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Leselupe.de > Kurzgeschichten
It's Party Time
Eingestellt am 24. 07. 2003 15:47


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strumpfkuh
???
Registriert: Jun 2003

Werke: 15
Kommentare: 88
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Ein Nachtrag, den ich aber ganz oben drĂŒber schreiben möchte:

Ich habe heute, ein paar Tage nach Einstellen dieser Geschichte, einen Hinweis auf die Ähnlichkeit zu einem Gedicht („It’s Party“ von Kaffeehausintellektuelle) bekommen. Ich habe daraufhin dieses Gedicht sofort gelesen und festgestellt, dass tatsĂ€chlich eine frappierende Ähnlichkeit besteht. Jetzt kann ich nicht mal sicher sagen, ob ich es vor dem Schreiben meines Textes schon gelesen hatte, oder nicht. Also möchte ich hiermit das viele Lob ĂŒber die gute Idee in ein PĂ€ckchen packen, und es an die K. weiterreichen.
In der Hoffnung, dass mir alle glauben, dass ich hier nichts wissentlich abgekupfert habe, und dass du, liebe K. das PÀckchen annimmst, lass ich die Geschichte trotzdem mal stehen. Ansonsten bin ich sehr gerne bereit, den Thread zu löschen.
Doro




It’s Party Time


Die Freude und die Heiterkeit waren wie immer zuerst auf der TanzflĂ€che. Und wenn sie dort waren, dann war fĂŒr niemand anderen mehr Platz, denn sie drehten und wirbelten sich umeinander, dass es einem schon beim Zuschauen schwindelig werden konnte. Aber meist dauerte ihr Auftritt nicht allzu lange, denn sie verausgabten sich schnell.
Die Kapelle spielte einen schnellen Walzer, wĂ€hrend der Raum sich langsam fĂŒllte. Die Traurigkeit stand in einer Ecke und schaute der Freude und der Heiterkeit bei ihrem ausgelassenem Tanz zu. Die EnttĂ€uschung schaute kurz zur TĂŒr herein, als sie aber sah, wie gut die Stimmung auf der TanzflĂ€che war, ging sie wieder, ohne das Zimmer betreten zu haben.
Die Wut wippte im Rhythmus der Musik und unternahm immer mal wieder einen Anlauf, zu den Tanzenden zu gelangen. Die aber waren nicht bereit, auch nur ein wenig Platz abzugeben.
Der Zweifel und der Ärger saßen an einem der Tische und diskutierten lautstark miteinander. Die Hoffnung schlenderte umher, sprach hier und da ein paar Worte, lĂ€chelte und schien zufrieden.
Die Kapelle, sie nannte sich „Musik des Lebens“, wollte eine Pause machen. Doch sowohl die Freude als auch die Heiterkeit brĂŒllten nach einer Zugabe, obwohl ihnen der Schweiß bereits in Strömen lief, und sie sich kaum noch auf den Beinen halten konnten. Ein fĂŒnfter Walzer wurde angespielt, und es dauerte nicht lange, da brach zuerst die Heiterkeit und schließlich auch die Freude vor Erschöpfung zusammen.

Im gleichen Moment betrat die EnttĂ€uschung nun doch den Raum, warf einen kurzen, höhnischen Blick auf die am Boden Liegenden und begab sich sofort auf die TanzflĂ€che. Dort trat sie jedem, der sich nĂ€herte derart auf die FĂŒĂŸe, dass es höllisch schmerzte.
Allein die Traurigkeit ließ sich davon nicht abhalten. Sie bat die Musik des Lebens um einen Blues und forderte die EnttĂ€uschung zu einem gemeinsamen engen Tanz auf.
Die Stimmung sank schnell durch die unflotte Musik Da betrat auch noch der TrĂŒbsinn das Fest. Selbst der Stolz, der kurz nach ihm kam, konnte die Laune nicht wesentlich bessern.
Erst als die Wut die Kapelle zu einem punkigen Rock ĂŒberredete, woraufhin der Stolz die EnttĂ€uschung und die Traurigkeit einfach zur Seite schubste, kam wieder Leben in die Party. Leider war die Wut heute nicht besonders gut drauf. So musste der Stolz bald alleine tanzen.

Ein ungeladener Gast versuchte Eintritt zu erhalten. Es war die Verzweiflung, die niemand mochte, weil sie stets jeden anderen hypnotisch lĂ€hmte. So taten sich fast alle, die noch dazu in der Lage waren, zusammen und warfen die Verzweiflung zur TĂŒr hinaus. Nur die Hoffnung konnte nicht helfen, denn die kĂŒmmerte sich um die Freude und die Heterkeit, die immer noch am Boden lagen.

Zum Tanzen hatte jetzt niemand mehr Lust, nicht einmal der Stolz, auch wollte die Musik des Lebens endlich einmal eine Pause einlegen. So setzten sich Wut, Stolz, TrĂŒbsinn, EnttĂ€uschung, Traurigkeit und auch die Hoffnung mit der endlich wieder erwachten Heiterkeit und der Freude, die beide allerdings noch reichlich angeschlagen waren, zu den noch immer diskutierenden Ärger und Zweifel an einen Tisch. Lange wollte keiner mehr bleiben, zumal der Zweifel doch immer nur Recht haben wollte und keine andere Meinung zuließ. Als daher auch das GesprĂ€ch schließlich erlahmte, war die Party zu Ende.

Jetzt sehnte sich jeder nur noch nach einem erlösenden Schlaf.




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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
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hm,

mÀchtig gewaltig. nee, eher beeindruckend. haste sauber hinbekommen.
ganz lieb grĂŒĂŸt
__________________
Old Icke

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strumpfkuh
???
Registriert: Jun 2003

Werke: 15
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Liebe Oldicke,
ich bedank mich ganz herzlich fĂŒr deine netten Worte, sie tun doch richtig gut, vor allem nach einer solchen Party.
es grĂŒĂŸt
Doro

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Galimathias
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jul 2003

Werke: 8
Kommentare: 11
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Wieder so eine tolle Idee, die leider nicht von mir ist.
Sehr schön umgesetzt, strumpfkuh.
GrĂŒĂŸe,
Galimathias
__________________
Das Leben so kurz, so lange zu lernen die Kunst. Die MĂŒhe so hart, so ĂŒbermĂ€chtig der Sieg! (Chaucer)

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strumpfkuh
???
Registriert: Jun 2003

Werke: 15
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Lieber Galimathias,
das freut mich natĂŒrlich, wenn der Neid aus dir spricht.
Danke
LG
Doro

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think twice
???
Registriert: Jul 2003

Werke: 2
Kommentare: 40
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Hallo strumpfkuh,

eine ausgezeichnete Geschichte mit sehr schönen Bildern. Das Leben eine Party, das Schicksal eine Musikkapelle und viele viele Emotionen, denen jeder von uns schon einmal begegnet ist.

Ich kann mich Galimathias nur anschließen: "Wieder so eine tolle Idee, die leider nicht von mir ist."

Liebe GrĂŒĂŸe
think twice

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