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Leselupe.de > Kurzprosa
In Liebe
Eingestellt am 11. 10. 2005 14:18


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spicymaus
Hobbydichter
Registriert: Jan 2005

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In Liebe
Ich sa├č an ihrem Bett, meine Augen waren rot und geschwollen. Es war so still, nur mein Weinen und das leise Piepen der Maschinen war zu h├Âren. Ich hielt ihre leblose Hand und streichelte ihr blasses Gesicht. Die letzten Stunden kamen mir so unecht vor, es konnte einfach nicht wahr sein. Doch die Wahrheit dr├Ąngte sich mir auf, ich konnte sie nicht absch├╝tteln. Es gab keine Chance, nichts konnte sie jetzt noch retten. Diese Krankheit nahm keine R├╝cksicht auf das Leben, verfolgte nur ihr sinnloses Ziel. Sie war immer so gl├╝cklich und positiv, ihr Lachen konnte auch den schlimmsten Tag erhellen. Sie hatte nie aufgegeben, doch es war von Anfang an ein aussichtsloser Kampf gewesen. Ich wollte es in die Nacht hinaus schreien, doch ich wusste was sie geantwortet h├Ątte; ÔÇ×Ich habe gewonnen, Zeit, Freude und Dich!ÔÇť Ich wusste, diese Nacht geh├Ârte nur uns, niemand konnte sie uns nehmen, niemand w├╝rde sie uns nehmen. Wir waren die einzigen Wesen auf Erden, die diese Nacht erlebten, sie in vollem Ma├če wahrnahmen. Heute Nacht waren wir unsterblich, nichts konnte uns geschehen. Wir konnten auf H├Ąuserd├Ąchern balancieren, auf der Autobahn spazieren gehen, und nichts, ja nichts konnte uns aufhalten.
Die letzten Wochen waren wunderbar, und jetzt wurde mir klar, dass sie mich und nicht ich sie getr├Âstet hatte. Sie wusste dass das Ende kommen sollte, und sie hatte mir geholfen, den Weg zu dieser Erkenntnis zu finden. Es war ein schwerer Weg, ein langer Weg, doch am Ende wartete ein unermesslicher Schatz auf uns. Unsere Freundschaft, am Anfang so zerbrechlich und am Ende so unzertrennlich fest, war Tag f├╝r Tag gewachsen. Ich wusste dass sie ├╝ber den Tod hinausgehen w├╝rde, dass uns nichts aufhalten konnte.
Wir hielten uns an der Hand und schwebten aus dem Fenster, ├╝ber die D├Ącher der Stadt. Wir schwebten bis ans Meer, ├╝ber das Meer, ins Weltall. Wir sahen die Erde von oben, kreisten wie Satteliten um sie herum und winkten Astronauten zu. Wir liefen ├╝ber Wiesen, sa├čen auf dem schneebedeckten Gipfel eines Berges. Wir sind unsterblich, nichts kann uns aufhalten.
Mir wurde klar, dass der Tod nicht das Ende bedeutete, sondern einen Neuanfang. Sie hatte es mir so oft erkl├Ąrt, und am Anfang hatte ich mich dagegen gewehrt. Doch sie wusste, dass Gott etwas mit ihr vorhatte. Er hatte noch gro├če Pl├Ąne f├╝r sie, und darum holte er sie zu sich.
Ich blickte aus dem Fenster und sah zu den Sternen. Warum schaut man immer zum Himmel wenn man an Gott denkt? Diese Frage hatte sie mir gestellt und nun wusste ich die Antwort. Gott ist ├╝berall, doch oben auf den Wolken, da sitzen jene, die von uns gegangen sind, an seiner Seite. Wir blicken zum Himmel hinauf, um ihnen nah zu sein. Dabei sind sie uns immer nah, sie bleiben f├╝r immer in unserem Herzen, wenn wir nur einen Platz f├╝r sie frei halten.
Diese Nacht geh├Ârt nur uns, ich bin bei dir, du bist bei mir. Nichts kann uns aufhalten. Doch der Anbruch des Tages beendet es. Deine Augen sind f├╝r immer geschlossen, und mit dir verl├Ąsst eine gro├če Portion Freude und Frohsinn diese Welt.
Eines Tages werden wir uns wieder sehen, und ich wei├č, dass ich mich nicht beeilen muss. Du wartest auf mich, und die Zeit wird f├╝r mich wie im Fluge vergehen. Ich werde leben und ich wei├č, dass du immer ├╝ber mich wachen wirst, und auf mich acht gibst. Ich wei├č, dass du deine Aufgaben im Himmel meistern wirst, denn du bist perfekt so wie du bist. Du bist so wunderbar, so toll. Ich bin so dankbar dass ich dich kenne und werde dich niemals hergeben.
In Liebe.

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