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Leselupe.de > Kurzprosa
In Asche
Eingestellt am 31. 03. 2004 02:10


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NSchaefer
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Oct 2002

Werke: 14
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In Asche.
In Asche liegt das Dorf meiner Mutter.
Seit sie tot war.
Seit sie tot war, hatte ich es nicht mehr gesehen.
Doch als ich.
Doch als ich vor der Kirche stehe, erinnere ich mich.
Dort hinter.
Dort hinter, auf dem Friedhof, baute ich unz├Ąhlige Male geheimnisvolle H├Âhlen, mit Decken und T├╝chern, ├╝ber die Grabmale geh├Ąngt, grub kleine L├Âcher im Boden aus, spielte Geschichten nach.
Die Geschichten meines Vaters.
Die Geschichten meines Vaters, wie Menschen vor einem Graben stehen und dann, Kommando, abgeknallt werden.
Ich stehe vor der Kirche.
Ich stehe vor der Kirche und habe wieder das Gef├╝hl im Bauch, Kommando, und das Loch im Boden saugt mich hinab, ich falle, liege, die Augen geschlossen, liege dort wie ich gefallen bin.
In Asche liegt das Dorf meiner Mutter.
Hier wuchs ich auf, hier hielt sie sch├╝tzend ihre Arme um mich.
Ich kenne ihr Gef├╝hl im Bauch, dort stehend, Kommando


-- 09.04.2003 --



__________________
nschaefer, berlin

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Monfou Nouveau
???
Registriert: Aug 2003

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Hallo NSchaefer,

darf man das immer wieder Ansetzen in Ellipsen und Halbs├Ątzen als ein Ansprechen gegen die Sprachlosigkeit (angesichts der geschilderten Ereignisse) deuten? Dieses sprachliche Verfahren hat etwas interessantes Notizenhaftes, Fragmentarisches.

Was den Gesamteindruck angeht, k├Ânnte man das Gef├╝hl haben, der Schreiber verschlie├čt sich dem Leser, deutet an, bleibt sehr im Pers├Ânlichen und geht nicht den Schritt aus der hermetischen Vagheit hinaus (Ort der Katastrophe? Krieg?, ├ťberfall? Warum wird der Vater "abgeknallt"?).

Ein interessanter Versuch - richtig unter Kurzprosa.

Beste Gr├╝├če
Monfou

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NSchaefer
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Lieber Monfou,

vielen Dank f├╝r die vielen Fragen.
Dadurch komme auch ich immer wieder dazu ├╝ber meine eigenen Texte nachzudenken.
Wenn ich schreibe, dann denke ich nicht an sprachliche Mittel, an Figuren, die ich benutzen m├Âchte, um ein bestimmtes Gef├╝hl auszudr├╝cken.

Ich schreibe einfach. Und zwar selten (Auto)Biographisches.
Meine Art, in Gedichten zu "sprechen", hat wohl viel mit meiner schauspielerischen Vergangenheit zu tun. Bei der lernt man - bewusst oder unbewusst - Dinge, Episoden, Ereignisse aus unterschiedlichsten Blickwinkeln zu sehen und zu deuten.

Aber ich setze es eben beim Schreiben nicht bewusst ein.
Um so mehr freue ich mich ├╝ber das, was DU daraus abliest. (Fragmentarisches, sich dem Leser verschlie├čen)
Zeigt es mir doch, dass ich - zumindest was dieses Thema betrifft - eine SPRACHE gefunden habe, die andere verstehen...

Sch├Ân... ;-)
__________________
nschaefer, berlin

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