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Leselupe.de > Kurzgeschichten
In die Tiefe
Eingestellt am 21. 05. 2015 21:03


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Marder Marten
Schriftsteller-Lehrling
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Angst habe ich schon lange nicht mehr. Ich habe mich meinem Schicksal gef√ľgt und warte auf das Ende. Aber vielleicht kommt doch noch die Rettung. Ich habe Hoffnung. Hoffnung auf Rettung. Wie bin ich nur hier gelandet? Wie konnte das passieren? Alles begann so friedlich. Es war doch so ein sch√∂ner Tag. Ich schlie√üe meine Augen und lasse die letzten Stunden Revue passieren.

Mein Sohn und ich holten einmal tief Luft, bevor wir langsam in den Ozean eintauchten. W√§hrend das blaue Nass langsam an uns vorbei rauschte, erbl√ľhte die Welt um uns herum zum Leben.
Die Sonnenstrahlen schimmerten im Wasser und tanzten auf unserer Haut in all nur erdenklichen Farben. Doch als ich kurz herunter blickte, bemerkte ich, wie die drohende Dunkelheit langsam n√§her kam. W√§hrend wir tiefer tauchten, sahen wir ein paar Fischschw√§rme an uns vorbeiziehen und je tiefer wir kamen, desto dunkler wurde der Ozean. Ein ungutes Gef√ľhl √ľberkam mich. Ich bekam jedes Mal eine G√§nsehaut, wenn ich diese Dunkelheit sah.
Ich habe dort unten viel Schreckliches erlebt und musste viel zu viel Zeit dort verbringen. Wir waren ziemlich genau sechzig Meter tief als meine Frau mit besorgniserregender Stimme zu uns rief: \"Taucht nicht zu tief ihr Lieben, dort unten wird es gefährlich.\"
Mein Sohn schaute mich mit seinen neugierig funkelnden Augen an, als w√ľrde er ein Abenteuer wittern. \"Was ist denn da unten? Wie sieht es dort aus?\", fragte er mich mit seinen strahlenden Augen, w√§hrend seine Stimme vor Aufregung leicht zitternd war.
Langsam tauchten wir wieder auf und ich schaute ihn grinsend aber auch nachdenklich an.
F√ľr einen kurzen Augenblick fragte ich mich ernsthaft, ob er schon so weit w√§re.
Doch die Antwort kam schnell  mit einer sehr klar hörenden und strengen Stimme aus meinem Kopf. NEIN!
Ich versuchte ihm auf diplomatische Weise zu erkl√§ren, wieso ich es ihm noch nicht sagen konnte. Gleichzeitig musste ich versuchen meine eigene Angst zu √ľberspielen.
Denn irgendwann musste ich ihn dort herunter schicken. Irgendwann muss auch er ein Mann werden. Auch f√ľr ihn wird es irgendwann lebenswichtig werden, dort unten hinzugehen.
\"Mein Sohn, das werde ich dir später einmal erzählen. Nicht mehr lange, dann werden deine Mutter und ich dich nach dort unten mitnehmen. Solange bis du eine eigene Familie hast und mit denen tauchen wirst.\" Ich konnte ihm ansehen, wie er sich freute. Endlich wieder ein Abenteuer, dachte er sich sicher. In dem Moment dachte ich mir, dass die Jugend nun mal so ist. Sie sind neugierig, sie wollen alles probieren und sind immer auf der Suche nach Abenteuern. Ich war ja damals nicht anders. Ganz im Gegenteil ich glaube, ich habe meinen Eltern mehr Probleme bereitet als mein Sohn mir. Mein Sohn muss nach seiner Mutter kommen. So dachte ich zumindest bis jetzt.
Wir schwammen nun eine relativ lange Zeit an der Oberfl√§che. Doch dann sah ich unter uns einen Schatten vorbei huschen. Ich hatte ihn nicht lange gesehen. Gerade so lange, um ihn kurz wahrzunehmen. Ich wusste nicht einmal genau, ob mein Geist mir einen Streich spielte oder, ob es real war. Ich musste wissen, ob dort Etwas war. Ich schaute nach unten, in der Hoffnung noch etwas zu sehen. Dieser Schatten bekam meine uneingeschr√§nkte Aufmerksamkeit. Mein Blick verharrte und ich fixierte die unendlich wirkende Dunkelheit des Ozeans. Ja, ich schien mich darin zu verlieren. Die Dunkelheit war hypnotisierend. Ich musste wissen, was das f√ľr ein Schatten war. Doch dann war das alles nicht mehr so wichtig, denn pl√∂tzlich holte mein Sohn tief Luft und tauchte, lachend und freudestrahlend in die Tiefen des Ozeans herab. Als ich das realisiert hatte, war es schon zu sp√§t. Ich sah noch, wie er mit seinen Gliedma√üen in die Dunkelheit verschwand.
Blitzschnell holte ich Luft und versuchte ihn noch einzuholen. Was hat ihn nur dazu getrieben plötzlich abzutauchen? Ich rief nach ihm, doch er blieb stumm.
Es wurde dunkler und dunkler und ich konnte mit bloßem Auge kaum noch was sehen, bis plötzlich ein paar Umrisse aus der Dunkelheit zu sehen waren.
Ich versuchte ihnen langsam und unauff√§llig n√§her zu kommen. Erst als ich diese als meinen Sohn erkennen konnte, wurde ich wieder schneller. Ich hatte einen Gef√ľhlscocktail im Blut. Einerseits war ich au√üer mir vor Wut, andererseits war ich gl√ľcklich, dass er wohl auf war und ich ihn wieder bei mir hatte. Diese Gef√ľhle zerrissen mich innerlich und sorgten daf√ľr, dass ich unaufmerksam wurde. Schlussendlich konnte ich ihn einholen und schwamm neben ihm. Nat√ľrlich schimpfte ich: \"Wie kannst du uns nur solch einen Schrecken einjagen! Tauch sofort wieder auf und geh zu deiner Mutter! Was nicht alles h√§tte passieren k√∂nnen... \" M√ľrrisch und beleidigt glitt mein Sohn langsam in Richtung Oberfl√§che. Als er eine K√∂rperbreite aufgetaucht war, wurden die Umrisse des Monsters sichtbar, dessen Schatten ich zuvor von der Oberfl√§che aus gesehen hatte. Es war ein Hai. Ein monstr√∂ser, gigantischer Hai! Mindestens vier Meter lang mit weit aufgerissenem Maul. Er schwamm direkt auf meinen Sohn zu. Ich reagierte blitzschnell. Ich bummpte meinen Sohn von unten an und schubste ihn so ein paar Meter h√∂her. Nun war ich zwischen dem Hai und meinem Sohn. Ich konnte die messerscharfen Z√§hne sehen und bildete mir bereits ein, wie sie in meinem Fleisch eindringen w√ľrden. Die Stelle hatte bereits gekribbelt.
\"Schnell, tauch auf!\", schrie ich meinen Sohn an, der nun ebenfalls das Monster sah und nach Mama schreiend und wimmernd so schnell, wie es nur ging, auftauchte. Nun kam der Hai direkt auf mich zu. Ich versuchte mich nach rechts wegzudrehen, doch er traf meinen Körper ca. dreißig Centimeter neben dem Auge. Der Treffer war so heftig, dass ich ein paar Sekunden ohnmächtig wurde. Sicher hatte man den Knall noch Hunderte von Metern entfernt gehört.
Als ich wieder zu mir kam, war ich ca. f√ľnfzig Meter tiefer gesunken. Langsam √∂ffnete ich meine Augen. Ich konnte nur sehr wenig sehen und von dem Hai fehlte jede Spur. Zumindest sah ich ihn nicht. Ich erholte mich nur langsam von dem Aufprall und die Kopfschmerzen waren unertr√§glich. Ich sah alles verschwommen und zitterte von dem Adrenalinschub. Doch das war alles unwichtig. Das Einzige, was mir zu dem Zeitpunkt durch den Kopf ging, war mein Sohn.
Ich rief so laut ich konnte in Richtung Oberfläche: \"Wo bist du? Bist du oben mein Sohn?\" Ich drehte meinen Körper so, dass ich langsam auftauchen konnte. Ich sah immer noch alles verschwommen, lediglich das Zittern hatte etwas nachgelassen. \"Ich bin bei Mama. Papa, wo bist du?\" ertönte eine wimmernde Stimme. \"Es tut mir alles so leid! Ich werde nie wieder...\" Ich unterbrach ihn und erwiderte \"Alles wird wieder gut! Bin gleich bei dir mein Schatz\", als ich plötzlich merkte, wie mich irgendwas an meinen Gliedmaßen gepackt hatte. Nicht lange und ich bemerkte, wie mich etwas nicht nur an meinen Gliedmaßen, sondern auch an meinem Oberkörper packte. In dem Moment geriet ich in Panik und versuchte so schnell wie möglich an die Oberfläche zu gelangen. Doch dann merkte ich, wie sich Hunderte von Saugnäpfen an meiner Haut befestigten. Das Schlimme waren jedoch nicht die Saugnäpfe, sondern die Stacheln, die sich in der Mitte der Saugnäpfe befanden und sich zu Hunderten in mein Fleisch bohrten und mich so festhielten. Ich schrie vor Schmerzen! \"WUAHHHHHHHHHHHH!!!!!\"
Der Schrei muss so grausam gewesen sein, dass selbst die Tore der Hölle zu Eis erstarrten. Die Stacheln machten jede Bewegung zu einer so schmerzhaften Angelegenheit, dass die einzige Option das regungslose Dasein wurde.
Nat√ľrlich hatten diesen Schrei mein Sohn und meine Frau geh√∂rt. \"Vater, Vater, was ist passiert?\" rief mein Sohn be√§ngstigend.
Selbst wenn ich es gewollt hätte, ich konnte ihm zu diesem Zeitpunkt nicht antworten.
War ich doch von einer Kreatur gefangen worden, die von der Natur nur zum Töten geboren wurde.
Vor Millionen von Jahren wandelte sie bereits in den Ozeanen und machte diese zu einer der gefährlichsten Orte auf der Erde. Es ist eines der ältesten Lebewesen auf der Erde und wurde in den letzten Jahrmillionen von der Evolution vergessen. Ich war in den Klauen eines dreißg Meter langem Riesenkalmars.
Auch wenn die Schmerzen noch so unertr√§glich waren, ich musste einfach versuchen zu entkommen. Ich dachte an meinen Sohn, meine Familie. Diese Gedanken gaben mir Kraft es zu versuchen. Also versuchte ich es. Ich machte schnelle ruckartige Bewegungen. Nach rechts, links, oben, unten. Immer und immer wieder bis ich pl√∂tzlich einen Schmerz sp√ľrte, als w√ľrde mir ein St√ľck Fleisch herausgerissen. Und wieder schrie ich vor lauter Schmerzen, w√§hrend langsam mein Kampfeswillen schwandt und ich mich meinem Schicksal f√ľgen musste. Der Schmerz war so stark, dass ich aufh√∂ren musste mich zu bewegen. Ich konnte die Schmerzen nicht ertragen. Seine zehn kr√§ftigen Arme zogen sich immer enger um meinen K√∂rper, sodass sp√§testens jetzt keine Gegenwehr mehr m√∂glich war. Der Druck war so stark, dass es sich anf√ľhlte, als w√ľrden meine Knochen bersten. Mein Herz h√§mmerte so stark, dass ich es in meiner Brust f√ľhlen konnte. Es war grausam. Doch jetzt ist es in Ordnung und ich verstehe es.
Ich h√∂rte meinen Sohn an der Oberfl√§che weinen und immer wieder dieses schreien: \"Vater? Vater! Vaaaaaaater!\" Ich versuchte meine schmerzverzerrte Stimme zu verstecken und antworte ihm z√∂gerlich: \"Schwimm! Schwimm so schnell du kannst! Bring dich in Sicherheit!\" Ich wusste, dass das er in Sicherheit war, denn der Kalmar war mit mir besch√§ftigt. Doch mein Sohn sollte das alles nicht mitbekommen. Jetzt,wo der Kalmar sich sicher war, dass ich nicht mehr fliehen k√∂nnte, zog er mich langsam weiter in die unendliche Dunkelheit der Tiefsee. Es kam mir ein bisschen so vor, als wolle er seinen Triumph genie√üen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass es fast sechzig Minuten dauern sollte, bis wir am Ziel unserer Reise sein w√ľrden. Aber selbst wenn ich es gewusst h√§tte, ich h√§tte ja doch nichts dagegen unternehmen k√∂nnen.
Wir tauchten immer tiefer, w√§hrend das blaue Nass an uns vorbei zog. Ich bemerkte die Str√∂mung auf meiner Haut. Ein wenig Plankton zog an uns vorbei und ich sah, wie uns einige Fische f√ľr ein paar Meter folgten. Sie schauten anteillos zu, als w√§ren sie froh, dass es mich erwischt hatte und nicht sie.
Schon zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich damit abgefunden, bald sterben zu m√ľssen. Doch dann schoss mir, wie aus heiterem Himmel, wieder mein Sohn in den Kopf. Pl√∂tzlich waren alle vorangegangen Schmerzen vergessen. Ich sah ihn pl√∂tzlich vor mir, wie er lacht, wie er spielt, wie wir gemeinsam die Welt erkunden. Ich konnte ihn nicht alleine lassen! Ich wollte ihn nicht alleine lassen! Pl√∂tzlich zitterte ich am ganzen K√∂rper. Ich stie√ü einen Schrei aus, damit das Winden, R√ľtteln und Zucken noch Kr√§ftiger sein w√ľrde. Die Schmerzen waren kaum ertr√§glich, doch ich sah immer wieder meinen Sohn vor meinem inneren Auge. Er lie√ü mich weiter machen, weiter diese schrecklichen Schmerzen ertragen. Ich wollte nicht, dass er ohne Vater aufw√§chst. Doch vergeblich.
Ich konnte mich nicht befreien. Nicht mal lockern konnte ich den tödlichen Griff. Der Kalmar reagierte kein bisschen auf meinen Versuch. So sicher war er sich, dass ich nicht fliehen konnte.
Unbeirrt setze er seinen Weg in die dunkle Tiefe fort.
An diesem Punkt hatte ich aufgegeben und an diesem Punkt zog die Verzweiflung ein, dass ich absolut nichts dagegen tun k√∂nnte, was auf mich zukommen w√ľrde.
Ich war gefangen und es gab keinen Ausweg. Ich w√ľrde meinen Sohn, meine Frau, ja meine ganze Familie nie mehr wiedersehen. Nun tat es mir mehr als leid, dass die letzten Worte, die ich an meinen Sohn geentrichtet hatte, das Schimpfen einen von Angst zerfressenen Vaters waren. Ersch√∂pft schloss ich ein wenig die Augen.
Nach etwa weiteren dreihundert Metern öffnete ich meine Augen erschrocken wieder. Ich musste eingenickt sein. Ich wachte aus einem Albtraum auf und steckte mitten in einem anderen.
Ich sah, wie wir an einem Feld aus Quallen vorbei zogen. Faszinierende Tiere wie ich immer wieder feststellen musste.
Mit ihrem fluoreszierenden Licht locken sie in der Dunkelheit ihre Beute an.
Wenn dann ein Opfer ihre Nesseln ber√ľhrt, schie√üen torpedoartig kleine Dornen aus ihren Nesseln und injizieren dem Opfer ein bet√§ubendes Gift. Sobald das Gift wirkt, wird ein Verdauungsenzym injiziert und das Opfer wird bei lebendigem Leib verdaut.
Beim Vorbeigleiten hatte ich ein paar Fische gesehen, die sich in deren Nesseln gefangen hatten. Mir kam das doch irgendwie sehr bekannt vor. Als ich das sah, wurde ich w√ľtend! Ich br√ľllte den Kalmar an: \"LOS, BRING ES HINTER DICH! T√ĖTE MICH ENDLICH\". Doch wieder passierte nichts. Er sank einfach weiter. Ich flehte und wimmerte ihn an: \"Bitte, bitte t√∂te mich endlich...\" Doch er setze unbeirrt seinen Weg fort. Nach ein paar Metern r√ľttelte es an mir. Die Schmerzen waren unertr√§glich. Es schien so, als w√ľrden wir nicht mehr sinken, sondern nur in eine Richtung schwimmen. Ich fragte mich immer wieder, wo er denn nur hinwolle. Ich hatte die Orientierung verloren. Zu allem √úberfluss merkte ich, wie langsam meine Luft knapp wurde. Es gab kein Zur√ľck mehr, denn der Gro√üteil meiner Luft war bereits verbraucht.
Unter normalen Umst√§nden w√ľrde ich nun auftauchen. Aber da h√§tte mein Freund sicher etwas gegen. Ein paar Meter weiter hielten wir an und der Kalmar begab sich auf den Meeresgrund, wo wir, bis jetzt, immer noch liegen.
Wir scheinen am Ziel zu sein. Ich denke so vor mich hin und bemerke das meine Luft in den Lungen immer weniger und weniger wird. Ich √∂ffne wieder meine Augen. Lange kann es nicht mehr dauern. Der Kalmar hat seinen ganzen K√∂rper in flackerndes Licht getaucht und erhellt somit den Boden. Gerade so viel, dass ich wieder meine Augen nutzen kann und nicht mein Sonar. Irgendwas kommt da aus der Dunkelheit auf mich zu. Es gleitet √ľber den Meeresboden. Doch was ist es? Es ist nicht gro√ü, vielleicht einen Meter.
Je n√§her die Schatten in meine Richtung gleiten, desto mehr erkenne ich von der mysteri√∂sen¬† Gestalt. F√ľhler und Tentakeln kommen zum Vorschein. Langsam aber best√§ndig sehe ich immer mehr von den Wesen, das auf mich zukommt. Jetzt kenne ich den ganzen Schrecken. Es sind seine Kinder. Jetzt wei√ü ich, warum er mich so lange am Leben lie√ü. Sein Nachwuchs sollte eine Lektion bekommen, die sie so schnell nicht vergessen werden. Sie lernen zu jagen. Sie lernen an einer lebenden gro√üen Beute zu jagen. Das ist die Erkl√§rung, warum er mich so lange am Leben lie√ü. Nun ist es also soweit. Ich werde die letzte Reise antreten, ein weiteres Abenteuer, das ich zu bestehen gedenke. Wenn ich mich nun wehren w√ľrde, dann wird er mich sicher schnell t√∂ten. Denn er wird dann seine Kinder sch√ľtzen wollen. Besser so, als von seinen Kleinen immer wieder gebissen zu werden. Aber wenn ich schon gehen muss, dann mit W√ľrde! Wenn ich schon gehen muss, dann mit Radau! Ein letztes Mal werde ich meine Kr√§fte mobilisieren. Ein letztes Mal wird meine Stimme in der Tiefe des Ozeans ert√∂nen! Ein letztes Mal werde ich versuchen meine Schwanzflosse zu befreien. Ich werde ihm zeigen, wozu ich im Stande bin. Mit lauter Stimme schreie ich: ‚ÄěDenn ich bin ein Pottwal!‚Äú


Version vom 21. 05. 2015 21:03

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Lieber @Marten,

beim Vermenschlichen trendiger Tierarten wie etwa Walfischerln solltest du stets darauf achten, wenigstens halbwegs bei den biologischen Tatsachen zu bleiben.

Wale haben keine Hautmuskulatur wie wir und k√∂nnen deshalb keine G√§nsehaut bekommen; sie haben gewiss niemals Angst vor Tiefe und Dunkelheit, denn das Pelagial ist ihr angestammter Lebensraum; ein geschlechtsreifer Bulle bildet keine Familie, sondern befruchtet w√§hrend der Paarungszeit m√∂glichst viele Weibchen und lebt im √úbrigen als recht unvertr√§glicher Einzelg√§nger; um die "Erziehung" seiner Brut k√ľmmert er sich niemals - das macht ausschlie√ülich das Weibchen.

Ein Haifisch (nota bene ein kleiner, der gerade mal vier Meter lang ist), hat gegen einen ausgewachsenen Pottwal nicht den Funken einer Chance, ebensowenig ein Architeuthis, der zudem ein derart k√ľmmerlicher Schwimmer ist ("huschen" kann der gar nicht!), dass er ein Kraftpaket wie einen Pottwal niemals unter Wasser ziehen oder gar dort festhalten k√∂nnte. Die zu den Mollusken z√§hlenden Tintenfische betreiben keine Brutpflege; Walfische stehen nicht auf ihrem Speisezettel.

Die winzigen Augen der Wale "strahlen" nie, schon gar nicht in Tiefen √ľber 25 Metern, wo es so gut wie keine Lichtreflexe mehr gibt. Und "Plankton" findet sich in nennenswerten Mengen nur in der euphotischen Zone, also dort, wo ausreichend Licht f√ľr das Algenwachstum leuchtet.

Das sind nur die gr√∂bsten Schnitzer. Wenn man genau sucht, findet man in deinem Text Dutzende weiterer (z. B. das "blo√üe Auge" des Wals) und am√ľsiert sich dar√ľber.

Ich geh jetzt mal davon aus, dass du noch recht jung bist und keine "Kurzgeschichte", sondern eine Kindergeschichte schreiben wolltest. Gerade bei Kindergeschichten k√§me es, wenn's denn keine M√§rchen- oder Fantasy-Nummern sein sollen, auf den Realit√§tsbezug an. Die Kleinen nehmen das, was ihnen die Erwachsenen als scheinbar glaubhaft erz√§hlen, f√ľr bare M√ľnze und entwickeln daraus die absurdesten Vorurteile, die sich sp√§ter oft nur sehr schwer korrigieren lassen.

Die Natur ist eine pr√§chtige Spielwiese f√ľr jeden Erz√§hler und jeden Schriftsteller! Eine gute Naturerz√§hlung l√§sst den Wesen, die darin vorkommen, ihre Eigenarten, ihren Charakter und ihr Ambiente, statt sie auf mehr oder weniger t√∂richte Art "menscheln" zu lassen.

Tipp: Waldemar Bonsels "Biene Maia" lesen. Die ist zwar leider ein bisschen deutschnational angehaucht, aber die Charaktere der dort vorkommenden Tierarten sind meisterhaft dargestellt und in die Handlungen eingebunden. So muss Tiergeschichte! Oder guck dir Zuckmayers "Die Geschichte vom T√ľmpel" an. Nur eine Pf√ľtze - aber welche Bilder, welche Dramatik und Spannung!

Viel hilft nicht immer viel, @Marten, auch wenn manche "K√ľnstler" das immer wieder meinen. Nur mit Gr√∂√üe und Lautst√§rke allein geht's nicht; es muss alles zusammenpassen. Hier passt etliches gar nicht.

Versuch doch, erst mal ein kleineres Brötchen zu backen - eines, von dem du die Zutaten ganz genau kennst. Dann wird's schon!

Gruß

aligaga

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Marder Marten
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Hallo aligaga,

vielen Dank f√ľr Deine ausf√ľhrliche und offene Kritik.
Zu aller erst, möchte ich ein paar Dinge klarstellen.
1. Was die Wale angeht, hast Du Recht.
2. Haie werden zwischen 4 und 7 Metern lang. Nota bene: Der Hai in meiner Geschichte, hatte es nicht auf den ausgewachsenen Pottwal abgesehen, sondern auf den Kleinen, Jungen Pottwal. Deswegen musste er ja weggestoßen werden. Außerdem war es wohl der Hai der da durch die Gegend gehuscht ist.
Ging vielleicht bei deinem "am√ľsemang" etwas unter.
3. Die sogenannten Riesenkalmare gehören zu den Zehnarmigen Tintenfischen. Diese sind wiederum so wenig erforscht, das niemand genau sagen kann, wie sie sich paaren, noch ob sie Brutpflege betreiben. (Bis vor 10 Jahren, hat man keinen lebendigen Riesenkalmar gesehen. Zu diesem Zeitpunkt, gehörten sie noch zum Seemannsgarn).
4. Zum Thema schwimmen: Die Haut der Pottwale (keine Ahnung ob sie schmerzen sp√ľren, oder ob sie dort Muskeln haben; ist in meinen Augen auch uninteressant; Begr√ľndung folgt unten), ist √ľbers√§t mit Saugnapfnarben, die, so vermuten Wissenschaftler, von Riesenkalmaren stammen. Vielleicht, k√∂nnen diese schlechten Schwimmer, sich ja doch dem sicheren Tod erwehren und vielleicht haben sie doch eine kleine Chance gegen einen Pottwal.
5. Nun m√∂chte ich noch gerne von Dir wissen: Wie kommst Du bitte darauf urteilen zu k√∂nnen, ob ein Wal Angst vor der Tiefe und Dunkelheit hat (Mit Ausnahme das sie dort jagen w√ľrden)? Ich habe auch Angst vor Wespen, dennoch kann ich es nicht verhindern und vermeiden schon mal gar nicht, das sie ab und zu, zu mir kommen. Es gibt Menschen die haben Angst vor ihren Fingern√§geln, m√ľssen aber dennoch damit leben.

Au√üerdem frage mich was Dich daran st√∂rt, das ich nicht einhundert Prozent auf die Biologie der Tiere eingehe, bzw. in vielerlei Hinsicht meine Phantasie freien lauf lasse? Zu deinen Beispiel der Biene Maja: Schon mal eine Biene gesehen die einen Grash√ľpfer vollquarkt, oder m√§nnliche Bienen, die eine Arbeiterbiene begleiten? Pippi Langstrumpf kann ein Pferd heben und ihre Eltern sind Piraten. Der gro√üe, b√∂se, wei√üe Hai ist auch nicht so b√∂se wie dargestellt. Bei Moby Dick greift ein Wal voller Absicht ein Schiff an (Passiert der Realit√§t bestenfalls als ‚Äěversehen‚Äú)! Weltliteratur!!! Romane!!! Ist alles aber doch irgendwie anders dargestellt und definitiv nicht real. Warum soll mein Pottwal also nicht unter Wasser funkelnde Augen haben k√∂nnen oder sehen k√∂nnen? Wieso soll mein Riesenkalmar nicht einen Pottwal in die tiefe ziehen k√∂nnen?
Es soll √ľbrigens eine Kurzgeschichte sein, auch wenn nicht alles "real" dargestellt ist. Mal abgesehen von der fehlenden Realit√§t die Dich so st√∂rt, willst du das wirklich Kindern vorlesen?
Auf deine beleidigende Anspielung meines alters, gehe ich erst garnicht weiter ein.
Ja ich bin ein Anf√§nger und es mag auch sein das deine Kritik f√ľr Dich und andere berechtigt ist, aber von Lesern, die besonders der Meinung sind besser zu sein, erwarte ich, wenn schon Kritik, dann konstruktive und nicht beleidigende wie "versuch erst mal kleine Br√∂tchen zu backen" oder Spekulationen √ľber mein Alter abzugeben was v√∂llig Sinnfrei ist und √ľberhaupt nicht zur Debatte steht.

Einen Kritikpunkt nehme ich allerdings gerne an. Der Text ist zu langatmig und sollte k√ľrzer sein.

Ich haben fertig!!

Gruß
Marder Marten

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aligaga
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Wenn man Tieren in Texten Eigenschaften zuspricht, die sie von Natur aus nicht haben, dann w√§re das nur dann sinnvoll, wenn erkl√§rt w√ľrde, warum das Tier hier diese besonderen Eigenschaften aufweist - warum ein Pottwalbulle Angst vor seinem Lebensraum haben soll, warum er gesellig sei und Brutpflege betreibe; wie ein popeliger Tintenfisch mit seinem k√ľmmerlichen D√ľsenantrieb einen Walbullen abschleppen und ihn danach mit seiner imagin√§ren "Familie" auffressen k√∂nnen sollte. Und so weiter.

Das fiele dann allerdings nicht unter "Erzählung", "Kurzgeschichte" oder "Fabel", sondern unter "Märchen und Fantasy".

Aber auch da käm's darauf an, dass die Handlungen und die Charaktere plausibel sind. Sonst wird's, so leid mir's auch tut, keine gute Fantasy- oder Märchen-Nummer, sondern bleibt ein an den Haaren herbeigezogener Schmarren.

Tipp: Plausibilisieren! Auch eine Pottwalmutti braucht ihre t√§gliche Tintenfischration, und statt eines k√ľmmerlichen Haifischerls, der ihr und ihrem Kalb nicht schaden kann, l√§sst man man ein Rudel M√∂rderwale auftreten. Das sind die richtigen Kaliber! Die setzen der Mutter solange zu, bis sie ihr Kalb aufgibt. Und die Tiefenangst, die braucht's in der Geschichte √ľberhaupt nicht. Weg mit ihr!

Gruß

aligaga

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