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Leselupe.de > Kurzgeschichten
In meinem Herzen
Eingestellt am 11. 10. 2007 13:09


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Anysa
AutorenanwÀrter
Registriert: Jul 2007

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Mein kleines WĂŒrmchen,

ich schreibe dir diese Zeilen um dir etwas von mir auf deine lange Reise mitzugeben.
Du warst schon vor deiner Geburt mein Sonnenschein. TĂ€glich lauschte ich in mich hinein und spĂŒrte eine neues Leben in mir wachsen.
Du hast dafĂŒr gesorgt, dass die Welt in noch viel krĂ€ftigeren Farben fĂŒr mich leuchtete. Das Gras und die BĂ€ume rochen besser und die Blumen intensiver.
Als du da warst und ich in deine Augen schaute, die wie die Sterne am Firmament leuchtete, da kannte ich den Sinn meines Lebens. Du brachtest mich tĂ€glich zum Lachen. Endlich warst du da und ich konnte dich in meine Arme schließen. Du warst das schönste und wunderbarste Baby auf der Welt.
Jeden Tag habe ich mit dir genossen, schaute zu, wie du geschlafen hast. Jeden Morgen konnte ich es gar nicht erwarten, dich in meine Arme zu schließen und in dein wunderbares Gesicht zu schauen. Ich begrĂŒĂŸte dich mit deinem Spitznamen „WĂŒrmchen“ und du hast es verstanden und mich angelacht. Dein Lachen war, als ginge die Sonne auf und eine wohlige WĂ€rme durchströmte mich. Du hast mir ein neues Leben geschenkt, eine Aufgabe die ich bedingungslos erfĂŒllen wollte.
Doch eines Tages war es ruhig in deinem Zimmer. Ich blieb stehen, weit weg vom Bettchen und wusste, dass etwas nicht stimmte. Mein unsichtbares Band zu dir war gestört. Ich hörte dich nicht mehr atmen, obwohl ich ganz angestrengt meine Ohren spitze.
Irgendwann musste ich zu deinem Bettchen. Du hast ausgesehen, als wĂŒrdest du schlafen. SĂŒĂŸ und unglaublich niedlich hast du unter der Decke gelegen, die Ärmchen von dir gestreckt. Zuerst wollte ich aufatmen, aber dann bemerkte ich, dass sich deine Brust nicht bewegte.
Nein, das konnte nicht sein. Und doch war es so. Ich beugte mich zu dir und nahm dich in meine Arme. Schlaff hast du darin gelegen, deine kleinen Augen wollten sich nicht öffnen. Ich habe deinen Namen gerufen, habe dich sanft geschĂŒttelt, dann immer stĂ€rker. Aber du wolltest nicht aufwachen.
Warum, meine Schatz? Warum hast du mich verlassen? Habe ich dir nicht alle Liebe gegeben? Habe ich dir nicht genug Zuneigung und Freude gespendet? Was habe ich falsch gemacht?
Doch du wirst mir nie diese Fragen beantworten. Du wirst nie deine Ärmchen mehr nach mir ausstrecken. Du wirst nie wieder mich anschauen und mich mit deinem LĂ€cheln bezaubern. Du wirst mich nie Mami nennen.
Mit dir ist ein wichtiger Teil von mir gestorben, mein Herz zerbrach in tausend spitze StĂŒcke, die sich tĂ€glich in mein Innerstes rammen.
Wenn ich die Augen schließe, dann sehe ich dich deutlich vor mir. Ich höre deine Lachen, sehe deine strahlenden Auge und rieche deinen unverwechselbaren Duft. Dann bist du da und ich strecke meine Arme nach dir aus.
Doch wenn ich denke dich zu spĂŒren und hoffnungsvoll mit einem Lachen die Augen öffne, ist da nichts.
Ich mache dir keinen Vorwurf, mein Schatz. Du bist gegangen, fĂŒr alle Zeit. Doch die vielen schönen Momente mit dir, die Augenblicke unbĂ€ndiger Freude seit ich von dir wusste, die bleiben fĂŒr immer in meiner Erinnerung.
Du, mein WĂŒrmchen, wirst immer einen Platz in meinem Herzen haben.

Ich liebe dich!

Deine Mami


WĂ€hrend der Pastor die Rede am Grab des Babys hĂ€lt, hat die Mutter den Brief noch in der Hand. Hat sie alles gut geschrieben und wird ihr kleiner Engel dies verstehen? Sie ringt mit sich, ob sie den letzten Gruß auf den Sarg legen soll.
Als der Sarg in das tiefe, schwarze Grab hinab gelassen wird, steht die Mutter wie erstarrt am Rand. Was passiert nun mit ihrem Baby? Ob es glĂŒcklich ist, da wo es sich nun befindet?
Bevor der Sarg den Boden des Grabes erreicht hat, tritt die Mutter vor. Sie kniet sich nieder und legt ihren Brief auf den Sargdeckel.
„Ich werde dich immer lieben, mein Engel“, sagt sie unter TrĂ€nen, Der Brief findet seinen Platz und wird mit in das Grab hinab gelassen. Noch einen Blick auf ihr geliebtes Kind, bevor sie sich umdreht und geht.
„Du wirst immer einen Platz in meinem Herzen haben“, flĂŒstert sie dem Himmel entgegen und glaubt fast, das Gesicht ihres Kindes zu sehen.
Mit hÀngenden Schultern und gebeutelt von WeinkrÀmpfen verlÀsst sie mit ihrem Mann den Friedhof. Es beginnt zu schneien und die Flocken legen sich sanft auf den kleinen Sarg.

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Anysa
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Registriert: Jul 2007

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Hallo Franka,

ich habe deinen Ratschlag beherzigt und das Gedicht gelöscht. Ob mir die Kurzgeschichte besser gelungen ist, ist schwer zu sagen.

Und ja, es liegt eine wahre Begebenheit der Geschichte zu grunde. Aber ich habe sie nicht persönlich erlebt, sondern nur miterlebet. War auch so schlimm genug.

Ich hoffe, ich bekomme keinen Ärger, das ich dies zuerst als Gedicht hatte und nun als Geschichte geschrieben.

Ich will mit dieser Geschichte niemandem zu nahe treten und verletzte hoffentlich keine GefĂŒhle. Das ist nicht meine Absicht.

Liebe GrĂŒĂŸe
Anysa

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Anysa
AutorenanwÀrter
Registriert: Jul 2007

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Habe den Text etwas korrigiert und einiges herausgenommen.
Sehr viel mehr fĂ€llt mir nicht ein, damit er nicht kĂŒnstlich oder gar kitschig wirkt.
Vielleicht liegt er mir zu sehr am Herzen, so daß ich nicht objektiv daran arbeiten kann.
WÀre schön, wenn mir jemand noch ein paar RatschlÀge zur Verbesserung geben könnte.

Liebe GrĂŒĂŸe
Anysa
__________________
Auch die Ewigkeit besteht aus Augenblicken.

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