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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Im Pensionistenheim
Eingestellt am 17. 07. 2008 20:07


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bittersweetsymphony
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Aus dem Leben gegriffen – eine kinderreiche Frau mit Durchsetzungsvermögen


Ich muss gestehen, es klingt eher wie die Schimäre einer romantischen Schriftstellerin oder wie ein opulent-kitschiger Liebesfilm. Doch anscheinend gibt es sie auch im wahren Leben, die klischeehaften Kennenlernszenarien und Dauerhafte-Liebe-Ehen: zumindest bei Frau Kaiser. Durch den Freund ihrer Schwester lernt sie ihren späteren Mann kennen, sie verabreden sich öfter gemeinsam zum Kino, schwingen bald das Tanzbein und schon sind sie selig verliebt. Er war und bleibt bis heute ihre große Liebe, sagt sie. Schlicht und kurz, aber doch überzeugend und eindringlich, sodass ich nicht den Mut aufbringe, nach anderen Männern oder Liebschaften zu fragen.


Ein bisschen stur muss sein…

Eine Schwester macht eine Stippvisite, soll irgendein Pflaster setzen. Nein, das war erst gestern, erwidert Frau Kaiser vehement. Nein, das war schon vor drei Tagen, korrigiert sie die adrette Schwester liebevoll und lächelt. Redet vom Allwissen der Schwestern und verlässt nach getaner Arbeit das Zimmer. „Und es war doch gestern!“, setzt die gealterte Frau trotzig hinzu und bringt mich zum Schmunzeln. Ich entdecke ein bisschen von mir selbst an ihr; diese unverblümte Art, wenn es die eigene Meinung zu verteidigen und sich durchzusetzen gilt. Das ist schade, sagt sie, hier beginnt man doch schon an sich selbst zu zweifeln. Ich nicke verständnisvoll, bevormundet und bemuttert zu werden mag schließlich keiner gerne.


Die „12 Jünger“ der Frau Kaiser

Frau Kaiser verbringt ihre Kindheit mit einer schwerkranken Mutter, um die sie sich rührend kümmert, deren Pflichten sie auch größtenteils übernimmt, und mit einem Vater, der öfter fort ist als daheim. Sie wächst zu einer selbstständigen, verantwortungsbewussten jungen Frau heran, die für ihre jüngeren Geschwister sorgt und die für ihre kleine Schwester Babysitterin spielt. Sie heiratet mit 21, wird schwanger mit dem ersten Kind. Ich spitze die Ohren und bin sprachlos, als sie mir verrät, dass sie zwölf Kinder geboren hat, obwohl sie anfangs nur zwei wollte. Doch sie liebt sie, ihre Nesthäkchen, die sich fast alle wie kleine Küken in wohliger Nähe zur Mutter rund um Wels angesiedelt haben. „Sie sind das Wichtigste in meinem Leben, das Um und Auf“.
Während des Krieges schenkt sie in der Bahnhofsküche Suppe für Soldaten aus, meidet aber jegliche politischen Aktivitäten. Sie hört auch keine verbotenen Sender, das Risiko ertappt zu werden ist zu groß und bedrohlich. Nach 1945 fährt sie mit ihrem Mann zweimal nach Mauthausen, die Ausmaße der Kriegsverbrechen werden ihnen erst im Nachhinein bewusst. Sie tun es wohl aus einem Pflichtbewusstsein heraus, hegen vielleicht Schuldgefühle.
Leider stirbt ihr Mann sehr bald, sie muss sich von nun an alleine mit den jüngeren Sprösslingen durchkämpfen. Eine Haushaltshilfe wird der vielköpfigen Familie vom Gericht zugewiesen, trotzdem entscheiden sich die Kaisers dagegen.


UngenieĂźbare Schokolade

Immer wieder entsinnt sich Frau Kaiser neuer, erheiternder Anekdoten, und mir scheint, sie kennt unendlich viele davon. Ich bin fasziniert von diesen Begebenheiten, aufregend und von großer Bedeutung für die alte Frau. Der schwarze Fallschirmjäger, der die Kinder in die Flucht schlägt und der Amerikaner, der mit ihrer Familie Weihnachten feiert; die erste Schokolade in der Auslage, die Furore macht und alle in ihren Bann zieht, aber eigentlich gar nicht gut schmeckt, und ihre heißgeliebte Oma, die ihr Geschichten vom Mond erzählt. Warum der Mond in Czernowitz (in Rumänien) so groß erscheint, hat sie ihr erklärt. „Und es stimmt, der Mond ist dort wirklich größer“, sagt die frohmütige alte Frau und strahlt vergnügt.

(Name wurde aus Datenschutzgründen geändert)

Version vom 17. 07. 2008 20:07
Version vom 23. 07. 2008 16:03

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jon
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Schöner Entwurf, dieses … Porträts? … aber irgendwie unfertig wirkend. Zum Beispiel fehlt, in welcher Situation die Autorin diese Bekanntschaft macht und wie die Begegnung "endet". Auch wäre extrem hilfreich für die Stimmung, das Nachempfinden, zu erfahren, was dich, liebe Nadine, so an der Frau fasziniert hat, dass du es aufschreiben musstest. Zu Anfang dachte ich, es ginge um eine Liebesgeschichte, mittendrin blitzt kurz die Idee auf, du wärst von der Kinderzahl fasziniert gewesen – zu keinem der beiden Themen ist wirklich "Stoff" in dem Text.
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bittersweetsymphony
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hallo!
danke fĂĽr die kritik
die sache ist die: ich hab vorgehabt so eine art kolumne zu schreiben, kleine lebensausschnitte von pensionisten zu erzählen, die ihren lebensabend im heim verbringen. ich hab dafür die leute besucht, weil meine mum dort arbeitet hatte ich leichten zugang, und ich habe auch mit dem chef vereinbart, dass er die texte an einen freund weiterleitet, der bei einer kleinen stadtzeitung arbeitet um sie eventuell zu veröffentlichen (oder zumindest eine professionelle kritik zu bekommen). der chef ist leider in pension gegangen und naja - wie soll ich das höflich formulieren - nicht gerade der hellste und er hat in seinem letzten vor-rentnerischen tätigkeiten wohl darauf vergessen... ich hab noch zwei andere texte geschrieben, ich stell sie mal rein, würd mich auch da über kritik freuen.

Liebe grĂĽĂźe,
nadine

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jon
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Ah ja … Danke für die Hintergrundinfo. Das heißt also, dass der Text eigentlich "kurz und knackig" sein soll. Für's Internet oder eine "normale Textsammlung" müsste/könnte man den Text farbiger, breiter ausmalen – in diesem Fall muss man ihn eher "intensivieren":



quote:

Aus dem Leben gegriffen – eine kinderreiche Frau mit Durchsetzungsvermögen


Das ist gut als Arbeitstitel („Was will ich vermitteln?“) –als Überschrift (in einer Zeitung zumal) eher ungeeignet, da muss es kürzer, knackiger sein.

quote:
Ich muss gestehen, es klingt eher wie die Schimäre einer romantischen Schriftstellerin oder wie ein opulent-kitschiger Liebesfilm. Doch anscheinend gibt es sie auch im wahren Leben, die klischeehaften Kennenlernszenarien und Dauerhafte-Liebe-Ehen: zumindest bei Frau Kaiser.


Wenn du so viel Platz (Zeitungskolumnen sind eher sehr kurz) für diese Einleitung verwendest, muss der rest sich ganz diesem Thema unterordnen. Tatsächlich steht im „Rest“ aber nichts, was auch nur annähernd von dieser „Dauer-Liebe“ erzählt …

quote:
Durch den Freund ihrer Schwester lernt sie ihren späteren Mann kennen, sie verabreden sich öfters gemeinsam zum Kino, schwingen bald das Tanzbein und schon sind sie selig verliebt. Er war und bleibt bis heute ihre große Liebe, sagt sie. Schlicht und kurz, aber doch überzeugend und eindringlich, sodass ich nicht den Mut aufbringe, nach anderen Männern oder Liebschaften zu fragen.

… bis auf dies, was aber kaum mehr als „Kurzinfo + Behauptung“ ist.
Ich weiß, dass es inzwischen üblich ist, aber ich persönlich finde die inflationäre Benutzung der Gegenwartsform beim Wiedergeben von Vergangenem als unpassend. Es ist nicht nur erzähltechnisch unlogisch, man beraubt sich auch eines Stilmittels für wirklich „spannende“, „actionreiche“ Passagen der Biografien.
„öfter“ (hochdeutsch) nichts „öfters“ (regional)

quote:

Ein bisschen stur muss sein…

Eine Schwester macht eine Stippvisite, soll irgendein Pflaster setzen. Nein, das war erst gestern, erwidert Frau Kaiser vehement. Nein, das war schon vor drei Tagen, korrigiert sie die adrette Schwester liebevoll und lächelt. Redet vom Allwissen der Schwestern und verlässt nach getaner Arbeit das Zimmer. „Und es war doch gestern!“, setzt die gealterte Frau trotzig hinzu und bringt mich zum Schmunzeln. Ich entdecke ein bisschen von mir selbst an ihr; diese unverblümte Art, wenn es die eigene Meinung zu verteidigen und sich durchzusetzen gilt. Das ist schade, sagt sie, hier beginnt man doch schon an sich selbst zu zweifeln. Ich nicke verständnisvoll, bevormundet und bemuttert zu werden mag schließlich keiner gerne.


Das ist ein hübscher Einschub, der aber angesichts des Platzmangels eher Verschwendung ist, da er ein völlig anderes Thema als „kinderreiche Frau mit Durchsetzungsvermögen“ beschreibt. Dass Frau Kaiser trotzt, ist in dieser Situation KEIN Zeichen von Durchsetzungsvermögen – eher von Rechthaberei. Durchsetzungsvermögen wäre gewesen, wenn sie erfolgreich darum gekämpft hätte, dass das Pflaster nicht gesetzt wird. Aber auch nur, wenn die Schwester sich nachweislich tatsächlich geirrt hat, ansonsten ist es Altersstarrsinn oder so. Es ist wichtig, dass die „Belege“ für die Charakterisierung exakt sitzen – in langen Texten kann man ein ganzes Bilderbuch zum Charakterisieren malen, bei so kurzen Texten muss ein Bild ausreichen.

quote:
Die „12 Jünger“ der Frau Kaiser

Frau Kaiser verbringt ihre Kindheit mit einer schwerkranken Mutter, um die sie sich rührend kümmert, deren Pflichten sie auch größtenteils übernimmt, und mit einem Vater, der öfter fort ist als daheim. Sie wächst zu einer selbstständigen, verantwortungs-bewussten jungen Frau heran, die für ihre jüngeren Geschwister sorgt und die ihre kleine Schwester hütet.

Das ist „Bericht mit Floskeln“ (selbstständige verantwortungsbewusste junge Frau) – nichts „Fühlbares“.
Woher weißt du, dass sie sich „rührend (!) kümmerte“?
Wie: sie „sorgt für die jüngeren Geschwister und hütet die kleine Schwester“? Warum hütet sie die andern nicht?

quote:
Sie heiratet mit 21, wird schwanger zum ersten Kind.

„schwanger mit dem ersten Kind“

quote:
Ich spitze die Ohren und bin sprachlos, als sie mir verrät, dass sie zwölf Kinder geboren hat; obwohl sie anfangs nur zwei wollte.


Was ist so erstaunlich? Dass sie 12 Kinder hat oder dass sie sie hat, obwohl sie nur 2 wollte? Wenn letzteres: Was ist daran erstaunlich?

quote:

Während des Krieges schenkt sie in der Bahnhofsküche Suppe für Soldaten aus, meidet aber jegliche politischen Aktivitäten. Sie hört auch keine verbotenen Sender, das Risiko ertappt zu werden ist zu groß und bedrohlich. Nach 1945 fährt sie mit ihrem Mann zweimal nach Mauthausen, um die schrecklichen Kriegsverbrechen aufzuarbeiten.


Gut: Sie bekennt sich als „unpolitisch“. Aber: Was muss sie denn für „Kriegsverbrechen aufarbeiten“? Du bist hier einer Phrase aufgesessen, die in diesem Zusammenhang leer bleibt.

quote:
Nach 1945 fährt sie mit ihrem Mann zweimal nach Mauthausen, um die schrecklichen Kriegsverbrechen aufzuarbeiten. Doch ihr Mann stirbt sehr bald, …


Heißt das, wäre er nicht gestorben, hätte sie ihn noch öfter hingeschleppt?
Übrigens: Was hat ihr Mann in dieser Zeit gemacht, als sie „unpolitisch war“?

quote:
sie muss sich von nun an alleine mit den jüngeren Sprösslingen durchkämpfen. Eine Haushaltshilfe würde der vielköpfigen Familie vom Gericht zugewiesen, trotzdem entscheiden sich die Kaisers dagegen.

von nun an allein / wird zugewiesen
Das „trotzdem“ ist falsch. „Sie hätten Hilfe brauchen können, hätten sie auch kriegen können, trotzdem nahmen sie sie nicht an.“ ODER „Sie hätten Hilfe kriegen können, aber sie nahmen sie nicht an.“
Übrigens: Wieso weißt ein GERICHT ihr eine Haushaltshilfe zu? Das heißt doch, sie hat sie der Vernachlässigung (oder so) schuldig gemacht – oder?

quote:
Immer wieder entsinnt sich Frau Kaiser neuer, erheiternder Anekdoten, und mir scheint, sie kennt unendlich viele davon. Ich bin fasziniert von diesen Begebenheiten, aufregend und gewiss nicht bedeutungslos.


„gewiss nicht bedeutungslos“ heißt so viel wie „aber eigentlich stinklangweilig“.

quote:
Der schwarze Fallschirmjäger, der die Kinder in die Flucht schlägt KOMMA und der Amerikaner, der mit ihrer Familie Weihnachten feiert; die erste Schokolade in der Auslage, die Furore macht und alle in ihren Bann zieht, aber eigentlich gar nicht gut schmeckt, und ihre heißgeliebte Oma, die ihr Geschichten vom Mond erzählt. Warum der Mond in Czernowitz (in Rumänien) so groß erscheint, hat sie ihr erklärt. „Und es stimmt, der Mond ist dort wirklich größer“, sagt die frohmütige alte Frau und strahlt vergnügt.

Das wirkt alles wie angehängt – besser wäre eine Geschichte, die die Grundaussage des Textes (noch mal bestätigt.
Was soll denn jetzt der Schwenk nach Rumänien? Und warum strahlt sie vergnügt?



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hm naja...dann hab ich mich mit der Kolumne wohl doch eher vergriffen (in der Bezeichnung mein ich). Was auch immer es ist, ich wĂĽrde es wohl doch eher im Spectrumteil oder unter dem Ressort Zeitgeschichte erscheinen lassen.

Kennst du zufällig die Kolumne Amanshausers Welt aus der Presse (österreichische Zeitung)? Ich gehe davon aus, dass du aus Deutschland bist und sie wahrscheinlich nicht kennst, oder? (Wobei das glaub ich auch als Buch erschienen ist und jetzt regelmäßig Auszüge in der Zeitung veröffentlicht werden). Jedenfalls sehe ich meine porträtähnelnde Kolumne (ich hab echt keine Ahnung wie ich es nennen soll) in Anlehnung an Amanshausers Welt, also vom Stil her. Falls dichs interessiert, stell ich hier einen Link rein: Hier klicken

Ich habe versucht, die Informationen, die mir die Pensionistin gegeben hat möglichst gut in eine Geschichte zu verpacken, möglichst viel aus ihrem Leben zu erzählen ohne es langweilig wirken zu lassen...Das hab ich gar nicht so einfach gefunden, weil sie mir natürlich auch nicht alles erzählt hat und ich sehr vorsichtig beim Fragen sein musste. Sie war ja meine einzige Informationsquelle...

quote:
Das ist „Bericht mit Floskeln“ (selbstständige verantwortungsbewusste junge Frau) – nichts „Fühlbares“.
Woher weißt du, dass sie sich „rührend (!) kümmerte“?
Wie: sie „sorgt für die jüngeren Geschwister und hütet die kleine Schwester“? Warum hütet sie die andern nicht?

das hab ich aus ihren Erzählungen geschlossen...dass sie viel verantwortung trägt, weil ihre Mutter krank ist und sie quasi das Familienoberhaupt wird (weil der Vater ja auch nie da ist), sich um die geschwister kümmert.
Die Worte sind wohl nicht gut gewählt..sie musste oft auf ihre kleinste Schwester aufpassen, Babysitterin spielen. Die andern waren schon älter und mussten nicht mehr "gehütet" werden.

quote:
„öfter“ (hochdeutsch) nichts „öfters“ (regional)

oh danke, das wusste ich nicht...werd ich sofort ändern...


quote:
Was ist so erstaunlich? Dass sie 12 Kinder hat oder dass sie sie hat, obwohl sie nur 2 wollte? Wenn letzteres: Was ist daran erstaunlich?

Muss ich also umformulieren...wobei ich damit tatsächlich beides ausdrücken wollte. Letzteres - klar, keine Verhütungsmittel...


quote:
Gut: Sie bekennt sich als „unpolitisch“. Aber: Was muss sie denn für „Kriegsverbrechen aufarbeiten“? Du bist hier einer Phrase aufgesessen, die in diesem Zusammenhang leer bleibt.

hmm...in ihrer Erzählung hab ich gespürt, dass sie wohl einfach das Gefühl hatte, den Opfern das schuldig zu sein. Weil sien selber nichts dagegen unternommen hat - gegen die Massenvernichtung Hitlers. Ich bin mir im Klaren darüber, dass sie das mehr aus Pflichtbewusstsein getan hat.
Du musst aber bitte bedenken, dass ich das nicht schreiben hätte können. Ich soll bei diesen Texten die Menschen in einem positiven Licht erscheinen lassen, dabei ein bisschen was über ihr Leben erzählen, WENN sie veröffentlicht werden sollen, was ich natürlich wollte (das wurde mir natürlich nicht direkt gesagt, aber ich hab es auch so verstanden).
Deswegen manchmal - oder öfter - diese nichtssagenden Floskeln zur Beschönigung...


quote:
Heißt das, wäre er nicht gestorben, hätte sie ihn noch öfter hingeschleppt?
Übrigens: Was hat ihr Mann in dieser Zeit gemacht, als sie „unpolitisch war“?

...ja das ist wirklich eine unglĂĽckliche Formulierung
- was ihr Mann machte, darĂĽber hab ich leider nichts erfahren

quote:
Übrigens: Wieso weißt ein GERICHT ihr eine Haushaltshilfe zu? Das heißt doch, sie hat sie der Vernachlässigung (oder so) schuldig gemacht – oder?

Hmm...diese Information hab ich von ihr bekommen..vielleicht -und das war, wie ich mich jetzt entsinne tatsächlich mehrmals so - ist ihr die genaue bezeichnung für etwas nicht eingefallen, ich musste ihr auf die sprünge helfen, wörter vorschlagen, so sind wir wohl in diesem Fall bei einer falschen bezeichnung gelandet. kann aber auch sein, dass es das gericht war. sie ist nicht näher drauf eingegangen...

quote:
„gewiss nicht bedeutungslos“ heißt so viel wie „aber eigentlich stinklangweilig“.

gut zu wissen...

quote:
Das wirkt alles wie angehängt – besser wäre eine Geschichte, die die Grundaussage des Textes (noch mal bestätigt.
Was soll denn jetzt der Schwenk nach Rumänien? Und warum strahlt sie vergnügt?

mir gefällt der schluss eigentlich recht gut...aber mir ging es auch nicht darum eine "grundaussage" in diesem text zu haben, weil es eben eine biografische kolumne ist (<-- ja, diese bezeichnung gefällt mir )
sie strahlt vergnügt, weil sie sich an die oma erinnert. schöne erinnerungen eben - die frau wird nostalgisch




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jon
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Auch Biografien haben – wie jeder gute Text – "Grundaussagen". Wenn man einen Menschen per Biografie porträtiert oder – wie hier eigentlich – "nur" porträtiert, dann ist die Grundaussage "dieser Mensch ist …".
Je kürzer der Text, desto kürzer die Begegnung des Lesers mit dem Porträtierten und desto "einfacher" die Aussage. "Sie ist kämpferisch." "Sie ist lebensfroh." "Sie hatte die perfekte Ehe und zehrt noch heute davon." – für mehr ist in dieser Kolumnen-Länge kaum Platz, wenn man es nachvollziehbar zeigen und nicht bei Behauptungen lassen will.

(Der Link zu dieser Reise-Kolumne funktioniert nicht richtig – ich werd immer wieder rausgeworfen, kann also nichts dazu sagen, inwieweit deine Texte zum Anspruch "so" zu sein, genügen. Oder ob es überhaupt sinnvol ist, Porträts "so" zu machen …)
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