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Leselupe.de > Gereimtes
Ins Stammbuch
Eingestellt am 06. 02. 2007 19:49


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Walther
Routinierter Autor
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Ins Stammbuch


Vergleich Dich nicht mit freien V├Âgeln,
Die Weiten, N├Ąhen, Fernen segeln.
Vergleich Dich nicht mit festem Stein,
Mit Staub hast Du viel mehr gemein.

Auch greife nicht nach Himmelsternen,
Weil diese immer sich entfernen.
Und greife nicht nach schnellem Geld,
Weil dieses doch zu Nichts zerf├Ąllt.

Begreife, Du wirst schneller enden,
Versuche, Dich nicht zu verschwenden.
Begreife Dich als Deine Chance,
Versuch und wahr die Contenance.

Begleiche alle Lieb mit Liebe,
Damit davon das Beste bliebe.
Berechne niemals Wort f├╝r Wort,
Weil Frieden mehr ist als kein Tort.



__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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JoteS
Foren-Redakteur - tippende Inquisition
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Hallo Walter

Ein St├╝ck weit muss ich mich Hannas Meinung anschliessen. Ist sauber gereimt, klingt aber sehr altv├Ąterlich und ein wenig bem├╝ht. Bem├╝ht? Ja, denn mit folgenden, in meinen Augen fragw├╝rdigen, Formulierungen habe ich M├╝he:

Die Weiten, N├Ąhen, Fernen segeln.

--> Das mit den N├Ąhen ist h├Âchst konstruiert und wirkt nicht elegant sondern gek├╝nstelt.

Begreife, Du wirst schneller enden,

--> Schneller als wer oder was?

Begreife Dich als Deine Chance,

--> Das ist, mit Verlaub, Unsinn. Das Leben soll er/sie als Chance begreifen. Sich selbst? Unm├Âglich.

Versuch und wahr die Contenance

--> Versuche was? Hier fehlt mir, wie schon beim "schnelleren Ende" ein handfester Bezug.

"Tort"

--> Leider ein Wort aus der hintersten Ecke der Mottenkiste. Sch├Ân aber allzu angestaubt.

Auch, und dieser Meinung bin ich selten, sollte dieses Gedicht wegen seines gleichf├Ârmigen "Litanei-Stils" und des schurgerade erhobenen Zeigefingers mindestens doppelt so lang sein.

Gruss

J├╝rgen


__________________
Oh lodernd Feuer! (Ustinov als Nero)

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HFleiss
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Ins stammbuch

Dieses Gedicht ist vor allem stockkonservativ. Warum soll sich einer nicht mit den freien V├Âgeln vergleichen? Damit er strammsteht, auf den Vorgesetzten h├Ârt und tut, was ihm gesagt wird, den eigenen Kopf ausschaltet - das ist Denken, wie es die Obrigkeit gern hat, einem freien Menschen aber unw├╝rdig ist. Und so geht es weiter durch das Gedicht: dass der Mensch Staub ist. Nein, er ist kein Staub, er ist ein Mensch! Warum nicht nach "Himmelssternen" (wo sonst gibt es Sterne?) greifen? Das hei├čt doch: Schuster, bleib bei deinen Leisten! Und so weiter und so weiter. Das habe ich gemeint, ganz abgesehen von der doch recht altert├╝melnden Form. Schreib das einem jungen Menschen ins "Stammbuch" (was soll das sein? Poesiealbum?), und wenn er sich dran h├Ąlt, erzieht man sich den feigsten Mucker. Das ist strammstes Obrigkeitsdenken. Und deshalb vor allem halte ich dieses Gedicht f├╝r sehr schlecht.

Hanna

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Walther
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Hallo JoteS, hallo Hannah,

in der Tat ist das ein "schlechtes" Gedicht, aber formal eine technisch gute Komposition. Allerdings sollte man mir nachsehen, da├č man es mit einer deutlichen Prise Ironie lesen sollte.

Es ist in der Tat provokant, einen solchen Text unkommentiert einzustellen und abzuwarten, was die Reaktionen sind.

Liebe Gr├╝├če

W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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HFleiss
gesperrt
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ins stammbuch

Walther, dass es sich um Ironie handelt, ist an keiner Silbe zu erkennen. Es gibt einen im Literarischen festgelegten Grundsatz: Schreib nicht ironisch, wenn der Text nicht eindeutig als Satire oder Ironie erkennbar ist. Du kannst den Vorgang der Ironie im Leser nicht beeinflussen, er wird immer 1:1 lesen. In diesem Fall bin ich aber der Meinung, dass der Text durchaus ernst gemeint ist, denn er passt allzugut in den Kontext des allgemeinen Trends zum gesellschaftlichen R├╝ckschritt ins 19. Jahrhundert. Was aber die technische Seite angeht (ich bin da nicht so formal), so hat dir Jote ja geschrieben, wo es hakt.

Liebe Gr├╝├če
Hanna

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Walther
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Hallo Hannah,

mit meiner Bemerkung wollte ich nicht aussagen, da├č dies ein gelungener Text ist. Da├č er nicht das gew├╝nschte Ziel erreicht hat, kann ich aus den Anmerkungen erkennen.

Deren Zusammenfassung lautet: War wohl nix. Gut, das erkenne ich an. Passiert und richtet einen wieder ein, damit die B├Ąume nicht in den Himmel wachsen.

Daraus zu schlie├čen, wir seien auf dem R├╝ckweg ins 19. Jahrhundert - und ich sei ein Verfechter dieses Wegs -, halte ich, ehrlich gesagt, f├╝r etwas zu weit gegriffen. Ich will nicht verhehlen, da├č nicht alles, was wir heute "erreicht" haben, wirklich ├╝berzeugt. Das aber gilt f├╝r jedes Zeitalter.

Aus den Fehlern Schl├╝sse zu ziehen, das zeichnete den Menschen bisher aus. Einiges ist wirklich kritisch zu hinterfragen.

Zu diesen Fragen geh├Ârt auch, wie weit die Erhebung das Individuums zur alleinigen Richtschnur des Handelns gehen kann. Ebenso ist zu fragen, ob die Menschheit - ohne Vereinbarung ├╝ber Grundwerte - mit ihrer Freiheit gut umgeht, wenigstens in den L├Ąndern, die diese Freiheit des Entscheidens erm├Âglichen.

Zweifel sind ├╝brigens immer erlaubt und Skepsis durchaus angebracht. Gerade die Demokratie baut auf dem Grundsatz der Skepsis auf: Im Zweifel hat die Mehrheit recht; Ausnahme: der Katalog der Menschenrechte, der nie zur Disposition steht.

In diesem Sinne nehme ich die berechtigten kritischen Anmerkungen entgegen, frei nach dem Grundsatz: Wer austeilt, mu├č auch einstecken k├Ânnen. Diesmal war das Einstecken dran.

Es gr├╝├čt dankend die Runde

der W.


__________________
Walther
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