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Leselupe.de > Ungereimtes
Irr
Eingestellt am 09. 09. 2004 10:40


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Vera-Lena
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Irr

So viele Male zusammengefaltet
bist du und wieder gab einer den Knick.
Und wieder hat einer dich umgestaltet,
dich passend verkleinert in dein Geschick.

Errettend hast du jetzt neu dich erfunden,
das Abziehbild kindwÀrts blieb dir kein Traum,
ein Fremdling tanzt deine Lebensstunden,
EntĂ€ußertes trĂŒgt deinen Innenraum.
Die Schnipsel davon versteckst du in Ecken,
suchst Nester, verbirgst sie Àngstlich darin.

Wer wird deine Ganzheit wiedererwecken,
entfalten den Ursprung : bin der ich bin.





__________________
Der Mensch ist sich selbst das grĂ¶ĂŸte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Dorothea
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aus Zerbrochenem sich neu zusammensetzen

Hallo Vera-Lena,
die erste Strophe deines Gedichtes hat mich so stark angesprochen, dass ich spontan zu einer "8" gegriffen habe, obwohl mir die zweite Strophe schwer in meinem Lesemagen liegt.

Errettend hast du jetzt neu dich erfunden,
das Abziehbild kindwÀrts blieb dir kein Traum,
ein Fremdling tanzt deine Lebensstunden,
EntĂ€ußertes trĂŒgt deinen Innenraum.


Die rot hervorgehobenen Zeilen verstehe ich nicht trotz langem Nachsinnens und GrĂŒbelns.
Bitte einen kleinen Tip fĂŒr eine faszinierte Leseratte.
LG.
__________________
Dorothea Gebauer
----------------------
Sein ist mehr als Haben.

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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Liebe Dorothea,

dieses ist ein schwieriger Text. Lieb von Dir, dass Du Dich trotzdem darauf einlÀsst.

Ein Mensch dem von Kindheit her eingeredet wird, dass er böse ist, dass er nichts taugt, hat seinen Verstand verloren, ist geisteskrank geworden.
Das Ă€ußert sich fĂŒr andere vielleicht so, dass er ,wie beim GrĂ¶ĂŸenwahn, vorgibt CĂ€sar zu sein oder wer immer.

Er hat sich neu erfunden. Er hat sich vielleicht das Bild eines VierjĂ€hrigen, was oder wie er einmal als Erwachsener sein möchte, wieder hervorgeholt und nun fĂŒr sich selbst wie ein Abziehbild ĂŒbergestreift.
Das, was ihn eigentlich ausmacht, dessen hat er sich entĂ€ußert, weil es von der Umwelt nicht anerkannt wurde. Dieses EntĂ€ußerte ist aber natĂŒrlich noch um ihn herum als eine geistige Welt wenigstens bruchstĂŒckhaft vorhanden und narrt ihn, indem es sich dann doch wieder als sein Ureigenes Inneres ausgibt. "VerrĂŒckte" haben durchaus ihre lichten Momente in denen sie sogar wissen, dass sie krank sind. Sind sie wieder ganz in ihr Kranksein abgeglitten, leugen sie aber ihre Erkrankung.
Aber innerhalb der Krankheitsphasen sind sie sich eigentlich fremd, obgleich sie selbst das gerade dann nicht wahr haben wollen.
Liebe Dorothea, ich weiß nicht, ob ich das jetzt wirklich erklĂ€ren konnte.
Das ist ja der Vorzug von Lyrik, dass man manchmal ahnend etwas verstehen kann, wofĂŒr es normalerweise einen ganzen Votrag brauchte.
Ich danke Dir ganz herzlich fĂŒr Dein Interesse.
Ganz liebe GrĂŒĂŸe von Vera-Lena
__________________
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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Vera-Lena,
ich habe es schon gelesen, als noch kein Kommentar
drunter stand, wollte aber abwarten ob sich das, was
ich erfĂŒhlt habe, auch bestĂ€tigt - das hat es getan.
Übrigens finde ich dieses Gedicht einfach super gelungen -
ganz besonders, weil Du Reime verwendest und das ist
eine sehr schmale Gratwanderung, bei ernsthaften Themen.
Du hast es aber geschafft nicht umzukippen und man muß Dir eine Gratulation aussprechen, was ich hiermit tun möchte!!!

Meine absolute Lieblingsstelle ist "Ein Fremdling tanzt
deine Lebensstunden" - besser könnte man das "sich selber
fremdsein" nicht beschreiben....
GefÀllt mir wirklich ausgezeichnet!!!

Dir einen schönen Abend noch
und ganz liebe GrĂŒĂŸe
Irene

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Stoffel
gesperrt
One-Hit-Wonder-Autor

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guten Abend Vera,

den Sinn erfasse ich und verstehe es sicher. Im Großen und Ganzen gefĂ€llt es mir. Nach meiner Interpretation...etwas dennoch:

Irr

So viele Male schon zusammengefaltet
bist du und wieder machte einer den Knick.
Und wieder hat einer dich umgestaltet,
dich passend verkleinert nach seinem Geschick.

lG
Sanne

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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Liebe Irene,

danke fĂŒr Deine Antwort!
Mit den Reimen hast Du unbedingt Recht. Mitten beim Schreiben habe ich immer wieder gezweifelt, ob das der richtige Weg ist. Aber als es fertig war habe ich doch gesehen, dass ich haarscharf die Kurve bekommen habe.

Es ist ein so kummervolles Thema, ich bin wirklich froh, dasss ich das endlich einmal gestalten konnte.

Dir noch einen schönen Abend und danke auch fĂŒr Dein Lob!
Liebe GrĂŒĂŸe von Vera-Lena
__________________
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