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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Jean Charles de Menezes aus Gonzage
Eingestellt am 24. 07. 2005 13:34


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HansenFlensburg
Festzeitungsschreiber
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Jean Charles de Menezes aus Gonzage in Minas Gerais

Jean Charles de Menezes hatte es eilig. Es war sehr sp├Ąt geworden, er hatte am Abend vorher noch mit Freunden bis in die Nacht hinein gefeiert. Bis weit nach Mitternacht hatten sie Samba getanzt. Und da war Maria Rosa gewesen, die aus Recife stammte, sie hatten sich so gut verstanden. Jean Charles war ein lebensfroher Mann. Seit drei Jahren schon lebte er hier in London, arbeitete als Elektriker, hatte sich ein kleines Gl├╝ck aufgebaut, tr├Ąumte von der Frau f├╝rs Leben.

Er musste die U-Bahn noch erreichen, er durfte nicht zu sp├Ąt kommen. Er schnallte sich seinen Rucksack ├╝ber und machte sich auf den Weg. Sieben Minuten brauchte er bis zur U-Bahn, wenn er bequem ging. Er hatte nur noch f├╝nf Minuten.

Er dachte an seine Familie in Brasilien. Vor drei Jahren hatte er Gonzage im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais verlassen und war nach London gezogen. Hier wohnte er in der Scotia Road im Stadtteil Brixton, mit drei Verwandten zusammen.
Er dachte an seine Eltern, an seine Gro├čmutter Zilda - wie lange hatte er sie schon nicht mehr gesehen!
Aber er schickte immer Geld nach Hause, sie konnten das gebrauchen, und f├╝r ihn reichte es trotzdem noch.

Schon als er das Haus verlassen hatte, f├╝hlte er sich beobachtet, wenig sp├Ąter sogar verfolgt. Was waren das f├╝r M├Ąnner, was wollten die von ihm? Die Zeit war sowieso knapp und so begann er zu laufen. Erst locker in einem leichten Trab. Die M├Ąnnner blieben ihm auf den Fersen.

Schon hatte er die U-Bahnstation Stockwell erreicht. Noch die Treppe hinunter, da stand schon der Zug, wartete, wenige Augenblicke bis zur Abfahrt. Schreie, "Halt! Stehenbleiben! Polizei!" Was wollten die von ihm? Er lief schneller, als ginge es um Leben und Tod. Sch├╝sse fielen, er st├╝rzte, kurz bevor er den U-Bahn-Waggon erreicht hatte. Er rappelte sich wieder auf, sprang in den Zug. Fahrg├Ąste fl├╝chteten in Panik, als die Zivilbeamten ihn bis in den Waggon hinein verfolgten. Er wirkte wie ein in die Enge getriebenes Kaninchen. Die M├Ąnner von Scotland Yard kamen auf ihn. Erneut fiel er zu Boden. Ein Polizist stand direkt ├╝ber ihm, als er schoss. Ohne zu z├Âgern, r├╝cksichtslos, brutal. F├╝nf Mal in den Kopf. Sein Sch├Ądel zersplitterte, Blut spritzte meterweit.

Er war tot.

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