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Leselupe.de > Humor und Satire
Jede Minute ein neuer Tag
Eingestellt am 12. 04. 2011 23:20


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Gottschall
???
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Jede Minute ein neuer Tag

Kleinen, unsicheren Schrittes quÀlt sich Martina die Beethoven
Allee hinunter. Als sie noch ein lebendiges Kind war, ging sie
diesen Weg sehr gern. Den Heimweg. Zuhause warteten ein
gut ausgestattetes Zimmer, warme meist wohlschmeckende
Mittagskost, das offene Ohr des Vaters und der offene Mund
der Mutter.
Doch diese Art des Lebenswandels ist bekannt
kurzlebig. Martina hat sie abgestoßen, wie die Schlange ihre
Haut. Nun ist sie im Besitz einer schicken Stadtwohnung mit
einem noch schickeren Mann dazu. Ach ja, und einen Sohn
gibt es auch noch. Ein rechtes Scheusal. Auch in der
Beethoven Allee hat sich vieles geÀndert. Ihr Vater wohnt nicht
mehr dort. Er ist verschieden. Warmes Essen wartet ebenso
nicht. Wer wartet ist die Mutter, die an diesem Ort im eigenen
Safte brÀt. Jedenfalls wartet sie auf Martina, wenn sie sich mal
an sie erinnert. Das wird seltener. Da hilft alle Mutterliebe der
Welt nicht. Liebt sie jedoch gerade nicht ihre Tochter, dann
hĂ€lt sie Martina zumindest fĂŒr eine “nettes MĂ€dchen, dass manchmal zu Besuch kommt“.
Welche dieser Varianten vorliegt, das ist Martina ganz gleich. Der vorrangige Wert der Mutter beschrÀnkt sich bei Martina auf die Summe
des ausgezahlten Pflegegeldes.Martina bleibt auf diese Weise wenigstens in
Kontakt mit der Mutter. Die Beauftragung eines Pflegedienstes
oder gar ein teures Heim braucht sie nicht. Die Karrierefrau
wirtschaftet selbst. Der gierige Sohn und die Wohnung
verschlingen ohnehin das ganze Geld. Der Mutter reicht das
Nötigste. So ist es Martina genehm. Zeitweise fragt sich
Martina, wie sie ohne das Alzheimer der Mutter auskommen
konnte. Wellen kalter Schauer plagen sie, wenn sie von neuen
besseren Behandlungsmethoden hört. Und dann erinnert sie
sich doch wieder. Die verdammte Plackerei, das alte Muttertier
am Leben zu erhalten. Jeden Tag kommt sie einmal vorbei.
Auch Pflegegeld hat Auflagen. Es ist wie mit dem Lohn. Streng
kalkuliert ist es ein geringer Sold. Seit langer Zeit kostet die
alte Frau noch mehr. Auf Rat eines Vogeldoktors fĂŒhrt sie
Tagebuch. Welch eine Schnapsidee, bedenkt man, dass sie
vier bis fĂŒnf EintrĂ€ge pro Tag verfasst. Eine Ursache des
kurzen GedÀchtnisses. Mittlerweile lebt die Frau schon im Jahr
2044. Aber vergessen hat sie das Tagebuch noch nie. Da
verbraucht sie Tinte und Papier. Voller Zorn ĂŒber all diese
großen Sorgen betritt Martina das Haus am Ende der
Beethovenallee. Auf einen Schlag wird sie zur Altenpflegerin
auf Zeit und durchstreift die Wohnung. In irgendeiner Ecke
muss die Mutter ja sitzen. Neben dem KĂŒhlschrank wird sie
fĂŒndig. „Da kauerst du, Alte!“, krĂ€chzt Martinas
Raucherstimme. Die Mutter, lÀchelnden Gesichtes, antwortet
ĂŒberbetont: „Guten Tag, dass ist aber schön, dass Sie mich
besuchen kommen, junge Frau.“ Martina reißt die alte Dame
vom Boden und schleudert sie auf einen KĂŒchenstuhl. Voll
Aggression befreit Martina einige Stellen des Tisches von
insgesamt einem Quadratzentimeter staubbedeckter FlÀche
und holt die Post. Gute Nachrichten gibt es nicht. DemnÀchst
steht eine PflegeprĂŒfung an. Das fehlte Martina noch. Ein
ganzer Nachmittag wird vertan sein.

Darauf, zwei Wochen spÀter, kommt die Amtsdame auch
schon. Martina und ihre Mutter mutieren zu besten
Freundinnen. Ein rĂŒhrseliges Bild bietet sich. Und fast schon
ist die Dame, Frau Beust heißt sie, von der QualitĂ€t Martinas
Arbeit ĂŒberzeugt. Da entdeckt sie auf dem kleinen Tischchen
in der Stube den Höhepunkt der Inspektion. Ein Stapel
hĂŒbschgebundener TagebĂŒcher. „Das mĂŒssten Sie mal
veröffentlichen.“, witzelt die Dame beim Aufschlagen eines
Buches. Martina heuchelt: „Da habe ich auch schon dran
gedacht.“ Da verdunkelt sich die Mine der Amtsdame. Zornig,
ohne Abschied geht sie von dannen. Im Auto liegt ihr Handy.
Ein Anruf ist zu tÀtigen. Zwei Wochen spÀter waren die Mutter
im Heim und das Pflegegeld verloren. Und warum? Nun im
Tagebuch hatte die Mutter vermerkt, drei Tage keinen Besuch
bekommen und damit nichts gegessen zu haben. Eine Unerhörtheit.

Version vom 12. 04. 2011 23:20

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Haremsdame
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Hallo Gottschall,

ich finde Deinen Text grauenvoll. Aber eine Benotung erspare ich mir, denn meine Ansicht ist sehr subjektiv.

FĂŒr mich kommt Dein Text ohne jeden Humor herĂŒber. Er ist in meinen Augen zum Kotzen und voller Vorurteile. Er zeigt mir, dass Du ĂŒberhaupt keine Ahnung von Alzheimer hast! Ein Tagebuch fĂŒhren ist in dem von Dir beschriebenen Zustand wohl kaum noch möglich.

Der Anfang Deines Textes liest sich gut. Doch ab

quote:
Der vorrangige Wert der Mutter beschrÀnkt sich auf die Summe
des ausgezahlten Pflegegeldes. So ist es moderne
Kindermanier.
kocht mir die Galle hoch. Es kann schon sein, dass manche Angehörige so denken. Aber es gibt viel mehr, die sich den Hintern aufreißen und doch nicht genug fĂŒr die Eltern tun. Und das mit der Einweisung ins Heim ist auch nicht so einfach, wenn sich Eltern dagegen wehren!

Wenn Du wissen willst, wie es wirklich aussieht, wenn man einen Alzheimerkranken in der Familie hat, wie lange es dauert, bis man ĂŒberhaupt begreift, dass jemand an Alzheimer erkrankt ist und welche Torturen man durchstehen muss, bis man kapiert, was Alzheimer fĂŒr den Kranken und die Betreuenden bedeutet, empfehle ich Dir: Hier klicken zu lesen! Das ist allerdings nichts zum Lachen, sondern eine QuĂ€lerei... - fĂŒr die Person, die schon lange tot ist, die Menschen, die daran beteiligt waren und immer noch mit der Aufarbeitung beschĂ€ftigt sind, sowie fĂŒr die Leser.


__________________
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

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Gottschall
???
Registriert: Apr 2011

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Hallo Haremsdame,

ZunĂ€chst mal danke fĂŒr diese subjektive EinschĂ€tzung. Meine subjektive Erfahrung (ich hatte mal u. a. mit Demenzkranken zu tun) beinhaltet nicht nur liebenswĂŒrdige Angehörige. Abgesehen davon, dass die Angehörigen selten zu Besuch kamen, erfuhr ich auch einiges ĂŒber deren Umgang mit der Dame. Gehorchte sie nicht, schoben sie sie fĂŒr eine viertel Stunde in eine kleine Abstellkammer oder brĂŒllten sie einfach an. Ich weiß von einem anderen Fall, bei dem ein demenzkranker Großvater in seiner Wohnung gehalten wurde und die Leistungen von den Angehörigen kassiert wurden. Außerdem verletzte er sich. Als endlich ein Pflegedienst eingeschaltet wurde (ein Verwandte von mir arbeitet dort) hatte er in seiner offenen Wunde bereits Maden. Diese FĂ€lle haben mich wĂŒtend gemacht.

Ich habe die Demenzkranke, wider besseren Wissens, Tagebuch schreiben lassen. So konnte ich sie in der Geschichte befÀhigen, sich ihrer Tochter auf besonders ironische Weise zu entziehen, wÀhrend es in der Wirklichkeit scheitert. Mit dieser Geschichte konnte ich Dampf ablassen. Die Nuancen schwarzen Humors, die Du aus Zorn nicht herausschmeckst, sind meine Art so etwas zu verarbeiten.

Meine Formulierung “So ist es moderne Kindermanier” war sicher zu allgemein. Ich werde sie auch Ă€ndern. Aber ĂŒber schwarze Schafe muss auch gesprochen werden, wenn sie in der ÂŽMinderzahl sind. Es ist zu einfach, wenn man alle negativen Seiten der Welt einfach als Klischees abtut:
- Jugendliche, die Obdachlose verprĂŒgeln: Ach, die meisten Jugendlichen verprĂŒgeln keine Obdachlosen.
- In China werden Welpen (bei lebendigem Leib) die Herzen aus der Brust geschnitten: Aber das machen ja nicht alle Chinesen.
- “Soldaten sind Mörder”: Aber nicht alle. Manche sind dumm oder arm, was im Kapitalismus wichtig ist, weil man ja Kanonenfutter braucht.
- Manche Angehörige misshandeln ihre demenzkranken Angehörigen. DarĂŒber reden wir nicht, weil ja die meisten furchtbar lieb miteinander umgehen.

Viele GrĂŒĂŸe und noch einen schönen Ostermontag
wĂŒnscht Gottschall

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Haremsdame
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Was mich Ă€rgert, ist, dass die Seite der Angehörigen nur selten gesehen wird. Es gibt GrĂŒnde, warum sie sich so unmöglich benehmen: Sie mĂŒssen sich erst mit der Krankheit auseinandersetzen und begreifen, warum sich die Betroffenen so verĂ€ndern. Das benötigt auch bei willigen Menschen Zeit! Ich kann Dir nur insofern recht geben, als es auch Menschen gibt, die sich nicht mit der Krankheit auseinandersetzen und meinen, die Kranken tun ihnen alles zum Trotz und sie dafĂŒr bestrafen wollen. Doch was in denjenigen, die das Verstehen kaum schaffen, vor sich geht, das wird nie gesehen.
Es kommt mir so vor, als wĂ€ren alle, die diese Krankheit nur vom Hörensagen kennen, mit ihr also nichts zu tun haben und nur von außen zuschauen, immer viel besser...
Ich bin dafĂŒr, immer beide Seiten zu beleuchten und nicht nur von Außen zu urteilen. Vielleicht hĂ€ngt diese Sichtweise aber wirklich nur mit meiner eigenen Betroffenheit zusammen. Da ich inzwischen in einem Pflegeheim arbeite und Demente betreue, versuche ich des öfteren, Angehörige zu trösten und ihnen das schlechte Gewissen zu nehmen - anstatt es weiter zu schĂŒren.
Die FĂ€lle, die Du erlebt hast, sind Extreme, die es sicherlich auch gibt und die, da gebe ich Dir recht, zu verurteilen sind. Doch das geht aus Deinem Text nicht hervor! Indem Du den mir aufgestiegenen Satz entfernt hast, liest er sich etwas besser. Eines hast Du aber noch ĂŒbersehen: Das Pflegegeld wird nicht automatisch an die Angehörigen ausgezahlt, sondern an die Kranken. Leider sind Alzheimerkranke nicht mehr in der Lage, sich auszusuchen, wem sie es aushĂ€ndigen, also sind sie meist damit einverstanden, dass es sich die Angehörigen holen. Wer aber sieht, dass die sich nicht genug kĂŒmmern, kann sich ans Vormundschaftgericht wenden und PrĂŒfung beantragen - auch wenn er nicht verwandt ist! Damit sind alle in die Verantwortung genommen: anstatt zu schimpfen, sich lieber einzumischen!
__________________
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

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jon
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Der Text ist schlecht. Mag sein dass die Absicht gut war, aber der Text ist sprachlich und strukturell extrem verbesserungswĂŒrdig.

Fangen wir mit der Struktur an:
Am Anfang klingt es, als wĂŒrde Martina auf Mutters Kosten prima leben. Dann heißt es plötzlich, dass es nur ganz, ganz wenig Geld gibt.
Es ist die Rede von einer "schicken Wohnung" und einem "schicken Mann" – Dinge, die drauf schließen lassen, dass es ihr/ihrer Familie finanziell gut geht. Das und ihr hier geschilderter Charakter stellen die Frage in den Raum, warum Martina sich noch plagt. Und zwar bewusst - das hier ist offenbar kein Fall von "die Mutter kriegt keinen Heimplatz", nein Martina will sie gar nicht dort.
Was die ErwĂ€hnung des Scheusal-Sohnes hier soll, bleibt verborgen. (Ich ahne etwas wie fĂŒr die Zukunft prophezeite Strafe, aber das legt nicht der Text fest, sondern meine gutwillige Vermutung, dass du dir dabei was gedacht hast.)
Es ist hochgradig unlogisch, dass die Beamtin (die ja wohl weiß, dass Alzheimer-Patienten sich nicht korrekt erinnern) den Tagebucheintrag sofort und so sehr fĂŒr bare MĂŒnze nimmt.


Formalien:
Es fehlen AbsĂ€tze, dafĂŒr hast du offenbar einen Zwangszeilenumbruch angewendet, der dir hier

quote:
Summe
des ausgezahlten Pflegegeldes.
ein Bein stellt, weil du "vergessen" hast, ihn anzupassen.


Und nun zur Sprache, zum Stil. Mal sehen, wie weit ich komme:


quote:
Kleinen, unsicheren Schrittes quÀlt sich Martina die Beethoven
Allee hinunter.

"Kleinen Schrittes" gib es nicht.
Beethoven-Allee oder Beethovenallee (und das dann im ganzen Text)

quote:
Als sie noch ein lebendiges Kind war, ging sie
diesen Weg sehr gern.
Hier dachte ich sofort: Aha, jetzt ist sie in totes Kind.

quote:
Den Heimweg. Zuhause warteten ein
gut ausgestattetes Zimmer, warme meist wohlschmeckende
Mittagskost, das offene Ohr des Vaters und der offene Mund
der Mutter.
Autsch! Das "offene Ohr" des Vaters ist offen, weil man reinsprechen kann. Und der Mund der Mutter ist offen, weil 
?

quote:
Doch diese Art des Lebenswandels ist bekannt
kurzlebig.
Meinst du "bekanntlich kurzlebig"?


quote:
Martina hat sie abgestoßen, wie die Schlange ihre
Haut. Nun ist sie im Besitz einer schicken Stadtwohnung mit
einem noch schickeren Mann dazu. Ach ja, und einen Sohn
gibt es auch noch. Ein rechtes Scheusal. Auch in der
Beethoven Allee hat sich vieles geÀndert.
Absatz nach Scheusal
Wieso "auch"?
Wenn sie gern nach Hause ging, sie ihr Leben also mochte, wieso hat sie "es" dann wie eine Schlangenhaut abgestoßen (= Bild fĂŒr "sich davon befreit")?


quote:
Ihr Vater wohnt nicht
mehr dort. Er ist verschieden.
Unpassend pathetisches Wort

quote:
Warmes Essen wartet ebenso
nicht. Wer wartet ist die Mutter, die an diesem Ort im eigenen
Safte brÀt.
Erstens heißt es "im eigenen Saft schmoren" und zweitens ist diese Formulierung hier hochgradig unpassend. Vom inhaltlichen Sinn ganz zu schweigen: Wir wissen erstens ja schon, dass Martina ausgezogen und der Vater gestorben ist, und zweitens ist "im eigenen Saft schmoren" nicht das Synonym fĂŒr "allein/einsam" sein, sondern fĂŒr "ohne Hilfe von außen an irgendwas rumwerkeln/denken".
Komma nach "wartet"

quote:
Jedenfalls wartet sie auf Martina, wenn sie sich mal
an sie erinnert. Das wird seltener. Da hilft alle Mutterliebe der
Welt nicht. Liebt sie jedoch gerade nicht ihre Tochter, dann
hĂ€lt sie Martina zumindest fĂŒr eine “nettes MĂ€dchen, dass manchmal zu Besuch kommt“.
Das ist so verquer geschrieben, dass es weh tut. Wenn man von vorn lesend hier ankommt, klingt es wie "Martina kommt nur manchmal" (wenn sich ihrer Mutter erinnert). Das: Das passiert immer seltener, egal wie sehr die Mutter sie herbeiwĂŒnscht. Dann: Manchmal liebt die Mutter Martina nicht (kann man ihr's verdenken, wenn die Tocher nie kommt?), aber immerhin hĂ€lt sie sie trotzdem noch fĂŒr eigentlich nett. Erst jetzt wirds krude und man merkt, dass an dieser Interpretation irgendwas falsch sein muss. Aber was? Es dauert im Text noch ein ganzes Weilchen, ehe man auf den richtigenTrichter kommt.
Es ist das MĂ€dchen, "das" manchmal zu Besuch kommt.


quote:
Welche dieser Varianten vorliegt, das ist Martina ganz gleich. Der vorrangige Wert der Mutter beschrÀnkt sich bei Martina auf die Summe
des ausgezahlten Pflegegeldes.Martina bleibt auf diese Weise wenigstens in
Kontakt mit der Mutter.
Du meinst, "der Wert beschrĂ€nkt sich vorrangig auf" oder "der vorrangige Wert besteht in". Wie auch immer: Immerhin heißt das, es gibt doch noch mindestens einen nachrangigen Wert.
Wer sagt den Wenigstens-Satz? Da aus Martinas Perspektive erzĂ€hlt wird, heißt das, Martina empfindet den Kontakt als wĂŒnschenswert und wichtig und ist froh, dass das Geld sie zur Mutter treibt. Das ist in sich völlig unlogisch.

quote:
Die Beauftragung eines Pflegedienstes
oder gar ein teures Heim braucht sie nicht. Die Karrierefrau
wirtschaftet selbst. Der gierige Sohn und die Wohnung
verschlingen ohnehin das ganze Geld.
Also: Karrierefrau. Also mit Geld. Das aber Sohn und Wohnung verschlingen. Und mit Zeit, um die Mutter zumindest andeutungsweise zu pflegen? Unwahrscheinlich. Und was meinst du mit "wirtschaftet selbst"? Und wieso "ohnehin"? Diese Passage ist durch und durch krude.

quote:
Der Mutter reicht das
Nötigste. So ist es Martina genehm.

 das ergĂ€be Sinn, wenn das Pflegegeld so reichlich bemessen wĂ€re, dass es viiiel merh als "das Nötigste" erlaubt. Aber fĂŒr die paar MĂŒcken ist Martina die Last ganz sicher nicht "genehm".


quote:
Zeitweise fragt sich
Martina, wie sie ohne das Alzheimer der Mutter auskommen
konnte.
"das" Alzheimer?

quote:
Wellen kalter Schauer plagen sie, wenn sie von neuen
besseren Behandlungsmethoden hört. Und dann erinnert sie
sich doch wieder.
Woran erinnert sich Martina dann doch wieder?
Komma nach "neuen", sonst gibt es nÀmlich auch "alte bessere Methoden".



 sorry, muss hier (erstmal) aufhören. Aber in der GrĂ¶ĂŸenordnung geht es weiter und weiter.
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalÀsst (Klaus Klages)

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