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In geheimer Mission
Eingestellt am 25. 07. 2001 18:44


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visco
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In geheimer Mission

In geheimer Mission


      Trotz aller Vorsicht ging das leise Knarren in ein verr├Ąterisches Quietschen ├╝ber. Der erfahrene Bennet hielt unvermittelt inne.
      ┬╗Was ist?┬ź hinterfragte sein erst k├╝rzlich angeworbener Assistent in offensichtlicher Verkennung der gefahrvollen Situation.
      ┬╗Psst!┬ź wurde er energisch zurechtgewiesen, bevor sie sich nacheinander durch den engen Spalt zw├Ąngten.
      Nur wenig Licht drang vom Flur auf die ersten Stufen. Das Ende der Treppe verlor sich in geisterhaftem Dunkel. ┬╗K├Ânnen wir kein Licht machen?┬ź erkundigte sich Bennets Kollege beinahe ├Ąngstlich.
      ┬╗Hier. Wir nehmen die hier┬ź, widersprach Bennet und dr├╝ckte ihm eine Taschenlampe in die Hand.
      Zwei schwache Lichtkegel huschten nun aufgeregt von Stufe zu Stufe und dann wieder durch das tiefer gelegene Kellergew├Âlbe. Deckenhohe und prall gef├╝llte Regale, Schr├Ąnke, riesige Kartonstapel, unbekannte Ger├Ątschaften und geheimnisvolle Gegenst├Ąnde, alles sicher von einer dicken Staubschicht ├╝berzogen, wurden kurzzeitig sichtbar, bevor die Finsternis sie wieder verschluckte. Ein modriger Geruch stieg aus der Tiefe empor.
      ┬╗Hier entlang┬ź, fl├╝sterte Bennet unten angekommen und wandte sich nach links. Sein Assistent folgte hastig, nachdem die gigantische Werkbank seine ganze Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte. Einige fremdartige Werkzeuge und Ger├Ąte mit vielen Kn├Âpfen und Schaltern hatte er darauf entdeckt, aber deren Untersuchung mu├čte warten. Bennet wu├čte, was zu tun war.
      ┬╗Kannst du mir ┬┤mal leuchten?┬ź forderte Bennet, der seine Lampe bereits in der Hosentasche verstaute und von einem Stuhl auf einen der Kartonstapel kletterte. Geschickt arbeitete er sich weiter nach oben, fand mit dem Fu├č schlie├člich den n├Âtigen Halt auf einem der Regalb├Âden und zog sich an der Konstruktion bis ganz hinauf. ┬╗Hier ist es┬ź, erkl├Ąrte er f├╝ndig geworden und deutete auf einen l├Ąnglichen Karton, dessen seitliche Beschriftung auf einen extrem gefahrvollen Inhalt schlie├čen lie├čen. ┬╗Du mu├čt mir helfen.┬ź
      ┬╗Soll ich auch hoch kommen?┬ź
      ┬╗Nein. Es tr├Ągt uns nicht beide. Aber siehst du die Isolationsmatten? Dort ┬┤dr├╝ben. Die silbernen Zylinder.┬ź
      ┬╗Meinst du die hier?┬ź
      ┬╗Ja, genau. Hast du noch die Handschuhe, die ich dir gegeben habe?┬ź
      Der Assistent griff in seine Hintertasche und holte sie hervor. ┬╗Ja, hab┬┤ ich.┬ź
      ┬╗Zieh┬┤ sie an. Das Zeug ist hoch toxisch.┬ź
      ┬╗Roger.┬ź Verdutzt wandte er sich noch einmal um. ┬╗Sind die nicht viel zu schwer?┬ź
      ┬╗Kein Problem. Sehen schwerer aus als sie sind. Zwei d├╝rften gen├╝gen. Hol┬┤ sie ┬┤r├╝ber und stell┬┤ sie genau unter mich.┬ź Ohne weitere Verz├Âgerung folgte sein Assistent nun der Anweisung und plazierte die au├čen beschichteten und aufgerollten Matten an der gew├╝nschten Position. ┬╗Okay. Schieb┬┤ ein paar der Kartons dagegen, damit sie nicht umfallen k├Ânnen.┬ź Von leisem St├Âhnen begleitet wurden die ben├Âtigten St├╝tzen verschoben oder aufeinander gewuchtet, bis ein ausreichender Halt der Auffangvorrichtung gesichert schien. ┬╗Alles klar. Geh┬┤ lieber zur Seite┬ź, riet Bennet noch, bevor er mit einer Hand an dem aufgefundenen Objekt zu zerren begann, bis es ├╝ber die Kante ragte und nach einer ganzen Seitw├Ąrtsdrehung schlie├člich auf der Glaswolle landete.
      Ge├╝bt hangelte sich Bennet an dem monstr├Âsen Regal entlang, um an geeigneter Stelle auf den Kartonstapel ├╝berzusteigen. Nach einem gewagten Sprung landete er genau vor den F├╝├čen seines ihm leuchtenden Partners. ┬╗Puh! Das w├Ąre geschafft┬ź, stie├č er erleichtert aus und zog nun ebenfalls Handschuhe an. ┬╗Los. Wir m├╝ssen es da ┬┤r├╝ber schaffen┬ź, erkl├Ąrte er und hielt seinen Kopf in Richtung Werkbank.
      Mit vereinten Kr├Ąften schleppten sie den Karton bis an die gewaltige, h├Âlzerne Konstruktion heran, wo sie ihn vorsichtig abstellten. Mit einem Messer durchtrennte Bennet das Klebeband und klappte den Karton auf. Ein rechteckiger, metallener Gegenstand kam zum Vorschein.
      ┬╗Pack┬┤ mit an. Wir stellen es da ┬┤rauf.┬ź
      Anschlie├čend leuchtete sein Assistent das Ger├Ąt neugierig von allen Seiten ab, w├Ąhrend Bennet neues Werkzeug beschaffte. Auf der Frontseite gab es alle m├Âglichen Kn├Âpfe, die mit merkw├╝rdigen Symbolen versehen waren. Eine ausgedehnte gl├Ąserne Fl├Ąche deutete auf eine Anzeige hin. Daneben gab es eine Klappe, hinter der sich weitere Kn├Âpfe und Regler befanden.
      ┬╗Nicht ber├╝hren!┬ź warnte Bennet. ┬╗Wir m├╝ssen es erst entsch├Ąrfen.┬ź Mit einem Schraubenzieher l├Âste er eine Schraube nach der anderen, aber der Deckel wollte sich nicht abnehmen lassen.
      ┬╗Wahrscheinlich eine zus├Ątzliche Sicherung┬ź, spekulierte sein Assistent nerv├Âs und suchte sofort das Geh├Ąuse ab.
      ┬╗Jetzt hab┬┤ ich┬┤s┬ź, verk├╝ndete Bennet pl├Âtzlich triumphierend. Mit einem Ruck zog er den Deckel erst nach hinten, bis er sich nach oben abnehmen lie├č. Mit ihren Lampen leuchteten sie nun das Innere ab. Auf einem br├Ąunlich-gr├╝nen Untergrund waren zahllose Bausteine und Elemente in den verschiedensten Farben, Formen und Gr├Â├čen befestigt, die ├╝ber metallisch glitzernde Bahnen miteinander verbunden schienen. Trotz der vielen Beschriftungen war kein Muster zu erkennen.
      Bennet griff nach einem der fremdartigen Werkzeuge, das in einem spiralf├Ârmigen St├Ąnder steckte. Ganz sachte setzte er dessen Metallspitze auf dem Untergrund auf und fuhr einige der Glitzerbahnen ab.
      ┬╗Das ist es!┬ź hauchte er seinem ratlosen Assistenten zu und stie├č dabei gegen eines der Bausteine, die mit kleinen Beinchen etwas erh├Âht vom Untergrund montiert waren. ┬╗Ich brauche eine Zange.┬ź
      ┬╗Bist du sicher, du wei├čt, was du tust?┬ź z├Âgerte der Angesprochene verunsichert.
      ┬╗Als Geheimagent hatte ich die beste Elektronikausbildung, die es gibt┬ź, konterte Bennet belehrend. ┬╗Die Zange!┬ź
      ┬╗Aber ich bin doch auch Geheimagent┬ź, hielt sein kleiner Bruder dagegen.
      ┬╗Erst wenn du dich bew├Ąhrt hast. Noch bist du mein Assistent.┬ź
      Das Quietschen der Kellert├╝re k├╝ndigte unerwartete Gesellschaft an. ┬╗Kinder? Seid ihr da unten?┬ź schallte ihnen die Stimme ihrer Mutter entgegen. ┬╗Rupert? Oliver?┬ź
      ┬╗Ja, Mama.┬ź
      Das Licht wurde eingeschaltet. ┬╗Das Essen ist fertig. Kommt jetzt bitte. Ihr k├Ânnt nachher weiterspielen.┬ź Etwas widerwillig trotteten die beiden Jungs die Stufen hinauf. ┬╗Aber zuerst werden Schularbeiten gemacht. Verstanden?┬ź
      ┬╗Ja, Mama┬ź, antworteten sie im Chor, aber eines wu├čten sie genau: heute nachmittag w├╝rden sie ihren Geheimauftrag beenden. Schlie├člich waren sie ja Geheimagenten, und zwar die besten, die es gibt.


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ElsaLaska
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liebe visco,

du hast ein beneidenswertes talent f├╝r hervorragende pointen! das muss ich jetzt doch mal loswerden, insbesondere deshalb, weil mir die anf├Ąnge zwar ganz gut gelingen, wof├╝r ich dann aber kein gescheites ende finden kann
aber auch der anfang hat mir ganz gut gefallen (und den hatte ich bei den texten, die ich bisher gelesen habe, immer bem├Ąngelt), bis auf den satz mit dem "Was ist? hinterfragte....", der zwar als satz ganz gelungen ist, aber etwas verschachelt wirkt und den leser ein wenig zur├╝ckzucken l├Ąsst.
da ich nicht zur missgunst neige;-): ein dickes lob f├╝r eine gelungene kurzgeschichte mit unglaublich gelungener
pointe
liebe gr├╝sse
elsa

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visco
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Liebe Elsa,

einen ganz herzlichen Dank f├╝r dein dickes Lob.
Danke auch f├╝r den Hinweis bzgl. des "Was ist..."-Satzes.
Der Anfang k├Ânnte auch so lauten:

quote:
Trotz aller Vorsicht ging das leise Knarren in ein verr├Ąterisches Quietschen ├╝ber, da├č der erfahrene Bennet erschrocken innehielt.
┬╗Was ist?┬ź hinterfragte sein erst k├╝rzlich angeworbener Assistent in offensichtlicher Verkennung der gefahrvollen Situation.
Meinst du, ich sollte es dahingehend ab├Ąndern? H├Ąttest du ggf. einen anderen Vorschlag?

Ich hoffe, den Wink mit der Mi├čgunst soll ich nicht auf mich beziehen, denn das t├Ąte mir ziemlich weh. Wenn ich eine Kritik zu den Werken anderer schreibe, dann nicht aus niederer Absicht. Das entspricht einfach nicht meinem Gem├╝t.

Nochmals vielen lieben Dank
und hoffentlich bis bald,
Viktoria
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ElsaLaska
Guest
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Hallo visco,

bl├Âdsinn, das "missgunst" bezog sich auf die formulierung "beneidenswert", die ich gleich im ersten satz des beitrages benutzt hatte und ich wollte einfach nochmal auf den "neid" zur├╝ckgreifen.
aber immer gut, wenn man nachfragt, dann kann man die situation wenigstens kl├Ąren.

der neue satz ist etwas besser, aber er ist meines erachtens nicht ganz korrekt:
Muss es denn nicht heissen:
"... in ein verr├Ąterisches Quietschen ├╝ber, das (normal s!) den erfahrenen bennet erschrocken innehalten LIESS" und vielleicht w├Ąre noch zu ├╝berlegen, ob du auf die laute stimme hinweist, dann w├Ąre der zweite satz klarer:
"... hinterfragte mit lauter Stimme sein erst k├╝rzlich angeworbener Assistent in offensichtlicher Verkennung der gefahrvollen Situation."
anstatt mit "lauter Stimme" ginge nat├╝rlich auch "lautstark" etwas ├Ąhnliches, das ausdr├╝ckt, dass er die frage in normaler lautst├Ąrke stellt und dadurch die offensichtliche verkennung entsteht.
vielleicht wirkt es aber auch ohne den hinweis auf die normale bzw. laute stimme, ich bin mir da nicht ganz sicher.
beste gr├╝sse
elsa

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visco
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Liebe Elsa,

oops, dann war es wohl gut, da├č ich zur├╝ckgefragt habe. Okay, mein Fehler.

Ich glaube, in deinem Vorschlag bleibt die Betonung auf dem Quietschen, statt auf Bennets Reaktion ├╝berzugehen, auf die sich die Frage seines Assistenten bezieht.
Ich k├Ânnte das ausgeparte "so" vor dem "da├č [er] erschrocken innehielt" einf├╝gen. Wie w├Ąre das?

"lautstark" scheint mir ├╝bertrieben. (Wenn ich mich z.B. ┬┤mal zu einer lautstarken Reaktion hinrei├čen lasse, dann erzittert der Raum.) Sein kleiner Bruder aber fragt unbek├╝mmert, eher mit unterdr├╝ckter Lautst├Ąrke, da er ja die Reaktion seines Bruders sieht.
Mein Problem war, da├č ich eigentlich "hinterfragte [er] erschrocken" oder "[..] vorsichtig" schreiben wollte, aber 1. kommen beide Beschreibungen schon vor, was zu einer unsch├Ânen Wiederholung gef├╝hrt h├Ątte, und 2. w├╝rde der ohnehin schon laaange Satz noch l├Ąnger.
Hhm, nehmen wir vielleicht zun├Ąchst den ersten Verbesserungsvorschlag als Kompromi├č, bis uns ┬┤was Besseres einf├Ąllt - einverstanden?

Liebe Gr├╝├če,
Viktoria
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ElsaLaska
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also, visco,

jetzt ist mir auch klarer, was du eigentlich mit dem satz sagenwolltest:
ich h├Ątte noch einen vorschlag zu machen:

"...in ein verr├Ąterisches Quietschen ├╝ber. (PUNKT)Der erfahrene Bennet hielt erschrocken/j├Ąh/unvermittelt inne. "

Ich finde die Aufl├Âsung in zwei S├Ątze eigentlich ganz spannend. Besonders spannend finde ich ein "unvermitteltes Innehalten". Das ist dann auch ein sch├Âner Ausl├Âser f├╝r die "Was ist?"-Frage.


Dann k├Ąme: "Was ist?" hinterfragte der erst k├╝rzlich angeworbene Assistent .... " und dann weiter, wie du m├Âchtest, es kann ja jetzt ruhig ein etwas l├Ąngerer satz folgen.
liebe gr├╝sse
elsa

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