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Leselupe.de > Humor und Satire
Insel der Glückseligen (Färöer)
Eingestellt am 14. 06. 2003 20:09


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LuMen
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Insel der Glückseligen (Färöer)



Die deutsche Nationalmannschaft soll sich nach dem historischen - oder histerischen?- Spiel gegen die Färöer Inseln störrisch wie Schafe gezeigt haben gegenüber wohlmeinender, verhaltener Kritik. Auch Rudi Riese-Völler hat sich nicht klar geäußert. Ich habe ihn beim Interview ohnehin nicht verstanden. Er hat noch unverständlicher als sonst in seinen Zwirbelbart genuschelt. Es war nicht erkennbar, ob er überhaupt etwas zu sagen gehabt hat.

Außerdem ist alles ein Riesenmißverständnis. Deshalb sind unsere Fußball-Millionäre zu Recht verärgert. Die deutsche Nationalmannschaft hat sich lange nicht so wohl gefühlt und war nie so intakt wie auf den Färöern. Sie war dermaßen beeindruckt von dem Zusammenhalt und der fußballerischen Lebensart dieser verschworenen Inselgemeinschaft von Arbeitern, Bauern, Handwerkern, Angestellten und Lehrern, daß sie spontan und einmütig beschloß, wenigstens auf dem Spielfeld etwas mehr Gleichgewicht als bei den Spielerbörsen zu schaffen.

Der Bobic hat doch zwei Augen im Kopf! Er hat den Ball ganz gezielt an den Pfosten des leeren Tores gesetzt, um dem Spiel nicht gleich die Spannung zu nehmen. Das zeugt von echtem fußballerischen Können.
Klose soll später glaubhaft versichert haben, daß der Ball ihm rein zufällig den Scheitel in die richtige Richtung gezogen habe (sein Salto sei nur routinemäßig erfolgt) – und das zweite Tor war ganz offensichtlich ein "Verstolperer" von Bobic!

Günter Netzer sollte sich schämen, diese sportliche Geste der Gewährung von Chancengleichheit zu verunglimpfen und so zu tun, als wäre es das übliche Hin-, Her- und Zurückgeschiebe gewesen, in dem der Tordrang der Stürmer und der Torschrei der immertreuen Fans schon seit Jahren erstickt.
Dabei war dieses spielgestalterische Entgegenkommen nicht einmal so ungewöhnlich. Erst kürzlich noch hat Netzer zu Gerhard Delling im Sportstudio gesagt, als beide in Erinnerung an alte Zeiten schwelgten,
"weißt du noch, das verschaukelte Spiel bei der WM 1982 gegen Österreich, als der Horst Hrubesch der einzige war, der das Konzept nicht begriffen hatte, und immer wieder versuchte, allein mit dem Ball aufs Tor zu marschieren?"
Diesmal ist doch wirklich keiner aus der Rolle gefallen! Jeder hat sein Bestes gegeben, den sympathischen Färöern in die Hand – nein, den Fuß, zu spielen und ihnen die Möglichkeit zum Torschuß aus günstiger Position zu geben. Daß den gegnerischen Sportsfreunden die strategischen Schachzüge nicht immer gleich aufgingen und sie trotzdem kein Tor erzielten, lag wohl eher an der geringeren geistigen als körperlichen Beweglichkeit mancher Schafsbauernsöhne. Es sind ja nicht alle Lehrer.

Apropos Lehrer. Von den Freizeitkickern auf der grünen Regeninsel kann man tatsächlich etwas lernen, nämlich, wie Fußballspielen Spaß macht. Aber die deutsche Mannschaft wird noch genügend Gelegenheit dazu erhalten. Es werden, sehe ich das richtig, noch viele Spiele wie das gegen die Färöer kommen.

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