Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92216
Momentan online:
287 Gäste und 19 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Im Getränkeladen
Eingestellt am 25. 07. 2009 07:37


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
Kommentare: 8208
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um flammarion eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Renitent Juli 09

Letztens, an einem sehr heißen Sommertag, bekam ich ganz schrecklichen Bierdurst und eilte in den Getränkeladen um die Ecke. Schnell packte ich mein Quantum in den Wagen und dann ging es mit langen Schritten zur Kasse. Dennoch überholte mich ein dicklicher Mann mit einer Pulle Korn in der einen und einem Flaschenpfandbon in der anderen Hand. „Ich hab nur die Flasche“, säuselte er mit treuem Augenaufschlag und seiner Sache sicher, dass ich ihn vorlasse. Knurrig überließ ich ihm den Vortritt, es war ja außer uns niemand weiter da. Zwar hatte auch ich nur einen Posten, aber was soll s. Ich konnte sein Vordrängeln nicht verhindern.
Er stellte seine Flasche auf das Band und legte den Bon dazu. Dabei erklärte er der Frau an der Kasse, dass er leider beim Befüttern des Flaschenrücknahmeautomaten nicht nur etliche Flüssigkeit verplanscht hatte, sondern auch noch eine Flasche zu Bruch gegangen war, aber er hätte die Scherben sofort aufgehoben.
Die Kassiererin meinte: „Na, das ist ja nett von Ihnen. Ich schicke gleich jemanden zum Aufwischen“.
Das aber war für ihn Anlass, seinen gesamten Sermon mit weiteren Ausschmückungen zu wiederholen.
Die Kassenfrau drückte ihm das Rückgeld in die Hand und grinste verständnisvoll. Prompt begann der Suffkopp seinen Text noch mal von vorn. Da reichte es mir. Ich holte meine tiefste Bassstimme hervor und tönte: „So ne Leute ham wa jerne, erst vordrängeln und dann Volksreden halten!“
Er musterte mich erstaunt, steckte sein Geld weg und nahm seine Flasche vom Band. Nur gut, dass er jetzt nicht noch renitent wurde, denn eine noch tiefere Stimmlage stand mir nicht zur Verfügung . . .

__________________
Old Icke

Version vom 25. 07. 2009 07:37

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Aba mia jefällt`s!

Ich finde nicht, dass sich Beiträge im Tagebuchsektor ausschließlich mit der Heimkinderproblematik oder der Einschätzung zur Weltpolitik befassen sollten ...

Ich liebe solche kleinen Geschichtem, insbesondere, wenn sie so nett und pointiert erzählt werden. - Und die Sache mit der Basstimme kommt überraschend und stellt durchaus ein gelungener Schluss dar.

Renitente Grüße
Heidrun

(interessant, dass den Reds ausgerechnet dieses Thema eingefallen ist, so ganz spontan ... )

Bearbeiten/Löschen    


Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Für die flammende Marion

Hier klicken

quote:
Fallin`in love

Horch, da fliegt er wieder rein,
wird mein Wolpertinger sein!

Süß ist er und kuschlig weich
und befellt noch überreich,
Flügel hat er, zärtelnd schön,
und die liegen ohne Föhn!
Kitzeln spaßig die Geweihn,
ach, sie sind aus Elfenbein;
Augen hat er wie Opal,
noch viel kühner als ich mal ...

Freunde haben`s längst gesehn,
dass es ist um mich geschehn,
lass sie reden, schweig fein still,
kann ja kosen, wen ich will!

© Renitentia II.

P.S.: Das schöne Foto hat aber Marie-Luise gefunden!

Bearbeiten/Löschen    


Spaetschreiber
Guest
Registriert: Not Yet



@suzah
Dieser Text steht unter: „Tagebuch“. Da schreibt man so seine Erlebnisse, Beobachtungen des Tages hinein. Literarischen Wert soll das nun ja nicht wirklich haben. Spontanität ist hier der Kern der Texte, denn diese ist immer ehrlich, schnell und wahrhaftig. Genauso lese ich ihn, nichts weiter. Wenn ich mir diese Situation gut vorstellen kann, eben auch nur mit diesen einfachen Worten einer biergierigen, kleinen Einkäuferin, dann gibt’s daran nichts herum zu mäkeln. Natürlich kann man alles auch immer anders machen. Aber in dieser Kategorie der Leselupe die selbem Maßstäbe anzulegen wie in allen anderen Foren, widerspricht doch dem Kerngedanken eines Tagebuchs. Ein „Hochloben“ meinerseits kann ich nicht erkennen.

Ups, gerade bemerke ich, dass man sogar eine Bewertung abgeben kann. In einem Tagebuch? Wer hat sich denn das ausgedacht. Dann werde ich das mal sofort erledigen. Schade, dass es nicht möglich ist, hundert Punkte zu verschleudern, das würde ich glatt machen.

LG
Tom

Bearbeiten/Löschen    


12 ausgeblendete Kommentare sind nur für Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zurück zu:  Tagebuch - Diary Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!