Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂĽssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5551
Themen:   95236
Momentan online:
589 Gäste und 15 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzprosa
Inspiration
Eingestellt am 02. 07. 2018 19:19


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
anbas
Häufig gelesener Autor
Registriert: Mar 2006

Werke: 771
Kommentare: 4827
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um anbas eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Inspiration

"Ich bin Schriftsteller und brauche das Leid als Inspiration", sagte er bedeutungsvoll und schaute mich eindringlich an, während er bedächtig an seiner Zigarette zog. Dann schwieg er und starrte an mir vorbei ins Leere. Schon bereute ich es, ihn angesprochen zu haben.
Er saß, wie jeden Tag bei gutem Wetter, an einem der Tische, die draußen vor dem Bistro standen und trank gemächlich einen Kaffee nach dem anderen. Tiefe Falten zeichneten sein Gesicht. Die vielen Kippen im Aschenbecher und das leere Blatt Papier des Schreibblocks vor ihm ließen eine Schaffenskrise erahnen – oder war die Welt etwa besser geworden?

Ich bot an, ihm eine in die Fresse zu hauen, worauf sich das Faltenspiel seiner Stirn intensivierte.

"Du verstehst mich nicht, bist ignorant wie alle anderen auch", murmelte er enttäuscht und begann zu schreiben.

Bedankt hat er sich bei mir nie.

__________________
Wenn der Weg das Ziel ist, kann man nicht falsch abbiegen.
(anbas)

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


ThomasQu
???
Registriert: Mar 2015

Werke: 30
Kommentare: 388
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um ThomasQu eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo anbas, ich wieder …

Hat dich das Leid der anonymen Zwei für “Frank hilf!“ so schnell inspiriert? (-:
(Ja, diese anonymen Schlechtbewerter mag ich auch sehr gerne!)

Gleich ans Eingemachte:

Nicht bereute es …, sondern bedauerte es …

Nach den Wort Wetter könnte man auf das Komma verzichten. Dann liest sich das flüssiger.

Trank einen Kaffee nach dem anderen … das klingt ein wenig oberflächlich nach dem schönen Anfang. Das passt dann nicht mehr. Lieber die Szene genauer beschreiben, oder … und trank gemächlich Kaffee, reicht das nicht?

Die vielen Kippen … “vielen“ ist überflüssig.

... oder war die Welt etwa besser geworden? könnte man eventuell weglassen.

… worauf sich das Faltenspiel seiner Stirn intensivierte. Das ist ein bisschen zu wenig Reaktion auf das Fresse hauen.

Und im letzten Satz wĂĽrde mir hatte besser gefallen.

Vielleicht magst du über den einen oder anderen Vorschlag mal nachdenken, aber grundsätzlich ein schöner Text.

GrĂĽĂźe, Th.

Bearbeiten/Löschen    


Languedoc
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Sep 2012

Werke: 25
Kommentare: 334
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Languedoc eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo anbas,


gut gezeichnetes Interaktionsmuster mit einigem DĂ©jĂ -vu-Gehalt fĂĽr den Leser und Hobbyautor.

Ich leide allerdings bei der Formulierung "in die Fresse hauen". Sie scheint mir doch zu vulgär im ansonsten gewählten Ausdruck. Aber der Autor des Stückleins hatte sicher seine Gründe für diese Wortwahl.


Liebe GrĂĽĂźe
Languedoc

P.S.

Rein optisch ansprechend wäre ein Zeilenabsatz vor "Er saß, wie jeden Tag …".

Bearbeiten/Löschen    


FrankK
Autor mit eigener TV-Show
Registriert: Nov 2006

Werke: 22
Kommentare: 2737
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um FrankK eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Gefällt mir, werter anbas
Kurz, knapp, knackig.
Ich würde - entschuldige Thomas - fast nichts an dem Stück ändern.

Fast!
Eine winzige Sache. Ich finde, da nimmst Du eine leichte Wertung vor und stellst den "Schriftsteller" etwas ins Abseits:

quote:
"Du verstehst mich nicht, bist ignorant wie alle anderen auch", murmelte er enttäuscht und begann zu schreiben.
Dieses "enttäuscht" könntest Du vielleicht streichen, dadurch bleibt offen, ob Ihm die Androhung der Gewalt einen Inspirationsfunken verschafft hat, oder ob es einen anderen Auslöser für seinen Schreibeinsatz gab. Mit dem "enttäuscht" klammerst Du praktisch die erste offene Möglichkeit aus - er ist enttäuscht darüber, dass Du ihm keine Inspiration verschaffen konntest.


Hmm - wenn ich so drĂĽber nachdenke - ich hoffe, es war hier kein autobiografisches StĂĽck, oder?


GrĂĽĂźend
Frank
__________________
Leben und leben lassen.

Bearbeiten/Löschen    


ThomasQu
???
Registriert: Mar 2015

Werke: 30
Kommentare: 388
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um ThomasQu eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

@Marie-Luise Wendland:

Ich habe nichts von Verbesserungen gesagt, sondern alternative Vorschläge gemacht, über die man nachdenken könnte und so viel schlechter ist diese Version doch auch nicht, oder?

Inspiration

„Ich bin Schriftsteller und brauche das Leid als Inspiration", sagte er bedeutungsvoll und schaute mich eindringlich an, während er bedächtig an seiner Zigarette zog. Dann schwieg er und starrte an mir vorbei ins Leere. Schon bedauerte ich es, ihn angesprochen zu haben.
Er saß, wie jeden Tag bei gutem Wetter an einem der Tische, die draußen vor dem Bistro standen und trank gemächlich Kaffee. Tiefe Falten zeichneten sein Gesicht. Der randvolle Aschenbecher und das leere Blatt Papier des Schreibblocks vor ihm ließen eine Schaffenskrise erahnen.

Ich bot an, ihm eine in die Fresse zu hauen.

Er blickte mich verblüfft an, doch plötzlich intensivierte sich das Faltenspiel auf seiner Stirn.
"Du verstehst mich nicht, bist ignorant wie alle anderen auch", murmelte er resigniert und begann zu schreiben.

Bedankt hatte er sich bei mir nie.

Bearbeiten/Löschen    


aligaga
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Sep 2014

Werke: 78
Kommentare: 4657
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um aligaga eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

@Ali wĂĽrde den Text entschlacken, anders reihen und ein wenig eleganter formulieren, um den trockenen Humor besser zur Geltung zu bringen. Etwa so:

quote:
Er saĂź, wie jeden Tag bei gutem Wetter, an einem der Tische drauĂźen vor dem Bistro und trank einen Kaffee nach dem anderen. Tiefe Falten zeichneten sein Gesicht. Die vielen Kippen im Aschenbecher und das leere Blatt des Schreibblocks vor ihm lieĂźen eine Schaffenskrise ahnen.

Ich setzte mich zu ihm. „Was ist denn los, mein Freund?“

"Ein Schriftsteller braucht das Leid als Inspiration", sagte er, sog an seiner Zigarette und starrte dann stumm an mir vorbei ins Leere.

VergnĂĽgt bot ich ihm eine Tracht PrĂĽgel an.

Das Faltenspiel auf seiner Stirn intensivierte sich. "Du bist ignorant wie alle anderen auch", murmelte er, aber er begann sofort zu schreiben.

Bedankt hat er sich bei mir nie.

Heiter immer wieder weiter

aligaga

Bearbeiten/Löschen    


10 ausgeblendete Kommentare sind nur fĂĽr Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
ZurĂĽck zu:  Kurzprosa Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Werbung