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Leselupe.de > Gereimtes
In dieser Nacht
Eingestellt am 24. 12. 2003 19:40


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Talarmar
Festzeitungsschreiber
Registriert: Apr 2003

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In dieser Nacht

In dieser Nacht wird Elend gern vergessen.
Man gibt sich hin dem großen Lug und Trug.
Da wird gesoffen und sehr gut gefressen.
Es gibt von allem mehr als nur genug.

In dieser Nacht da hört man frohes Kinderlachen,
auch Blut und Eiter fließt aus vielen Wunden.
Man hört Kanonen und Gewehre krachen.
Für viele angebrochen sind die letzten Stunden.

In dieser Nacht singt mancher fromme Lieder.
Erfrieren wird so manches arme Schwein.
Zerquetscht und ausgerissen werden viele Glieder.
Durch Fensterscheiben fliegt so mancher Stein.

In dieser Nacht sind Kirchen voll mit Glauben.
Es wird geprotzt mit Zobel und Karat.
Der Fixer will noch schnell 'ne Tasche rauben.
Herrscht Einsamkeit in manchem Zölibat.

In dieser Nacht wird manches Kind geboren,
in weißem Bett und auch in dunklem Stall.
So mancher Meineid wird heut Nacht geschworen
und viele warten auf den großen Knall.

In dieser Nacht da zählen nur Moneten,
wenn Krallen raffen Scheine voller Gier.
Ringsum verlogene Frömmigkeit und Beten.
Gequält wird mancher Mensch und manches Tier.

In dieser Nacht ist Luft geschwängert voller Heucheln.
Ein Kindermörder frisst die Bonbons selber auf.
Kurz wird in Schützengräben eingestellt das Meucheln,
genügend gingen heute über Tag schon drauf.

In dieser Nacht ist manche Ehe nicht zu retten,
auch wenn man vorher zur Beratung war.
Es gibt viel Spaß in weichen fremden Betten
und alle hoffen auf ein neues gutes Jahr.

In dieser Nacht da brennen nicht nur Kerzen,
auch manches Wohnheim das brennt aus.
Mit dicken Bäuchen und mit kaltem Herzen
verschließt man seine Augen vor dem Graus.

In dieser Nacht will mancher nicht mehr hoffen,
er schmeißt das Handtuch und gibt einfach auf.
Der satte Makler ist noch nicht einmal betroffen,
mit Champus feiert er den guten Kauf.

In dieser Nacht gibt man sich gern die Kugel
und nicht nur die spezielle von Rochet.
Im Altenheim da siecht die Trina Schnugel
und denkt 'sist wieder Heilig Nacht - Ole.

©RT

__________________
"Die historische Wahrheit ist ein Mädchen, das man vergewaltigen kann, Hauptsache man macht ihr schöne Kinder" Alexandre Dumas

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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo, Talamar,
wieso sollte die Welt in dieser Nacht besser sein, denn je??? - die Welt war schon immer so und wird es immer
bleiben, da nützt auch solch eine Nacht nicht viel.
In solcher Nacht macht sich der Mensch halt gerne etwas vor.
Laß ihm die Illusion. Wer glaubt, für den ist jeden Tag
Weihnachten, für die anderen ist es das, was Du beschrieben hast : die Welt, so wie sie halt ist....und so wie sie sich
nie ändern wird....

Liebe Grüße
Klopfstock

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Talarmar
Festzeitungsschreiber
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Hallo liebe Klopfstock

Dank für Dein Reinschauen. Hast natürlich Recht.

In dieser Nacht bring ich damit zu Potte
wie es in vielen Nächten ist.
Ob es nun stinkt dem einen oder anderen Gotte,
ward doch geboren in der Nacht einst Revoluzzer Christ.

Wünsche Dir trotz alledem ein besinnliches und frohes Fest

Talarmar

__________________
"Die historische Wahrheit ist ein Mädchen, das man vergewaltigen kann, Hauptsache man macht ihr schöne Kinder" Alexandre Dumas

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Schakim

Wird mal Schriftsteller

Registriert: Jan 2002

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Lieber Talarmar!


In dieser Nacht, da möcht' ich Dich gern grüssen!
Ein heller Stern geht für Dich auf.
Und diesen Stern, den sollst Du still geniessen -
"Frohe Weihnachen!" - steht nur für Dich darauf!


Viele Weihnachtsgrüsse!
Schakim
__________________
§§§> In jeder Knospe zeigt sich ein kleines Wunder beim Aufblühen <§§§

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Talarmar
Festzeitungsschreiber
Registriert: Apr 2003

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Aber Hallo

In dieser Nacht erhielt ich viele Grüße,
von denen Deiner mir der Liebste war.
Herzerwärmend war er, Schakim meine Süße,
auch Dir ein frohes Fest - Dein Talarmar

__________________
"Die historische Wahrheit ist ein Mädchen, das man vergewaltigen kann, Hauptsache man macht ihr schöne Kinder" Alexandre Dumas

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Udogi-Sela

Häufig gelesener Autor

Registriert: May 2003

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Frohe Weihnachten!

Hallo Talarmar,

als ich Dein Gedicht gelesen habe, stellte ich mir vor, wie jemand in der Kirche auf der Kanzel steht, und Dein Werk dort dem staunenden Kirchenvolk verkündet.

Andererseits, liefert uns nicht täglich das Fernsehen in den Nachrichten die von Dir beschriebenen Bilder?

So eine „Stille Nacht“ scheint in seinem Trubelhöhepunkt doch nicht so recht zur Besinnung geeignet, wie Du es mit Deinen Zeilen herausforderst.
Die Besinnung kommt erst später, wenn so viele wieder enttäuscht sich dem täglichen Geschehen zuwenden…

Herzliche Grüße und eine schöne Rest-Weihnacht
wünscht Udo

__________________
Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem höchsten Punkt der Insel. (Kafka)

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