Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92194
Momentan online:
67 Gäste und 1 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzprosa
In der Winterzeit tragen Laubbäume keine Blätter mehr
Eingestellt am 16. 12. 2001 22:00


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Ole
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2001

Werke: 31
Kommentare: 238
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Ole eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

In der Winterzeit tragen Laubbäume keine Blätter mehr.

Diese Feststellung ist nicht neu, und natürlich nicht außergewöhnlich.
Nur ist es mir gerade beim Blick aus dem Fenster bewußt geworden.
Nicht, daß der Baum keine Blätter mehr hat, vielmehr drängte sich mir die Frage auf, ob er jetzt nicht etwas schutzlos ist, so wie er da steht. Nein. Der Baum überwintert am besten, wenn er sich von seinen Blättern trennt. Die Kälte kann ihn so am wenigsten schaden.
Wovon soll ich mich trennen? Ist es bei uns nicht genau anders herum? Wir ziehen uns in unsere gut geheizten Wohnungen zurück. Verlassen diese nur in dicke Sachen gehüllt. Und in ruhigen, besinnlichen Stunden fühle ich mich etwas schutzlos, so wie ich es von dem nackten Laubbaum fälschlicherweise annahm. Schutzlos vor diesen Gedanken, welche mich dann immer beschäftigen. Gedanken des alltäglichen Lebens, Gedanken über die Fehler, die einem in der Vergangenheit unterlaufen sind, bis hin zur großen Frage über den Sinn unseres Daseins. Wo ist die innere Wärme, die Kraft die uns überwintern lässt? Und wieviel ist davon vorhanden?

Während bereits die dritte CD dieser melancholischen Musik läuft, gieße ich mir ein weiteres Glas Rotwein ein, und mache es mir so richtig gemütlich - mit meinen Gedanken.
Im Fernsehen kommt sicher wieder ein Spendenaufruf nach dem anderen. Das ist in der Vorweihnachtszeit so. Ich spende das wohl wertvollste was ich besitze, mir selbst. Die Zeit zum Nachdenken, und die Gedanken zu ordnen. Ich denke an die Menschen, die ich lieb gewonnen habe, in der Gegenwart, und in vergangenen Tagen.
Ich glaube mit den Menschen ist es ähnlich wie mit dem Laubbaum. Wenn man die innere Wärme und Stärke des blätterlosen Baumes zur Winterzeit erkannt hat, wird man sich umsomehr an die herrlich gefüllte Krone im Sommer erfreuen können.
Ich wünsche meinen Lieben die nötige Kraft ihren Winter zu überstehen.
Ich denke an sie, während ich das Fenster schließe, und meinen Wollpullover überstreife.
Es ist kalt geworden.

__________________
"...Wir sitzen mit unsern Gefühlen
meistens zwischen zwei Stühlen --
und was bleibt, ist des Herzens Ironie..."

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


willow
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Ole,

dein Text ist sehr schön... vor allem der Abschnitt darüber, was du dir selbst spendest... ein wenig Zeit für sich zu haben, ein wenig Kraft tanken, um diesen kalten Winter zu überstehen... das ist wirklich für uns alle wünschenswert...

Und auch der letzte Satz ist sehr schön gewählt.. symbolisch... es ist kalt geworden, draußen und auch drinnen...

Dein Text hat mir wirklich sehr gut gefallen, er ist einfach nur ein bisschen zu kurz, ich hätte gerne mehr über diese Gedanken erfahren...

Ganz lieber Gruß,

willow

Bearbeiten/Löschen    


Ole
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2001

Werke: 31
Kommentare: 238
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Ole eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Danke Willow,

für Deine lobenden Worte.
Ja, ich meine, man sollte unter besinnlichen Stunden in der Weihnachtszeit verstehen, sich selbst etwas Ruhe zu gönnen. Die rastlose Jagd nach dem ultimativen Geschenk, das Kaufhausgedränge.......Du weißt sicher was ich meine.......und dann soll pünktlich zum 24-sten alles toll und harmonisch sein?!? Ich denke es kommt nicht so sehr auf die (materialistischen) Geschenke an. Ist es nicht ein besonderes Geschenk, sich die Zeit für gemeinsame Stunden zu nehmen, mal wieder ein Kartenspiel aus dem Schrank zu holen, einfach etwas Spaß zu haben?! Oder auf ganz altmodische Art mit einer netten Karte jemanden wissen lassen, daß man die Tage an ihn gedacht hat. Du siehst, da sind noch eine Menge Gedanken drin mal sehen, ob ich es schaffe, den Text etwas zu erweitern.....

(nun habe ich auch noch schnell die Passage mit den Fehlern geändert, bevor es jemand merkt, denn "Vergangenheit begangen..." klingt doch ulkig. )

einen lieben Gruß zurück von
Ole.
(der laaaangsam wieder warm wird)

__________________
"...Wir sitzen mit unsern Gefühlen
meistens zwischen zwei Stühlen --
und was bleibt, ist des Herzens Ironie..."

Bearbeiten/Löschen    


Sanne Benz
Guest
Registriert: Not Yet

hallo ole,
deine gedanken..an diesem abend..in dieser stimmung und der musik haben mir sehr gefallen.
Es ist ein besonderes gefühl..wenn man so teilhaben kann..
es lässt gut spüren, mit empfinden..es wirkt auf einen..
es ist anders, als bei den gedichten fast..
war schön zu lesen..
lG
sanne

Bearbeiten/Löschen    


Ole
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2001

Werke: 31
Kommentare: 238
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Ole eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Sanne,

schön, mal wieder eine Antwort von Dir lesen zu können.
Ich wollte diese Gedanken auch erst in Gedichtform bringen, aber dann wäre einiges verloren gegangen, darum habe ich es so aufgeschrieben. Ja die Musik spielt oft eine große Rolle, legen wir doch genau diese Scheiben in die Anlage, die unserer Stimmung entsprechen. Man sollte für einige Texte im Hintergrund die Musik abspielen lassen

lieben Gruß
Ole.
__________________
"...Wir sitzen mit unsern Gefühlen
meistens zwischen zwei Stühlen --
und was bleibt, ist des Herzens Ironie..."

Bearbeiten/Löschen    


egofrau
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2001

Werke: 60
Kommentare: 211
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um egofrau eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
schön....

ja ole,

das ist wirklich schön. schon fast ein meditativer text, der sehr wohltun kann beim lesen. werde ihn im auge behalten, ob er sich vielleicht doch noch mehr bereichern läßt. mir macht er lust auf mehr :-)

liebe grüß
johanna
__________________
Erde mein Körper, Wasser mein Blut. Luft mein Atem und Feuer mein Geist.

Danke Arupa

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Kurzprosa Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!