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Leselupe.de > Kurzprosa
In einem unbekannten Land
Eingestellt am 27. 09. 2005 12:14


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Pheedor
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2005

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J├╝ngst, in einem unbekannten Land, an einem fremden Flu├č, auf neuen Wegen, quer ├╝ber einen der Wege verlief ein Gatter, damit die auf den an den Weg angrenzenden Wiesen weidenden K├╝he nicht ausbrechen konnten, ein kleines Tor in der Abz├Ąunung. Bei einem solchen Tor begegnete ich einem Jungen, der, wie es schien, mit seinem breiten dreir├Ądrigen Liegerad Schwierigkeiten hatte, durch die Absperrung zu gelangen, begleitet wurde er von einer Dame auf einem normalen Fahrrad, die ihm half. W├Ąhrend die Dame dem Jungen das Tor offen hielt, entging mir nicht, da├č er k├Ârperlich behindert war, auch sprachlich stellte sich bei ihm eine St├Ârung heraus. Die Dame lie├č die Schranke, nachdem der Junge sie ├╝berwunden hatte, f├╝r mich ge├Âffnet, so da├č ich mein Fahrrad hindurch schieben konnte. Wieder auf freiem Weg und in gem├Ąchlicher Fahrt ert├Ânte pl├Âtzlich lautes Geklingel hinter mir, und kurz darauf sauste der Junge auf seinem dreir├Ądrigen Liegerad an mir vorbei, gefolgt von der Dame, die sicherlich seine Mutter war. ÔÇ×Da haben Sie aber einen schnellen SchrittmacherÔÇť, rief ich den beiden nach, ÔÇ×das kann man wohl sagenÔÇť, rief die Dame zur├╝ck. Nun, pl├Âtzlich packte mich der Ehrgeiz, zudem unweit eine Strecke bergan lauerte, dort ich ihn w├╝rde gewi├č ├╝berholen k├Ânnen. Diese Hoffnung ging nicht auf, denn der junge Radler flitzte trotz seiner Beeintr├Ąchtigung den Berg hinauf, als sei er gar nicht vorhanden, mit kr├Ąftigen rhythmisch harmonischen Tritten in die Pedalen, nahezu gleitend, gekonnt, elegant, indes mir zusehends die Puste ausging. Oben angelangt, sah ich den beiden nach, indem sie ├╝ber den der weiten Flu├čschleife folgenden Weg gemeinsam in den Abend hinein radelten, besann mich meines intakten K├Ârpers und bewunderte die Kraft dieses Jungen, der mich leichtf├╝├čig abgeh├Ąngt hatte und zollte ihm Hochachtung, weil mir bewu├čt wurde, da├č ein hohes Ma├č an Lebensfreude, Mut und Willen scheinbar in jenen erwachen mu├č, die von der Natur oder kraft eines Ungl├╝cks benachteiligt worden sind, und da├č eine Nachteile aufhebende, versch├Ânende Energie in solchen Menschen ruht; nur f├╝r einen Augenblick hatte ich des Jungen Gesicht gesehen, doch stand es in meinen Gedanken wie hineingemei├čelt, es war ein frisches sehr sch├Ânes Antlitz, wie ich lang keines mehr gesehen hatte.

Derma├čen vertieft legte ich eine Rast ein, drehte eine Zigarette und befand, stellte ich das Rauchen ein, w├╝rde ich den flinken Radler beim n├Ąchsten Mal ├╝berholen k├Ânnen. ÔÇ×NeinÔÇť, sprach ich zu mir selbst und z├╝ndete die Zigarette an, sog den geliebten Rauch langsam mit Genu├č ein, ÔÇ×an solchen Menschen sich beweisen wollen hie├če, ein dummer Narr zu sein!ÔÇť Da├č ich f├╝r den Rest der Strecke noch gem├Ąchlicher als gew├Âhnlich fuhr, so da├č selbst die kleinsten Kinder mich ├╝berholten, lag wohl weniger an meiner verru├čten Lunge, sondern mehr an der bemerkenswerten, nachdenklich stimmenden sch├Ânen Begegnung, auf diesen neuen Wegen, an einem fremden Flu├č, in einen unbekannten Land.


(ganz lautlos ist dieser l├Ąrm, wmv 2005, nach einer wahren Begebenheit)

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Mumpf Lunse
Routinierter Autor
Registriert: May 2004

Werke: 11
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hallo pheedor,
ein sehr sch├Âner text.
sprachlich und menschlich sehr dicht.
ohne falsche senitimentalit├Ąt und ohne mitleidige ├╝berheblichkeit.

nur mit dem nachsatz kann ich nichts anfangen.
den hinweis: 'nach einer wahren begebenheit', halte ich f├╝r ├╝berfl├╝ssig.

lg
mumpf



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┬ę by Mumpf Lunse
Schreiben ist etwas ├╝berraschendes

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