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Leselupe.de > Ungereimtes
Im Novembernebel
Eingestellt am 05. 10. 2006 03:37


Autor
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heike von glockenklang
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Im Novembernebel


Alterndes Herz erf├╝llt durch reine kindliche Freude
Erntedank mit Lobeshymnen und Ährengold
Gestern noch leuchteten goldene Oktoberfarben
Ich tr├Ąumte mich dazu in ein festliches Gewand
Tankte von der F├╝lle den Frieden und die Gl├╝ckseligkeit

Vergessen dass sinnengraue Klagen welches
mir allj├Ąhrliches Novemberwetter bescherte
Nur ein Mondzyklus noch bis die Dunkelheit
Das Geheimnis seiner Embryonen gebiert.

Schnell kam der Novembernebel
Ich irrte umher wusste weder
Wo ich stand noch ahnte ich die Richtung
Wohin meine Zukunft mich lockte
Die Leere dr├Âhnte in meinem Kopf
Das Gef├╝hl ausgebrannt zu sein
Bohrte sich in meine Magengegend

Angst vor Morgen schn├╝rte mir ein
Enges Korsett w├Ąhrend in meinen
Alten Schuhen die rostigen N├Ągel
Meiner Kindertage steckten

Aus wund gelaufenen F├╝├čen tropfte
Blutrot die S├╝nde jener die
Einem unbedarften Menschenkind
Das F├╝rchten lehrten.
St├Ąndige Begleiterin
Nicht greifbar doch immer nah
Die Bilder von Damals
Schemenhaft hielten sie Einzug
Im Dunstkreis des Novembernebels
Aus Leibeskr├Ąften von D├Ąmonen getrieben
Schrie all meine Not ins Nebelgrau.

J├Ąhzorn erf├╝llte mich
Mit der Kraft einer Walk├╝re
wollte ich B├Ąume f├Ąllen
Die Sonne aber erhellte
Das Tr├╝bsal meiner Herzensklage
Sie zeigte Wege durchs Moorland
Und sandte mir einen Helfer
beim Br├╝ckenbau ├╝ber
die S├╝mpfe der Vergangenheit

Eduard die Kr├╝cke aus Ebenholz


H. Keuper-G / 3.10.06
__________________
Wenn das Leben dir einen Kinnhaken gibt, k├╝hle dein Kinn und lass dich auf deinem Weg nicht beirren.
H Keuper-g /13.07.06

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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

Ich sp├╝re, dass du in dieses Gedicht viel M├╝he und Gef├╝hl
investiertest.
Kraftvolle Sprache. Der November ist leider sehr greifbar.

bon.

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namaqool
Hobbydichter
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meine interpretation:

~

der protagonist wird ├Ąlter, geht in den herbst. wie auch das jahr. und der november kommt. dann wird dezember sein. und dann ist es aus. deshalb die gedanken ├╝ber das vergangene. schmerz, wut und trauer.

aber der geist k├Ąmpft, der h├Ąlt sich. noch h├Ąlt er sich.

der k├Ârper braucht mittlerweile hilfe.

dank eduard stirbt die hoffnung zuletzt.

~

sch├Ân heike. sehr sch├Ân. sch├Ân traurig.
__________________
Ph├Ânix ist ein anderer.

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Law
Guest
Registriert: Not Yet

@ Heike,

ich finde den Text sehr gut, inhaltlich reich formuliert(z.B. die rei├čzwecken der Kindheit) und eben was die Wertung aussagt, durchaus ein Gewinn f├╝r die Leselupe. Allerdings ist mein herbstbild ein sehr sch├Ânes und ich konnte dem protagonistin nicht richtig selbst nachf├╝hlen, wie ich dieses oft bei anderen Themen von dir kann.

LG
Law

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heike von glockenklang
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hallo ralph,

erstmal herzlichen dank f├╝r deinen kom und die starke sprache. dukennst ja das das hinschreiben erstmal nach einer intuition erfolgt... und sp├Ąter dann wenn man beginnt dar├╝ber nachzudenken f├Ąngt die eigentliche arbeit erst an... und hier habe ich aus einem tiefen berd├╝rfnis heraus sher lange nachgedacht ob einzelen worte oder s├Ątze auch wirklich das sagen was ich ausdr├╝cken wollte.
ja du hast recht der november ist sehr realund greifbar... man kann ja denjahreszeiten nicht wirklich andere namen oder bedeutungen zuordnen. es ist auch so gewollt ... weil man dem november meines wissens nach die graueste depressivste, wochen im jahreszyclus zuordnen.
in dem gedicht ist sehr vieles sehr real... allerdings bewu├čt lyrisch verpackt.
lieben gru├č heike
__________________
Wenn das Leben dir einen Kinnhaken gibt, k├╝hle dein Kinn und lass dich auf deinem Weg nicht beirren.
H Keuper-g /13.07.06

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heike von glockenklang
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lieber nama,


was du schreibst bedeutet mirsehr, sehr viel, duhast n├Ąmlich den nagel auf den kopf getroffen oder besser noch...den kern des gedichtet geoutet.

quote:
der protagonist wird ├Ąlter, geht in den herbst. wie auch das jahr. und der november kommt. dann wird dezember sein. der dez. ist zwar kalt und stil nicht farbenfroh... aber er hat oft etwas heiliges... seinen eigenen glanz insofern der schnee und das eis mitspielen.
und dann ist es aus. das jahr geht zu ende... ein neues kommt..aber was f├╝r eins...was wird es dem prot. bescheren... es macht ihm angst nicht zu wissen was auf ihn zukommt...innere leere...deshalb die gedanken ├╝ber das vergangene. schmerz, wut und trauer.

aber der geist k├Ąmpft, der h├Ąlt sich. noch h├Ąlt er sich.

der k├Ârper braucht mittlerweile hilfe.

dank eduard stirbt die hoffnung zuletzt.
├╝ber diesen satz mu├č ich heftig

schmunzeln ...wenn er auch mal wieder voll ins schwarze trifft.
du sagst mit wenigen zeilen woran ich eine ganze ungeschlafene nacht gearbeitet und gedacht habe.
~

sch├Ân heike. sehr sch├Ân. sch├Ân traurig.

ja namaqool, ein elange lebensgeschichte hat auch ihre traurigkeiten...
und die erfahrung umzukippen, seine kleider auszusch├╝tteln und wieder audzustehen.
"thats live".
vielen lieben dank f├╝r deinen kom.

__________________
Wenn das Leben dir einen Kinnhaken gibt, k├╝hle dein Kinn und lass dich auf deinem Weg nicht beirren.
H Keuper-g /13.07.06

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