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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Jagdinstinkt
Eingestellt am 22. 08. 2000 11:22


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Sensiro
Wird mal Schriftsteller
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Jagdinstinkt

Jadginstinkt

Warm war es diese Nacht wieder. Und schwĂŒl. Wie schon die ganze Woche. Selbst, daß er das Fenster geöffnet hatte half nichts. Doch wenigstens einen Vorteil hatte dies. Er konnte noch diese oder jene Grille zirpen hören, was beruhigend auf ihn wirkte, und ihm half einzuschlafen.
Doch heute fand er keine Ruhe: es war schwĂŒler als sonst. Und tausende Gedanken rasten durch seinen Kopf. Kein Wunder, schließlich hatte er auch heute mehr Streß als sonst. Die PrĂ€sentation fĂŒr den Kunden mußte er heute alleine bearbeiten, da sein Kollege krank war. Und sie mußte heute fertig werden, da morgen ja die PrĂ€sentation war. Wegen der Überstunden kam er auch zu spĂ€t zu seinem Zahnarzttermin. Die Arzthelferin fragte gar nicht danach, wieso er zu spĂ€t kam. Streng und arrogant sagte sie, bevor er sich entschuldigen konnte: „Seinen Sie doch bitte das nĂ€chste Mal bitte pĂŒnktlich, wir haben schließlich noch andere Patienten.“ „Blöde Kuh“, dachte er bei sich. Und sein Zahnarzt hatte auch keine guten Nachrichten fĂŒr ihn. Seine alte Krone mĂŒsse erneuert werden. Also dauerte das auch noch lĂ€nger. Dann mußte er an die nette Kassiererin im Einkaufszentrum denken, die ihn ansah, als wollte sie ihn gleich fressen, weil er es sich tatsĂ€chlich erlaubt hatte, die Einkaufszeiten voll auszunutzen. Und ĂŒberhaupt waren alle Leute, die er heute traf so aggressiv und schlecht gelaunt. Mußte wohl am Wetter liegen.
An all diese Bilder und Situationen mußte er denken. Und außerdem noch, was er morgen auf der PrĂ€sentation sagen sollte, denn sonst leitete die immer sein Kollege. Sicher wußte er, was er in etwa sagen mußte. Er hatte es ja schon oft genug gehört. Aber was, wenn er keine Antwort auf die bohrenden Fragen des Kunden finden wĂŒrde? Davor hatte er wirklich Angst, denn dann wĂ€re vielleicht die ganze Arbeit umsonst gewesen.
Die Gedanken rotierten weiter in seinem Kopf und ließen ihn nicht schlafen. Er drehte sich auf die andere Seite. Ja, das war besser, mußte er nun doch an nichts mehr denken. Er gĂ€hnte. „Das ist gut“, dachte er, „jetzt werde ich mĂŒde“.
Ja, mĂŒde war er, sehr sogar. Doch langsam schlichen sich all die Gedanken, die soeben noch verloren schienen, wieder ein.
Er fing an nervös zu werden und drehte sich wieder auf die andere Seite. Deckte sich dann ein wenig auf, denn es war ja so warm. Drehte sich wieder um. Legte sich dann auf den RĂŒcken. Dann doch wieder nach links. Dann drehte er das Kopfkissen herum, nachdem er es ein wenig aufgeschĂŒttelt hatte. Stand noch mal kurz auf und aß eine Banane und trank einen Schluck kaltes Wasser. Legte sich wieder hin. Er schaute auf die Uhr. Wie konnte das sein, daß es nun schon drei Stunden her sein sollte, daß er sich hinlegte? Er wurde einfach nicht ruhig und Ă€rgerte sich nun, daß es ihm nicht möglich war, einzuschlafen. Es sollte doch nichts einfacheres geben als einzuschlafen. Man könnte platzen vor Ärger: Immer dann wenn man wach sein mĂŒĂŸte, dann ist man mĂŒde. Und dann, wenn es wichtig ist zu schlafen, dann kann man nicht. Er wurde geradezu wĂŒtend.
Nun hörte er auch keine Grillen mehr, die beruhigen konnten. DafĂŒr hörte er etwas anderes. Es war ein vertrauter Ton. WĂ€re er nicht ohnehin schon wach gewesen, so wĂ€re er von ihm ganz sicher aufgewacht. Es war ein hohes Summen, das sich seinem Ohr nĂ€herte und lauter wurde. „Auch das noch! Als ob ich nicht schon genug Probleme hĂ€tte, heute Nacht einzuschlafen!“ brĂŒllte er Ă€rgerlich. Er schoß aus dem Bett und machte das Licht an. Er sah an die WĂ€nde seines Schlafzimmers. Und in die Luft. Er schĂŒttelte die Gardinen an deinem Fenster. Doch nichts, er sah die StechmĂŒcke, die er soeben noch so laut vernehmen konnte einfach nicht. Er hoffe, daß sie den Raum verlassen hatte und schloß die SchlafzimmertĂŒr. Auch das Fenster schloß er schweren Herzens, aber er wollte nicht riskieren, daß noch weitere dieser blutrĂŒnstigen Kamikazeflieger in sein Schlafzimmer eindringen konnten, um ihn auszusaugen.
Er legte sich wieder ins Bett. Und scheinbar sollte es nun so sein, daß er Ruhe fand. Aber nur scheinbar, denn kaum hatte er sich richtig in sein Bett gekuschelt hörte er diesen alles durchdingenden fiesen Ton neben seinem Ohr. Er schlug neben sich auf das Kissen in der Hoffnung, dieses lĂ€stige Insekt erwischt zu haben. Er machte sich wieder auf, das Licht einzuschalten. Er sah auf seinem Kissen nach, doch er fand nichts. Auch an den WĂ€nden und der Decke war nichts zu sehen. Wieder schĂŒttelte er an den Gardinen und sah dann noch mal genau nach, ob dieses MĂŒckenvieh nicht in einer Falte saß und deswegen nicht herausflog. Doch das war auch nicht der Fall. Diesmal konnte er sich nicht einfach beruhigt wieder ins Bett legen, denn er wußte genau, daß die Schnake den Raum nicht verlassen hatte. Wo denn auch? Er verließ den Raum, verschloß ihn aber sofort wieder hinter sich, damit die MĂŒcke kein Entkommen hatte. Als er wieder zurĂŒckkehrte hatte er sein Jagdzeug bei sich: einen Stuhl in der rechten Hand und unterm Arm die Bildzeitung von heute. Er mußte grinsen, dachte er doch, ob er ihr nicht ein paar Artikel vorlesen solle, damit sie wegen des grausam schlechten Inhalt einfach tot umfiel. Aber das wollte er sich ja selbst heute nicht mehr antun mĂŒssen. Er vertraute lieber auf die traditionelle Methode: Zeitung zusammenrollen und im richtigen Moment gezielt zuschlagen. Jetzt war die einzige Frage nur noch: Wo?
Wo hatte sich dieses Mistvieh niedergelassen, das ihn auf so unverschÀmte Weise daran hinderte, einzuschlafen.
Er stellt den Stuhl vor seinen Schrank und stieg hinauf, um zu sehen, ob es auf dem Schrank oder der Wand dort oben sah. Er wedelte mit der Zeitung ein wenig auf den Schrank hin und her. Doch alles, was aufflog war der Staub, den er dort oben schon lange nicht mehr gewischt hatte, wie ihm nun auffiel.
Nun gut, dann blieb mal wieder nur die altbewĂ€hrte Taktik: abwarten und Tee trinken. Also stellte er seinen Stuhl neben den Lichtschalter, setzte sich, schaltete das Licht aus und wartete. Er spitzte seine Ohren und es dauerte in der Tat nicht lange, bis er dieses viel zu vertraute GerĂ€usch vernahm. Blitzartig schaltete er das Licht ein und sah in die Richtung, aus der das Summen kam. Doch er sah nichts. Auch an den WĂ€nden war wieder nichts zu erblicken. Also schaltete er das Licht wieder aus. Kurz danach hörte er erneut den Summton und schaltete das Licht ein. "Diesmal hast Du Pech gehabt", sagte er gehĂ€ssig, als er sie erblickte und feststellte, daß sie sich auf der Decke niedergelassen hatte. Er stieg auf sein Bett. Holte aus und ... "Scheiße!", schrie er wĂŒtend. Er blickte ihr hinterher und ließ sie nicht aus den Augen. Doch sie flog ins Licht und damit er war geblendet. Wo war sie nun? Darf das wahr sein? VerĂ€rgert suchte er noch mal sĂ€mtliche WĂ€nde ab. Es half aber nichts. So schnell wie sie kam war sie wieder weg. Also setzte er sich wieder auf den Stuhl und löschte das Licht.
Er sah auf die Uhr und glaubte nicht, was er sah. War es wirklich schon 3 Uhr? Also drei Stunden Schlaf noch. Vorausgesetzt, er wĂŒrde nun bald ins Bett gehen können. Er fand sich langsam aber sicher mit dem Gedanken ab, daß er morgen zur PrĂ€sentation hundemĂŒde sein wĂŒrde. Er dachte nun gar nicht mehr an all die anderen Dinge, die ihm heute widerfahren waren. Seine Gedanken drehten sich nun nur noch um ein Thema: Wo ist diese verdammte MĂŒcke. Er lauschte weiter in Nacht und versuchte krampfhaft ein GerĂ€usch auszumachen. Doch er hörte nichts. Nein, eingeschlafen ist diese MĂŒcke sicher nicht. Sie saß sicher ebenfalls im Dunkeln und wartete nur darauf, daß er sich wieder schlafen legen wĂŒrde. „Aber daraus wird nichts werden“, dachte er sich, „Bislang hat noch keine MĂŒcke dieses Spiel gewonnen.“ Er saß und wartete, er schloß die Augen um sich besser auf das Summen und der Richtung, aus der es kommen wĂŒrde, konzentrieren zu können. Außerdem, wofĂŒr sollte er sie denn offen halten, schließlich sah er im Dunkeln ja doch nichts. War da das GerĂ€usch? Er zuckte kurz auf. Nein. Doch nicht. Er senkte seinen Kopf wieder. Nun schreckte er wieder auf, denn er hörte ein GerĂ€usch. Doch was war das? Es war nicht das Summen der MĂŒcke, nein. Es war sein Wecker. War er etwa eingeschlafen? Offensichtlich. Und nun war es sechs Uhr. Er hatte etwas Schmerzen im Nacken. War sicher keine gemĂŒtliche Art zu schlafen, sitzend auf dem Stuhl. Und noch etwas war da. Er kratzte sich an seiner Hand, in der er immer noch seine Schlagwaffe hielt.
„Ganz offensichtlich hatte wenigstens ein JĂ€ger diese Nacht Erfolg“, grinste er. „Aber heute ist ein neuer Tag. Noch hast Du Zeit zu fliehen, denn ich muß los“, richtete er seine Empfehlung an die MĂŒcke, obwohl ihm bewußt wurde, daß er ihr eigentlich dankbar sein mußte.

(c) by Sensiro, Ludwigshafen 8/2000

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Andrea
???
Registriert: Aug 2000

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6/10 Punkte

Die Geschichte gefÀllt mir gut, allerdings verwendest du ziemlich hÀufig "und", "auch", "nun", "denn", "dann" und "doch", was die Sprache etwas runterzieht und irgendwann zu stören beginnt.

Und wieso sollte der Protagonist der MĂŒcke dankbar sein? (durch die Jagd mĂŒde geworden?) MĂŒcken verdankt man grundsĂ€tzlich nichts aus Ärger! Meine Meinung. ;-)
__________________
Andrea Rohmert

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Sensiro
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2000

Werke: 59
Kommentare: 259
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Hi, Andrea! Erst mal sorry, daß ich immerhin fast ein halbes Jahr gebraucht habe, um mich fĂŒr eine Antwort aufzuraffen.

Du hast recht, wenn Du sagt, daß die Geschichte sprachlich erschreckend schwach ist, was mir nun erst bei erneutem Lesen aufgefallen ist.
Jedoch darf der Protagonist durchaus dankbar sein, denn hat es die MĂŒcke nicht geschafft, daß er einschlĂ€ft? Das war ihr Ziel und sie hat es geschafft. Zwar war dies in diesem Moment nicht auch sein Ziel, letztendlich aber schon. Denn wer weiß, ob er geschlafen hĂ€tte, hĂ€tte er die MĂŒcke gleich erschlagen. Also hat sie ihm geholfen, sein Ziel zu erreichen.
Beide haben ihr Ziel erreicht und sind zufrieden. Schöne heile Welt, nicht wahr?

Aber eigentlich wollte ich einfach nur eine Geschichte zum Schmunzeln schreiben, auch wenn ich in einer derartigen Situation sicher nicht schmunzele.

Dank Dir fĂŒr Dein Feedback und ein gutes neues Jahr!
Sensiro
__________________
Non statim pusillum est, si quid maximo minus est

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