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Leselupe.de > Erotische Geschichten
In der Hitze der Nacht
Eingestellt am 22. 01. 2003 15:05


Autor
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Amalaswintha
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2002

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Wer kennt sie nicht, diese N├Ąchte, in denen man keinen Schlaf findet, sich trotz gr├Âsster M├╝digkeit stundenlang in den Kissen w├Ąlzt, getrieben von einer launischen inneren Unruhe. Jene N├Ąchte, in denen man schlie├člich, die qu├Ąlend hei├č am verschwitzten Leib klebenden Decken von sich wirft, um genervt aufzustehen und nach irgendeiner Ablenkung zu suchen. Mag sein, dass ich an diesem schw├╝lhei├čen Augustabend auch nur zu fr├╝h ins Bett gegangen bin. Aber ich f├╝hlte mich schon den ganzen Tag so matt und ausgelaugt und sehnte mich nur nach Schlaf. Dieser Verr├Ąter lie├č mich nun allerdings schm├Ąhlich im Stich.

Barfu├č lief ich ├╝ber die kalten Fliesen der K├╝che zum K├╝hlschrank, ├Âffnete durstig die T├╝r und sah in ein g├Ąhnend leeres Getr├Ąnkefach. Ein nicht gerade sehr damenhafter Fluch prallte an der frostigen Gleichg├╝ltigkeit meines K├╝hlschrankes ab. Ich hatte also die Wahl zwischen lauem, kalkigem Leitungswasser, der Lekt├╝re eines nicht sehr mitrei├čenden Polit-Krimis oder....

Es war Freitagabend. Die Zeiger der schwarzrahmigen, runden Plastikuhr an der Wand r├╝ckten unweigerlich auf Mitternacht zu. Rasch ins Badezimmer. Ein Blick in den sehr ungn├Ądigen Spiegel, zeigte eine weibliche Person undefinierbaren Alters, mit gerunzelter Stirn, feucht an den Schl├Ąfen klebenden blonden Haaren und einer ger├╝mpften Nase, ob dieses furchtbaren Anblicks.

Eine knappe Viertelstunde sp├Ąter, frisch geduscht, mit duftigen, weich fallenden Locken und merklich sich bessernder Laune, sah die Sache dann doch gleich wesentlich besser aus. Ein Hauch Make-up, dazu mein dunkelroter Lieblingslippenstift und mein Spiegelbild begann mich vers├Âhnlich, mit blitzenden Augen, anzul├Ącheln.

Ich w├Ąhlte ein leichtes, kurzes Kleid, schwarz, mit kleinen roten Bl├╝ten bedruckt und schmalen Tr├Ągern. Dazu die Sandalen mit den nicht ganz so hohen Abs├Ątzen und den Lederriemchen, die ├╝ber dem Kn├Âchel gebunden wurden.

Es hat Vor- und Nachteile, im Zentrum einer Gro├čstadt zu wohnen. In diesem Falle war es ein enormer Vorteil. Ein paar Schritte und ich war auch schon in der Fu├čg├Ąngerzone mit den italienischen Eisdielen, den zahllosen Cafes, Bars und allem, was das Herz einer nach Zerstreuung suchenden Nachtschw├Ąrmerin begehren konnte.





Trotz der sp├Ąten Stunde sa├čen in den Stra├čencafes zahlreiche Menschen gem├╝tlich beisammen, umh├╝llt von der sanften Hitze der Sommernacht, tranken, lachten und beobachteten die Passanten. Ich entschied mich f├╝r ein Lokal mit bequemen Rattansesseln und kleinen runden Tischen, auf denen sanftes Licht spendende ├ľll├Ąmpchen flackerten. Ich bestellte ein Glas Mineralwasser und einen Latte Macchiato, lehnte mich in meinem Sessel zur├╝ck und schlug entspannt die Beine ├╝bereinander.

Mein Blick schweifte ├╝ber die anderen G├Ąste, zumeist P├Ąrchen und kleinere Gruppen. Nur an einem Tisch sa├č eine einzelne Person. Sie war recht h├╝bsch, schlank, mit langen, glatten, dunklen Haaren. Sie mochte ein paar Jahre ├Ąlter sein als ich, sch├Ątzungsweise Anfang drei├čig. Der schwarze Hosenanzug stand ihr ausgezeichnet. Die oberen Kn├Âpfe ihres Jacketts waren ge├Âffnet und ich sah, dass sie nichts darunter trug. Noch nicht einmal einen BH. Wie liderlich, wie mutig. Ich musste unwillk├╝rlich ├╝ber meine widerspr├╝chlichen Gedanken schmunzeln.

Als h├Ątte sie meine Blicke gesp├╝rt, sah sie in diesem Moment auf, sah mir direkt in die Augen und mit einem leisen, sympathischen L├Ącheln ├Âffneten sich ihre Lippen. Ich erwiderte dieses L├Ącheln, mehr aus dem Gef├╝hl verlegener Ertapptheit heraus, denn aus ├ťberzeugung. Normalerweise tendierte ich doch eher dazu, mit M├Ąnnern zu flirten. Und trotzdem sp├╝rte ich in diesem Moment, wie mein Blut schneller durch meine Adern pulste und ich in eine eigenartige Erregung verfiel. Verwirrt ├╝ber diese Reaktion, richtete ich meine Aufmerksamkeit auf den T├╝rsteher der benachbarten Diskothek - einen breitschultrigen Riesen mit klischeegem├Ą├č kahlrasiertem Bullensch├Ądel.

ÔÇ×Hi! Darf ich mich zu dir setzen?ÔÇť Sie hielt ihr Glas mit dem Rotwein schon in der Hand, hatte wohl nicht mit einer Ablehnung gerechnet. Die Rundung ihres Busens lugte aus dem aufklaffenden Jackett, als sie sich setzte und ich konnte f├╝r den Bruchteil einer Sekunde eine dunkle Brustwarze schimmern sehen. ÔÇ×Du hast doch nichts dagegen?ÔÇť Endlich fand ich meine Sprache wieder, murmelte etwas ├Ąhnliches wie:ÔÇťBitte sch├Ân.ÔÇť Und f├╝gte dann noch, eingedenk meiner guten Erziehung hinzu:ÔÇťSch├Ân dich kennenzulernen. Ich hei├če Nicole.ÔÇť
ÔÇ×Ein h├╝bscher Name, er passt gut zu dir! Ich bin Christina!ÔÇť Wieder ihr L├Ącheln, welches sich ├╝ber ihr Gesicht ausbreitete und ihre Augen erfasste. Diese Augen waren von einem warmen, dunklen braun.

Es ist nicht so, dass ich besonders leicht zu verf├╝hren w├Ąre. One-night-stands waren getestet und f├╝r nicht erstrebenswert befunden worden. Sex ohne tiefergehende Gef├╝hle, verschaffte mir selten eine k├Ârperliche Befriedigung und meistens eine schwer zu erkl├Ąrende innere Leere. Jedoch ÔÇô ich muss gestehen, dass gleichzeitig auch eine nicht zu untersch├Ątzende sexuelle Neugierde in mir wohnt, die gelegentlich ungez├╝gelt durchbricht.

So lie├č ich mich denn auf das alte Spiel ein. Wenn es auch ungewohnt f├╝r mich war, es mit einer Frau zu spielen, so hatte doch gerade das, auch einen ganz besonderen Reiz. Wir plauderten ├╝ber dies und jenes, verstanden uns ausgesprochen gut, lachten viel, versenkten unsere Blicke ineinander und kamen uns durch zarte, wie zuf├Ąllige Ber├╝hrungen vorsichtig n├Ąher. Ich begann mich leicht nerv├Âs zu fragen, wie es sich wohl anf├╝hlen w├╝rde sie zu k├╝ssen.

Eine knappe Stunde sp├Ąter w├Ąlzte ich mich denn auch nackt und schwitzend, Haut an Haut, mit Christina in meinem Bett. Meine anf├Ąngliche Unsicherheit, wie ich mit einem weiblichen K├Ârper umzugehen h├Ątte, verlor sich rasch. Ihre Empfindsamkeit war meiner sehr ├Ąhnlich und ich ber├╝hrte sie in der Art, wie ich selbst es auch mochte. Ich f├╝hlte die Hitze ihres K├Ârper, ihrer Begierden. Sp├╝rte ihren Mund auf meinem, ihre spielende Zunge, ihre H├Ąnde, die sanft und wissend ├╝ber meinen Leib glitten und mich langsam und sicher in einen lustvollen Wahnsinn trieben. Als wir zufrieden und ersch├Âpft einschliefen, lugte schon die Sonne durch die Spalten der Jalousien.

Christina war zwar verheiratet, aber sie f├╝hrte eine offene Beziehung und ihr Mann wusste von ihrer Passion f├╝r Frauen. Wir verbrachten in den n├Ąchsten Monaten so viel Zeit wie m├Âglich miteinander. Sie wurde mir nicht nur Geliebte, sondern auch Freundin. Die Aff├Ąre ging vor├╝ber, aber die Freundschaft blieb und an manch lauem Sommerabend sitzen wir in ÔÇ×unseremÔÇť Stra├čencafe und malen von neuem die Bilder dieser ersten Nacht.





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Wolfsbane
???
Registriert: Aug 2002

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Aufstieg

Amalaswintha hat mich f├╝r mein Vertrauen belohnt. Diese Geschichte kann mit Texten von Colette und
An├Ąis Nin
verglichen werden.

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BeautifulExperience
Guest
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Eine sch├Âne, sehr sinnliche Geschichte, bei der du dir richtig sch├Ân Zeit zum Erz├Ąhlen l├Ą├čt. Vieles bleibt der Phantasie des Lesers ├╝berlassen, aber da diese in meinem Fall sehr ausgepr├Ągt ist, hatte ich eine Menge Spa├č daran, mir auch das auszumalen, was du nicht beschrieben hast .

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Amalaswintha
One-Hit-Wonder-Autor
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Hallo BeautifulExperience...!!

Ich freue mich...dass Dir die Geschichte gefallen hat...!! Danke...!! Fragte mich schon...ob sie so schlecht ist...weil kaum Realtionen kommen...!!

Liebe Gr├╝├če
Amalaswintha

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Ich schreibe also bin ich

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BeautifulExperience
Guest
Registriert: Not Yet

Lustig, geht mir oft auch so, dass ich anfange zu zweifeln, wenn gar kein Feedback kommt .

Aber oft ist es sogar umgekehrt: je mieser deine Geschichte ist, umso mehr Feedback bekommst du, weil es den Leuten Spa├č macht, daran herumzukritteln und Kommas zu z├Ąhlen.

Also sieh es mal als G├╝tesiegel, dass du bisher so wenig FB bekommen hast .

Ich hab die Angewohnheit, eigentlich nur Geschichten zu kritisieren, die mich ansprechen und die mir etwas geben; bei allen anderen, die mir nicht zusagen, klicke ich schon nach ein paar Zeilen weg. Ich ma├če mir dann aber auch nicht an, sie irgendwie zu beurteilen (├╝ber Klick im Bewertungssystem oder so), denn ich kann mir vorstellen, dass jeder dennoch das Beste gibt.

Deine Geschichte hat mir aber absolut gut gefallen, aber "Blind Date mit Dom Perignon" hat mich noch mehr gefesselt. Die anderen beiden (die du bei kg.de hast) lese ich auf jeden Fall noch, bevor ich zur Arbeit radeln mu├č .

Gru├č!

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Wolfsbane
???
Registriert: Aug 2002

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Logisch

@ Amalaswintha



Warum sollten bestimmte Damen, die dich sonst angreifen, wegen dieser Geschichte auf Dir rumhacken?
Thematisch bist Du doch jetzt dort, wo frau Dich haben wollte.
ElsaLaska k├Ânnte zwar wiedermal deinen Stil verdammen, aber schlie├člich ist damit letztes Mal auf Widerstand gesto├čen...

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