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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ingrid packt die Angst
Eingestellt am 06. 05. 2003 00:23


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Zwillingsjungfrau
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Ingrid packt die Angst (ĂŒberarbeitet)

„Hi, du da!“
„Schau her, wenn ich mit dir rede!“
„Ja, dich meine ich, Ingrid.“

Ingrid steht auf dem großen sonnenbeschienenen Platz, ganz versunken in die herrliche Architektur einer sehr alten HĂ€userzeile. Plötzlich hört sie eine seltsam vertraute flĂŒsternde Stimme, die sie mit ihrem Namen anspricht. Erschrocken dreht Ingrid sich um. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen.

Da hört sie es wieder.

„Du kennst mich. Wovor hast du Angst? Ich bin doch stĂ€ndig bei dir. Und ich hab dir noch nie etwas Böses getan.“

Ingrid schaut auf die Fenster der HÀuserfront. Ist irgendwo ein Fenster geöffnet? Nein, von dort ruft keiner. Ingrid zweifelt. Hat sie sich die Stimme nur eingebildet? War sie zu lange in der Sonne?

Ein Schwarm Tauben kommt ĂŒber den Platz gesegelt und lĂ€sst sich in Ingrids Sichtweite auf den heißen Pflastersteinen nieder. In der flimmernden Hitze des Platzes tribbeln die Tauben hin und her, picken hier nach einem Körnchen, dort nach einem Grashalm. Langsam, Ingrid dabei genau beobachtend, kommen sie nĂ€her. „Quatsch,“ denkt Ingrid sich, „sei doch realistisch. Tauben können nicht reden. Bilde dir doch nichts ein!“

Doch schon wieder spricht die Stimme: „Manchmal - wenn es dunkler wird - fĂŒrchtest du dich vor mir, ich erschrecke dich. Hab keine Angst, du zitterst zwar, dir ist es unheimlich, doch fĂŒrchtest du dich nicht vor dir selbst?“

„An so herrlichen Tagen wie heute sind wir eine Einheit. Ich bin dein stĂ€ndiger Begleiter, mit dir verbunden wie deine Arme oder Beine. Mit meinen Beinen kann ich ebenso hĂŒpfen, laufen, springen oder tanzen wie du. So beweglich wie du bin ich auch.“

„Wenn du mich doch nur hĂ€ufiger beachten wĂŒrdest. Ich kann dich zum Lachen bringen, kann mich fĂŒr dich dick oder dĂŒnn, kurz aber auch spindellang machen. Ich verĂ€ndere fĂŒr dich meine Farbe, schneide Grimassen oder verschwimme, als wollte ich mich auflösen.“

„In Zeiten, wenn du mutlos in den Abend wanderst, einsam, von allen vergessen, wandere ich neben dir. Du bist nicht allein.“

„Stehst du dagegen im Rampenlicht, Spotlights strahlen dich an, die Menge jubelt dir zu, dann mache ich mich sehr klein und verstecke mich unter deinen FĂŒĂŸen.“

„Nun, erkennst du mich, dein mit dir verbundenes zweites untrennbares Ich?“

„Richtig, Ich bin es, dein Schatten.“



__________________
Verantwortlich ist man nicht nur fĂŒr das, was man tut, sondern auch fĂŒr das, was man nicht tut.
Laotse

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itsme
???
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Gute Idee und sprachlich fantasievoll umgesetzt. Ein paar VorschlĂ€ge fĂŒr den Text hĂ€tte ich aber.


"Hi, du da!"
"Schau her, wenn ich mit dir rede!"
"Ja, dich meine ich, Ingrid."

Ingrid steht auf dem großen sonnenbeschienenen Platz, ganz versunken in die herrliche Architektur einer sehr alten HĂ€userzeile. Als sie hört, dass sie angesprochen wird, dreht sie sich erschrocken um. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen.

Da hört sie es wieder.

"Du kennst mich. Wovor hast du Angst? Ich bin doch stÀndig bei dir. DabeiUnd ich hab ich dir noch nie etwas Böses getan."

Ingrid schaut auf die Fenster der HÀuserfront. Ist irgendwo ein Fenster geöffnet? Nein, von dort ruft keiner. Ingrid zweifelt. Hat sie sich die Stimme nur eingebildet? War sie zu lange in der Sonne?

Ein Schwarm Tauben kommt ĂŒber den Platz gesegelt und lĂ€sst sich ganz in der NĂ€he nieder. In der flimmernden Hitze des Platzes tribbeln die Tauben hin und her, picken hier nach einem Körnchen, dort nach einem Grashalm. Langsam, Ingrid dabei genau beobachtend, kommen sie nĂ€her. "Quatsch", denkt Ingrid sich, "sei doch realistisch. Tauben können nicht reden. Was ich mir nur einbilde."

Doch schon wieder spricht die Stimme: "Manchmal - wenn es dunkler wird - fĂŒrchtest du dich vor mir, ich erschrecke dich. Hab keine Angst, du zitterst zwar, dir ist es unheimlich, doch fĂŒrchtest du dich doch auch nicht vor dir selbst?"

"An so herrlichen Tagen wie heute, sind wir zuweilen eine Einheit. Ich bin dein stĂ€ndiger Begleiter, mit dir verbunden wie deine Arme oder Beine. Mit meinen Beinen kann ich ebenso hĂŒpfen, laufen, springen oder tanzen wie du. So beweglich wie du bin ich auch."

"Wenn du mich doch nur hĂ€ufiger beachten wĂŒrdest. Ich kann dich zum Lachen bringen, kann mich fĂŒr dich dick oder dĂŒnn, kurz aber auch spindellang machen. Ich verĂ€ndere fĂŒr dich meine Farbe, schneide Grimassen oder verschwimme, als wollte ich mich auflösen."

"In Zeiten, wenn du mutlos in den Abend wanderst, allein, von allen vergessen, wandere ich neben dir. Du bist nicht allein."

"Stehst du dagegen im Rampenlicht, wenn Spotlights dich anstrahlen, die Menge dir zujubeltSpotlights strahlen dich an, die Menge jubelt dir zu, dann mache ich mich sehr klein und verstecke mich unter deinen FĂŒĂŸen."

"Nun, erkennst du mich, dein mit dir verbundenes zweites untrennbares Ich?"

"Richtig, Ich bin es, dein Schatten."


Obwohl der Sprechende nicht wechselt, die wörtliche Rede mit Ende des Absatzes zu schließen und mit dem nĂ€chsten Absatz neu zu beginnen, ist recht eigenwillig.


itsme



__________________
I.T.


__________________
Life is too short to paint a single kiss

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Zwillingsjungfrau
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Ingrid packt die Angst

Danke, Itsme,
es stimmt, mit deinen VerĂ€nderungen wird der Text flĂŒssiger, die Worte können besser auf der Zunge zergehen. Zwischen den letzten beiden AussagesĂ€tzen habe ich bewusst einen Absatz geschaffen, quasi zum Luftholen, bevor erkennbar wird, wer dort spricht.
Ich lerne so viel durch diese Kommentare. Leselupe ist fĂŒr Lernende so hilfreich und ich wĂŒrde mir wĂŒnschen, dass alle, die eine Bewertung abgeben, sich auch die MĂŒhe machen, mich hilfreich zu unterstĂŒtzen. Ich lerne so gern etwas hinzu.

Deshalb noch einmal mein großes Dankeschön, dass du dich mit meinem Text so intensiv auseinandergesetzt hast.

Liebe GrĂŒĂŸe
Ingrid
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Laotse

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Klabautermann
???
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Liebe Ingrid,

wirklich nette Geschichte, wie ich sehe, hatte auch itsme nur wenig anzumerken. Insgesamt wĂ€re es auch ganz nett, die Geschichte in der Ich-ErzĂ€hlperspektive zu schreiben, aber auch die 3. Person ist natĂŒrlich ok.


Ingrid steht auf dem großen sonnenbeschienenen Platz, ganz versunken in die herrliche Architektur einer sehr alten HĂ€userzeile. Als sie plötzlich die seltsam vertraute Stimme hört, die offensichtlich sie selbst meinte, dreht sie sich erschrocken um. Doch weit und breit ist kein Mensch zu sehen.

Da hört sie es wieder.

„Du kennst mich. Wovor hast du Angst? Ich bin doch stĂ€ndig bei dir. Und ich hab dir noch nie etwas Böses getan.“

Ingrid schaut auf die Fenster der HÀuserfront. Ist irgendwo ein Fenster geöffnet? Nein, von dort ruft keiner. Ingrid zweifelt. Hat sie sich die Stimme nur eingebildet? War sie zu lange in der Sonne? gut

Ein Schwarm Tauben kommt ĂŒber den Platz gesegelt und lĂ€sst sich ganz in der NĂ€he auf den heißen Pflastersteinen nieder. In der flimmernden Hitze des Platzes tribbeln die Tauben hin und her, picken hier nach einem Körnchen, dort nach einem Grashalm. Langsam, Ingrid dabei genau beobachtend, kommen sie nĂ€her. „Quatsch,“ denkt Ingrid sich, „sei doch realistisch. Tauben können nicht reden. Bilde dir doch nichts ein!“

Doch schon wieder spricht die Stimme [blue[um mich herum, ĂŒberall und nirgends: „Manchmal - wenn es dunkler wird - fĂŒrchtest du dich vor mir, ich erschrecke dich. Hab keine Angst, du zitterst zwar, dir ist es unheimlich, doch fĂŒrchtest du dich doch nicht vor dir selbst.“

„An so herrlichen Tagen wie heute kein Komma sind wir zuweilen eine Einheit. Ich bin dein stĂ€ndiger Begleiter, mit dir verbunden wie deine Arme oder Beine. Mit meinen Beinen kann ich ebenso hĂŒpfen, laufen, springen oder tanzen wie du. So beweglich wie du bin ich auch.“

„Wenn du mich doch nur hĂ€ufiger beachten wĂŒrdest. Ich kann dich zum Lachen bringen, kann mich fĂŒr dich dick oder dĂŒnn, kurz aber auch spindellang machen. Ich verĂ€ndere fĂŒr dich meine Farbe, ich dachte, Schatten haben keine Farbe? schneide Grimassen oder verschwimme, als wollte ich mich auflösen.“ gut beschrieben

„In Zeiten, wenn du mutlos in den Abend wanderst, allein, von allen vergessen, wandere ich neben dir. Du bist nicht allein.“

„Stehst du dagegen im Rampenlicht, Spotlights strahlen dich an, die Menge jubelt dir zu, dann mache ich mich sehr klein und verstecke mich unter deinen FĂŒĂŸen.“

„Nun, erkennst du mich, dein mit dir verbundenes zweites untrennbares Ich?“

„Richtig, Ich bin es, dein Schatten.“

liebe Ingrid, wie gesagt, eine wirklich nette Umsetzung der Idee des Schattens. GefÀllt mir gut, Deine Geschichte. Bin gespannt auf neues von Dir.

ganz lieben Gruß
schickt dir
Klabauti

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Zwillingsjungfrau
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Ingrid packt die Angst

Lieber Klabautermann,

habe auch deine Auseinandersetzung mit meiner Geschichte bewertet und als "gewinnbringend und hilfreich fĂŒr den Autor" empfunden. Möchte mit den Kommentarbewertungen erreichen, dass nicht nur kommentarlos benotet wird sondern eine echte Hilfe ist. Deine Anregungen werde ich am Montag einarbeiten, jetzt bin ich auf dem Sprung nach Hamburg. Schatten können die Farbe verĂ€ndern, denke nur daran, wenn dein Schatten auf ein Wasser fĂ€llt, dann spiegelt er sich oder glitzert, außerdem kann er alle Schattierungen der Grautöne annehmen. Bei Tageslicht sieht er anders aus als bei Sonnenlicht. Und denke nur an die Fingerspiele (HĂ€schen machen), je nach Beleuchtung und Hintergrund sieht er immer anders aus.

Mir ist auch noch ein Fehler aufgefallen.
An so herrlichen Tagen wie heute, sind wir zuweilen eine Einheit. "Zuweilen" muss raus, denn der Schatten ist immer mit der Person verbunden.

Du weißt,du bist mir eine echte Hilfe, Dankeschön!!!:-))
GrĂŒĂŸe dich,
Ingrid
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Laotse

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Rote Socke
Guest
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Ingrid,

heute komme ich mal nicht zum Meckern zu Dir. Ich habe mich von der kleinen Story einfach mittragen lassen.

Hast Du gut angepackt und anschaulich umgesetzt. DafĂŒr gibt es mal echtes Lob!

Volkmar

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