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Leselupe.de > Humor und Satire
Immer wieder morgens...
Eingestellt am 28. 04. 2007 11:43


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Haremsdame
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Klack! Zum vierten Mal fĂ€llt die TĂŒr ins Schloss. Gott sei dank! Endlich bin ich allein. Heute ist es wieder mal spĂ€t geworden: schon zehn vor acht. Hoffentlich kommt Ferdinand rechtzeitig zur Schule. Die Haare, die ich ihm trotz seines Protestes noch schnell gekĂ€mmt habe, standen beim Abschied schon wieder in alle Richtungen...

Wie habe ich mich vor Jahren darĂŒber gefreut, als mein drittes Kind nach zwei FrĂŒhaufstehern sein Bett morgens nicht verlassen wollte. Immer wieder schlief der Kleine ein und ließ mich unbehelligt den Haushalt in Ordnung bringen. DafĂŒr verkĂŒrzte er mir mit nicht enden wollenden Energie die Abendstunden. Am liebsten schlief er bei einem spĂ€ten Spaziergang im Kinderwagen ein. Noch heute findet der kleine Mann abends keine Ruhe, immer wieder erreicht herzhaftes GelĂ€chter ĂŒber lustige LektĂŒre das besorgte elterliche Ohr. Da hilft weder gutes Zureden, noch Ă€rgerliches Schimpfen.

Schade, dass fĂŒr den nĂ€chsten Morgen nichts mehr vom fröhlichen Lachen ĂŒbrigbleibt. Da verkriecht sich der Morgenmuffel tief unter seiner Decke und hofft auf diese Weise nicht gefunden zu werden. Liebevolle Weckversuche verwandeln sich durch seinen missmutigen Widerstand in Nervenzerreißproben. Hat er dann nach mehreren AnlĂ€ufen endlich die aufrechte Haltung erreicht, ist noch lange nichts gewonnen.

„Wo ist meine Brille?“ raunzt er uns an, noch bevor er sich den Schlaf aus den Augen gewischt hat.

„Schau doch selber nach“, lehrmeistern die Geschwister, wĂ€hrend der Papa möglichst schnell das Weite sucht. Wie beneide ich ihn zu diesen Zeiten! Doch weil es schon spĂ€t ist, begebe ich mich bĂ€uchlings auf Brillensuche. Wenn das gute StĂŒck zwischen Schmusetieren und LektĂŒre unterm Bett nicht sofort sichtbar wird, muss die sorgfĂ€ltig beiseite geschaffte Reserve herhalten.

Unterdessen verursacht Ferdinand auf dem FrĂŒhstĂŒckstisch eine Überschwemmung. Noch bevor ich meinen Mund öffnen kann, erklĂ€rt er mir die Ursache: „Weil du so lange brauchst, meine Brille zu finden.“

Kleidung erkennt er allerdings auch ohne das gute StĂŒck. „Wo ist die Hose von gestern?“ – „Die war schmutzig, deshalb habe ich dir eine frische rausgesucht.“ GlĂŒckliche Momente, wenn er nur den Schrank nach einer ihm genehmen Kleidung durchforstet und nicht die schmutzige WĂ€sche plĂŒndert...

Heute habe ich mich entschlossen, diesen nervtötenden Kreislauf zu durchbrechen. Ich werde mich auf die Suche nach einem lustigen Wecker machen, der Ferdinand möglichst mit DauergelĂ€chter aus dem Schlaf reißt. Vielleicht orientiert sich unser JĂŒngster dann endlich an seinen Geschwistern, die morgens stillschweigend aufstehen, ihre Sachen zusammensuchen und nach einem friedlichen FrĂŒhstĂŒck das Haus verlassen.

__________________
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

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