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Leselupe.de > Kurzprosa
Inspiration
Eingestellt am 02. 07. 2018 19:19


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anbas
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Registriert: Mar 2006

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Inspiration

"Ich bin Schriftsteller und brauche das Leid als Inspiration", sagte er bedeutungsvoll und schaute mich eindringlich an, während er bedächtig an seiner Zigarette zog. Dann schwieg er und starrte an mir vorbei ins Leere. Schon bereute ich es, ihn angesprochen zu haben.
Er sa√ü, wie jeden Tag bei gutem Wetter, an einem der Tische, die drau√üen vor dem Bistro standen und trank gem√§chlich einen Kaffee nach dem anderen. Tiefe Falten zeichneten sein Gesicht. Die vielen Kippen im Aschenbecher und das leere Blatt Papier des Schreibblocks vor ihm lie√üen eine Schaffenskrise erahnen ‚Äď oder war die Welt etwa besser geworden?

Ich bot an, ihm eine in die Fresse zu hauen, worauf sich das Faltenspiel seiner Stirn intensivierte.

"Du verstehst mich nicht, bist ignorant wie alle anderen auch", murmelte er enttäuscht und begann zu schreiben.

Bedankt hat er sich bei mir nie.

__________________
Wenn der Weg das Ziel ist, kann man nicht falsch abbiegen. (anbas)

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ThomasQu
???
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Hallo anbas, ich wieder …

Hat dich das Leid der anonymen Zwei f√ľr ‚ÄúFrank hilf!‚Äú so schnell inspiriert? (-:
(Ja, diese anonymen Schlechtbewerter mag ich auch sehr gerne!)

Gleich ans Eingemachte:

Nicht bereute es …, sondern bedauerte es …

Nach den Wort Wetter k√∂nnte man auf das Komma verzichten. Dann liest sich das fl√ľssiger.

Trank einen Kaffee nach dem anderen … das klingt ein wenig oberflächlich nach dem schönen Anfang. Das passt dann nicht mehr. Lieber die Szene genauer beschreiben, oder … und trank gemächlich Kaffee, reicht das nicht?

Die vielen Kippen ‚Ķ ‚Äúvielen‚Äú ist √ľberfl√ľssig.

... oder war die Welt etwa besser geworden? könnte man eventuell weglassen.

… worauf sich das Faltenspiel seiner Stirn intensivierte. Das ist ein bisschen zu wenig Reaktion auf das Fresse hauen.

Und im letzten Satz w√ľrde mir hatte besser gefallen.

Vielleicht magst du √ľber den einen oder anderen Vorschlag mal nachdenken, aber grunds√§tzlich ein sch√∂ner Text.

Gr√ľ√üe, Th.

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Languedoc
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Sep 2012

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Hallo anbas,


gut gezeichnetes Interaktionsmuster mit einigem D√©j√†-vu-Gehalt f√ľr den Leser und Hobbyautor.

Ich leide allerdings bei der Formulierung "in die Fresse hauen". Sie scheint mir doch zu vulg√§r im ansonsten gew√§hlten Ausdruck. Aber der Autor des St√ľckleins hatte sicher seine Gr√ľnde f√ľr diese Wortwahl.


Liebe Gr√ľ√üe
Languedoc

P.S.

Rein optisch ansprechend wäre ein Zeilenabsatz vor "Er saß, wie jeden Tag …".

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FrankK
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Gefällt mir, werter anbas
Kurz, knapp, knackig.
Ich w√ľrde - entschuldige Thomas - fast nichts an dem St√ľck √§ndern.

Fast!
Eine winzige Sache. Ich finde, da nimmst Du eine leichte Wertung vor und stellst den "Schriftsteller" etwas ins Abseits:

quote:
"Du verstehst mich nicht, bist ignorant wie alle anderen auch", murmelte er enttäuscht und begann zu schreiben.
Dieses "entt√§uscht" k√∂nntest Du vielleicht streichen, dadurch bleibt offen, ob Ihm die Androhung der Gewalt einen Inspirationsfunken verschafft hat, oder ob es einen anderen Ausl√∂ser f√ľr seinen Schreibeinsatz gab. Mit dem "entt√§uscht" klammerst Du praktisch die erste offene M√∂glichkeit aus - er ist entt√§uscht dar√ľber, dass Du ihm keine Inspiration verschaffen konntest.


Hmm - wenn ich so dr√ľber nachdenke - ich hoffe, es war hier kein autobiografisches St√ľck, oder?


Gr√ľ√üend
Frank
__________________
Leben und leben lassen.

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ThomasQu
???
Registriert: Mar 2015

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Kommentare: 381
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@Marie-Luise Wendland:

Ich habe nichts von Verbesserungen gesagt, sondern alternative Vorschl√§ge gemacht, √ľber die man nachdenken k√∂nnte und so viel schlechter ist diese Version doch auch nicht, oder?

Inspiration

‚ÄěIch bin Schriftsteller und brauche das Leid als Inspiration", sagte er bedeutungsvoll und schaute mich eindringlich an, w√§hrend er bed√§chtig an seiner Zigarette zog. Dann schwieg er und starrte an mir vorbei ins Leere. Schon bedauerte ich es, ihn angesprochen zu haben.
Er saß, wie jeden Tag bei gutem Wetter an einem der Tische, die draußen vor dem Bistro standen und trank gemächlich Kaffee. Tiefe Falten zeichneten sein Gesicht. Der randvolle Aschenbecher und das leere Blatt Papier des Schreibblocks vor ihm ließen eine Schaffenskrise erahnen.

Ich bot an, ihm eine in die Fresse zu hauen.

Er blickte mich verbl√ľfft an, doch pl√∂tzlich intensivierte sich das Faltenspiel auf seiner Stirn.
"Du verstehst mich nicht, bist ignorant wie alle anderen auch", murmelte er resigniert und begann zu schreiben.

Bedankt hatte er sich bei mir nie.

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aligaga
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@Ali w√ľrde den Text entschlacken, anders reihen und ein wenig eleganter formulieren, um den trockenen Humor besser zur Geltung zu bringen. Etwa so:

quote:
Er saß, wie jeden Tag bei gutem Wetter, an einem der Tische draußen vor dem Bistro und trank einen Kaffee nach dem anderen. Tiefe Falten zeichneten sein Gesicht. Die vielen Kippen im Aschenbecher und das leere Blatt des Schreibblocks vor ihm ließen eine Schaffenskrise ahnen.

Ich setzte mich zu ihm. ‚ÄěWas ist denn los, mein Freund?‚Äú

"Ein Schriftsteller braucht das Leid als Inspiration", sagte er, sog an seiner Zigarette und starrte dann stumm an mir vorbei ins Leere.

Vergn√ľgt bot ich ihm eine Tracht Pr√ľgel an.

Das Faltenspiel auf seiner Stirn intensivierte sich. "Du bist ignorant wie alle anderen auch", murmelte er, aber er begann sofort zu schreiben.

Bedankt hat er sich bei mir nie.

Heiter immer wieder weiter

aligaga

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