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Leselupe.de > Kindergeschichten
In unser'm Dschungel
Eingestellt am 07. 02. 2002 13:43


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eiros
Schriftsteller-Lehrling
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In unser'm Dschungel
Neben den Schienen der Bahnlinie, die den Ort mit der nahen Stadt verband, streckt sich, fast die ganze Strecke entlang, ein verwilderter kleiner Wald. Na ja, Waldb├Ąume mit dicken St├Ąmmen gibt es eigentlich nur wenige dort, es ist eher ein hohes und verwildertes Gestr├╝pp und kein richtiger Wald. Aber es ist h├Âher gewachsen als Erwachsene gro├č sind. Dicht zugewachsen und d├╝ster an manchen Stellen ist es dort jedenfalls, wenn im Sommer alles von Laub zugewachsen ist -man kann sich dort jedes Mal aufs Neue verlaufen. Lange, lange kann man laufen, ohne an irgendeinem Ende wieder rauszukommen, und es ist dann ein spannender und reizvoller Kitzel, wieder den Weg aus dem Dschungel heraus zu finden, wenn man sich verlaufen hat. Der Dschungel h├Ârt dann manchmal gar nicht mehr auf, ist wie eine unendlich gro├če, gr├╝ne Tollwiese oder eine H├╝pfburg, wie gemacht zum Toben.
Dahin gingen immer die Jungs im Sommer zum Spielen. Manuel, Marc, manchmal auch Marcs gr├Â├čerer Bruder Bertram und sein Freund Jockel, meistens aber nur Manuel und Marc allein. Hier konnte man richtig wild spielen, rennen , bis man ganz au├čer Atem und ersch├Âpft war, sich blindlings auf den Boden werfen -meistens fiel man weich- und sich dann,- wenn man nach Hause kam, v├Âllig verschwitzt und todm├╝de ins Bett werfen. Manuels Eltern fanden das nicht schlecht, weil er dann immer schnell einschlief. Sie sagten, er h├Ątte sich m├╝de gespielt und das sei eigentlich richtig und gesund in seinem Alter. Unter anderem spielten Manuel und Marc hier Verfolgungsjagd oder machten Ritterspiele. Sie hatten sich stabile St├Âcke geschnitzt und mit denen ├╝bten sie wirkliches Fechten. Marc war viel wilder als Manuel, und er schlug beim Fechten immer richtig fest zu. Manchmal schlug er Manuel den Stock sogar aus der Hand und tat ihm dabei an den Fingern weh. Auch Bertram und Jockel schlugen hart zu und k├Ąmpften wild. Beide waren so etwa ein Jahr ├Ąlter und auch st├Ąrker als Manuel und Marc. Das H├Âchste aber war, als Marc einmal ganz pl├Âtzlich die Hose und Unterhose runterlie├č, bis er ganz nackt war und unter dem Gejohle und schallendem Gel├Ąchter der Anderen einen dicken dampfenden Haufen ins Gras setzte. Bertram und Jockel lachten, liefen weg und hielten sich die Nase dabei zu, - dabei roch es gar nicht wirklich. Manuel blieb wie entgeistert stehen und sah zu, was Marc jetzt weiter tat. Marc zog sich v├Âllig gleichg├╝ltig die Hosen wieder an, blickte gelassen auf seinen Haufen zur├╝ck und sagte nur, dass er verstehen konnte, wie ein solches Riesending ihn schon den ganzen Tag so dr├╝cken konnte und dass er ab heute nur noch hier im Dschungel aufs Klo gehen werde, das mache mehr Spa├č. -Das tat er aber dann doch nicht! Aber Manuel war trotzdem sehr beeindruckt. Soviel unversch├Ąmte Gleichg├╝ltigkeit, soviel Mut, den Spott der anderen einfach auszuhalten h├Ątte er nicht gehabt- er h├Ątte so etwas nie gemacht. Er war ├╝berhaupt von Marc schwer beeindruckt.
Marc war etwas gr├Â├čer als Manuel, er war stark. Er hatte eine muskul├Âse, sportliche Figur, - Manuels Vater sagte mal zu Marc, er k├Ânnte mit diesen Muskeln glatt Boxer werden. Darauf wurde Marc verlegen und sagte, da├č er auch Boxer werden wolle, wenn er mal mit der Schule fertig war und ihm stieg die Schamesr├Âte ins Gesicht. Dieses Lob ging aber nicht nur Marc herunter wie ├ľl, sondern auch Manuel. Er platzte vor Stolz, als h├Ątte man ihn selber gelobt. Aber auch Marc hatte umgekehrt eine hohe Meinung von Manuel und seiner Familie. Wenn er zu Besuch bei Manuel war, fand er, dass alles immer so sauber und aufger├Ąumt war, so ein frischer Duft und ihm schmeckte das Essen. Ja, er bewunderte sogar Manuel und lobte, dass er soviel wusste. Er sagte einmal, dass Manuel immer so vern├╝nftig sei. Auch er kam gern zu Manuel zu Besuch. Au├čer, wenn Manuels Oma auch da war. Sie war nicht so absolut ├╝berzeugt von Marc, wie Manuel oder auch die Eltern waren.
Sie fand, dass Marc nicht zu Manuel passte. Er sei ein schlechter Umgang f├╝r Manuel. Marc kam aus einer ├Ąrmeren Familie als Manuel, seine Eltern hatten nicht so viel Geld. Marc lebte in einem der grau -braunen Hochh├Ąuser am Rand der Ortschaft, ganz nahe am Dschungel. Es gab bei Ihnen meistens Ravioli oder irgendein Fertiggericht wie Pizza zum Essen, aber jeder konnte sich einfach so an den Mittagstisch setzen und mitessen. Es waren immer Freunde von Bertram da, oder die Freundinnen von Marcs Schwester, es war immer laut und lebendig dort drinnen. Au├čerdem konnte man in der ganzen Wohnung die Schuhe anlassen, sogar auf dem Sofa. Oma fand das sch├Ąbig und stillos. Auch Bertram und Jockel gefielen ihr nicht, sie waren einfach kein guter Umgang f├╝r Manuel fand sie. Manuel konnte das gar nicht verstehen. Das alles waren seine Kumpane. Mit ihnen zog er durch den Dschungel, es war seine Bande und er geh├Ârte zu Ihnen.
Eines Tages spielten Manuel und Marc wieder Verfolgungsjagd im Dschungel. Sie stellten sich vor, dass Manuel ein b├Âser Graf war, der von Marc besiegt werden sollte. Die Hintergrundgeschichte wurde aber immer unwichtiger w├Ąhrend des Spiels. Stattdessen lieferten sie sich einen wilden Fechtkampf und machten eine besonders wilde Verfolgungsjagd. Sie beide rannten so schnell wie selten. Sie preschten nur so durch das Geb├╝sch, und benutzten ihre St├Âcke, um sich das hinderliche Laub aus dem Weg zu schlagen, da├č die Bl├Ątter und die schw├Ącheren ├äste nur so aufwirbelten. Sie k├╝mmerten sich auch nicht um die ├╝blichen Schleichwege, und sprangen blindlings ├╝ber alle Hindernisse querfeldein in die Geb├╝sche hinein .
Auf einmal aber hatten sie das Ende des Dschungels erreicht. Manuel, der vorne weg gerannt war, trat hinaus auf eine Stra├če des Ortes. Hier war normalerweise das Ende beim Spielen. Hier endete ihr Spielgebiet, denn im Ort , auf den Stra├čen, war Verkehr. Und die ├Ąlteren Leute beschwerten sich ├╝ber Kinder die L├Ąrm machten und rannten. Heute aber, Manuel h├Ątte nicht sagen k├Ânnen warum, sollte die Jagd hier noch nicht zu Ende sein. Er rannte weiter Marc hinterher. Bertram und Jockel k├╝mmerten sich ja auch nicht um die Waldgrenze und kamen in letzter Zeit nicht mehr so oft mit. Au├čerdem hatte Manuel einen Plan gefasst. Es gab im Garten ihres Hauses ein Geb├╝sch, hinter dem er sich verstecken konnte. Wenn Manuel, der ihm einfach weiter auch noch auf den Stra├čen verfolgte, an dem Geb├╝sch vorbei ging, konnte Manuel ihm ganz ├╝berraschend aus den B├╝schen springen und ihm den Stock aus der Hand schlagen. Damit war dann Marc entwaffnet und er h├Ątte gewonnen. So ging die Verfolgungsjagd bis zu Manuels Haus weiter. Sie rannten ├╝ber und auf den Stra├če, ohne auf Autos zu schauen. Wenn sie ├╝ber Treppen gehen mussten, sprangen sie mehrere Stufen auf einmal herunter, da├č es in den Beinen krachte. Dabei war Marc Manuel bedrohlich nahe herangekommen. Marc rannte sogar einmal durch ein fremdes G├Ąrtchen, um abzuk├╝rzen. Er holte Manuel immer mehr ein. Endlich hatte aber Manuel sein Haus als Erster erreicht und Marc war immer noch ein paar Meter hinter ihm. Manuel war einfach ersch├Âpft. Sein Herz wummerte dumpf und heftig und er keuchte wie nie. Seine Kehle war staubtrocken, er wollte nur noch etwas trinken. Statt sich im Garten zu verstecken, wollte er also erst ins Haus. Er dr├╝ckte die Klingel, jemand musste direkt am ├ľffner stehen, denn sofort ├Âffnete sie sich.
Gerade aber, als Manuel die T├╝r aufmachte, preschte Marc heran. Er hatte so eine Geschwindigkeit, dass er nicht rechtzeitig abbremsen konnte, - und prallte mit seinen ausgestreckten Armen in fast vollem Lauf gegen die dicke Glast├╝re von Manuels Haus. Durch die gro├če Wucht bekam die Glaseinlage der T├╝r sofort zwei Spr├╝nge genau an den Stellen, gegen die Marc mit seinen beiden H├Ąnden aufprallte. Augenblicklich kamen die Eltern herausgest├╝rmt. "Ist euch was passiert!?...,...Mein Gott, wie habt ihr das wieder hinbekommen? - Ich seh' schwarz!" Marc hatte sich nur leicht am Handballen geschnitten, verbi├č sich das Weinen und war mit einem Pflaster schnell verarztet. Aber die T├╝r... sie war zwar nicht v├Âllig kaputt, doch zwei unsch├Âne Spr├╝nge liefen quer von links nach rechts ├╝ber das Glas. Klebeband w├╝rde sicher nicht ausreichen...
Bis zur Reparatur der T├╝re hatte es ein paar Wochen gedauert und war auch nicht ganz fertig, hie├č es immer. W├Ąhrend dieser Zeit waren Manuel und Marc nur noch selten in den Dschungel gegangen. Das Spielen machte nicht mehr diesen Spa├č , den es vorher gemacht hatte. Sie spielten eher oberfl├Ąchlich, nicht mehr so wild und ungebremst. Das lag wohl auch am Wetterumschwung. Der Sommer ging langsam zu Ende. Die Sonne schien nicht mehr oft und manchmal wehte bereits ein k├╝hler Wind durch das Gestr├╝pp des Dschungels.
"Tja, die Reparatur", seufzte der Vater nun eines Tages zu Manuel, "das wird keine einfache Sache werden, darum ging es ja, als es immer hie├č, sie w├Ąre nicht fertig. Du wei├čt, da├č auch wir hier zur Miete wohnen, das Haus geh├Ârt uns nicht, sondern Frau Stoer, -du kennst Sie ja noch. Mit der T├╝r ist es schwierig, weil der Glaseinsatz k├╝nstlerisch verziert ist, wie Du weist, und durch Marcs Aufschlag sind die Verzierungen jetzt kaputt. Wenn die T├╝r und das Haus uns geh├Âren w├╝rden, w├╝rden wir den Einsatz einfach rausnehmen, wegschmei├čen und durch einen billigen, schmucklosen ersetzen lassen. Das w├╝rden auch wir zahlen wenn┬┤s sein m├╝sste. Aber die Frau Stoer will das alte Glas mit den Verzierungen und Glasmalereien wieder und das mu├č man jetzt ganz neu anfertigen lassen. Man muss dazu extra einen Kunstglaser kommen lassen und das kostet." "Wieviel wird es sein?" Manuel schluckte, denn sein Vater sprach ernst und bek├╝mmert. " Es werden wohl so um die 3000ÔéČ ,sagt Frau Stoer, das Ding war sehr teuer. Beide schwiegen sich an. " Unsere Versicherung zahlt nicht, sagt sie, denn Du warst ja nicht der Schuldige, fuhr Vater fort, also muss die Versicherung von Marcs Eltern zahlen. Deine Mutter hat schon ein paar Mal angerufen aber keinen erreicht. Heute hat sie jedenfalls Marcs Mutter erreicht und seine Mutter will sich nicht an die Versicherung wenden, scheinbar hat Marc schon ├Âfter was angestellt, was die Versicherung zahlen musste, und mit jedem mal erh├Âht sich der Versicherungsbeitrag, es wird dann immer teuerer, Marc zu versichern. Jedenfalls haben die Beiden vereinbart, den Preis zu teilen, aber Marcs Eltern k├Ânnen ihre H├Ąlfte nicht auf Einmal zahlen und m├╝ssen jeden Monat ein bisschen zahlen."
Von nun an rief Marc nicht mehr bei Manuel an, und Manuel traf ihn nicht mehr im Dschungel, nur noch ihre M├╝tter telefonierten ein paar mal miteinander. Als Manuel bei Marc anrief, war nur seine Schwester am Telefon, und sagte, Marc sei nicht da. Manuel sah in eigentlich nur noch zweimal, beim einen Mal ging Marc gru├č- und wortlos auf der Stra├če an ihm vorbei. Das andere Mal sah Manuel ihn von Weitem, wie er mit Bertram und Jockel die Stra├če entlang trottete und es sah so aus, als gingen sie auf den Dschungel zu. Schon wollte Manuel zu Ihnen losrennen, aber sie bogen auf der Stra├če kurz vor dem Dschungel ab in Richtung ihres Mietblocks und gingen einfach am Dschungel vorbei. Manuel sah Ihnen noch nach bis sie verschwunden waren.

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Charima
???
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Hallo, Eiros!

Entschuldige bitte, da├č ich mich erst jetzt zu Wort melde, aber ich wollte Deine Geschichte in vollkommener Ruhe lesen, bevor ich Dir etwas dazu schreibe. Aufgefallen sind mir beim Lesen mehrere Dinge.

Zuerst einmal wei├č ich nicht, wieso Du Deine Geschichte schlecht findest. Wie Deine andere gef├Ąllt sie mir ziemlich gut. Besonders dicht wird sie meiner Ansicht nach (auch sprachlich) im letzten Drittel Deines Textes. Vor allem das Ende hat mich anger├╝hrt - ich mu├čte weinen, weil ich wei├č, da├č es in der Realit├Ąt leider oft genug genau so ist.

Wo Du etwas verbessern k├Ânntest:

Der Titel lautet "In unser'm Dschungel", es wird jedoch aus keiner Ich- oder Wir-Perspektive erz├Ąhlt. Das hat mich irritiert.

Ansonsten k├Ânntest Du Deinen Text insbesondere auf Wiederholungen und F├╝llw├Ârter (wie 2X "zugewachsen", oft "man", "aber", "auch") untersuchen. Wenn Du daran arbeitest, wird der Text noch um etliches runder werden, davon bin ich ├╝berzeugt. Aber auch so halte ich ihn f├╝r ziemlich gelungen!

Liebe Gr├╝├če,

Charima





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