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Leselupe.de > Anonymus
In Ekstase (Teil I)
Eingestellt am 15. 10. 2006 00:12


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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Mag sein, dass es sowas schon gab, mir egal, kann ja nix dafuer wenn jemand schneller war.
Einfach mal ein tEXtPERIMENT
deshalb moege man mir auch die Kommata- und Rechtschreibfehler nachsehen(mag nicht Neue Deutsche [Recht]Schreibung)

Teil II folgt ggf.

In Ekstase(Teil I)


Unglaublich viele Menschen umgeben mich. Ich befinde mich in einer Art großer Halle
mit sehr hohen Decken. In den sich abwechselnden VerhĂ€ltnissen von Licht und Dunkelheit kann ich nicht viel mehr ausmachen als diesen einen Ort als einen einzigen riesigen Raum voll mit Menschen, MĂ€nnern und Frauen. Kinder kann ich nicht entdecken. Viel LĂ€rm herrscht hier und aus dem hektischen, unĂŒbersichtlichen Treiben ĂŒberall um mich herum dringen GerĂ€usche und Stimmen, so laut und undeutlich, dass es unmöglich scheint ihre jeweiligen Quellen auszumachen.
Aber niemand wirkt betrĂŒbt, im Gegenteil, die Mehrheit der Anwesenden scheint sich dabei sehr wohl zu fĂŒhlen wie sie zu stĂ€ndig wechselnden und sehr lauten Melodien ihre Körper bewegt wobei sich ein gewisses Muster, eine Art Rhythmik im Bewegungsablauf erkennen lĂ€sst. Viel LĂ€rm kommt von ĂŒberall her und die Menschenmasse, dieser Menschenkloß wabert im Getöse, das aus schwarzen, riesigen Lautsprechern dröhnt. Ein wahnsinniges GedrĂ€nge herrscht. Menschen schreien und singen in dem bedrohlich wirkenden GerĂ€uschchaos, aus dem ab und zu melodiöse Fetzen herauszuhören sind. Menschen schwitzen und scheinen ekstatisch auf all die dargebotenen Reize zu reagieren, sie gelangen in einen scheinbar tranceartigen Zustand, der sie die Welt um sich herum vergessen lĂ€sst. Ich erkenne kein Ziel in all der Hektik. Ein aufgeregtes Chaos, ja fast schon mehr mit Erregung zu vergleichen, wenn man die Körper betrachtet, die sich bewegen, allein, in Gruppen oder zwei Körper ineinander verschlungen. Die, die sich nicht jenem hemmungslosen Bewegungsrausch hingeben, stehen verteilt doch auch dicht gedrĂ€ngt dort, wo gerade noch Platz zu sein oder zu werden scheint. Unbeirrt vom LĂ€rm und diesem ohrenbetĂ€ubenden, stĂ€ndig einsetzenden dumpfen GerĂ€usch, das aus den Musikanlagen dringt, stehen vereinzelt Leute in GesprĂ€che vertieft, meist in Gruppen von zwei Personen verschiedenen Geschlechts. Sie scheinen sich interessiert mit ihrem GegenĂŒber zu unterhalten, denn viele sieht man erstaunlich oft lĂ€cheln. Die meisten haben sich sehr nah zueinander hinĂŒbergebeugt, was aber wohl eher an der LautstĂ€rke der Umgebung liegen mag als an einer gemeinsamen Vertrautheit. Es lĂ€sst sich beobachten, wie manche ihre GesprĂ€chspartner von Zeit zu Zeit wechseln, jedoch ohne klar erkennbares Muster.
Menschen laufen umher, einige gehen zielgerichtet auf eine Ansammlung bestimmter anderer Menschen zu, einem Pulk, in dem stÀndig jemand zu drÀngeln scheint.
All jene dorthin laufenden Menschen scheinen dasselbe Ziel zu verfolgen, denn jeder, der spĂ€ter den Haufen wieder verlĂ€sst, geht mit suchendem Blick davon, wobei er ein oder mehrere GlĂ€ser in der Hand hĂ€lt, gefĂŒllt mit allen möglichen FlĂŒssigkeiten verschiedenster farblicher Zusammensetzungen und dekoriert mit Verzierungen in lauter weiteren unerdenklichen Farben. Diese GlĂ€ser werden dann spĂ€ter in Gruppen von Leuten verteilt, die die ZurĂŒckkehrenden anscheinend schon erwarten.
Wenn man jene beobachtet, die die FlĂŒssigkeiten schon vor lĂ€ngerer Zeit zu sich genommen haben, wirkt es als wĂŒrden die Leute durch sie in den Zustand versetzt, in dem sich die befinden, die in der Mitte als große, unĂŒbersichtliche, ekstatische Menge tanzen.
Und auch ich glaube ahnen zu können, wie dieser Zustand sich anfĂŒhlen mag. Doch nur ansatzweise. Ich will wissen wie es ist, vollkommen von dem GefĂŒhl erfasst zu sein. Ich will diese Ekstase erreichen, sie spĂŒren.
Ich lasse mich ĂŒberwĂ€ltigen von dem unbestimmten GefĂŒhl von Durst, das in all meinen Sinnen angesichts der Erwartung zu entstehen scheint und folge den Stimmen, die so verfĂŒhrerisch und hoffnungsvoll die Beendigung des real wahrnehmbaren, unmittelbaren Leids versprechen. Ich ignoriere den Zweifel, mein Misstrauen und die Skepsis um mich ganz dem ersehnten sinnlichen Erlebnis zu widmen. In dem Moment wo ich es sehe wird das unwillkĂŒrliche Verlangen nach der Befriedigung meines neu entstandenen BedĂŒrfnisses spĂŒrbar stĂ€rker. Selbst mein Körper spĂŒrt, dass die Erlösung von meiner weltlichen Qual nah ist. ÜberwĂ€ltigt von den mich umgebenden sinnlichen EindrĂŒcken, lasse ich meine Vorsicht außer Acht und greife nach einem jener GetrĂ€nke, die scheinbar vom Besitzer vergessen herumstehen.
An dem Glas haben sich kleine Tröpfchen gebildet und es fĂŒhlt sich kĂŒhl an in meiner Hand.
Ich nehme es und rieche an seinem Inhalt. Ein harter, beißender Geruch, der mir dabei in die Nase und meine Augen steigt, lĂ€sst sie daraufhin anfangen zu brennen.
Ist das wirklich das GetrĂ€nk, das die Leute hier reihenweise trinken? Kann dieses scharfen, aggressiven Geruch verströmende Zeug so ersehnte GefĂŒhle hervorrufen?
Ich traue mich kaum, etwas davon zu trinken, doch nach kurzem Zögern nippe ich zaghaft ein wenig.
Unglaublich was fĂŒr ein unerwartet heftiges Brennen auf meinen Lippen danach zu spĂŒren ist. Mit einer solchen Wirkung hĂ€tte ich nicht gerechnet. Dieses Brennen und Kribbeln löst kurze Erregung in Form eines leichten Schauderns in mir aus. Doch meine Faszination weicht schnell dem Ekel...So etwas abartiges sollte ich benötigen um die Ekstase mitfĂŒhlen zu können?
Als ich einige Menschen sehe, die auch GlĂ€ser in der Hand halten wie meines, die alle einen großen Schluck nehmen und die FlĂŒssigkeit auf einmal auftrinken, mache ich es ihnen nach. Sie scheinen zu wissen, dass es ertrĂ€glicher ist, das Ganze in einem Zug zu leeren, also tue ich es ihnen gleich und leere mein Glas wie sie.
Als ich es wieder abstelle merke ich, wie es durch meine Speiseröhre in meinen Magen fließt und alles was es berĂŒhrt, zu kribbeln, zu brennen scheint, mein Mund, meine Zunge und sogar mein Magen. Ein komisches GefĂŒhl breitet sich in ihm aus. Ihm scheint das Zeug auch nicht besonders zu gefallen und er rebelliert. Doch andererseits entsteht auch ein seltsam wohliges GefĂŒhl. Es wird ganz warm dort und hĂ€lt eine Zeit lang an. Nach ein paar Minuten verschwindet das GefĂŒhl jedoch wieder...und ich warte vergeblich auf die Wirkung, die es bei den anderen zeigt, denn Ekstase oder zumindest einen kleinen Anflug davon konnte ich bei dem gerade GespĂŒrten nicht wahrnehmen...
Die Sekunden verstreichen und langsam beginne ich mich zu fragen warum der Zustand noch nicht einsetzt...Ich verspĂŒre weder den Drang mich der lauten, schwankenden Menge anzuschließen, noch mich angeregt mit umherirrenden Menschen zu unterhalten. Vielleicht wirkt es bei mir nicht? Vielleicht setzt die Wirkung auch erst nach ein wenig mehr von dem GetrĂ€nk ein?
Bald entschließe ich mich, mir noch eines zu besorgen, das ich anschließend wieder mit einem großen Schluck in mich aufnehme. Es wird nach kurzer Zeit noch ein drittes, denn das schöne, warme GefĂŒhl im Magen tauchte zwar wieder auf, doch immer noch keine Ekstase. Schließlich gebe ich auf und setze mich schnell auf eine in meiner NĂ€he frei werdende Sitzgelegenheit.
Resigniert und ein wenig enttĂ€uscht widme ich mich wieder der Beobachtung der Umwelt. Warum kann ich jenen Zustand nicht auch spĂŒren? Bin ich resistent, bin ich anders? Fragen ĂŒber Fragen kreisen in meinem Kopf.
Dieses getrennte, abgeschnittene und irritierende Anderssein fÀngt an, sich in meinem Kopf seine kleine eingefasste Welt zu erbauen.
Langsam fangen auch meine Gedanken an, abzuschweifen, ich verliere die Konzentration und das Interesse meine Beobachtungsposition zu erhalten.
Entsprechend meiner nervlichen und gedanklichen Aufgabe gebe ich schließlich dem körperlichen BedĂŒrfnis nach, eine bequemere Haltung einzunehmen und strecke mich ein wenig auf meinem sesselĂ€hnlichen Sitzmöbel aus.
Ich beginne mich zu fragen ob das, was ich eben zu mir genommen hatte, diese diversen FlĂŒssigkeiten, wirklich der Grund fĂŒr den Zustand der Menschen um mich herum sei oder ob es an etwas anderem lag, hinter das ich noch nicht gekommen war.
Die Fragen, Gedanken und GefĂŒhle in meinem Kopf werden so langsam chaotisch unĂŒbersichtlich und undeutlich.
Wahrscheinlich glitt ich nun in den Zustand nervlicher Überreizung ab, naheliegend bei all den GerĂ€uschen, dem Geschrei, den wechselnden Licht- und TonverhĂ€ltnissen, den umherdrĂ€ngenden Menschen, der schlechten Luft und meiner enttĂ€uschten Erwartung von eben. Das wĂŒrde auch erklĂ€ren warum mir immer mehr zum Lachen zumute wird, aus Hilflosigkeit vielleicht oder aus EntkrĂ€ftung...oder aus Verzweiflung ĂŒber meine eigene Situation.
Jedenfalls kann das gerade einsetzende SchwindelgefĂŒhl mir keinen Grund zur Fröhlichkeit liefern, im Gegenteil. Irritierend wirkt es wie die Welt vor meinen Augen so langsam anfĂ€ngt sich zu drehen und zu bewegen. Ein bisschen Angst bekomme ich durch das zunehmende Verschwimmen von Formen und Farben an diesem Ort wo ich sowieso kaum etwas im Licht- und Farbchaos erkennen kann, denn dadurch geht mir die letzte Möglichkeit verloren mich bei dem fast schmerzhaften GerĂ€uschpegel und in dem Menschengewirr zu orientieren. Das Dröhnen der Kommunikationsversuche einiger Gruppen, das Stampfen und Vibrieren des Bodens, die abwechselnd lauter, leiser, heller und tiefer werdenden Melodien und das durchgehende Dröhnen aus den Lautsprechern fĂŒgt sich zu einem Dröhnen in meinem Kopf, jeder meiner kurz vorbeihuschenden Gedankenfetzen hallt irgendwo wider und zieht ein verzerrtes Echo hinter sich her, das bis in den nĂ€chsten Gedankengang dringt, diesen stört und mir wird es immer unmöglicher ĂŒberhaupt noch einen klaren Gedanken zu fassen.
Entsetzlich das GefĂŒhl von Hilflosigkeit. Ausweglosigkeit. Selbst der Versuch an der hektischen Umgebung vorbei, an die Decke ĂŒber mir zu starren um ein ruhiges Bild vor Augen zu haben misslingt. Ich entschließe mich, einen ruhigeren Ort aufzusuchen, mich dort zu fassen und zu begreifen was los ist. Als ich aufstehen will um die Toilette zu suchen fĂ€llt mir das sehr schwer, denn...

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ENachtigall
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Profil
Hallo Anonymus,

mal abgesehen von der leserunfreundlichen Blockform und den angekĂŒndigten Fehlern (bei der AnkĂŒndigung war ich auf "mehr"
eingestellt) ließt es sich wie der Bericht eines Alien zu Besuch in einer Disco. Wenn es tatsĂ€chlich ein Erstbesuch sein soll, der hier beschrieben wird, wĂŒrde ich das eher einfließen lassen. So wirkt es auf mich irgendwie kĂŒnstlich, abstrakt.

quote:
Die, die sich nicht jenem hemmungslosen Bewegungsrausch hingeben, stehen verteilt doch auch dicht gedrÀngt dort, wo gerade noch Platz zu sein oder zu werden scheint.

Das wollte ich immer schon mal :-) Dort stehen, wo gerade Platz zu werden scheint. Wie geht das?

Unlogisch erscheint mir, bei heutigen Preisen, dass die alkoholischen GetrÀnke so halterlos in der Gegend herumstehen.

Ansonsten fand ich es stellenweise interessant, aber viel zu langatmig.

Folgende Passage finde ich gelungen:

quote:
Ich lasse mich ĂŒberwĂ€ltigen von dem unbestimmten GefĂŒhl von Durst, das in all meinen Sinnen angesichts der Erwartung zu entstehen scheint und folge den Stimmen, die so verfĂŒhrerisch und hoffnungsvoll die Beendigung des real wahrnehmbaren, unmittelbaren Leids versprechen.

Liebe GrĂŒĂŸe von

Elke
__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Danke Nachtigall!

Zunaechst einmal meine ich mit "Platz zu werden scheinen"
so etwas wie wenn man sieht, dass jemand den Anschein macht, woanders hingehen zu wollen..wie ein Parkplatz vor dem man steht und sich fragt: "Faehrt der jetzt da raus oder nicht?"

In der Disco hiesse das, dass jemand sich schonmal irgendwohin durchzwaengt in der Vermutung, dass jemand dort gleich mehr Platz macht.


Ich habe es so manches Mal erlebt, dass ich mein Glas irgendwo vergessen und stehengelassen hab.
Wenn man sich denkt:"Ha! Toller Song, ich will jetzt sofort tanzen!" zum Beispiel oder man ist einfach so angetrunken, dass mans vergisst...nicht, dass ich das kenne, ist eher eine generelle Vergesslichkeit
Aber es koennte ja auch All Inclusive -Party gewesen sein *g*.
Nur jetzt Geld und kaufen in die Geschichte einzubringen waer mir fuer ein Experiment ehrlichgesagt zuviel gewesen...


Das langatmige find ich auch stellenweise..hab mich schon gefragt wie und wo ich kuerzen kann.
Teil II hat dann mehr 'Handlung', weiss nicht wie ichs ausdruecken soll, da passirt mehr und anderes, ist ja auch eigentlich klar was kommen muesste.

Danke Elke!

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