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Leselupe.de > Science Fiction
Interview mit einem Außerirdischen
Eingestellt am 20. 06. 2003 21:00


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Chris Hunter
Festzeitungsschreiber
Registriert: Feb 2003

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Geschlaucht von einem langen Arbeitstag auf der Baustelle, fiel der Architekt Peter Solzey in sein weiches Bett. Letzte Gedanken an den vergangenen Tag begleiteten ihn in das Reich der Träume. Der Raum in dem er lag war kühl und er kuschelte sich gemütlich in seine Bettdecke.

„Hallo, Erdling.“, sagte eine weibliche Stimme aus einer Ecke des Raumes. Peter konnte nichts erkennen. Er hiel sich die Hand an die Sirn, um von dem hellen Licht nicht geblendet zu werden, als es plötzlich dunkler wurde. Nun erkannte er eine schlanke Gestalt. Sie stand vor einem massivem, runden Metalltisch. Peter war verwundert. Er hatte schon viele Träume geträumt, aber keiner war so gewesen wie dieser, den er im Moment durchlebte. Es war nicht der Traum selber, sondern eher die Tatsache, dass er sich des Traumes bewusst war. Seine Sinne arbeiteten wie gewohnt, ein geordnetes Denken war möglich, die Erinnerungen an das Wachleben stellten sich ein. Es war gerade so, wie als wäre er gerade aufgewacht und nicht eingeschlafen. Die Traumrealität erschien Peter so deutlich wie die Wachrealität.
„Hallo. Wer bist du?“, fragte er.
„Ich bin Vana.“, lächelte sie. Vana war eine schöne Frau. Unglaublich blaue Augen zierten ihr Gesicht und sie hatte hellblonde Haare. Ihre Haut war braun und glänzte im Licht.
„Warum nennst du mich Erdling?“, fragte Peter neugierig.
„Deine Heimat ist doch die Erde, oder etwa nicht.“
„Ja, natürlich. Aber...“
„So natürlich ist das nicht.“, entgegnete sie ihm, ohne ihn ausreden zu lassen.
„Ich komme von Achele dem Wüstenplanet des Epsilon-Eridani-Systems.“ Peter schaute sie verwundert an. Ihr äußeres Erscheinungsbild zeigte kein Merkmal an dem man erkennen konnte, dass sie nicht irdischer Herkunft war.
„Epsilon-Eridani?“, fragte Peter immer noch ungläubig.
„Das Epsilon-Eridani-System ist etwa elf Lichtjahre von der Erde entfernt.“
Vana zeige auf einen gemütlich aussehenden Drehsessel auf seiner Seite des Tisches. „Setz dich doch. Das macht das alles etwas bequemer.“, forderte Vana Peter auf. Er setzte sich und Vana tat es ihm gleich. Sie saßen sich nun genau gegenüber und Vana betätigte die große Tastatur auf ihrer Seite des Tisches. Sie war in etwas doppelt so groß wie eine irdische Computertastatur und Vana ging sehr flink damit um. Als sie mit ihren Eingaben fertig war, verflüssigte sich in der Mitte des Tisches ein kleiner Bereich und es schob sich ein kleines Objektiv aus der Metallpfütze. Es war nicht größer als ein 50 Cent Stück und erinnerte Peter ein wenig an einen Flaschenverschluss. Ein paar Tastatureingaben später blitze es über dem Objektiv und Peter erschrak.
„Keine Angst. Es ist nur ein Holograph. Er ermöglicht uns
dreidimensionale Abbildungen.“, beruhigte ihn Vana.
Über dem Objektiv erschien eine Darstellung des Epsilon-Eridani-Systems.
Vana begann zu erzählen.
„Achele ist der einzigste bewohnbare Planet des Systems. Er ist etwas größer als die Erde und hat eine Bevölkerungsdichte von rund 2 Millionen.“
Das Hologramm zeigte eine Fahrt durch das System und man sah wie der gelbe Planet immer größer wurde. Es folge eine schnelle Kamerafahrt durch die Athmosphäre und über die Oberfläche des Planeten, dessen Gestalt an die Sahara erinnerte.
“ Achele ist ein heißer Wüstenplanet und ähnelt landschaftlich höchstens einem Mittelding zwischen Zentralaustralien und Arabien. Allerdings gibt es bei uns gewaltige, von tiefen Schluchten durchzogene Gebirgszüge aus Gestein aller Farbschattierungen.“, dokumentierte Vana.
Das Hologramm zeigte nun eine halsbrecherische Fahrt duch die Felsenspalten von Achele. Die Gesteinsmassen schimmerten in roten, gelben, günen und blauen Farbtönen und glizerten als wären sie aus flüssigem Stein. Peter war überwältigt von dem was er dort sah. Es war wunderschön. Auf den gebirgsfreien Plätzen des Planeten konnte er stachelige Bäume sehen die in kleinen Gruppen im Sand standen. „Im Gegensatz zur vielfachen, prachtvollen Flora und Fauna der Erde, hat Achele nur kakteenartige Gewächse, die blühen und Früchte tragen, und Haine von Bäumen, deren Geäst in Ringen endet. Auch die Tierwelt bei uns ist recht bescheiden.“
Die Kamerafahrt verlangsamte sich und das stehende Bild zeigte nun eine Ansammlung der Kakteenbäume in deren Schatten sich ein gutes Duzend Tiere versammelt hatten. Sie sahen aus wie eine Mischung zwischen Krokodil und Salamander und sie waren nicht größer als irdische Meerschweine. Plötzlich kam etwas aus der Luft, schnappte sich eine dieser Echsen und flog damit auf den Baum. Die anderen Echsen waren, schneller als Peter es sehen konnte, unter dem Sand verschwunden. Das Hologramm zeigte nun ein große Fledermaus mit kleinen Ohren die auf dem Baum die Echse mit ihren Krallen zerlegte. Es erinnerte Peter ein wenig an einen Falken der eine Maus verspeist.
„Die Tierwelt unseres Planetetn ist auf friedliche, kurzlebige Echsenarten und so etwas wie ‚fliegende Affen’ beschränkt“, erzählte Vana weiter,“die sich von der kargen Pflanzenwelt ernähren. Wasser ist nur in geringen Mengen in natürlichen Reservoiren tief unter der Oberfläche von Achele vorhanden. Bei uns gibt es allerdings eine Besonderheit: eine Reihe von Seen, in denen sich über einen langen Zeitraum glasklares, dünnflüssiges Öl gesammelt hat, das vom Felsgestein ständig ausgeschieden wird. Es bereite uns großes Badevergnügen.“
„Was ist mit euerer Umwelt? Wie bekommt ihr die Verschmutzung in den Griff?“, fragte Peter als ihm die smogverseuchten Städte der Erde einfielen.
„Was die Atmosphäre von Achele betrifft, gleicht sie zwar der irdischen, hat aber eine größere Dichte. Der Luftdruck ist auf Achele höher als auf der Erde. Wir, die Acheleer, leben auf dem ganzen Planeten verstreut und es gibt nur 2 Städte. Die eine davon, die Hauptstadt mit dem großen Raumflughafen, heißt Urche. Alle Industrieanlagen sind aus Umweltgründen unteracheleisch situiert. Bei uns gibt es also keine Umweltzerstörung oder Verschmutzung. Wir achten sehr auf unsere Umwelt. Fast alle unsere Produktions- und Verarbeitungsverfahren sind umweltfreundlich und Schadstofffrei. In diesen Anlagen produzieren wir alles. Von Transportgeräten bis zum Raumfahrtzeug. Alle Dinge die wir brauchen, auch Nahrungsmittel, werden dort durch unglaublich fortgeschrittene Roboteranlagen produziert. Die Überwachung erfolgt durch künstliche Intelligenz, durch fortschrittliche kybernetische Kontrolleinheiten. Achele ist sehr reich an Bodenschätzen, deswegen wurde der Planet nach dem Untergang unseres Heimatplaneten infolge einer kosmischen Katastrophe als neue Heimat gewählt. Es gibt in unserem Planetensystem Elemente, die euch Irdischen nicht bekannt sind. Diese exotischen Elemente sind auf eine gigantische Supernova-Explosion zurückzuführen, die sich vor der Entstehung des Epsilon-Eridani-Systems ereignete, und die diese schweren Elemente in die Epsilon-Eridani-Urwolke geschleudert hat. Diese Elemente ermöglichen es uns, außergewöhnliche leichte, aber harte und elastische Metalle herzustellen.“, antwortete Vana.
„Und was ist mit Wasser und Nahrung?“, fragte Peter. “ Der Planet sieht nicht gerade gastfreundlich aus.“
„Wir gewinnen aus dem Gesteinsöl, welches entfernt nach Eukalyptus duftet einen Teil unserer Nahrung. Außerdem entsteht durch ein spezielles Verfahren aus dem Gewebe der Kakteen ein sehr beliebtes Getränk. Möchtest du kosten?“
Vana reichte ihm eine Kugel die Peter verwundert in der Hand hin und her drehte. Nachdem er zuerst hineingebissen hatte und schmerzlich feststellen musste, dass die Kugel hart wie Stahl war, sagte Vana:„Halte sie dir einfach an den Mund und saug ein wenig daran.“ Peter tat was Vana ihm geraten hatte und stellte verwundert fest, dass man so wirklich aus dem runden Objekt trinken konnte. Der Saft schmeckte wirklich erfrischend. Ein wenig nach Eukalyptus, was ihm den Eindruck gab er würde Hustensaft trinken. Aber es war sehr lecker.
„Wieviel ist in so einer Kugel drinne. Sieht nicht so aus als würde dort viel hineinpassen.“
„Diese Kugel ist nicht wirklich ein Behälter. Es ist schwer zu erklären wie es funktioniert, aber um deine Frage zu beantworten umfasst der Inhalt den gesamten Vorrat eines Sammelbeckens. Das Becken ist unterirdisch installiert und wird ständig gekühlt. Somit hat der Saft immer die selbe Temperatur, ganz egal wo man sich aufhält. Wenn du deinen Mund an die Kugel hälst ist es so, wie als würdest du direkt aus dem Sammelbecken trinken. Trotzdem ist dieses System zu hundert Prozent hygienisch, da der Transport nur in eine Richung funktioniert. Dieses Versorgungssystem basiert auf der Möglichkeit der Raum-Zeit-Krümmung.“
„Das hört sich sehr interessant an.“, erwiederte Peter und nahm noch einen Schluck. Dieser Eukalyptus Saft schmeckte wirklich vorzüglich. „Kann man davon süchtig werden?“, fragte er. Vana lachte. „Nein, keine Angst. Er macht nicht süchtiger als Schokolade.“ Peter lachte.“Aber Vana, wenn man durch die Kugel auf den inhalt des gesamten Beckens zugreifen kann, wie regelt ihr das mit der Bezahlung? Ist in dieser Trinkkugel ein Zähler eingebaut? Oder wie muss ich mir das vorstellen?“
„Wir kennen kein monetäres System. Jeder Acheleer kann sorglos Leben, da die automatische Versorgung mit allen lebensnotwendigen Gütern ausreichend ist.“
„Mmmh, das hört sich an wie im Paradies. Aber sag einmal Vana, was mich wundert: Wieso siehst du aus wie ein Mensch? Ich meine, du hast vorhin gesagt zu kämst von einem Planeten, der elf Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Wie kannst du so aussehen wie ein Mensch?“
Vana schaute Peter tief in die Augen.
„Nichts einfacher als das. Da unsere und die irdische Rasse praktisch gleichen Ursprungs sind, sehen wir auch wie Menschen aus. Abgesehen von ein paar geringfügigen organischen Abweichungen gibt es keine Unterschiede zwischen den Acheleern und den Menschen.“ Peter verstand nun gar nichts mehr.
„Wie meinst du das? Gleicher Ursprung?“ Peter kratze sich am Kopf.
„Ich glaube ich muss etwas weiter ausholen um dir das zu erklären. Ich will damit sagen, dass die Acheleer über Phaeton direkte Nachfahren der früheren Atlantiden sind, während die Menschen teilweise Nachkommen eines späteren Atlantiden-Astes sind. Die Atlantiden sind unsere gemeinsamen Urväter.“
Peter war nun sichtlich verwirrt.
„Phaeton, Atlantiden was genau meinst du Vana?“
„Atlantis wie auch den grünen Planeten Phaeton hat es gegeben. Phaeton ist, oder ich sollte sagen, war der zehnte Planet eures Sonnensystems. Es ist ein wenig kompliziert. Ursprünglich bestand euer Sonnensystem, oder besser unser Sonnensystem, aus 8 Planeten. Merkur, die Erde, Mars, Phaeton, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun.“
“Und was ist mit Pluto?“, unterbrach Peter. Vana hob die Hand und sprach weiter.
„Vor Urzeiten existierten in diesem Sonnensystem mit 8 Planeten einmal drei Planeten, auf denen intelligentes Leben zu Hause war – Phaethon der grüne Planet , Mars der Rote Planet und die ‚blaue’ Erde. Auf Phaethon lebte eine uralte Hochkultur mit weit fortgeschrittenen wissenschaftlichen und technologischen Erkenntnissen. Sie beherrschte die Raumfahrt und besuchte hin und wieder ihre nächsten Nachbarn, Mars und Erde. Zu jener Zeit war auch der Mars noch ein lebensfreundlicher Planet. Auch dort lebte eine Kolonie Phaetonianer. Und dann ereignete sich eine entsetzliche Katastrophe. Phaethon zerbarst in einem Flammenmeer. Auf dem Mars wurde der grauenhafte Untergang von Phaethon mit starkem Entsetzen beobachtet. Phaeton ging vor etwa 175 Millionen Jahren zu Bruch. Es war der Zusammenprall mit einem riesigen Planetoiden. Durch Kollisionen einiger seiner Fragmente wurde der Trümmerhaufen noch größer und daraus entstand nicht nur einer der Saturnringe sondern es wurden auch zwei besonders große, in Flammen stehende Bruchstücke vom Katastrophenort wegkatapultiert. Aus dem einen wurde der kleine, ungewöhnliche Planet Pluto. Das andere Bruchstück schwenkte in eine sonnennahe Umlaufbahn ein und ist heute der Planet Venus. Eigentlich sollte es euch aufgefallen sein, dass sowohl Pluto als auch Venus ausgefallene Verhaltensmuster aufweisen, die nicht ins Bild der übrigen Planeten eures Sonnensystems passen. Die anderen umherfliegenden Bruchstücke von Phaeton wurden von großen Planeten angezogen und zu deren Monden und wiederrum andere schlugen auf die Planeten ein, so kann man sich auch zum Beispiel die vielen und großen Krater auf den Mars erklären. Die Marsmonde Phobos und Deimos sind ebenfalls ehemalige Bestandteile von Phaethon. Phobos umrundet den Mars in nur 7h 39min. Phobos und Deimos sind einfach eingefangene Phaeton-Trümmer.“
„Sehr interessant Vana, erzähl weiter. Ich könnte dir ewig weiter zuhören“
„Die Nachbarwelt Phaehton war ausgelöscht. Doch die Katastrophe war nicht vorüber, denn auf dem Mars häuften sich von nun an die Meteoriteneinschläge und das hatte drastische klimatische Veränderungen im Gefolge. Auf Mars wurde es immer unwirtlicher. Nun wurde beschlossen, wenigstens einige der Marsbewohner umzusiedeln. Für alle reichten die Raumschiffe nicht. Eine kleine Gruppe wurde zur Erde geschickt, um eine Kolonie zu gründen und wenigstens der Art eine Überlebenschance zur bieten. Die humanoiden Lebewesen auf der Erde befanden sich zu jener Zeit noch in einem Primitivstadium ihrer Entwicklung. Auf dem Mars beschlossen die Zurückgebliebenen, als seitens ihrer untergehenden Existenz, markante zeitüberdauernde steinerne Strukturen zu errichten; überdimensionale Pyramiden in den verschiedensten geographischen Gebieten, in der Hoffnung, dass nicht alles zerstört würde und sie eines fernen Tages als Denkmäler an ein verlorenes Paradies entdeckt würden. Immer heftigere Meteoriteneinschläge lösten Marsbeben aus, tektonische Verschiebungen und gewaltige Vulkanausbrüche folgten. Die ungeheuren, um den Planeten tobenden Hitzewellen hatten den Sauerstoff aufgefressen, bis am Ende eine dünne Kohlendioxid Atmosphäre übrig blieb. Durch die grauenhaften hohen Temperaturen waren die reichhaltigen Wasservorkommen verdampft und schlugen schließlich als Eis an den Polkappen nieder. Bis auf Mikroorganismen war alles Leben auf dem Mars ausgelöscht. Aber es rettete sich wie bereits erwähnt eine kleine Gruppe auf die Erde. Die Atlantiden.“
„Dann gab es Atlantis wirklich?“,fragte Peter. Er saß mit offenem Mund auf seinem Sessel und glaubte nicht was er hörte.
„Ja, Atlantis hat wirklich existiert. Und der von dieser Kultur erreichte soziale und technologische Standard war immens hoch. Wissenschaft, Bildungswesen und Künste wurden mit großer Intensität gepflegt. Zudem waren die Atlantiden in der Lage, Kraft beziehungsweise Energieformen zu nutzen, die auf der Erde längst wieder verlorengegangen sind. Sie durchkreuzten mit ihren Allzweckschiffen die Meere, den Luftraum und das All. Atlantis hat über einen sehr langen Zeitraum existiert und sieben Epoche durchgemacht, in deren Verlauf sich die Atlantiden mit den Urbewohnern der Erde vermischten. So entstanden die Rassen der Tolteken, Azteken, Turanier, Arier und Mongolen.
Die Atlantiden zeugten mit irdischen Frauen ein neues, fähigeres Menschengeschlecht. Durch die Erbanlagen der Kolonisatoren waren diese Atlantiden natürlich allen anderen Menschen in vieler Hinsicht weit überlegen. Eines Tages verließen die Kolonisatoren die Erde wieder, um nun eine eigene Welt zum Leben zu finden. Sie stießen schließlich auf das rund elf Lichtjahre von der Erde entfernte Planetensystem Epsilon- Eridani. Auf dem zweiten Planeten, dem Wüstenplaneten den ich dir vorhin gezeigt habe, ließen sie sich erneut nieder und schufen eine neue Hochkultur. Und diese hochentwickelte Zivilisation beobachtet die Menschheit seit Jahrtausenden.“
„Warum? Vana. Was interessiert euch so an uns?“, fragte Peter.
„Wir fühlen uns einfach verbunden mit euch. Ihr seit soetwas wie unserer Kinder. Fünf von uns bilden hier ein unsichtbares Kollegium. Wenn auch immer wieder sporadisch fremde Wesen auftauchen, kommen sie nicht von Achele. Wir fünf sind seit 1959 hier auf der Erde, aber wir werden in 5 Jahren wieder nach Hause gehen. Und nun zurück zu Atlantis. Es gibt noch etwas zu sagen.“
„Gut, wie ging es weiter?“
„Mit der Zeit spielten sich die Atlantiden als Herren über Leben und Tod auf. Rigoros missbrauchten sie ihre Vormachtstellung. Für uns, die Acheler, war das irdische Experiment also gründlich Misslungen. Unserer Ansicht nach gab es nur eine Lösung: Um Schlimmeres für die gesamte Menschheit abzuwenden, musste Atlantis vom Antlitz der Erde verschwinden... Uns kam dabei eine kosmische Konstellation zu Hilfe, denn es kam zu jener Zeit in eurem Sonnensystem zu einer Dreifachkonstellation, bei der Sonne, Venus, Erde und Mond in einer Linie ausgerichtet waren, mit der Konsequenz veränderter Schwerkraftverhältnisse. Atlantis war im Gebiet des mittelatlantischen Rückens, also bei den Azoren angesiedelt. Am 5.Juni 8498 vor eurer Zeitrechnung ereignete sich eine globale Katastrophe, die den Untergang von Atlantis verursacht hat. Die Dreifachkonstellation von Sonne, Venus, Erde und Mond verursachte eine enorme Schwerkraftzusammenballung. Diese Gravitaion zog einen Asteroiden zur Erde, wo er mit ungeheurer Kraft einschlug. Nachwirkungen für die Erde war eine Drehung der Erdachse um 25 Grad und ein einsetztender Kulturrückgang. Jedenfalls scheint es einigen überlebenden Atlantiden gelungen zu sein sich mit Schiffen in Sicherheit zu bringen und ihr kulturelles Wissen in andere Teile der Welt mitzunehmen. Aber es kam nicht wieder zu einer Atlantidendiktatur.“
“Mhh.“, nickte Peter,“Das erklärt eure Verbundenheit. Ich dachte immer. Atlantis sei ein Märchen. Genauso wie das Bermuda Dreieck.“
Vana lachte leise und grinste.
„Nun ja, auch das Bermude Dreieck, hat existiert. Oder existiert von Zeit zu Zeit. Es ist ein fluktuierendes Feld. Eine anomalie im Raum-Zeit-Gefüge. Die Atlantiden sind an seiner Entstehung nicht ganz unbeteiligt gewesen, aber das ist zu kompliziert um dir das zu erklären. Du würdest nichts verstehen.“
„Ach, ich verstehe so einiges nicht. Deine Erzählungen hören sich sehr Fantastisch an. Wenn ihr elf Lichtjahre durch das Universum reisen könnt, müsst ihr doch unwarscheinlich schnelle Raumschiffe benutzen. Und es muss doch trotzdem sehr lange dauern, bis ihr an euer Ziel kommt. Wie hoch ist eigentlich eure Lebenserwartung? Und warum leben auf eurem Planeten nur 2 Millionen Archeler? Wir Menschen haben zunehmend mit einer Überbevölkerung zu kämpfen.“
„Nun, wir werden etwa 840 Jahre alt. Die gleichbleibende Bevölkerungsdichte wird durch die in weiter Vergangenheit von unseren Wissenschaftlern vorgenommene Programmierung von Stop- und Go-Genen im DNS-Erbprogramm reguliert.
Das heißt, im Zeitraum unserer gleichzeitig genetisch verlängerten Lebenspanne können wir nur zweimal Kinder zeugen. Die meisten begnügen sich sogar mit einem. Unsere großen interstellaren Mutterschiffe von einer Länge bis zu 800 Meter sind zigarrenförmig oder elliptisch. Die interplanetarischen Aufklärer sind mit einer Kuppel versehene scheibenförmige Flugkörper von zwölf bis 90 Meter im Durchmesser. Die Navigation wird mit Hilfe von programmierten Kristallen durchgeführt. Als Antriebsmethode nutzen wir die Raumzeit selbst. Du solltest wissen, dass alle Materie, von Kernteilchen bis hin zu Molekularverbänden, aus Raumzeit besteht, also verdichtete Raumzeit ist. Wir verformen sozusagen die Raumzeit trichterförmig in Flugrichtung. Das so entstehende enorme Gravitationspotenzial "saugt" unsere Raumschiffe mit Überlichtgeschwindigkeit ständig hinter sich her. In anderen Worten: Wir manipulieren die Raumzeit-Struktur. Das ist so wie als würdest du auf einem Esel sitzen und ihm eine Möre vor die Schnauze halten. Wir können auch größere Strecken in Nullzeit überbrücken. Das ist fast die selbe Technik wie bei der Kugel aus der du getrunken hast. Wir krümmen den Raum, legen zwei Punkte, oder einen Bereich übereinander und können so sehr schnell reisen.“
„Ah, das erklärt einiges.“
„Alle Wissensgebiete sind in künstlich hergestellten Kristallen gespeichert. Diese Informationen können direkt in die Bewusstseinsschichten des Großhirns übertragen werden. Damit wird nach Abschluss der Kindheit begonnen. Ansonsten beruht die Ausbildung auf dem altgriechischen Meister-Schüler-Prinzip.“
„Und wie ist es mit der Unterhaltung auf Ihrem Planeten bestellt? Gibt es bei Ihnen zum Beispiel Fernsehen, Theater, Konzerte und Sportveranstaltungen?“
„Wir haben holographisches, also dreidimensionales Fernsehen mit in Kristallen programmierten Dokumentationen und eine Art ungeheuer realistischer Abenteuerdarstellungen, in die wir uns nicht nur einbeziehen, sondern deren Handlungsverlauf wir auch verändern können.“, erzählte Vana.
Peters Augen fingen an zu brenne. Er fühlte sich plötzlich sehr müde. Es wurde immer anstrengender den Erklärungen von Vana zu folgen.
“Die Herausforderung besteht darin, im Handlungsverlauf dieser 3-D-Vorführung durch taktisches Verhalten zu bestehen und deren Ausgang mitzubestimmen.Selbstverständlich pflegen wir auch Musik und nehmen an Theateraufführungen teil, deren Ursprung weit in der Vergangenheit liegt.Natürlich gibt es bei uns auch sportliche Aktivitäten. Klettern, Laufen und Schwimmen gehören zur Körpertüchtigung. Ein besonders beliebtes Wettspiel wird von zwei Teilnemern ausgeführt. Jeder steht auf einer schwebenden Scheibe, deren Fluggeschwindigkeit, Flughöhe und Flugrichtung durch Gedankenkraft gesteuert wird. Eine vorgeschriebene Strecke über unwegsames Gelände muss so schnell und so dicht wie möglich...“

Peter schreckte hoch. Sein Wecker rasselte ihn aus dem Schlaf und er war verwundert, sich in seinem Bett wiederzufinden. Hatte er wirklich geträumt? Alles war so real gewesen. Jetzt als er wach war kam ihm die Realität so unwirklich vor. Mit einem Schlag auf den Wecker brachte er ihn zum Schweigen. Peter stand auf und machte sich auf den Weg ins Bad um sich die Zähne zu putzen und das Gesicht zu waschen. Er blickte in den Spiegel und sah sein verschlafenes Gesicht.
„Was ein Traum...“, sagte er leise. Was ist nun Achele - eine Traumwelt, eine Parallelwelt der Phantasie oder gar Wirklichkeit?

__________________
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jon
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…uuuund action!

Mit ein paar kleineren Ausnahmen "sauber geschrieben" und voll von Ideen bzw. eine recht komplexe konsturierte Sammlung von Ideen. Aber es ist – entschuldige – außerordentlich unspannend.
Warum?
Weil nichts passiert. Es ist nichts als ein trockener Bericht, ein Weltentwurf meinetwegen, ein präzise gemalter Hintergrund. Eine sorgfältig aufgebaute Kulisse, vor der stumme, reglose Leere gähnt. Ein Theater ohne Theaterstück. Es findet ja in Wirklichkeit nicht mal das angekündigte Interview statt: Diese Vana erzählt einfach. Ohne Grund und Anlass offenbar, zumindest wird der nicht ersichtlich. (Ein Traum übrigens kann das gar nicht gewesen sein – so staubtrocken träumt niemand.)
Wie gesagt: Die Kulisse ist recht gut ausgemalt – jetzt mach den Film, der darin spiel!
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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