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Leselupe.de > Kurzgeschichten
It's december...
Eingestellt am 16. 12. 2001 19:39


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Heuli
Hobbydichter
Registriert: Dec 2001

Werke: 8
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It’s december...

Die Sonne schien als wollte sie ihn auslachen. Wie ein Geier, der nur darauf wartet, dass seine Beute endlich krepiert. Es war ein Dezembermorgen. Die Straßen der Großstadt waren geradezu ĂŒberfĂŒllt. Alle Leute, die etwas auf sich hielten und/oder willenlose Konsumzombies waren, besorgten bereits Weihnachtsgeschenke und frönten BrĂ€uchen, deren Bedeutung sie nicht einmal kannten. Diese Entweihung alter Traditionen nur zur Freude war ihm ein GrĂ€uel. Eigentlich war ihm jetzt alles egal. Relativ zielstrebig, aber doch ungewiss, ging er die Straße entlang. Seine HĂ€nde waren in den Jackentaschen vergraben. Es war nicht wirklich kalt. „Die globale KlimaerwĂ€rmung hat auch Vorteile“, dachte er, „ich muss nicht diese grĂ€sslichen Handschuhe anziehen. Zwar geht so dieser Planet zugrunde, aber was kĂŒmmert’s mich.“ Die Umwelt lag ihm frĂŒher sehr am Herzen. Er fing bei sich zuhause an, trennte den MĂŒll, nutzte nur umweltschonende HaushaltgegenstĂ€nde und verachtete ĂŒbertriebene Nutzungen des Auto, und er versuchte auch in grĂ¶ĂŸerem Stile die Natur zu retten. Doch sein Projekt mit einigen ehemaligen Freunden auf dem Marktplatz kĂŒmmerte niemanden. Links sah er die Überdachung unter der er Schutz suchte, als es zu regnen begann und sie versuchten die aufgebauten Materialien zum Umweltschutz zu retten bevor sie nass und unleserlich wurden. Ein leichtes LĂ€cheln glitt ĂŒber seinen Mund.
Er ging langsam weiter. Die Bushaltestelle. Busse, Ansammlung allen Grauens, Schrecken von allen Menschen mit Klaustrophobie, gleichzeitig aber auch öffentliches Verkehrsmittel. Busfahrten waren es, die er hasste. StĂ€ndiges GedrĂ€nge, lautes Geplapper von Menschen, die er verachtete. „Dummes Fußvolk“ oder „Pöbel“ mag sich zwar eingebildet anhören, aber es war seine Meinung. Er fĂŒhlte sich nicht erhaben, eher fĂŒhlte er sich gestraft. „Dummheit ist so ein Segen“, ging ihm durch den Kopf.
Auf der anderen Straßenseite erkannte er Erik. Mit ihm hatte er viele Sachen unternommen. Allerlei Blödsinn oder Spinnereien wĂŒrde es seine Mutter wohl nennen. Erik war spontan. Vom Temperament das krasse Gegenteil von ihm. Wenn er eine Idee hatte, setzte er sie um. Wie er das anstellen sollte, ĂŒberlegte er sich immer wĂ€hrend er dabei war. PlĂ€ne waren nicht seine StĂ€rke. Er war da anders. Er hasste Unklarheiten, die sprichwörtliche Katze im Sack mied er wo er nur konnte. Doch mit Erik hatte er genug Mut seine WĂŒnsche durchzusetzen. Er war so etwas wie ein Katalysator, der seine Hemmschwelle herunter setzte. Wieder musste er lĂ€cheln. Erik hob seine Hand und grĂŒĂŸte ihn. Er nickte nur. Seit Erik die Schule gewechselt hatte, hatten sie weniger Zeit fĂŒreinander. In der Freizeit war er zu feige Erik zu besuchen. Er schaffte es einfach nicht seinen eigenen Schatten zu ĂŒberspringen. Und Erik hatte genug mit seiner neuen Schule zu tun. Er hatte außerdem gehört, dass er neue Freunde gefunden hĂ€tte.
Er setzte seinen Weg fort. Die erste Stunde seit er sein Zuhause verlassen hatte war verstrichen. Seine Eltern mussten wohl bereits eingetroffen sein. Die Sonne war noch immer neugierig, was wohl passieren wĂŒrde. Er sah es bereits. Nur noch die Straße ĂŒberqueren, dann wĂ€re er da. Dieses Mal ignorierte er alle Verkehrsregeln und ging einfach ĂŒber die Straße. Wieso sich dran halten, wenn es doch egal war ? Niemand beachtete diese doofen Regeln. Er hatte das Hochhaus erreicht. 20 Stockwerke hoch und in einem dunklen Grau gehalten. Mit dem Fahrstuhl konnte er problemlos in den 19. Stock kommen. Durch den Notausgang und den davor gesammelten Kenntnissen im Schlösser aufbrechen kam er auf das Dach. Der Wind wehte ihm kalt entgegen.
Ich ĂŒberlasse es dem Leser, wie es weitergeht. Ich weiß es nicht, ich stand bereits mehrfach auf dem geistigen Dach, und ich sprang bisher nicht. Doch werde ich wieder hinaufsteigen. Werde ich wieder umdrehen ? Ich hoffe es. Das Leben ist zu schön, sometimes.


=)


__________________
- Heuli, se ohnlie wann

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