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Leselupe.de > Ungereimtes
Isolation
Eingestellt am 07. 06. 2004 15:44


Autor
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Gabriele
Manchmal gelesener Autor
Registriert: May 2004

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Isolation (├╝berarbeitet)

Heut sitze ich wieder
im Glashaus.
Die Menschen um mich
ihr gesch├Ąftiges Treiben
ihr zielloses Hasten
ihr wichtig sein wollendes
Reden und Tun
all das erreicht mich heut nicht.
Nur manchesmal streift mich
ein fl├╝chtiger Blick
ein eiliges Wort,
kann mich nicht erreichen
kann mich nicht erw├Ąrmen
dringt durch mich hindurch
als w├Ąr ich nicht da.
Doch noch bin ich da
es schmerzt noch ein bisschen
dass nichts mich ber├╝hrt
doch auch dieser Schmerz
ist kaum noch zu sp├╝ren.
Es fehlt mir die Wut
und die Kraft und der Wille
das undurchdringliche Glas
zu zerschlagen.


__________________
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Jongleur
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Aug 2001

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still

Ein sehr stilles Gedicht, hinter Glas bleiben die M├╝nder stumm, hat die Welt keinen Ton mehr.
Ein Zustand wird beschrieben. Unter der Glasglocke ein Ich, man wei├č anfangs nicht, ob dieser R├╝ckzug selbst gew├Ąhlt ist. Der Hinweis auf die Kraftlosigkeit, Mattigkeit am Ende deutet an, dass es sich um eine Isolierung, eine Abkoppelung von den Menschen, auch von den eigenen Gef├╝hlen handelt, die wohl krankheitsbedingt ist. Die Psyche ist verletzt, gest├Ârt, schwach. Auch die Gef├╝hle liegen unter Glas, selbst der Schmerz dringt nicht mehr ins Bewusstsein. Leblos unter Glas, als w├Ąre man selbst Glas. Unbeweglich. K├╝hl. Zerbrechlich.
Ein trauriges Gedicht.

Gr├╝├če vom Jongleur

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Gabriele
Manchmal gelesener Autor
Registriert: May 2004

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Re: still

Danke f├╝r Deinen Kommentar, auf den ich nun doch n├Ąher eingehen will:
Du schreibst: "Der Hinweis auf die Kraftlosigkeit, Mattigkeit am Ende deutet an, dass es sich um eine Isolierung, eine Abkoppelung von den Menschen, auch von den eigenen Gef├╝hlen handelt, die wohl krankheitsbedingt ist."
Ja, diese Zeilen sind in einer Zeit entstanden, in der ich nichts an mich herangelassen habe. Ich denke aber, dass dahinter keine psychische Erkrankung steht, da es ein vor├╝bergehender Zustand war, von dem ich glaube, dass ihn viele Menschen irgendwann im Leben durchmachen.
"Die Psyche ist verletzt...schwach." - durch Erfahrungen gro├čer Entt├Ąuschung und gro├čen seelischen Schmerzes. Gut, wenn man/frau solche Zust├Ąnde mit Hilfe des Schreibens ├╝berwinden kann und so allm├Ąhlich wieder zu neuer Kraft und Lebensfreude zur├╝ckfindet!
Liebe Gr├╝├če

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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

Diese Stimmung hast du gut getroffen.
Formal fehlt etwas Feinabstimmung.

bon.

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Stoffel
gesperrt
One-Hit-Wonder-Autor

Registriert: Jun 2002

Werke: 468
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Hallo Gabriele,

wieso nicht einfach nur Glashaus. Muss das "unsichtbaren" noch sein? Nur eine Frage.
Ich denke, das die Menschen um "dich" NICHT alle zumindest.."ziellos" sind.

"all das - erreicht mich heute nicht"
W├╝rde ich ausschreiben.

"nur manchmal streift mich.."

"f├Ąllt beil├Ąufig auf mich"
(w├╝rde ich streichen. Denn du sagtest ja schon was von "streift mich", das ist ja wie "beil├Ąufig")

Wenn es aber "durch dich hindurchgeht, so empfindest du etwas. Es bleibt etwas. "Erreicht mich nicht" w├╝rde langen?

Fehlen w├╝rde bei der Aufz├Ąhlung zum Ende hin der "Mut", denn auch der geh├Ârt dazu, etwas zu durchbrechen.

Nur mal meine losen Gedanken dazu..
lG
Stoffel

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Sandra
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Gabriele,

auch mir gef├Ąllt dein Gedicht sehr gut. Das "in sich gefangen sein" der Prot., ihre Teilnahmslosigkeit kommt sehr gut r├╝ber.
Deine Zeilen ber├╝hren. Still, wie schon gesagt, und sehr tief.


LG

Sandra

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Gabriele
Manchmal gelesener Autor
Registriert: May 2004

Werke: 90
Kommentare: 271
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Hallo Stoffel,

wieso nicht einfach nur Glashaus. Muss das "unsichtbaren" noch sein?

Ich glaube, ich wollte damals wohl ausdr├╝cken, dass es die Menschen oft gar nicht merken, dass ich im Glashaus sitze...

Ich denke, dass die Menschen um "dich" NICHT alle zumindest.."ziellos" sind.

Die Menschen vielleicht nicht, ihr Hasten oft schon...

"nur manchmal streift mich.." - "f├Ąllt beil├Ąufig auf mich" (w├╝rde ich streichen. Denn du sagtest ja schon was von "streift mich", das ist ja wie "beil├Ąufig")

Stimmt, ist doppelt gemoppelt, war wohl eher wegen der Sprachmelodie, da l├Ąsst sich aber sicher noch etwas verbessern.

Fehlen w├╝rde bei der Aufz├Ąhlung zum Ende hin der "Mut", denn auch der geh├Ârt dazu, etwas zu durchbrechen.

Da hast Du absolut Recht, allerdings fehlt ja auch der Wille, diesen Mut aufzubringen...
Danke f├╝r Deine konstruktive Kritik!
LG

__________________
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