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Leselupe.de > Kurzprosa
Im Zwielicht eines Tages
Eingestellt am 05. 07. 2003 10:05


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Odyssee
Häufig gelesener Autor
Registriert: Nov 2002

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Im Zwielicht eines Tages

Den kalten Neonflur entlang. Durch das dumpfe Atmen der kahlen Wände bis zu einer Tür, hinter der die Zeit kein Morgen kennt und das Jetzt zerflossen ist wie ein Spiegelbild im aufgewühlten Wasser. Die verwelkte Luft steht im Raum und das Schweigen der Worte hält den Augenblick gefangen.
Da sitzt sie. Stumm und starr. Wie eine schlafende Herbstblume im morgentauen Winterkleid. Sonnenlicht bricht durch die schmalen Fenster und trifft die grauen Schleier ihrer Lebensscherben. Das Funkeln der Sterne in ihren einst so grünen Augen ist nur noch böses Fehlen. Die Nacht in ihren Blicken sieht kein Ende. Sie durchbohren mich als würden sie um Hilfe schreien.
Mir ist als hörte ich sie denken…
Ihre Kreise verlieren sich im Gestern als wäre das Heute nie gekommen und als wäre das Morgen wie ein längst vergessener Traum aus einer anderen Zeit. Ihre Tränen sind ausgetrocknet in den dürren Tälern der Gleichgültigkeit, doch beweinen sie immer noch das scheinbar längst Verlorene.
Ich lege meine Hand auf ihre und versinke in Gedanken. Wie lange ist es wohl her, seit sie der Welt so fremd geworden?
Was bedeutet „erinnern“? Bedeutet es wieder zu finden, was verloren ging auf der Suche nach uns selbst? Vergangenheit: Wandern zwischen hohen Hecken, deren Dornenranken die Narben der Zeit blutig reißen? Erinnerungen stehlen sich aus der Wirklichkeit, wie trübe Schattenbilder aus dem Licht der müden Mondlaternen, an denen noch der letzte Tropfen Gestern hängt. Nur flüchtige Farben auf fließenden Flammen. Und so irrt sie durch ein Labyrinth gewesener Pfade, immer auf der Suche nach alten Winden, die sie in den Schlaf wiegen.
Ich schaue sie an. Das Lachen um den einst bunten Mund, ist nur noch Finsternis und Schweigen.

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sohalt
Routinierter Autor
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Ich schätze, du hast dich hier um poetische Prosa bemüht und stellenweise gelingt dir das auch ganz gut. Aber manchmal bleibst du einfach zu schwammig, zu abstrakt, wirst pathetisch und wenn du Bilder verwendest, sind sie zum Teil schief (verschleierte Scherben? - Tut mir leid, da muss ich schmunzeln, wohl nicht der beabsichtigte Effekt) oder leicht verbraucht (die Sterne in den Augen - das mit dem "ist nur noch ein böses Fehlen" gefällt mir allerdings schon wieder - die Narben der Zeit - aber bitte).
Wie hat mir mal einer so schön geschrieben: "Auf hohem Niveau gescheitert".

Sohalt

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Odyssee
Häufig gelesener Autor
Registriert: Nov 2002

Werke: 17
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Hallo Sohalt,
ich danke dir ersteinmal fĂĽr deine Reaktion. Es ist immer schlecht fĂĽr einen Autor keine Reatktion zu bekommen.
Es ist nicht wirklich poetische Prosa, aber etwas sehr verwandtes. Es ist eine Kurz-Kurzgeschichte. Dieses neue Genre kommt aus den USA und soll bald auch in Deutschland etabliert werden.
Die Schwammigkeit, die du an meinem Werk bemängelst, habe ich häufig als Leerstellen für den Leser gedacht. Es ist dein gutes Recht die Bilder als schief anzusehen. Dem Pathos konnte ich mich vielleicht wirklich an einigen Stellen nicht völlig entziehen, aber das bringt meiner Ansicht nach zum einen die Thematik und zum anderen die Verbundenheit mit der beschriebenen Figur mitsich.
Verstehe das jetzt bitte nicht falsch, aber du sprichst dir selber wohl eine sehr hohe literarische Kompetenz zu, wie deinem Schreibstil zu entnehmen ist, der sich voller Ironie und Selbstbewunderung über den Kritisierten erhebt. Ich möchte dir deine Meinung keinenfalls streitig machen. Es wäre auch langweiling und verlogen, wenn nur diejenigen auf Texte etwas antworten würden, die Autor und Werk in den höhsten Tönen loben. Ich stelle mich deiner Kritik und werde diese Geschichte auch noch einaml überarbeiten, jedoch verpasst du es meiner Ansicht nach in deinem Kommentar die Subjektivität deiner Aussage zu unterstreichen. Ich möchte nun keinesfalls in ein Zwiegespräch mit dir ausarten.

Odyssee
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coco
???
Registriert: Jun 2002

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hallo,

wieso eigentlich gescheitert ??
diese kurz-geschichte ist keine geschichte im eigentlichen sinn, sondern für mich der "prosaische" ausdruck von emotionen, die man beim anblick eines menschen empfindet, der sich im alter sehr verändert hat. der schreiber versucht diese emotionen in worte zu fassen, und das ist gar nicht einfach, oder? die meisten autoren versuchen dies in gedichten zum ausdruck zu bringen, als prosa liest man einen solchen text selten. es wirkt auf mich wie ein dreidimensionales gemäldt bei dem man mehr sieht als nur die räumlichen gegebenheiten, bei dem man sozusagen hinter die kulissen des denkens und des fühlens sehen kann...und dazu gehören dann eben auch solche abstrakten wortspiele wie verschleierte scherben. ich kann mir jedenfalls genau vorstellen, was damit gemeint ist.

alles in allem : mir gefällt´s und ganz besonders gefällt mir eben diese metaphernreiche sprache, die eigene gedanken zu diesem thema zulässt und nicht in eine bestimmt richtung lenkt.

liebe grĂĽsse von coco

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schwafelfasel
Guest
Registriert: Not Yet

"du sprichst dir selber wohl eine sehr hohe literarische Kompetenz zu..." - Wow, welche Unterstellung! Danke für das gnädige "wohl", das lässt ja zumindest den Hauch einer Chance offen, dass du das vielleicht doch nicht mit absoluter Sicherheit sagen kannst.

"....wie deinem Schreibstil zu entnehmen ist" - wie du meinem Schreibstil entnimmst, bitte - wobei du natürlich schon sehr toll im Schreibstil analysieren bist, wenn du nach so einer kurzen Probe schon solche Rückschlüsse ziehen kannst - "der sich voller Ironie" - möglicherweise, wäre das verboten? - "und Selbstbewunderung" - bitte wo? Ich finde nicht, dass du das, was du dir vorgenommen hast, auch ganz geschafft hast, aber du hast dir ja auch sehr viel vorgenommen und ich sage auch mit keinem Wort, dass ich es besser könnte - "über den Kritisierten erhebt." War nicht meine Absicht, ehrlich.

Mit "poetischer Prosa" wollte ich deinen Text durchaus nicht in irgendeine Gattung einordnen, es mag schon eine Kurz-Kurzgeschichte sein, darum ging's mir gar nicht. Ich meinte nur, dass dir das poetische Element offenbar hier sehr wichtig sei, geht ja auch aus deinem Profil hervor.

Ich verpasse es also, die Subjektivität meiner Aussage zu unterstreichen? Na gut, ich sehe zwar nicht wirklich die Notwendigkeit, das dauernd zu betonen, weil es für mich irgendwie selbstverständlich ist, dass alle Kommentare in so einem Forum subjektiv sind - es gibt, find ich, auch nicht wirklich sowas wie einen objektiven Kommentar - aber bitte, macht ja keine Mühe, also hier noch mal, jetzt und für immerdar:
Was ich sage, gibt nur meine persönliche, zugegeben einigermaßen unqualifizierte Meinung wieder, es erhebt keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit und nichts läge mir ferner als sowas wie Kompetenz für mich zu beanspruchen.

Also nix fĂĽr ungut,
die Sohalt

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schwafelfasel
Guest
Registriert: Not Yet

Tschuldigung für das Pseudonym Durcheinander - ich war längere Zeit nicht hier und habe jetzt Probleme mit dem alten Account, manchmal funktioniert er und manchmal nicht.

Bitte nicht ĂĽbelnehmen
Sohalt = Schwafelfasel

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