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Leselupe.de > Kurzprosa
Inselwelt
Eingestellt am 13. 04. 2006 21:02


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Brigitte Kimmerle
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2006

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Inselwelt

„Eine Insel hat mein Leben mit geprĂ€gt. Eine deutsche Insel im Norden. Ihre Natur, ihre Art. Dazu der GemĂŒtszustand, in dem ich mich damals befand.“
Heidi ist die ErzĂ€hlerin. So oft sie auch davon spricht, jedesmal fangen ihre Augen an zu leuchten. Ihre Gestik wird heftiger und die Begeisterung lĂ€ĂŸt ihr Alter von 69 Jahren vergessen.
"Ich laufe ĂŒber den Strand, der sich weit zwischen Meer und DĂŒnen auslebt. Ja, so empfinde ich es, >>auslebt>>. Sand,lose fliegend, weich unter den FĂŒĂŸen oder hart wie zementiert, spiegelt Wolken unter der Sonne. Seine Farben zeigen sich marmoriert. Der Himmel ist weit wie der Horizont. Keine Sekunde lang gleicht das Aussehen der anderen. Die „Stille“, die nie wirklich still ist wird unterbrochen vom Gesang des Windes, dem Schreien der Vögel. Manchmal verirren sich GesprĂ€chsfetzen von den wenigen Strandwanderern.
Dort, wo die Wellen auf den Strand treffen, schĂ€umt es weiß, schaumig. Oder die Wellen gleiten den Strand hinauf und das Meer hinter ihnen liegt ruhig und glatt.
Dann ist die Gewalt, mit der es sonst an die Ufer schlÀgt, unvorstellbar. Unvorstellbar, dass Land weggerissen wird. Unvorstellbar, dass dann unweit entfernt, Boote darum kÀmpfen, nicht unterzugehen, Menschen um ihr Leben.
Unvorstellbar ist auch der Einfall von Nebel. Alles ist grau in grau. Wabernde Feuchtigkeit hat keine Grenzen, keinen Horizont, keine Wegemarken.
Ob Strand oder vorgelagerte Sandbank, es ist nicht zu sehen. Doch zwischen ihr und dem Strand ...
Doch dann, plötzlich wie herbei gezaubert, ist der Himmel klar. Der Saum des Meeres zeigt sich dunkel. GegenĂŒber wird der Horizont von DĂŒnenketten gesĂ€umt. Ruhe und Frieden umarmt mich. Die Angst ist verschwunden, als hĂ€tte es sie nie gegeben.
Mir ist, als hĂ€tte ich an der Schwelle meines Lebens gestanden. Aufgabe oder Kampf, ich hatte nicht das GefĂŒhl, danach gefragt zu werden.
Manchmal ist der Horizont zwischen Himmel, Meer und Land flammend rot bis lilafarben. Ein Flammenvorhang von ungeheurer Leuchtkraft und Wirkung. Unvergessen fĂŒr den, der es einmal so gesehen hat.
Nachts flirren die goldgelben Lichtfinger des Leuchtturms im Rhythmus der Kennung."

Heidis Stimme wird leiser. ihre Stimme vibriert. Jedes GefĂŒhl, das sie je dort erlebt hat, gibt ihre Stimme kund. Der Atem geht hastig, die Gestik ist hektisch. Nichts ist fern, alles geschieht gerade jetzt.

"Seitdem weiß ich, wie kostbar das Leben ist. Auch wenn ich manchmal an der Grenze des Seins stand, gibt es fĂŒr mich nur noch das Ja dazu. Meiner Insel sei Dank dafĂŒr."

Und Euch, sagt der Blick, der in die Runde zu ihren Freunden geht.



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