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Leselupe.de > Gereimtes
Im Restaurant und mittenmang
Eingestellt am 19. 06. 2005 15:08


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Walther
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Im Restaurant und mittenmang


Ich sitze hier und denk, ich döse.
Da fĂ€hrt’s hinein in das Gekröse
Und es entfÀhrt mit viel Getöse
Ein dumpfer Pups: Welch eine BlĂ¶ĂŸe!

Ich sitze still und denke bloß,
Was ist mit den GedÀrmen los!
Die Furcht und Angst sind riesengroß,
Dass erstem folgt ein zweiter Stoß!

Wenn einer sitzt im Restaurant,
So ganz zentral und mittenmang,
Dann wird es einem richtig bang,
Wenn laut sich bahnt ein solcher Klang!

Man ist im Tiefsten sehr betroffen
Und rutscht unruhig auf den Stoffen,
Verzweifelt schwitzend leis zu hoffen,
Dass der Verursacher blieb offen.

Mir hilft nur eines: Ruhig bleiben.
Will sich der nÀchste rasch entleiben,
Gilt es die HĂ€nde laut zu reiben,
Um die GerÀusche zu vertreiben.

Ich greif entschieden nach der Tasse.
Zur Ablenkung gehört schon Klasse.
Die ich jetzt stark aufblitzen lasse.
Wie ich das laute RĂŒhren hasse!

Der nÀchste, der wird eingeklemmt.
Es wird mit Todesmut gehemmt,
Was seinen Austritt hÀlt und stemmt.
Es spannt der Bauch im Unterhemd.

Nun heißt’s, die Tasse abzusetzen.
Und aufzusteh’n, ohne zu hetzen
Den andren Gast nicht sehr vergrÀtzen,
Nur die Sitten nicht verletzen,

Doch eilig zum Entsatz zu schreiten,
Luftig durchs Lokal zu reiten,
Um dem ein Ende zu bereiten,
Wobei leicht weitere entgleiten.

Ich lÀchle beinah gönnerhaft.
Ist die Erleichtrung mir verschafft.
Schnurz ist’s, wenn jetzt noch einer gafft.
Ich setze mich. Und bin erschlafft.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Udogi-Sela

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Menschlich Allzumenschliches

Zu diesem anrĂŒchigen Werk möchte keiner einen Kommentar abgeben. Vielleicht, weil der Pups ja schon fĂŒr sich selbst spricht.
Aber es wurde doch Zeit, dass (mal wieder) etwas zu dieser allzu menschlichen Körperregung geschrieben wurde. Jeder verspĂŒrt dieses innerliche Rumoren von Zeit zu Zeit und jedem ist es peinlich, wenn ein anderer das mitkriegt. Grade weil es jedem so peinlich ist, kann man ĂŒber diesbezĂŒgliche Missgeschicke so prima lachen.
(In diesem Fall schreibt ein „Ich“, und nimmt sich selbst auf den Arm.)
Mir fallen zu diesem Thema immer Zeilen eines Gedichts von Fritz Grasshoff ein: „Es war Herr Prunz von PrunzelschĂŒtz...“

Luftanhaltende GrĂŒĂŸe
Udo

__________________
Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem höchsten Punkt der Insel. (Kafka)

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Walther
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Blödsinn

Hallo Udo,

in der Tat muß nicht jeder Reim einen sittlichen NĂ€hrwert haben. Und sich auf die eigenen Kosten einen Spaß zu machen ist allgemein die unblutigste und damit ungefĂ€hrlichste Form desselben. Denn dann kann einfach niemand mit einem böse sein, es sei denn, der Spaß ist keiner.

Ich hoffe nun, daß auch ohne Kommentare das Lesen wenigstens erheitert hat. Bei Dir war das ja der Fall, und mehr ist dieses kleine Reimwerk auch nicht. Es sei denn, man hat etwas fĂŒr technische komplexe Reimschemata ĂŒbrig.

Es hat jedenfalls Spaß gemacht, es zu schreiben. Und Dein netter Kommentar natĂŒrlich auch. Obwohl ich kaum die Hoffnung habe, bei zukĂŒnftigen Werken dieses Zielrichtung einmal aus dem GedĂ€chtnis zitiert zu werden. Aber freuen wĂŒrde das ja schon, der Traum des Dichters ist es doch, einmal ein geflĂŒgeltes Wort zu hinterlassen, so einen kleinen Zweizeiler, wie etwa:

"Der Worte sind genug gewechselt,
Nun laßt uns endlich Taten sehn!"

Hier lieber nicht, wĂŒrde man Schiller am liebsten zurufen, aber so zitiert zu werden, das hĂ€tte schon sein eigenen Charme. Aber bitte zu Lebzeiten, wenn schon, denn schon...

Lieber Gruß

W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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