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Leselupe.de > Anonymus
Jakob der Lügner
Eingestellt am 03. 01. 2006 18:15


Autor
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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

"Jakob der Lügner" von Jurek Becker


[Roman; Suhrkamp Taschenbuch 2939
321 Seiten, Broschur
ISBN 3-518-39439-8]




Der Autor:

Jurek Becker wurde am 30. September 1937 in Łódź in Polen geboren. Sein Geburtsdatum wurde willkürlich gewählt, da ihn sein Vater im Getto älter gemacht hatte, um ihn vor der Deportation zu bewahren.
Weil seine Eltern Juden waren, kam die Familie 1939 ins Ghetto von Łódź. Im Alter von fünf Jahren wurde Jurek Becker, getrennt von seinen Eltern, zunächst ins KZ Ravensbrück, dann ins KZ Sachsenhausen deportiert.
Er überlebte beide Konzentrationslager und traf nach dem Krieg wieder mit seinem Vater, der als einziges Familienmitglied den Krieg überlebt hatte, zusammen.

Mit ihm wohnte er ab 1945 in Ost-Berlin, holte 1955 sein Abitur nach und leistete anschließend zwei Jahre Dienst in der Nationalen Volksarmee.
1957 entschied er sich, gegen den Willen seines Vaters, für das Studium der Philosophie und trat in die SED ein.
1960 wurde er aus politischen Gründen von der Universität relegiert und wurde freier Schriftsteller.

1969 erschien sein erster Roman „Jakob der Lügner“, der 1974 verfilmt wurde. 1971 erhielt er dafür den Heinrich-Mann-Preis und den Charles-Veillon-Preis.
1973 erschien sein zweiter Roman "Irreführung der Behörden.
1974 erhielt er für Irreführung der Behörden den Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen und
1975 den Nationalpreis der DDR für Literatur.
1976 unterzeichnete Becker einen Brief gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns, was mit dem Ausschluss aus der SED und aus dem Vorstand des Schriftstellerverbands der DDR bestraft wurde. Der Roman "Der Boxer" erschien.
1977 übersiedelte Becker in den Westen, weil seine Werke in der DDR nicht mehr publiziert werden durften und seine Filmprojekte abgelehnt wurden.
Von 1978 bis 1984 erschienen zwei weitere Romane (Schlaflose Tage 1978 und Aller Welt Freund 1982) und eine Sammlung von Erzählungen (Nach der ersten Zukunft 1980).
1986 erschien der Roman Bronsteins Kinder. Außerdem schrieb er in diesem Jahr das Drehbuch für die erfolgreiche Fernsehserie "Liebling Kreuzberg", für die er 1987 zusammen mit Manfred Krug und Heinz Schirk mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold ausgezeichnet wurde.
1995 starb Jurek Becker an Krebs.




Das Buch:

„Ich habe ein Radio!“. Dieser Satz ist die zentrale Stelle in „Jakob der Lügner“. Jakob lebt im Ghetto von Lodz, die Lebensbedingungen sind katastrophal, kaum etwas zu Essen, Selbstmorde an der Tagesordnung. Ein Radio zu besitzen – ist bei Todesstrafe verboten.

Aber Jakob lügt ja. Er hat kein Radio. Er lügt, um einen Freund vor dem sicheren Selbstmord zu bewahren. Und der Freund, Mischa, glaubt ihm sein Radio.

Durch einen glücklichen Zufall hatte Jakob zuvor einen Fetzen Nachrichten mitgekriegt, Nachrichten vom Krieg außerhalb des Ghettos. Die Russen stehen vor Bezanika hieß es da, Bezanika! Bezanika ist 400, höchstens 500 Kilometer vom Ghetto entfernt, die Russen kommen! Und Jakob erzählt Mischa nun von Bezanika, um ihn zu retten. Woher er das hat? Von seinem Radio! ...das er nicht hat, aber das erzählt er Mischa natürlich nicht.

Am nächsten Tag weiß das halbe Ghetto von Jakobs Radio. Die Menschen bedrängen ihn, was gibt es Neues vom Krieg, rücken die Russen vor? Und Jakob lügt weiter, er kann nicht mehr zurück, er gibt den Menschen Hoffnung. Denn ohne Hoffnung sind die Menschen im Ghetto verloren. Die Hoffnung ist das Brot, das sonst zum Leben fehlt, das weiß Jakob.

Und die Russen kommen immer näher, kesseln Städte ein, gewinnen riesige Materialschlachten. Zumindest sagt das Jakob. Und Jakob muss es wissen, er hat schließlich das Radio.

Aber irgendwann kann Jakob nicht mehr lügen, die Russen müssten eigentlich schon längst da sein. Und obendrein ist Jakob selber ja der einzige Mensch im Ghetto, der von sich keine Hoffnung bekommen kann. Also gibt Jakob sein Geheimnis preis, er erzählt dem Kowalsky, dass das Radio eine Erfindung war, er hat nie eins besessen, das Radio sitzt in seinem Kopf.

Am nächsten Tag findet man Kowalsky, er hat sich in seinem Friseurladen erhängt.




Jakob der Lügner ist eine hinreißend erzählte Geschichte vom Juden Jakob, der lügt, um seinen Leidensgenossen Hoffnung zu geben. Es ist eine Geschichte von den Gräueln des Krieges, vom Elend der Ghettos, aber trotz Alledem ist sie nicht pessimistisch. Auch in all dem Leid erfahren Menschen immer noch Liebe, Geborgenheit und Trost.
Es ist die Geschichte vom Mensch und dem Glück, davon, was und wie wenig der Mensch manchmal braucht, um glücklich zu sein.






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Ich wollte schon länger mal wieder mit dem Schreiben anfangen, genauer gesagt mit dem Schreiben von Rezensionen. Ich denke, wenn man über ein Buch schreibt, sieht man das Buch selber aus einem anderen Blickwinkel, man lernt es besser und genauer kennen.
Das ist mal ein Anfang, sicherlich etwas unmotiviert, ich bin mal gespannt, was ihr dazu sagt. Es war nicht meine Absicht, eine Inhaltsangabe zu verfassen, sondern ich wollte etwas von dem Gefühl, das das Buch in einem weckt, wiedergeben. Ich hoffe, es ist mir einigermaßen verständlich geglückt, wie gesagt, das könnt nur ihr beurteilen ;-) Schreckt auch vor Kritik nicht zurück!

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Penelopeia
Autorenanwärter
Registriert: Nov 2002

Werke: 534
Kommentare: 1591
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Der Text ist gut geschrieben, wenn man ihn als Rezension versteht. Man könnte ihn natürlich ergänzen um einige Angaben zum Autor des Buches und dem Hauptdarsteller der Verfilumung, sie erzählten und spielten teilweise aus eigenem Erleben.

Warum machste das anonym?

LG

P.

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Elisabeth Merey-Kastner
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo A.,
aufgrund deiner guten Rezension habe ich das Buch, das ich bisher nicht gelesen hatte, gleich bei ZVAB besellt.

Du könntest deinen Text durch Angaben über Autor, Verlag, ISBN-Nr. ergänzen und "vorne" posten.

Vielen Dank
Elisabeth


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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Hallo zusammen,

Ich muss ehrlich sagen, dass ich ziemlich überrascht bin ;-) So viel Mühe habe ich mir damit eigentlich nicht gegeben, sollte eben ein "Einstieg" sein.
Ich habe es anonym gepostet, weil ich früher (ich habe vor einem Jahr schon einmal in der LL geschrieben) manchmal Probleme mit meinem Profil hatte (oder besser gesagt hatten Andere Probleme damit).
Die Angaben zum Autor und Verlag werde ich bald anhängen.

lg euch :-)
noch anonymus

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