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Leselupe.de > Gereimtes
Im Tierheim
Eingestellt am 31. 05. 2006 13:20


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Politgurke
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jan 2006

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Altruismus für Anfänger

...erst mal bin ich nett zu Tieren!

Heut wollt ich mal ganz menschlich sein
und fiel sehr frĂĽh im Tierheim ein.

Dunkel war´s und auch sehr stille,
Gassi gehen, das war mein Wille.
Legte dem HĂĽndchen das Halsband an,
doch am Tore sah ich dann:
Mist, verwechselt, Goldfasan!

(Ist egal, fehlen nur zwei Beine,
der bleibt jetzt trotzdem an der Leine.)

Wir gingen los, und zwar bergauf,
so nahm das UnglĂĽck seinen Lauf.
Er zog gar sehr und wollt´nicht ruh´n
Dann blieb er stehen, ich dachte nun:
FuĂź verrenkt? Ein Aua-Huhn?

Er starrte nur, ich starrte mit,
da spĂĽrte ich einen Hahnentritt.
„Jetzt bin ich wütend,“ schrie ich laut,
„dein Charakter, voll versaut!“
„Wurdest du noch nie verhaut?“

„Dieses solltest Du verstehen,
so werde ich nicht weiter gehen!“
„Ferner lasse ich Dich wissen,
machst Du´s noch mal,
dann werd ich schiessen!"

Kurz nach diesen Worten dann,
fing er fast zu Flennen an.
Ein SpaĂźvogel er doch sei,
und momentan noch vogelfrei.
Das ging an mir komplett vorbei.

(Das er sich getarnt als Hund,
das hatte seinen guten Grund.)

Vor ein paar Jahren, da zog er aus,
bei seiner Freundin Vogel Strauss.
Die war hässlich und vergesslich,
dort fand er´s mehr als nur entsetzlich,
die hatte Brüder, die waren grässlich.

(Vergangen war jetzt reichlich Zeit,
bei mir, da schwand die Heiterkeit.)

Die BrĂĽder wussten, er war Hahn im Korb,
hatte SpaĂź, mal hier mal dort.
Benahm sich ĂĽberall daneben,
deshalb wollten sie sein Leben.
Er jedoch noch nicht nach Eden.

(Der arme Wicht, ward nur gescheucht,
mir wurden glatt die Augen feucht.)

Deshalb war er auf der Flucht
und hatte hier Asyl gesucht.
Im Tierheim habe er verdreckt,
sich bei den Hunden schnell versteckt
und heut morgen den Hals ins Band gereckt.

(Nun ĂĽberfiel mich auch noch der Frust,
lehnte meinen Kopf an seine Brust.)

Ich sähe aus, „alt und senil“,
hinzu das Attribut „debil“.
Darum hatte er gedacht,
dass er dieses mit mir macht
und in sein Fäustchen sich gelacht.

(Ich dachte nur, Du böse Welt
und gab ihm eine handvoll Geld.)

Nach dieser Geschichte musst´ ich weinen
und vor RĂĽhrung dieses reimen.
Letztendlich habe ich ihm verziehen,
gab ihm etwas anzuziehen,
nahm die Leine und lieĂź ihn fliehen.

Nun tue ich der Menschheit kund,
ein Goldfasan, das ist kein Hund.
Ein Tier und sei es noch so klein,
erscheint ganz schnell in ander´m Schein,
selbst wenn man denkt, das kann nicht sein.

Und die Moral von der Geschicht´,
Gassi nur bei Tageslicht!!!
__________________
Im Abendrot leuchtet alles im verfĂĽhrerischen Licht der Nostalgie, sogar die Guillotine. (Milan Kundera)

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Sunny Rose
Autorenanwärter
Registriert: Mar 2005

Werke: 51
Kommentare: 131
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Hallo Politgurke,

ein wenig lang dein Schmunzelwerk, gefällt mir aber ansonsten Super.

Viele liebe GrĂĽĂźe Sunny Rose

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