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Leselupe.de > Gereimtes
Internet-Liebe
Eingestellt am 05. 06. 2001 13:16


Autor
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Intonia
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2001

Werke: 85
Kommentare: 226
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Internet-Liebe

Menschen reisen in die Weite
Wegen eines Sprungs zur Seite,
Finden durch das Internet
Leicht Gesellschaft f├╝r das Bett.

Wollte es auch mal probieren,
Fragte mich, was wird passieren?
Lieb' ich durch des Wortes Macht
Oder werd' ich ausgelacht.

Und so schrieb ich an ein Bienchen
Mit 3 Kindern, Mann, Kaninchen.
Schrieb mich in ihr offnes Herz,
Sie verging vor Sehnsuchtsschmerz.

Fern vom L├Ąrm in einer Kate
Warte ich jetzt auf Beate.
Horch, da klopft es an die T├╝r
Und schon steht sie scheu vor mir.

Gross und schlank mit langen Haaren,
Die so schwarz wie Kohlen waren.
In den Augen wilde Glut,
Ausgehungert bis aufs Blut.

Zur Begr├╝ssung ein Strauss Rosen,
Liebe Worte, K├╝ssen, Kosen.
Und im furiosen Takt
Fall'n die H├╝llen, wir sind nackt.

Meine H├Ąnde, zart und leise,
Gehen auf Entdeckungsreise.
Streichen ├╝ber Berg und Tal,
Fordernder von mal zu mal.

Wie ein Bach befreit vom Eise,
Macht mein Mund die gleiche Reise,
Kost die Knospen, fein und zart,
Bis sie schwellen, werden hart.

O, der Zunge sanfte Hege
Ist die sch├Ânste K├Ârperpflege.
In des Kindes tiefster Brust,
Staut sich bang die Qual der Lust.

Wilde Seufzer ihr entschwinden,
Als die Lippen endlich finden
Ihren Schatz, den Freudenquell,
Und sie jauchzt vor Wonne hell.

Willig ├Âffnet sich die Falte,
Lockt die Zunge in die Spalte,
Die sie gierig pfl├╝gt und eggt,
Weil ihr Nektar himmlisch schmeckt.

Kreist die s├╝sse Liebesbeere,
Dass sie sich nicht mehr verzehre
Nach ein bisschen Z├Ąrtlichkeit,
Denn die letzte liegt so weit.

Und das Kind im Rausch der Sinne
Gibt sich hin dem Lustgewinne,
Schwebt hinfort im Liebeswahn,
Kreist auf einer Himmelsbahn.

M├Âchte immer weiter fliehen
Schwerelos das s├╝sse Ziehen
Kosten bis zum H├Âchstgenuss,
Dass es sie zerreissen muss.

Und ein Zittern und ein Beben
Reisst die letzten Gitterstreben
Von der Seele - macht sie frei -
Erl├Âsend schallt ihr Wonneschrei.

Brennend heisse Gl├╝cksgef├╝hle
W├Ąrmen ihres Herzens K├╝hle
Und sie weint an meiner Brust
Tr├Ąnen s├╝sser Liebeslust.

Schenkt mir heiss nach dem Genusse,
Z├Ąrtlichkeit im ├ťberflusse.
Und mein Herz, leicht unterk├╝hlt,
Warm den Hauch der Liebe f├╝hlt.

Nach drei N├Ąchten heisst es scheiden,
Es beginnt die Zeit der Leiden,
Denn die Sehnsucht arg uns qu├Ąlt.
Seitdem sind wir ganz fest vermailt.

__________________
"Liebe kostet nichts und ist doch das Teuerste auf der Welt."

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Renee Hawk
???
Registriert: Jan 2001

Werke: 17
Kommentare: 1142
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*sch├╝ttelt die Hand zum Willkommen*

Hallo Intonia, (netter Nick 'klingt weiblich')

an einer Stelle f├╝hrste du an, das ein langer Beitrag meist langweilig werden kann - doch wenn der Spannungsbogen gut gef├╝llt ist, ein herrliches Lesevergn├╝gen entsteht.
Hier ist es ├Ąhnlich - der erste Blick verr├Ąt die l├Ąnge des Gedichtes, der zweite Blick die sch├Ânen Reime und der dritte Blick, ist ein L├Ącheln um die Lippen.

Gru├č
Rene├Ę


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Kadra
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Intonia!

Schmunzelnderweise ein dickes Lob f├╝r deine gelungenen Zeilen...

Herzlichen Gru├č

Kadra

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Templar
Hobbydichter
Registriert: May 2001

Werke: 1
Kommentare: 34
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Jo, echt sch├Ân, aber was mich st├Ârt, ist das ausgerechnet das Internet dazu dient, die beiden zusammenzuf├╝hren, denn ich kann diese 'kalte' Welt aus daten irgendwie nicht mit Leidenschaft und Verlangen assoziieren, aber was soll's.

Gr├╝sse

Templar a.k.a. Meckerfritze
__________________
Manche Leute dr├╝cken nur deshalb mal ein Auge zu, damit sie besser zielen k├Ânnen.

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Intonia
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2001

Werke: 85
Kommentare: 226
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Hallo Templar,
da ist Dir echt was entgangen. Die kalte Welt aus Daten ist ja nur solange kalt, wie wir sie nicht mit W├Ąrme f├╝llen. Ich habe wundersch├Âne email-Freundschaften aufgebaut, die ich nicht mehr missen m├Âchte. Und die Erotik kam auch nicht zu kurz. Es ist etwas ganz anderes, sich im Internet zu verlieben als in einer Disco. Als Beispiel noch ein Gedicht von mir:
eMail-Liebe

Mit jeder Mail von dir
w├Ąchst ein Gef├╝hl in mir.
N├Ąhrt meine Triebe,
reift zu einer Liebe.
Bis es in mir schreit:
"Es ist zur Ernte Zeit"

Solche starken Gef├╝hle der Sehnsucht hast du wahrscheinlich nicht, wenn der/die Geliebte von Anfang an leibhaftig in deiner N├Ąhe ist.

Gruss
__________________
"Liebe kostet nichts und ist doch das Teuerste auf der Welt."

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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
Autor mit eigener TV-Show

Registriert: Oct 2000

Werke: 64
Kommentare: 1400
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Hallo Intonia,

nach einigen Tagen Lupen-Abwesenheit st├Âbere ich ziemlich wahllos durch die Rubriken - und sto├če auf diesen Text. Welch gl├╝cklicher Zufall! Mir w├Ąre sonst ein inhaltlich sch├Ânes und handwerklich sauber gearbeitetes Gedicht glatt entgangen. Kompliment.

Gru├č Ralph
__________________
Schreib ├╝ber das, was du kennst!

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