiel mir. Die milchige Haut bildete einen h├╝bschen Kontrast zu ihrem blutroten Seidenhalstuch. Auch die ausgepr├Ągten Wangenbeine, die enge, seitlich ansteigende Lidspalte und das runde, wenig betonte Kinn lie├čen die slawische Herkunft vermuten. Ihr Mund war fast zu weich und kindlich f├╝r ihr Alter. Ich sch├Ątzte sie auf Anfang drei├čig.
„Und wenn Sie gerade einmal nicht frei haben?“
„Dann arbeite ich beim Fernsehen. Es ist ganz in der N├Ąhe!“
„Beim Fernsehen? Habe ich Sie schon einmal gesehen?“
„Gesehen? H├Âchstens bei einer Fahndung! Nein, im Ernst: Sie glauben wirklich, ich bin Schauspieler? Vielen Dank f├╝r die Blumen, aber ich habe einen anst├Ąndigen langweiligen Beruf. Techniker! Im Moment schreibe ich die Programme f├╝r die Steuerung der Studiobeleuchtung,“
„Ihr M├Ąnner hier sitzt wohl am liebsten am Computer, ja?“
„Einige schon. Sind die M├Ąnner bei Ihnen etwa anders?“
„Oh ja! Das sind sie! Manchmal sind sie sehr.... „Sie schaute ins Gehege zu den W├Âlfen, die sich voller Hingabe gegenseitig in die Ohren bissen. Ein kurzes L├Ącheln, das wohl nur ihr selber galt, hellte ihre Z├╝ge auf. „Sehr wild, ja! Aber es w├╝rde ihnen nie einfallen, sich von ihren Leuten abzuwenden, nur um sich an so einen kalten, mechanischen Kasten zu setzen. Sie sind jetzt fast alle tot!“
Mein R├Ąuspern geriet ein wenig zu laut.
„So? Und... woher kommen Sie?“
„Ich f├╝rchte, der Name wird Ihnen nichts sagen. Aus der alten Sowjetunion, hinter dem Ural.“
„Gut, ja! Aber wie nennt sich Ihr Volk?“
„Ich hoffe, Sie werden das entschuldigen, aber es w├Ąre f├╝r Sie wohl unaussprechlich. Die Russen haben uns wolki genannt!“
„Was machen Sie hier in Hamburg?“
Ihre erste Antwort bestand darin, dass sie den Kopf zur Seite neigte und die Unterlippe nach vorn schob.
„Ich gehe in den Zoo, wie Sie sehen!“
„Das ist sicher sehr interessant. Aber jeden Tag?“
„Ich kenne hier niemanden! Lassen Sie uns ├╝ber etwas anderes reden!“
„Na so etwas! Habe ich Sie richtig verstanden? Sie wollen weiter mit mir sprechen? Wunderbar! Kommen Sie! Ich lade Sie ein. In ein Restaurant! Wohin Sie m├Âchten!“
„Nein, vielen Dank!“
„Dann gehen wir zu mir! Wir setzen uns auf meinen Balkon und schauen uns den Sonnenuntergang an!“
Sie blickte zur Seite.
„Sonnenuntergang?“ Ihre Schultern hoben sich um Millimeter. „Warum nicht?“
Ich war so ├╝berrascht, dass ich f├╝r einige Sekunden den Faden verlor und in den Himmel schaute. Der Mond wirkte wie eine zarte Rauchkugel, die aus ein paar verirrten Wolkenfetzen zusammengerafft worden war. Die dunkleren Bereiche waberten in einem schattenhaften Grau.
„Sehen Sie sich diesen Himmel an! Es wird ein prachtvoller Sonnenuntergang. Ich verspreche Ihnen bestimmt nicht zu viel! Mein Wagen steht direkt vor dem Eingang!“
„Wollen wir das dumme Sie nicht lassen? Ich hei├če Silvina!“
Sie l├Ąchelte wieder. Und sie hatte Gr├╝bchen.

*

Wenige Minuten sp├Ąter steuerte ich mit Sivana auf dem Beifahrersitz den Wagen meinem Apartmenthaus entgegen. Wieder einmal erinnerte mich das Geb├Ąude an eine Stufenpyramide. Warum dem Architekten ausgerechnet ein babylonischer Tempel oder so etwas ├Ąhnliches als Vorbild in den Sinn gekommen war, w├╝rde wohl auf immer und ewig sein Geheimnis bleiben.
Z├Âgernd wurde mir bewusst, dass es kaum mehr als f├╝nfzehn Minuten, nachdem wir den W├Âlfen zum Abschied gewunken hatten, dass ich neben dem Rattansessel stand und ihr ein Glas Chianti reichte. Mein Balkon befand sich im ersten Stock und zeigte nach S├╝den, war aber so breit, dass er den Blick auf mindestens eine H├Ąlfte des Himmels erlaubte.




Mit gekr├Ąuselter Stirn beugte ich mich ├╝ber die Br├╝stung und sp├Ąhte den linken Nachbarbalkon aus, wo der alte L├╝decke oft mit seinem Feldstecher im Freien stand und in der Art eines Aufkl├Ąrungspostens das Terrain sondierte. Im Moment war der Balkon jedoch ungenutzt.
Das Haus stand am Stadtrand. Die Stra├če, die am Geb├Ąude vorbeilief, zog sich durch die gesamte Siedlung. Zwanzig Meter vom Balkon entfernt wurde sie von einem asphaltierten Weg gekreuzt, der zu den Feldern, Wiesen und W├Ąldern f├╝hrte, die jenseits der Stra├če begannen. Das Feuer der Sonne hatte den Himmel rot gef├Ąrbt. Ich breitete die Arme aus.
„Und? Sag bitte nicht, dass du entt├Ąuscht bist!“
„Nein, es ist ganz h├╝bsch!“
Silvina zog sich ihre roten Pumps aus, hob die kleinen, muskul├Âsen F├╝├če mit ihren runden Zehen auf die Sitzfl├Ąche und zog die Beine an. Es gefiel mir, dass sie sich so schnell zu haus f├╝hlte. Sie sah aus wie eine Perle in der Muschel.
„H├╝bsch? Mehr nicht?“
Sie lachte.
„Felder wie Schachbrettmuster, Plantagenb├Ąume wie Zinnsoldaten. Wirklich sehr niedlich!“
Ich hob die Schultern.
„Du bist sehr anspruchsvoll!“
„Du kennst mich nicht.“
„Noch nicht!“ Ich deutete auf den Brotkorb und die Wurstplatte. „Und du hast wirklich keinen Hunger?“
Sie r├╝mpfte die Nase.
„Es riecht nach Rind. Kalb oder Lamm w├Ąren wir lieber! Aber eigentlich wei├č ich gar nicht, worauf ich Appetit habe.“
„Treffer - du hast recht! Das ist Rindersalami. Mit deiner feinen Nase solltest du zur Polizei gehen!“
„Zur Polizei? Du bist ein Idiot! Was sind Polizisten denn? Es sind J├Ąger! J├Ąger, die vom Staat ausgehalten werden!“
Sie erhob sich und trat neben mich, womit sie meinen Augen Gelegenheit gab, ihr Profil aus der N├Ąhe abzutasten. Ihre Haut schien im Purpur der D├Ąmmerung von innen r├Âtlich zu leuchten, tiefe Schatten verbargen ihre Augen. Es waren die Farben von Werbeprospekten. Wirklicher als das Leben.
„Die Verfolger haben uns von Helikoptern aus beschossen. Wir mussten unter ihrem Feuer fliehen. Vorher waren wir selber J├Ąger gewesen. Und jetzt die Beute. Du rennst und rennst - und findest doch nirgendwo ein Versteck. Ich wei├č nicht, ob ich noch ein guter J├Ąger bin!“
Zaghaft nahm ich ihren kleinen Finger zwischen meinen Daumen und dem Zeigefinger.
„Du bist jetzt in Sicherheit!“
Sie l├Ąchelte still, dann t├Ątschelte sie meine Wange. „Wie weich du bist.“
Ich senkte den Kopf.
„Wohl etwas zu weich, oder? Ich gehe in den Zoo, schaue mir Raubtiere an und versuche, mich mit ihrer Kraft aufzuladen!“
Sie legte mir die H├Ąnde auf den R├╝cken und presste die Wange an meine Brust.
„Aber wenn du sie anstarrst, machst du sie w├╝tend!“ fl├╝sterte sie. „Au├čerdem reicht das Anschauen nicht!“ Ich blickte ├╝ber ihren Haarschopf hinweg in den Himmel. Das letzte Rot der Sonne war so intensiv, dass es mir schien, als bef├Ąnden wir uns in einem Ofen. Aber vielleicht stimmte das ja auch - im Ofen eines Alchimisten, der uns zu einem neuen, kostbaren Metall verschmelzen wollte. Der Mond hatte sein Wolkenfetzengewand abgelegt und strahlte als silbernes Feldzeichen der Nacht.
Als ich ihre Schultern fasste, legte sie den Kopf in den Nacken und ├Âffnete die Lippen, so dass ich den Speichel auf ihren Z├Ąhnen glitzern sah. Ich schob meinen Mund durch ihr Haar an die Ohrmuschel.
„Wollen wir nicht aufs Bett?“ brummte ich mit belegter Stimme.
„Warum so f├Ârmlich?“
Ihre schlanken Finger ertasteten meinen Rei├čverschluss. W├Ąhrend sich ihre weiche Hand den Weg bahnte, ihr Ziel fand und endlich meinen Hoden umschloss, stellte ich das Atmen ein. Meine Erektion begann, schmerzhaft zu werden.
„Er k├╝sse mich mit dem Kusse seines Mundes!“
Kichernd ging sie in die Knie, dr├╝ckte ihre Lippen gegen meine Eichel und lie├č mein Glied in der feuchten, warmen Mundh├Âhle verschwinden. Sie erzeugte einen leichten Unterdruck, der mein Organ prickeln lie├č wie ein Glas Sekt. In meiner Wirbels├Ąule schien ein Kugelblitz Fahrstuhl zu fahren.
Ich schloss die Augen und legte meine Finger auf ihr weiches Haar. Nach ein paar Sekunden musste ich dann doch zum Nachbarbalkon schielen. Nicht ganz so lustig, wenn den alten L├╝decke ausgerechnet jetzt der Ruf der Pflicht ereilt h├Ątte.
„Vielleicht sollten wir jetzt doch nach drinnen?“
„Deutsche M├Ąnner werden so schnell m├╝de!“
Ich fasste ihre Oberarme und zog sie sanft nach oben.
„Ich nicht - bestimmt nicht! Komm!“
Da sich mein Bett im Wohnzimmer befand, brauchten wir, eng umschlungen mit ungef├Ąhr hundert Armen wie zwei verliebte Tintenfische, nicht mehr als f├╝nf Schritte. Sie lie├č sich auf die Wolldecke mit den indianischen Ornamenten sinken und legte den Unterarm auf die Stirn. Als ich mit zitternden Fingern den Rei├čverschluss ├Âffnete, hob sie ihren kleinen Po, um mir zu helfen, ihr die Hose auszuziehen. Fl├╝chtig f├╝hlte ich mit dem Handr├╝cken die Hitze, die ihr Geschlecht ausstrahlte, das von einem hellblauen Slip bedeckt war, unter dem sich deutlich ihre Behaarung abzeichnete. Einige Haarb├╝schel schauten unter dem Saum hervor.
Nachdem ich sie vom H├Âschen befreit hatte, dr├╝ckte ich f├╝r Sekunden mein Gesicht gegen ihr Schamhaar. Sie lachte. Als ich den Kopf hob, erkannte ich, dass sie ihren Bluson ausgezogen hatte und - die Zunge im Mundwinkel eingeklemmt - mit den H├Ąnden auf dem R├╝cken den Verschluss des BHs ├Âffnete, den sie auf den Teppich fallen lie├č, so dass sie nur noch ihr rotes Seidenhalsband trug. Ich schob meinen Zeigefinger zwischen das Tuch und ihrem Hals und zog ihr Gesicht zu mir heran.
„Warum fasst du mich so an?“ Sie reckte das Kinn nach vorn. „Glaubst du etwa, ich bin dein Hund?“
„Niedlich genug w├Ąrest du!“
„Niedlich? Pah!“
Ich wollte meine Lippen einfach nur auf ihren Schmollmund dr├╝cken, doch ich sp├╝rte, wie sich ihre Zunge wie ein freches kleines Tierchen in meine Mundh├Âhle bohrte. Als sich unsere Lippen schmatzend l├Âsten, fuhr sie mir mit ihrer Zunge ├╝ber die Lippen und die Nasenspitze. Der Geruch ihres Speichels wirkte auf mich wie eine verbotene Droge.
Ich ber├╝hrte ihre Br├╝ste mit gespreizten Fingern, unter denen sich ihre feste, weiche Haut spannte. Gierig k├╝ssten meine aufgeworfenen Lippen ihre Brusth├Âfe, saugten an ihnen und ├Âffneten sich, um meiner Zunge Platz zu machen, die um ihre Nippelchen streichen wollte.
„Das ist sch├Ân! Aber lass mich auch einmal!“ fl├╝sterte sie. Sie richtete ihren Oberk├Ârper auf, lutschte an meinen Brustwarzen und rieb ihr Kinn an der nicht allzu dichten Behaarung meiner Brust.
„Du riechst gut!“
Ich fasste ihre Schultern und dr├╝ckte sie z├Ąrtlich aufs Bett. Als ich in sie eindrang, jagten Schauer von Muskelbeben ├╝ber meinen R├╝cken. Begleitet von einem feinen, hellen St├Âhnen hob sie ihr Becken. Mit einer blitzschnellen Bewegung umschlang sie meine Brust. Wir machten eine Rolle, und im n├Ąchsten Augenblick lag sie ├╝ber mir. Mit be├Ąngstigender Kraft presste sie ihre Schenkel gegen meine H├╝ften, w├Ąhrend ihr Unterleib in stampfende Bewegung geriet.
Als sie sich ├╝ber mich beugte, schloss ich die Augen. Meine schwei├čbedeckte Wange klebte an ihrer. Ich dr├╝ckte meine Nase zwischen ihren Haaren in den Spalt zwischen Hals und Kinn. Ihre Haut roch nach Vanille, doch in den Haaren entdeckte ich wieder dieses bittere Aroma.
Dumpf sp├╝rte ich sie immer wieder auf mich niedersausen. Sie war stark - und sie wurde immer st├Ąrker. Weil sie alle Kraft aus mir heraussaugte, dachte ich. In meinem Glied staute sich rote Lava, mein Kopf war gef├╝llt mit einem milchigen Nebel.
„Das ist gut, Baby! Das ist wirklich gut!“
„Nein! Gar nichts ist gut!“ keuchte sie.
„Warum nicht?“ brummte ich aus den Tiefen meines genussvollen D├Ąmmers.
„Weil ihr nicht gut f├╝r uns seid. Die Alten haben eure Feuer gesehen, Das hat sie angelockt! Ihr habt uns immer fasziniert! Und - was habt ihr mit uns gemacht?“
„Du faszinierst mich auch!“ hauchte ich in tr├Ąge dahingleitenden Worten.
„Faszinieren? Ihr hasst unsere Freiheit! Na, los! T├Âte mich!“ schrie sie, w├Ąhrend ihr Becken auf mich niederstie├č.
„Pass auf! Gleich wirst du erleben, wie ich dich t├Âte! Ich werde dich t├Âten, dass dir H├Âren und Sehen vergeht!“
„Ihr k├Ânnt nur Sklaven lieben!“
Der Rhythmus ihrer H├╝ften beschleunigte sich.
„Nein, nein, nein! Ich liebe dich! Es ist v├Âllig egal, wer du bist!“ stammelte ich.
„Es gibt keine Liebe!“
„Doch!“
Das letzte Wort stie├č ich fast schreiend heraus, w├Ąhrend es hinter meinen geschlossenen Augen zu leuchten begann. Eine Art Urknall jagte durch meinen K├Ârper. Auch sie schrie. Dutzende Voodoonadeln durchbohrten meine Brust.
Ewigkeiten sp├Ąter schien sie sich ├╝ber mich zu beugen. Sie stupste meinem Oberarm mit ihrer Nase an und gab hastige, schn├╝ffelnde Ger├Ąusche von sich.
„Warum, glaubst du, bin ich gekommen?“ schrie sie unvermittelt. „Warum liegst du so niedlich und friedlich da?“ Noch nicht einmal ihre Ohrfeige vermochte mich aus meiner Trance zu l├Âsen. „Wir k├Ânnen nicht zusammenleben!“
„Es ist gut, mein Liebling!“ murmelte ich matt und leise.
Sie fing an zu lachen - ein kehliges, dunkles Lachen, das mich so erschreckte, dass es mir gelang, die Augen aufzuklappen. Speicheltr├Âpfchen schossen zwischen ihren Z├Ąhnen hervor und trafen mein Gesicht. Ihre Augen hatten sich zu kleinen unheimlichen Schlitzen verengt, als ihr Mund mein Ohr ber├╝hrte.
„Wei├čt du, warum ich dich noch nicht get├Âtet habe? Weil du ein guter Mann bist! Hast du keine Angst?“
„Angst? Nein!“
Dann schnappte sie zu. Ich schrie zwar auf, aber der Schmerz in meinem Ohrl├Ąppchen war so sch├Ân, so klar und strahlend, dass ich das Gef├╝hl hatte, mich in reine Energie zu verwandeln. Aus weiter Ferne sp├╝rte ich, wie sie immer wieder zubiss und mit den Z├Ąhnen an meinem Fleisch riss. Ihre Hand legte sich um meine Kehle, und ich freute mich ├╝ber die ausufernde Schw├Ąrze, in der fremde V├Âgel flatterten.
Noch bevor ich die Augen aufschlug, registrierte ich, wie mein Herz in meinem Ohr pochte. ├ächzend richtete ich mich im Bett auf und fuhr mit der rechten Hand an meinen Hals. Irgendwie musste sie mir nachts das Tuch umgebunden haben. Die Sonne schien durch die offene Balkont├╝r. Meine Brust war mit einem Karomuster roter Striemen ├╝berzogen. Vorsichtig tastete ich mit zwei Fingern mein Ohr ab. Es hatte sich ein dicker, schwammiger Gerinnungsklumpen festgesetzt. Sogar die Bettdecke war mit gro├čen Blutflecken bedeckt.
„Hast mich ganz sch├Ân erwischt, du Biest!“ knurrte ich und starrte auf die leere Stelle im Bett, an der sie vor Stunden noch gelegen hatte. Mir fiel auf, dass eine schmale, unterbrochene Blutspur vom Bett zum Balkon f├╝hrte. Das ist meins, dachte ich, wobei ein Schwindel langsam hinter meinen Augen zu rotieren begann. Als ich wieder etwas klarer sehen konnte, erkannte ich die kleinen, runden Abdr├╝cke im Blut. Sie erinnerten an Kleebl├Ątter.

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kaffeehausintellektuelle
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Lieber Volker

ich bin sehr unentschlossen, ob mir deine geschichte gefallen hat oder nicht. einerseits fand ich sie sch├Ân und sehr gut geschrieben, aber dann kamen wieder momente, wo ich genau das gegenteil dachte.
ich schreib dir jetzt einfach so, was mir durch den kopf geht, sehr unstrukturiert und selbstverst├Ąndlich sehr subjektiv.

also am anfang hab ich fast ├╝berlegt, gleich nach dem ersten satz wieder aufzuh├Âren mit dem lesen.

ÔÇ×Ihr Parf├╝m war dicht und s├╝├č, aber es mischte sich ein bitterer Hauch darunter wie der schw├╝le Atem der Erde, wenn sie sich still und bebend unter der Mitttagssonne dem Horizont entgegenstreckte.ÔÇť Das ist mir pers├Ânlich auch zu s├╝├č und zu schw├╝l und zu lang. aber es mag menschen geben, die solche formulierungen lieben.

dann las ich doch weiter und fand sehr sch├Ân, wie die beiden sich da kennengelernt haben, vor den w├Âlfen. und dachte, endlich wieder mal eine geschichte, wo uns nicht nur erz├Ąhlt wird, wie jemand den geschlechtsakt ausf├╝hrt.

.... als hielt(e) sie mich f├╝r einen Schw├Ąchling.

bei manchen poetischen formulierungen hab ich mir gedacht, da w├Ąre jetzt weniger mehr gewesen.

den gang eines wolfes w├╝rde ich nicht als ÔÇ×trabenÔÇť bezeichnen, das ist f├╝r mich mit pferden verbunden.

ÔÇ×Die Frau war nicht sehr gro├č, ihre zierliche Figur, die sich unter dem anthrazitfarbenen Hosenanzug abzeichnete, schien jedoch voller Kraft und Spannung.ÔÇť Diese Formulierung fand ich nicht so gelungen.
├ťberhaupt finde ich deine Beschreibungen manchmal sehr langatmig. Ich merke, dass ich mich immer sehr konzentrieren muss, mir dann ein Gesicht vorzustellen, wenn es so detailliert beschrieben wird. Ich lass da ├╝blicherweise lieber meine Phantasie spielen.

ÔÇ×Wollen wir das dumme Sie nicht lassen? Ich hei├če Silvina!ÔÇť
Wenige Minuten sp├Ąter steuerte ich mit Sivana ... (wie hei├čt sie nun wirklich? Ich nehme an Silvina, oder? Silva = Wald. An dieser Stelle hatte ich das erste mal eine leise ahnung, was es mit ihr auf sich hat)

Apartmenthaus - Appartementhaus

Wieder einmal erinnerte mich das Geb├Ąude an eine Stufenpyramide. Warum dem Architekten ausgerechnet ein babylonischer Tempel oder so etwas ├Ąhnliches als Vorbild in den Sinn gekommen war, w├╝rde wohl auf immer und ewig sein Geheimnis bleiben.

Einerseits finde ich ja solche gedanken ganz nett, andererseits lenken sie schon sehr ab. und noch andererseits frage ich mich, ob er das wirklich denkt, wo doch grad eine ziemlich fremde frau mit ihm sein haus betritt. ich w├╝rd wahrscheinlich denken. das geschirr steht noch in der k├╝che. das kleid liegt am boden .... etc. aber so unterscheiden sich die menschen.

Z├Âgernd wurde mir bewusst, dass es kaum mehr als f├╝nfzehn Minuten, nachdem wir den W├Âlfen zum Abschied gewunken hatten, dass ich neben dem Rattansessel stand und ihr ein Glas Chianti reichte. (der satz haut grammatikalisch nicht hin f├╝r mich. wurde ihm z├Âgernd bewusst, dass er neben dem sessel stand?)

Mit gekr├Ąuselter Stirn (ich versuche mir grad eine gekr├Ąuselte Stirn vorzustellen)

dann folgt wieder eine endlos lange beschreibung. der nachbar interessiert den leser hier nicht wirklich.

Silvina zog sich ihre roten Pumps aus, (selbstverst├Ąndlich geht die frau von heute mit roten pumps in den zoo!)
hob die kleinen, muskul├Âsen F├╝├če mit ihren runden Zehen auf die Sitzfl├Ąche und zog die Beine an. (ein paar adjektive weniger w├Ąre sch├Âner)

Es gefiel mir, dass sie sich so schnell zu haus (Hause) f├╝hlte.

ÔÇ×Es riecht nach Rind. Kalb oder Lamm w├Ąren wir lieber! Aber eigentlich wei├č ich gar nicht, worauf ich Appetit habe.ÔÇť
ÔÇ×Treffer - du hast recht! Das ist Rindersalami. (der treffer muss direkt an den geruch anschlie├čen.)

ÔÇ×Wohl etwas zu weich, oder? Ich gehe in den Zoo, schaue mir Raubtiere an und versuche, mich mit ihrer Kraft aufzuladen!ÔÇť (warum sagt er das jetzt? ich wei├č schon, weil du das f├╝r die pointe brauchst. aber normalerweise w├╝rde das kein mann sagen, nehm ich an. ich vermute mal, er w├╝rde sagen: nicht alles an mir ist so weich, oder so was in der art)

so poetisch (und in meinen augen leider auch ein bisschen kitschig) die beschreibungen sein m├Âgen, sie hemmen den lesefluss.

Die sexszene, na ja ich wei├č nicht. ein leichter unterdruck an m├Ąnnlichen geschlechtsorganen erregt mich nicht wirklich. ich frag mich, ob es die detaillierte beschreibung des sex hier ├╝berhaupt braucht?


.... dass sie ihren Bluson ausgezogen hatte (sagt man das wirklich?)

die Zunge im Mundwinkel eingeklemmt - autsch!

ÔÇ×Warum fasst du mich so an?ÔÇť Sie reckte das Kinn nach vorn. ÔÇ×Glaubst du etwa, ich bin dein Hund?ÔÇť Diese szene gef├Ąllt mir ausgesprochen gut. aber sie w├╝rde noch besser wirken, wenn du das davor nur andeuten und nicht explizit schildern w├╝rdest.

ÔÇ×Niedlich genug w├Ąrest du!ÔÇť (ein mann, der mich im bett als niedlich bezeichnet, der h├Ątte aber so eine watschn!)

... die um ihre Nippelchen streichen wollte. - hm.

Ich fasste ihre Schultern und dr├╝ckte sie z├Ąrtlich aufs Bett. Als ich in sie eindrang, jagten Schauer von Muskelbeben ├╝ber meinen R├╝cken. Begleitet von einem feinen, hellen St├Âhnen hob sie ihr Becken. Mit einer blitzschnellen Bewegung umschlang sie meine Brust. Wir machten eine Rolle, und im n├Ąchsten Augenblick lag sie ├╝ber mir. Mit be├Ąngstigender Kraft presste sie ihre Schenkel gegen meine H├╝ften, w├Ąhrend ihr Unterleib in stampfende Bewegung geriet.

da hab ich wieder mal das gef├╝hl, jemand will mir erkl├Ąren, wie man fickt. stampfende unterleiber find ich auch nicht wirklich gelungen.

Die Szene, wo dann klar wird, wer sie ist, die find ich wieder sch├Ân.
Und den schluss auch, wo du den bogen zum anfang wieder herstellst und die sache nur andeutest.


ich glaube, es w├╝rde sich lohnen, an diesem text noch weiter zu arbeiten.
wie gesagt, stellenweise hat er mir sehr gut gefallen, aber die details und die beschreibungen waren mir viel zu langatmig. eine radikale straffung w├╝rde dem text gut tun. und eine weniger schw├╝lstige sprache auch.

liebe gr├╝├če

die k.

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Volker Hagelstein
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Liebe Kaffeehausintellektuelle,
vielen Dank f├╝r deine Besprechung. Ich denke, dass du in vielem Recht hast.
Allerdings wei├č ich nicht, ob reines Straffen der richtige Weg w├Ąre, weil der Text dann m├Âglicherweise zu sehr in Richtung seichter Softporno gehen k├Ânnte.
Ich habe ja ein bestimmtes Ziel verfolgt, wollte das Zusammenprallen von animalischer Natur und menschlicher Zivilisation darstellen.
Aber ich erkenne, dass ich nicht die geeigneten Mittel eingesetzt und zu viel mit angedeuteter Symbolik gearbeitet habe, was dann nat├╝rlich auch Auswirkungen auf die Sprachwahl hatte. Wahrscheinlich ist der direkte Weg wieder einmal der bessere. Ich wei├č nicht genau, wann es sein wird, aber irgendwann werde ich diesen Text in diesem Sinne ├╝berarbeiten.
Wie du siehst, hast du mich mit deiner Rezension auf einer h├╝bschen kleinen ├ťbungsaufgabe sitzen lassen. Mal sehen, was daraus wird. Lehrreich ist es allemal.

Viele Gr├╝├če Volker

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