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Leselupe.de > Kurzprosa
Jahreszeiten
Eingestellt am 02. 04. 2010 23:03


Autor
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Bianka
Hobbydichter
Registriert: Mar 2010

Werke: 2
Kommentare: 10
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ÔÇ×Lass uns spielen: Du hast nur ein Auge!ÔÇť Das Kind presste seine hei├če Stirn gegen die der Mutter. Tief sog sie den s├╝├čen Duft ihres verschwitzten Kindes ein. Wie sie es liebte, diesen Geruch von Kinderhaar zu genie├čen. Das gro├če, blaue Auge ihres Jungen spr├╝hte Sterne vor Vergn├╝gen und wurde zum Halbmond, als es sich von ihrem Gesicht entfernte und schlie├člich wieder teilte und auf Entdeckungsreise ging. Mit einem Jauchzen wandte sich der blonde Junge wieder seinem orangen Drachen zu, der am Boden lag. Seine Mutter erhob sich und bemerkte die k├╝hle Feuchtigkeit der Erde an ihren Knien. Staunend sah sie ihrem Kind nach, das den Drachen wieder in den Wind gebracht hatte.
Die Diagnose war noch kein halbes Jahr alt. Vieles hatte sich ver├Ąndert. Der Kontostand war tief in die roten Zahlen geschlittert und der Job wurde ihr gleichg├╝ltig.
In Erwartung des lauernden Schmerzes presste sich ihre Brust zusammen. Wie lange noch?
N├Ąchtelange Hilflosigkeit reifte ihre Entscheidung. Sie verkaufte das Haus und das Auto; den Hund nahm die Freundin zu sich.
Die Klinik am Meer war f├╝r einen Mutter-Kind-Aufenthalt eingerichtet. Es wurde der sch├Ânste Sommer ihres Lebens.

Wie jeden Morgen erwachte sie m├╝de, br├╝hte sich einen Kaffee, zog die abgewetzte Jacke ├╝ber und ├Âffnete die Fenster ihres Zimmers. Ein k├╝hler Ostwind erz├Ąhlte vom kommenden Winter.
Als sie sp├Ąter dann auf ihrem alten Herrenfahrrad in die lange Allee einbog, sah sie ├╝ber dem Feld einen orangen Drachen, den Kinder steigen lie├čen.
Der Friedhof hatte noch keine Besucher, als sie sich auf die Bank neben dem Grab setzte.
\"Komm, lass uns spielen: Du hast nur ein Auge!\", auf ihrer Stirn sp├╝rte sie den vertrauten Druck der Kinderstirn. Tief atmete sie den Geruch ihres schwei├čnassen Jungen ein, als es zu schneien begann.

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Ich mag verdammen,was du sagst,aber ich w├╝rde mein Leben einsetzen, dass du es sagen darfst. Voltaire

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