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Leselupe.de > Humor und Satire
Internet-Märchen
Eingestellt am 19. 09. 2000 01:45


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dazone
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Ein kleines Wesen sprang plötzlich aus meinem Computer. Er sah aus wie ein Zwerg, ein kleiner Zwerg -unbeachtet der Tatsache, dass Zwerge sich schon durch ihre 'Kleinheit' auszeichnen- er war eben ein besonders kleiner Zwerg, nur hatte er große Ohren, die mit einer Art Fell bewachsen, fast überdeckt waren. Genau hatte ich nicht gesehen, wo er herkam, auf einmal stand er da. Stand da, den linken Fuß lässig auf die Taste [F11] gestellt und grinste mich an. Sein Grinsen hatte etwas nettes, wenn auch etwas hinterhältiges und ich verdankte es wohl meiner relativ großen Müdigkeit, nachts um kurz vor eins, dass ich mich nicht so erschrak wie es ein derartiger Auftritt wahrscheinlich verdient hätte. „_allo!“ sagte der Zwerg mit einem Akzent, der mich unbewusst dazu verleiteten, seine Herkunft in den französischen Sprachraum einzuordnen, sprang dabei mit dem linken Fuß auf [F9] und schaltete mein Grafik-Programm damit auf Ganzseitenvorschau. „Ja, Hallo!“ entgegnete ich mehr überrascht als entsetzt, aber wenn schon so ein komischer Kerl plötzlich auf meiner Tastatur steht ist ja nicht sonderlich verwunderlich, dass er dabei auch noch reden kann. „Ich bin Dein E-Zwerg!“ sagte der kleine mit einem Anflug von Stolz in seiner Stimme. „Mein was?!“ „Dein E-Zwerg, dein Zwerg für alle Fälle, dein Zwerg, der Dir hilft, mit deinem Computer klarzukommen.“ „Aha“, sagte ich immer noch zwischen Neugier und Unverständnis, „Und , ... was kannst Du nun alles, Du ... ehm Zwerg?“ „Naja“, der Kleine tat so, als überlegte er etwas, versucht aber darüber hinweg zu täuschen, dass er sehr wohl auf diese Frage vorbereitet war. Ich mach alles für Dich, zumindest alles, was mit deinem Computer zusammenhängt, ich bin einfach dafür da, Dir ein bisschen Arbeit abzunehmen.“ „Und wie komme ich zu dieser Ehre?“ „Das ist ganz einfach. Es gibt da gewisse Institutionen, die beobachten die vielen Menschen, die am Computer arbeiten und haben sie den Eindruck, jemand braucht Hilfe, dann werden wir geschickt, um den entsprechenden Personen zu Hand zu gehen.“ Ich konnte diese seltsame Geschichte nicht ganz verstehen „Einfach so?!“ „Ja, einfach so ‚Erstickst Du mal im Datenberg, dann kommt für Dich der Hilfe-Zwerg!“ Der Werbeslogan, den der Winzling offenbar genauso auswendig konnte, wie die Erklärung seiner Herkunft klang einfach, aber einleuchtend „Und was kostet das?“ fragte ich als armer Student. „Nicht und wiedernichts“, kicherte der E-Zwerg „das ganz finanziert sich durch Werbung und Product-Placement“ dabei drehte er sich um und auf der hinteren seiner roten Weste kamen die weißen geschwungenen Buchstaben eines großen US-Getränkekonzerns zum Vorschein, außerdem bemerkte ich, dass die Schuhe, die er trug eine Miniatur-Ausführung Deutscher Markenschuhe waren.
Meinem verstand war die Uhrzeit wohl zu spät, um sich intensiv mit dieser Situation auseinander zusetzten und sie deshalb als theoretisch-hypothetisch non-existent abzustempeln. Also nahm mein Verstand die Dinge hin und diese somit ihren Lauf. Der E-Zwerg fragte meiner Momentanen Arbeit an der Vektor-Grafik, die unbedingt vor dem 10 Uhr am nächsten Tag fertig sein musste. Ich erklärte ihm sorgfältig –mein Verstand kümmerte sich jetzt überhaupt nicht mehr um meine Gedankengänge– Problem- und Aufgabenstellung und meine Ideen zur Umsetzung. Er hörte aufmerksam zu und stürzte sich danach auf meine Tastatur, tippte, hämmerte auf sie ein, schaukelte meinen Trackball durch die Gegend und – ich traute meinen Augen nicht (sowieso seit eben)– schon nach fein paar Minuten sah die Grafik so aus, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich bedankte mich, der Winzling machte eine höfliche Verbeugung, „Keine Ursache, - sondern Service!“ drehte sich um, demonstrativ die Werbefläche betonend und verschwand wieder im Monitor – einfach so, weg war er.
Ich war müde, speicherte, beendete das Grafik Programm, merkte – oh nein – ich hatte den Internet Browser samt Verbindung noch aktiv (lobte mich schnell für den Abschluß des Flatrate-Vertrages), schloss auch diesen, Computer herunterfahren – aus – Bett – schlafen.
Um 8 Uhr klingelte der Wecker, ich stand auf, den Kopf voll wirrer Gedanken, öffnete die Grafik – tadellos, so wie ich mir das vorgestellt hatte. Mein mehr oder weniger ausgeschlafener Verstand begann, die scheinbaren Vorkommnisse der Nacht zu prüfen, dies gelang ihm aber nicht, da er sich ja schon relativ früh aus meinem biologisch-synaptischen Chat-Room ausgeloggt hatte. Er erlaubte keine klare Aussage, ob mir der E-Zwerg wirklich begegnet war oder nicht.
Ich öffnete meinen Internet-Browser und entdeckte auf der Provider-Startseite ein neues Werbebanner ‚Im Internet ist nichts unmöglich!’ stand da, daneben eine kleine Cartoon-Grafik: ein kleines Wesen mit fellbewachsenen Ohren.
Ich wollte gerade die URL meiner Tageszeitung eingeben, als ich einen kleinen staubigen Schuhabdruck entdeckte, auf [F11] ...



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dazone | reloaded

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maskeso
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6/10

"Ein kleines Wesen sprang plötzlich aus meinem Computer." Und schon will ich nicht mehr weiterlesen, weiß eigentlich gar nicht so recht warum, diesem ersten Satz fehlt halt das gewisse Etwas. Dann folgt eine Geschichte, die eigentlich hätte von mir stammen können, was nun nicht ein besonders großes Kompliment ist. Nun hat es aber einige herausragende Stellen, vor allem das Product-Placement finde ich KÖSTLICH. Insgesamt: Es hat sich gelohnt, fertig zu lesen, auch wenn es nicht DIE Offenbarung war.
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dazone
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Internet-Märchen, Es war einmal...

Ja, ok, ich gebe zu, ich war auch nicht 100%tig zufrieden mit der Geschichte. Ich hatte an diesem Abend nur mal die Idee, was hierhin zu schreiben, habe mich an den Rechner gesetzt (vielmehr saß ich schon da) und habe mir quasi selber einen Anfang vorgegeben, eben diesen ersten 08/15 Satz :'Ein kleines Wesen....' Daraus habe ich dann versucht eine Geschichte zu machen und am Ende (der GEschichte und meiner Konzentration habe ich es versäumt, mir alles nochmal durchzulöesen und ein paar Stellen zu verbessern. Ich hoffe, mir gelingen noch Texte, die ein bißchen näher an DIE Offenbarung heranreichen.

Viele Grüße

dazone
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Ja, ok, ich gebe zu, ich war auch nicht 100%tig zufrieden mit der Geschichte. Ich hatte an diesem Abend nur mal die Idee, was hierhin zu schreiben, habe mich an den Rechner gesetzt (vielmehr saß ich schon da) und habe mir quasi selber einen Anfang vorgegeben, eben diesen ersten 08/15 Satz :'Ein kleines Wesen....' Daraus habe ich dann versucht eine Geschichte zu machen und am Ende (der GEschichte und meiner Konzentration habe ich es versäumt, mir alles nochmal durchzulöesen und ein paar Stellen zu verbessern. Ich hoffe, mir gelingen noch Texte, die ein bißchen näher an DIE Offenbarung heranreichen.

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Hallo bignose!

Deinem Verdacht muß ich widersprechen, naja genauer gesagt der Unterstellung, ich hätte es 'abgekupfert'. Den 'Vorwurf einer ÄÄhnlichkeit kann ich nicht bestätigen, halte diesen aber durchaus für realistisch. Ich muß, eigentlich zu meiner Schande, in diesem Falle zu meiner Verteidigung gestehen, noch KEIN Buch von Stephen King gelesen zu haben. Vielleicht habe ich schon einen Film gesehen, der auf einem seiner Bücher beruhte, jedoch ist mir die von Dir genannte Erzählung absolut unbekannt. Ich habe diese Geschichte einfach mehr oder weniger drauflosgeschrieben, nachts um 1 Uhr, ohne mir vorher großartige Gedanken über die Handlung zu machen, eine Vorgehensweise, die sich auch irgendwie in der teilweise schlechten sprach- und inhaltlichen umsetzung widerspiegelt.
Die fellbewachsenen Ohren, sind glaube ich ein beliebtes Klischee (Trolle, Gremlins,...), das ich einfach so aus meiner 'reproduktiven Phantasie' entnommen habe.
Es freut mich, wenn Dir die Geschichte sonst gefallen hat.

Viele Grüße
David

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dazone
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Hallo

Ich werde mal sehen, ob ich die Geschichte irgendwo auftreiben kann.
Im Grunde hast Du recht, es ist irgendwie wie mit der Musik. Wenn eine Band einen Song nicht nur nachsielt, sondern auf ihre Weise interpretiert, kann der musikalische und inhaltliche Aspekt ganz anders rüberkommen.

Im Grunde bedeutet die Änlichkeit ja auch nur, daß ich genauso genial bin wie Stephen King, bzw. er genauso genial wie ich ... ??!?!?!?

Viele Grüße
David
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Hans-H. Holtmannspötter
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Besser als King!

Du bist viel, viel genialer und besser als Stephen King! Du bist sozusagen ein overkingsize Overking!
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(c) 1443 - 3488 Hans-Heinrich HoltmannSpötter - Gott ist tot, aber dafür gibt es ja mich! www.blutwurst.de.vu (Nach dem Diktat verreist!)

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