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Leselupe.de > Kurzprosa
Im Souterrain
Eingestellt am 23. 06. 2008 17:29


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Perry
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Im Souterrain

Wissen sie wie das ist, Tag f├╝r Tag nur Beine zu sehen. Selbst wenn ich mich strecke, erhasche ich sie maximal bis zum Knie. Die in den langen Hosen nehme ich l├Ąngst nicht mehr wahr, nur die wohlgeformten nackten blo├čen schlagen mich in ihren Bann, mit ihrem Schwung, ihrer Eleganz, wie bei einem irischen Stepptanz. Stundenlang sehe ich zu, wie sie schreiten, die Schenkel sich kokett schlie├čen und wieder weiten. Inzwischen habe ich ein favorisiertes Paar mit Netzstr├╝mpfen und Stilettos.
Wissen sie wie das ist, sich unsterblich in zwei Flamencobeine zu verlieben. Selbst nachts im Liegen noch den Kastagnettenklang ihrer St├Âckel zu h├Âren. Es ist, wie ein Leben lang nur ein St├╝ck vom Himmel zu sehen.

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Hakan Tezkan
Guest
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oh perry,

du hier in der prosa? gar in (meiner) kurzprosa? das freut mich aber.
wollen wir mal loslegen:
inhaltlich ist alles relativ klar. da sitzt jemand im kellergeschoss und kann durch das fenster lediglich die beine der menschen betrachten. im weiteren verlauf erz├Ąhlt dieser ich-erz├Ąhler uns von seinen vorlieben und f├╝hrt zur antwort auf die frage, wie es ist, "tag f├╝r tag nur beine zu sehen". deine antwort darauf lautet "es ist, wie ein leben lang nur einen st├╝ck vom himmel zu sehen".
die interpretation f├Ąllt hier ziemlich einfach. jemand, der sich quasi vergraben hat, oder eingesperrt wurde, (ob der ich-erz├Ąhler aktiv oder passiv in das souterrain geraten ist, bleibt unklar) ist nicht f├Ąhig die f├╝lle des lebens zu genie├čen. der leser hat also sehr viele m├Âglichkeiten eigene erfahrungen in diese grundmetapher hinein zu legen.
nun zu meiner kritik: da du nicht schreibst, dass dein ich-erz├Ąhler eingesperrt wurde, denkt sich der geneigte leser irgendwann: warum gehst du denn nciht raus, siehst den leuten in die augen, ber├╝hrst sie?
verstehst du, was ich meine? ich halte es so noch f├╝r unglaubw├╝rdig, dass man(frau) einfach sitzen bleibt und weiter f├╝├če beobachtet und ungl├╝cklich ist.
na gut. jetzt zum handwerklichen:

quote:
Wissen sieKomma wie das ist, Tag f├╝r Tag nur Beine zu sehen. Selbst wenn ich mich strecke, erhasche bist du dir sicher, dass "erhaschen das richtige wort ist? ich w├╝rde er so schreiben: ...strecke, erkenne ich maximal das Knie. ich sie maximal bis zum Knie. Die in den langen Hosen nehme ich l├Ąngst nicht mehr wahr, nur die wohlgeformten nackten blo├čen zu viele adjektive, will mir nicht gefallen, ich w├╝rd "blo├čen" noch streichen schlagen mich in ihren Bann, mit ihrem Schwung, ihrer Eleganz, wie bei einem irischen Stepptanz. Stundenlang sehe ich ihnen zu, wie sie schreiten, die Schenkel sich sich die Schenkel kokett schlie├čen und wieder weiten. Inzwischen habe ich ein favorisiertes Paar mit Netzstr├╝mpfen und Stilettos.jetzt gleich kommt noch mal dieses favorisieren, nur st├Ąrker, also streiche ich dies, macht den text dichter, schneller.
Wissen sieKomma wie das ist, sich unsterblich in zwei Flamencobeine zu verliebenFragezeichen. Selbst nachts im Liegen noch den Kastagnettenklang ihrer St├Âckel zu h├ÂrenFragezeichen. Es ist, wie ein Leben lang nur ein St├╝ck vom Himmel zu sehen.


Trotzdem hat dein Text was wirklich sch├Ânes. Bin gespannt auf deine Antwort.

LG,
Hakan

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Perry
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Hallo Hakan,
danke f├╝r deine intensive Textarbeit. Grunds├Ątzlich hast du leider die eingebauten Binnenreime ├╝bersehen, wodurch einige Worte nat├╝rlich notwendig sind. Es gibt keinen exakten Grund f├╝r das Leben des LI im Souterrain, weil es ja als Metapher gedacht ist f├╝r einen Menschen, der -aus welchem Grund auch immer- nicht voll am Leben teil haben kann. Ein Teil der von dir ge├Ąnderten Formulierungen sind Geschmacksache.
Den Kommahinweis ├╝bernehme ich gerne, beim Fragezeichen schwanke ich noch, weil es ja ein indirekte Frage ist.

LG
Manfred

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Perry
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Hallo mirami,
danke f├╝r deine Anregung und Auslegung.
Klar ist auch ein wenig Voyeurismus mit im Spiel. Die Netzstr├╝mpfe und Stilettos w├Ąren eventuell entbehrlich, da es mir nur auf die Flamencobeine und den Kastagnettenklang ankommt.
LG
Manfred

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