Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m√ľssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5563
Themen:   95501
Momentan online:
534 Gäste und 9 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
Innenseite der Muschel
Eingestellt am 12. 08. 2018 21:10


Autor
Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.
Monochrom
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2012

Werke: 61
Kommentare: 376
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Monochrom eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Innenseite der Muschel

Wir schwingen in Formation.
Mit einem Traum vom Flug
beobachte ich schwebendes Laub.
Der Wind fährt leise durch Glieder.
Rot, brennt; Glut wölbt Wolken;
Es dreht sich aus meiner Sicht.

Ins Gr√ľne wollte ich. Licht feixt.
Laufe unter den Lustgärten
aus Beton, endbalanciert;
Fluss aus Dreck, Braun;
im Wettlauf, spiegelt
meine Natur nur meine Natur.

In der Labsal war ich,
sollte zuerst sein, dabei,
unschuldig, böse, in Formation.
Landung auf dem Fall,
mein welkes Gefieder,
knochentrockenes Sternunter.

Anfang eines Verharrens.
Vor der stillen Schatulle.
Schl√ľssel aus Katzengold blitzt.
Ich folge der Formation,
umschlossen von kahlen Wänden
einer kreiselnden Suche.
Kreis schließt sich um den Kreis.
Mein Zentrum wähle ich mir Schwarz,
und f√ľr sp√§ter ein fernes Rauschen.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Tula
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2016

Werke: 147
Kommentare: 1649
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Tula eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Monochrom

sprachlich wirksam, ohne Zweifel. Insgesamt lese ich es aus einer gesellschaftskritischen Perspektive heraus, das mit-Schwingen in Formation, am Ende bleiben die Tr√§ume unerf√ľllt, der Mensch zieht sich in sich selbst zur√ľck, eine Art Ausgrenzung innerhalb der Formation.

Sehr gute Stellen mMn:

quote:
im Wettlauf, spiegelt
meine Natur nur meine Natur

und S2 √ľberhaupt die beste. Ebenso

quote:
mein welkes Gefieder,
knochentrockenes Sternunter

Dennoch verliere ich mich etwas in der F√ľlle der Bilder, gerade weil es sprachlich recht experimentell zugeht (S3, bis zur zitierten Stelle)

Das 'vor der Schatulle' will mir nicht auf das Bild innerhalb der Muschel passen, eigentlich finde ich diese (Muschel) nur in S4. Der Aufhänger könnte da die Formation selbst sein, d.h. im Titel, ohne sie im Text (dreimal!) zu erwähnen.
Dann auch dreimal Kreis in zwei Zeilen (?), zu viel des Guten.

So oder so, ein sehr interessantes Werk, gern gelesen.

LG
Tula


Bearbeiten/Löschen    


Monochrom
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2012

Werke: 61
Kommentare: 376
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Monochrom eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo,

@lapismont:
Ich hatte auch einen Entwurf, da war die letzte Strophe noch in zwei Strophen aufgeteilt. Habe mich aber dann f√ľr die gepackte Version entschieden.

Es w√§re ggf. eine Idee, V2 und V3 der letzten Strophe komplett zu entfernen, und so einen bildhaft dichteren Schlussakkord zu finden... andererseits mag ich die Metapher... ich √ľberlege mal noch...da es auch Tula aufst√∂sst, vielleicht noch ein Ansatz, zu verbessern.

@Tula:
Ja, die Schatulle. Es ist defintiv eine abzweigende Metapher. W√§hrend ich es schrieb, und auch jetzt noch, √ľberlege ich, diese beiden Verse (V2 und V3) rauszunehmen. Aber aus irgendeinem Grund, vielleicht in meinem pers√∂nlichen Bezug zum Text, erscheint es mir dann immer unpassend, sie wegzulassen.

Anfang eines Verharrens.
Ich folge der Formation,
umschlossen von kahlen Wänden
einer kreiselnden Suche.
Kreis schließt sich um den Kreis.
Mein Zentrum wähle ich mir Schwarz,
und f√ľr sp√§ter ein fernes Rauschen.

So ginge es auch. Aber mir persönlich fehlt dann eben diese Verheißung. Diese Verlockung des zu öffnenden Schatzes, der vielleicht, oder ganz bestimmt keiner ist (=Katzengold). Das Komplettiert den Text.

Dass Dich die vielen "Kreise" stören, ist schade.
Denn es ist sehr wichtig, hier genau zu lesen.

Man gelangt von der "kreiselnden Suche" zu dem Verlauf, dass sich in eben diesem Kreiseln weitere Kreise um einen schließen.
Also keine Repitition, sondern eine inhaltliche Weiterf√ľhrung.
So wie in einem Strudel, bspw. von einer Toilettensp√ľlung

Deiner Aussage, dass der Text experimentell ist, kann ich nun so gar nicht folgen. Ich finde das ganz gewöhnlich, einige Metaphern streifen sogar sehr stark an einer allgemeinen Abnutzung innerhalb der Lyrik, sind deshalb vielleicht nochmal etwas klanglich und inhaltlich anders geschliffen.

Bearbeiten/Löschen    


Trainee
Häufig gelesener Autor
Registriert: Oct 2017

Werke: 13
Kommentare: 1065
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Trainee eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Monochrom,

das ist Lyrik.

Aus meiner Sicht g√§be es lediglich wenige Dinge zu √ľberdenken.

Innenseite der Muschel

Wir schwingen in Formation.
Mit einem Traum vom Flug
beobachte ich schwebendes Laub.
Der Wind f√§hrt leise durch Glieder. "Glieder" k√∂nnen nicht f√ľr sich stehen. "Der Wind f√§hrt still / leis / stumm durch die Glieder" oder etwas in der Art. Auf diese Weise w√§re auch gleichzeitig ein kleines rhythmisches Problem an dieser Stelle behoben.
Rot, brennt; Glut wölbt Wolken;
Es dreht sich aus meiner Sicht.

Ins Gr√ľne wollte ich. Licht feixt.
Laufe unter den Lustgärten
aus Beton, endbalanciert;
Fluss aus Dreck, Braun;
im Wettlauf, spiegelt
meine Natur nur meine Natur.

In der Labsal war ich,
sollte zuerst sein, dabei,
unschuldig, böse, in Formation.
Landung auf dem Fall,
mein welkes Gefieder,
knochentrockenes Sternunter.
Anfang eines Verharrens.
Vor der stillen Schatulle.


Ein Schl√ľssel aus Katzengold blitzt.
Ich folge der Formation,
umschlossen von kahlen Wänden
einer kreiselnden Suche.
Der Kreis schließt sich um den Kreis.

Mein Zentrum wähle ich mir Schwarz,
und f√ľr sp√§ter ein fernes Rauschen. Die letzte Versgruppe k√∂nntest du absetzen. Damit w√§re die lapismontische Kritik "erledigt."

Ein sehr schönes Gedicht. Auffallend schön.


Trainee



__________________
Mein Maul ist ein Löwe / mein Herz ein Kaninchen / Von fern bin ich Zora, von Nahem: Sabinchen (Simone Borowiak)

Bearbeiten/Löschen    


Monochrom
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2012

Werke: 61
Kommentare: 376
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Monochrom eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hi Trainee,

komme jetzt erst dazu, Dir zu antworten.

Ich finde Deine Vorschl√§ge allesamt gut und w√ľrde sie gerne √ľbernehmen. Vor allem das Wort "still" anstatt "leise" ist sehr wertvoll.

Vielen Dank.

Gr√ľ√üe
Monochrom

Bearbeiten/Löschen    


6 ausgeblendete Kommentare sind nur f√ľr Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur√ľck zu:  Ungereimtes Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.
Werbung