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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Irrungen der Lust
Eingestellt am 20. 06. 2002 03:39


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ibini
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2002

Werke: 45
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Lange schon stand ich in der dunklen Toreinfahrt und starrte auf ein tief liegendes Fenster im Haus gegen├╝ber. Das Geb├Ąude oder was von ihm ├╝briggeblieben, war ebenso verkommen wie die ganze Gegend. Ich hatte den Eindruck, als h├Ątte sich der Dreck der halben Stadt versammelt. Und genauso sahen die Menschen aus, die hier ein Zuhause gefunden hatten. Der Gestank, der aus allen Ecken und Enden drang und wie ein dichter Schleier ├╝ber der Steinw├╝ste lag, war nur zu ertragen, indem ich mir von Zeit zu Zeit einen kr├Ąftigen Schluck aus der Flasche g├Ânnte. Nun bin ich nicht gerade im Kloster gro├č geworden. Allerdings war dieses Leben selbst von meinen Erwartungen, meinen Vorstellungen meilenweit entfernt. Zugegeben, der Unterschied zu mir war nicht so, da├č ich besonders aufgefallen w├Ąre. Vor allem, weil ich in den letzten Tagen kaum ein Bett gesehen hatte. Die wenigen meist hohlwangigen, ausgeflippten Typen, die zu der sp├Ąten Stunde noch auf der Stra├če herumlungerten, w├╝rdigten mich jedenfalls mit keinem Blick. Nur ein paar abgetakelte, grell bemalte Nutten, die aus Gewohnheit auf bessere Zeiten warteten, kamen auf mich zu. Sie schwenkten jedoch ihre fetten ├ärsche wenige Meter vor mir in die entgegengesetzte Richtung. Offenbar sp├╝rten sie, da├č au├čer geilen Blicken nichts zu holen war. Sicher ein Teil ihrer auf breiten Beinen beruhenden Lebenserfahrung. Und so stand ich unbeachtet und mit dem Schwanz im Tiefschlaf in der zugigen Einfahrt und starrte auf das Fenster.

Dieses Fenster war noch dunkler als alles andere rundherum. So mu├čte die Seele der Menschen aussehen, die hier ihr k├╝mmerliches Dasein fristeten. Ich fragte mich, was ich auf diesem Sammelplatz des Abschaums eigentlich wollte. Die Antwort wu├čte ich ebenso wenig wie die kalten verwitterten Mauern, die mich mit ihren Geheimnissen umgaben. Verschiedentlich war ich versucht wegzugehen. Aber irgendwas hielt mich wie ein Magnet fest. Und dieses Irgendwas sagte mir auch, ich solle auf das Fenster schauen. Also tat ich es. Zun├Ąchst mehr aus Langeweile mu├čte ich kacken. Ich hockte mich in eine Ecke und lie├č meinem Darm freien Lauf. Er endete in D├╝nnschi├č! Offenbar war mein Verhalten nichts Ungew├Âhnliches. Denn ich trat in mindestens noch zwei andere relativ frische Haufen. Ein aus Knochen und Haut bestehender Hund schlich um mich herum. War ich doch f├╝r ihn ein neues Geruchserlebnis.





In meinem Bauch rumorte es wie vor einem Gef├Ąngnisausbruch. Und mein Eingeweide trieb mich erneut auf die Suche nach einem unbelegten Schei├čplatz. Da ging in dem Zimmer, dessen Fenster ich die ganze Zeit ├╝ber nicht aus den Augen gelassen hatte, pl├Âtzlich das Licht an. Weil Vorh├Ąnge nicht zum Inventar geh├Ârten, sah ich trotz meines alkoholtr├╝ben Blicks alles deutlich vor mir. Das hei├čt, es lag vor mir. Denn in dem Raum fand sich nur eine Liege ÔÇô kein Tisch, kein Stuhl, keine Andeutung eines Bilds. Doch was sich da auf der Bettstatt r├Ąkelte ÔÇŽ Vor Schreck rutschte meine Hose, die ich, um schei├čen zu k├Ânnen, bereits halb heruntergezogen hatte, v├Âllig auf den Boden. Mein Versuch, sie wieder hochzuziehen, mu├čte ziemlich l├Ącherlich wirken. Denn ich sprang wie ein Irrer von einem Fu├č auf den anderen. Was ich jedoch anstellte, mein von Hoffnung aus dem Schlaf getriebener, wie ein Luftballon aufgeblasener Kolben verhinderte die gute Absicht. Und wie konnte er auch anders. Denn, was sich auf dem Lager hin und her wand, war nicht nur, wie Gott es erschaffen hatte. Es war auch ein Weib, das er aus einer besonderen Laune heraus modelliert haben mu├čte. Was hei├čt Laune? Ich w├╝rde eher sagen Gier, selbst auf die Gefahr hin, als Gottesl├Ąsterer zu gelten.

Auf der einen Seite k├Ąmpfte ich noch immer mit meiner Hose, auf der anderen lie├č ich keinen Blick von der nackten Verlockung aus Fleisch und Blut. Nur wenige Meter von ihr entfernt, getrennt durch eine Glasscheibe. Meine Flasche, mir sonst Halt, war l├Ąngst ausgetrocknet. Wie mein Hals. Und die Krone der Lust schl├Ąngelte sich einladend ekstatisch zuckend nach unh├Ârbaren Rhythmen. Das das aufreizende Schwingen ihrer prallen Titten begleitende, hei├čem Verlangen entspringende St├Âhnen schien keine Wand zu kennen. Es suchte und fand seinen Weg ÔÇô bis zum Widerhall in meiner Hose. Durch das Glas springen und mich auf sie st├╝rzen oder mich umdrehen und weglaufen? Ich kam mir vor wie ein alter verrotteter, von der Sturmflut hin und her gerissener Kutter. Doch ich war wie festgenagelt. Au├čerdem f├╝hlte ich mich von einem Moment zum anderen seltsam teilnahmslos. Ungewohnt teilnahmslos. Nur meine Augen lebten ungebrochen, saugten alles Geschehen auf.

Ebenso pl├Âtzlich, wie das Licht in dem Raum angegangen war, erlosch es. Wie in Trance stand ich mit heruntergelassener Hose. Langsam zu mir kommend, trippelnd einen Platz zum Kacken suchend. Niemand nahm von mir Notiz. Nur der magere K├Âter, den ich ja schon kannte, beobachtete mich aus einiger Entfernung aufmerksam. Offenbar schwelgte er schon im Geruch meiner gem├Ąchlich vor sich hin dampfenden Schei├če. Ich ging wieder in die dunkle Toreinfahrt und starrte auf das Fenster im Haus gegen├╝ber. Meine Frage nach dem Warum fand keine Antwort! Wie die Frage der abgehalfterten fettarschigen Nutten nach dem Sinn des Lebens.



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Aceta
???
Registriert: Apr 2002

Werke: 122
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gut geschriebener Text, fl├╝ssig und die
Beschreibungen passen, keine st├Ârenden
Gedankenbr├╝che -
der Inhalt indes ist nicht erotisch,
auch der Anblick einer nackten Frau
macht da wohl nichts daraus -
eher ist es die Beschreibung von
gro├čer Hoffnungslosigkeit, Verfall und
von wahrlich deprimierender Hygiene ...
letzteres eher "anti-erotisch":
in dem Gestank w├╝rde ich selbst unter
st├Ąrksten Alkoholika nichts Erregendes
mehr denken k├Ânnen!
- Das ist schon eher: Horror!

Aceta

__________________
mit dem Herzen sehen ... (der kleine Prinz)

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Renee Hawk
???
Registriert: Jan 2001

Werke: 17
Kommentare: 1142
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Hallo Ibini,

Titel und Textinhalt stehen sehr gut zueinander.
Gefallen hat mir, das fl├╝ssige lesen, die genaue Beobachtung, das hintergr├╝ndige Darstellen und die Ironie des Schicksals.
Vielleicht habe ich zu viel hinein interpretiert, aber das waren meine Wahrnehmungen.

liebe Gr├╝├če
Rene├Ę


PS.: Sch├Ân das auch die Schattenseiten ihren Platz finden.

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enniaG
Guest
Registriert: Not Yet

Licht und Schatten

Hi ,liebe Ibini,
Licht und Schatten liegen im Leben eng beieinander.
Und du hast dies' sehr gut beschrieben.

Aber :in Erotik geh├Ârt es wohl nicht.
Da schlie├če ich mich Acetas Meinung an.

Sonnenhei├če Gr├╝├če

ennia

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ibini
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2002

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Hallo Aceta, Rene├Ę und ennia (in der Reihenfolge des Eingangs),

Dank Euch f├╝r die Beurteilungen. Was macht man, wenn es zur eigentlichen Sache au├čer danke nichts zu sagen gibt? Am besten wohl ebenfalls nichts. Bliebe noch die Forumzuordnung: Ich hatte dar├╝ber nachgedacht. Allerdings mit von Stunde zu Stunde wechselnder Meinung! Da mein Herz weder an diesem noch an jenem Forum besonders h├Ąngt, entschied ich mich letztendlich mit dem Gedanken ÔÇ×Der Papa (sprich Moderator) wirdÔÇÖs schon richtenÔÇť f├╝r die Erotik. Ich habe freilich keine Probleme, mich zu korrigieren. Der kleine Elefant w├╝rde trompeten: ÔÇ×Uuuuuu, Hauptsache, ich krieg meine Weinbrandbohnen, uuuuuu!ÔÇť (Ich wei├č allerdings nicht, ob die Elefantengeschichte au├čer ennia jemand versteht!)

Mit Gru├č
ibini

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